Basiswissen

PSA extrem: von Millionenanzügen und mittelalterlichen Lederkappen

PSA wirkt im Alltag oft selbstverständlich. Genau deshalb lohnt sich der Blick auf Extreme. Außergewöhnliche Beispiele erzeugen Aufmerksamkeit, relativieren Diskussionen über „nur kurz ohne“ und schaffen Perspektivwechsel. Nutzen Sie die folgenden Fakten gezielt als Einstieg, Impuls oder Auflockerung. Extreme Zahlen und historische Entwicklungen sorgen für Aha-Effekte und machen deutlich: PSA ist in vielen Fällen die Grenze zwischen Routine und Lebensgefahr.
Werner Böcker

Werner Böcker

02.04.2026 · 1 Min Lesezeit

  • Raumanzug – Schutz vor dem absoluten Nichts: Ein moderner Raumanzug für Außeneinsätze an der Internationalen Raumstation ersetzt eine komplette Umgebung: Er stellt Sauerstoff bereit, hält den notwendigen Druck aufrecht, schützt vor gefährlichen Temperaturen (−150 °C bis +120 °C), vor kosmischer Strahlung etc. Der Anzug ist ein tragbares Lebenserhaltungssystem und kostet fast 20 Mio. US-Dollar.

  • Berufstaucher – Arbeiten nur mit vollständiger PSA möglich: Berufstaucher könnten ohne vollständige PSA nicht arbeiten. Tauchanzug, Atemgasversorgung, Kommunikationssystem und Sicherungsleine sind keine Ergänzung, sondern Voraussetzung für die Tätigkeit. Auch hier ist PSA die Arbeitsgrundlage.

  • Feuerwehr im Innenangriff: Bei Brandeinsätzen in geschlossenen Räumen sind Atemschutzgerät, Hitzeschutzkleidung und Helm überlebensentscheidend. Temperaturen von mehreren hundert Grad, Rauchgase und Sauerstoffmangel lassen keine Alternative zu. Auch hier gilt: Ohne PSA keine Tätigkeit.

  • Historische PSA – der Schutzgedanke ist alt: Schon im Mittelalter nutzten Schmiede schwere Lederschürzen und Handschuhe zum Schutz vor Funkenflug. Bergleute trugen einfache Kopfbedeckungen aus Leder oder Filz gegen herabfallendes Gestein. Bei Arbeiten in der Höhe wurden bereits früh einfache Sicherungsseile verwendet – primitive Vorläufer moderner Absturzsicherungen. Während Pestepidemien trugen sogenannte Pestärzte spezielle Gewänder und Masken mit Kräuterfüllung. Aus heutiger Sicht medizinisch unwirksam, aber Ausdruck des Versuchs, sich persönlich vor einer Gefährdung zu schützen.

  • Augenverletzungen – ein klassisches Beispiel: Unfallstatistiken zeigen immer wieder: Ein erheblicher Anteil der Augenverletzungen am Arbeitsplatz entsteht, weil kein oder kein geeigneter Augenschutz getragen wurde. In vielen Fällen war eine Schutzbrille vorhanden – sie wurde nur nicht genutzt. Ein häufiger Grund: „Man wollte doch nur mal eben schnell …“

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