Basiswissen

Routine unterschätzt? Diese Zahlen sprechen eine klare Sprache

Viele Arbeitsunfälle entstehen nicht bei außergewöhnlichen Gefahrensituationen, sondern bei alltäglichen Tätigkeiten. Gerade Routine führt häufig dazu, dass Warnhinweise, Schutzmaßnahmen oder Betriebsanweisungen kaum noch bewusst wahrgenommen werden. Umso wichtiger ist es daher, Sicherheitsinformationen verständlich, aktuell und praxisnah bereitzustellen und sie im Arbeitsalltag auch tatsächlich zu beachten.
Werner Böcker

Werner Böcker

30.06.2026 · 1 Min Lesezeit

  • 61.308 Arbeitsunfälle mit Handwerkzeugen: Allein 2024 registrierte die DGUV mehr als 61.000 meldepflichtige Arbeitsunfälle mit nicht kraftbetriebenen Handwerkzeugen. Dazu zählen z. B. Schraubendreher, Messer, Zangen oder Hämmer. Viele dieser Unfälle entstehen bei Tätigkeiten, die Beschäftigte täglich ausführen. Auch für scheinbar einfache Tätigkeiten sind Betriebsanweisungen durchaus sinnvoll.

  • Kleine Betriebe weisen oft höhere Unfallquoten auf: Laut DGUV kamen Unternehmen mit 10 bis 49 Beschäftigten auf 29,2 Arbeitsunfälle pro 1.000 Vollzeitbeschäftigte. In Großbetrieben mit mehr als 500 Beschäftigten lag der Wert dagegen nur bei 16,5. Ein möglicher Grund: Sicherheitsstrukturen und Unterweisungen sind in größeren Unternehmen häufig stärker standardisiert. Gerade in kleineren Betrieben fehlen oft Betriebsanweisungen, weil die Zeit für das Erstellen nicht vorhanden ist.

  • Handverletzungen gehören zu den häufigsten Unfallfolgen: Je nach Branche betrifft rund ein Drittel aller Arbeitsunfälle Hände oder Finger. Besonders häufig passieren solche Verletzungen bei kurzen Routinearbeiten oder Tätigkeiten, die „nur schnell erledigt“ werden sollen. Auch hier können Betriebsanweisungen, die gesehen und beachtet werden, die Unfallquoten deutlich senken.

  • Arbeitsunterbrechungen erhöhen das Fehlerrisiko deutlich: Untersuchungen der BAuA zeigen, dass Unterbrechungen und häufige Aufgabenwechsel die Konzentration und Arbeitsqualität messbar verschlechtern. Schon kurze Ablenkungen können dazu führen, dass Schutzmaßnahmen vergessen oder Arbeitsschritte falsch ausgeführt werden. Und wieder eine Situation, in der sich ein großes Potenzial für Betriebsanweisungen erschließt.

  • Bis zu ein Drittel aller Verkehrsunfälle sind arbeitsbezogen: Europäische Untersuchungen zeigen, dass 20 bis 33 % aller Verkehrsunfälle im Zusammenhang mit beruflichen Tätigkeiten stehen. Besonders betroffen sind Beschäftigte im Außendienst, Transportbereich oder bei mobilen Serviceeinsätzen.

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