Gerd F., Oberhausen: „In unserem Unternehmen kommen noch viele klassische Schweißverfahren zum Einsatz, unter anderem das autogene Schweißen. Technisch wäre es bei zahlreichen Arbeitsprozessen möglich, auf modernere Verfahren wie das Punktschweißen umzusteigen. Gleichzeitig besteht die Sorge, dass eine solche Substitution bei den Schweißern auf Widerstand stößt oder sogar Ängste auslöst, ihren Arbeitsplatz oder ihre fachliche Stellung zu verlieren. Wie lässt sich dieser Zielkonflikt zwischen Arbeitsschutz und sozialer Verantwortung sinnvoll lösen?“
Werner Böcker: Substitution bedeutet im Arbeitsschutz immer, Verfahren zu ersetzen – nicht Menschen. Genau diese Unterscheidung sollte im Betrieb klar und offen kommuniziert werden. Moderne Schweiß- und Fügeverfahren zielen darauf ab, Gefährdungen zu reduzieren, nicht darauf, Erfahrung oder Qualifikation abzuwerten. Ein erster Schritt sollte daher immer der frühe Dialog mit den betroffenen Schweißern sein. Viele Beschäftigte reagieren deutlich positiver, als zunächst vermutet – insbesondere wenn transparent erläutert wird, warum eine Veränderung angestrebt wird und welche gesundheitlichen Vorteile damit verbunden sind. Häufig besteht sogar Interesse, neue Verfahren zu erlernen und das eigene Qualifikationsprofil zu erweitern.