Aus Unfällen lernen

Verantwortung braucht ein Gesicht – Unordnung fördert unnötige Arbeitsunfälle

Vielleicht geht es Ihnen auch so: Manchmal habe ich bei Betriebsrundgängen das Gefühl, ein Kinderzimmer zu betreten: Wie ein Storch absolviere ich den Hindernisparcours durch den Raum, nur dass verstreut herumliegende Bauteile und Werkzeuge anstelle von Spielzeugautos und Legosteinen zur Stolperfalle werden. Kurze Zeit später halte ich dann naserümpfend eine stinkende Socke bzw. einen völlig verdreckten Schutzhandschuh hoch, der definitiv keine Schutzfunktion mehr hat. Auch wenn der Vergleich zum Schmunzeln einlädt, sind fehlende Sauberkeit und Ordnung immer wieder Auslöser für Unfälle mit langen Ausfallzeiten und damit ein Thema, auf das es sich zu schauen lohnt.
Svenja Dammasch

Svenja Dammasch

25.07.2025 · 3 Min Lesezeit

Dass Ordnung und Sauberkeit einen großen Einfluss auf die Sicherheit am Arbeitsplatz haben, ist keine neue Erkenntnis. Schon in den 1950er Jahren führte der Automobilhersteller Toyota die „5S-Methode“ ein, eine Methode, die darauf abzielt, Ordnung, Sauberkeit und Effizienz am Arbeitsplatz zu schaffen und zu erhalten. Dies reduziert nicht nur die Unfallgefahr, sondern steigert letztlich auch die Produktivität und reduziert Verschwendung.

In der Hektik fällt die Ordnung hintenüber

Es gibt kaum einen Arbeitsplatz, an dem sich die Schlagzahl in den vergangenen Jahren nicht erhöht hat. In vielen Betrieben ist die Anzahl der Beschäftigten zurückgegangen, während die Aufgaben kontinuierlich mehr geworden sind, auch wenn sie sich vielleicht in deren Art verändert haben. Kurzum: Der Faktor Zeit ist zur Mangelware geworden – mit Auswirkungen auf Ordnung und Sicherheit. Produktivität steht im Fokus, Zeiten für unproduktive Prozesse wie Reinigung werden zusammengestrichen. Die Folge: Zahlreiche unsichere Situationen, die teilweise erhebliche Unfälle nach sich ziehen.

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