Aus Unfällen lernen

Vorbeugende Instandhaltungsmassnahmen hätten Verbrühungen verhindern können

Ein 59-jähriger, erfahrener Fabrikarbeiter bediente eine Umschäumungsmaschine, deren Formbacken mit 105 °C heissem Wasser beheizt wurden. An einem der gebogenen Druckschläuche, durch die das Wasser floss, hatte sich neben der Armatur ein Riss gebildet. Der Riss war wegen der Schlauchummantelung zur Wärmeisolierung jedoch nicht sichtbar. Dieser Umstand wurde dem Mann zum Verhängnis.
Dr. Robert Kaufmann

Robert Kaufmann

29.12.2025 · 1 Min Lesezeit

Bei der Entnahme des gefertigten Bauteils aus der geöffneten Form der Maschine bemerkte der Mitarbeiter Materialreste auf dem Boden und bückte sich, um sie zu entfernen. Unbemerkt stiess er dabei mit der Schulter an den gebogenen, angerissenen Schlauch. Dadurch vergrösserte sich der Riss und das unter Druck stehende heisse Wasser begann, aus dem Schlauch oberhalb des gebückten Mannes auszutreten. Das Wasser floss auf seinen Rücken und durchtränkte, zunächst unbemerkt, die Arbeitskleidung. Erst als das die kochend heisse Flüssigkeit seine Haut erreichte, fühlte er den Schmerz. Die Verbrühungen und Verbrennungen ersten und zweiten Grades am Rücken machten einen stationären Aufenthalt im Spital erforderlich. Der Beschäftigte war drei Wochen arbeitsunfähig.

Was waren die Unfallursachen?

Die betrieblichen Bedingungen (105 °C, Überdruck) führten zur Alterung des Schlauchmaterials. Die Schläuche wurden je nach Auftragslage längere Zeit und unter ungünstigen Bedingungen gelagert – das beschleunigte den Alterungsprozess. Die Überprüfung der Schläuche war im Betrieb nicht geregelt. Deshalb konnten Mängel nicht festgestellt und auch nicht beseitigt werden. Zudem stand der gebogene Schlauch aufgrund der Einbausituation unter mechanischer Spannung.

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