Basiswissen

Wenn der Tritt zur Stolperfalle wird

Leitern und Tritte wirken harmlos, doch in der Unfallstatistik sind sie echte Schwergewichte. Mit den folgenden Zahlen wecken Sie in Ihrer Unterweisung Aufmerksamkeit und sensibilisieren Ihre Teilnehmenden für alltägliche Risiken.
Werner Böcker

Werner Böcker

05.05.2025 · 1 Min Lesezeit

  • Leitern weiter Spitzenreiter bei Abstürzen: Laut DGUV-Statistik gab es 2023 insgesamt 22.889 meldepflichtige Unfälle mit tragbaren Leitern – das sind nur leicht weniger als im Vorjahr. Nach wie vor zählt der Sturz von der Leiter zu den häufigsten Unfallursachen bei Höhenarbeiten.

  • Jeder 6. Absturz endet schwer: Etwa 15 % der Unfälle mit Leitern führen zu schweren Verletzungen mit Ausfallzeiten über 6 Wochen – betroffen sind häufig Rücken, Handgelenke und Kopf.

  • Gefahr schon ab 1 Meter: Unfälle aus 1 bis 2 Metern Höhe machen fast die Hälfte aller Leiterstürze aus. Oft fehlt es hier an Sicherung oder geeignetem Arbeitsmittel – ein unterschätztes Risiko!

  • Nur mit beide Händen sicher unterwegs: Tragbare Gegenstände beim Aufstieg sind ein klassischer Fehler. Studien zeigen: Wenn nur eine Hand zum Festhalten frei bleibt, verdoppelt sich das Sturzrisiko. Deshalb gilt: Werkzeuge und Materialien gehören in Gürteltaschen, Eimer mit Seil oder in Materiallifte – aber nicht in die Hand!

  • Dachdecker stürzt 8 Meter – wegen improvisierter Anlegeleiter: In einem dokumentierten Fall der BG ETEM stürzte ein Dachdecker aus über 8 Metern Höhe, weil er zwei Leitern zusammengesteckt hatte, um an einen höher gelegenen Arbeitsbereich zu gelangen. Die Verbindung hielt dem Gewicht nicht stand. Der Mann überlebte schwer verletzt mit bleibenden Einschränkungen.

  • Improvisierte Tritte = Unfallquelle: Laut DGUV entstehen über 40 % der Unfälle mit Tritten durch die Nutzung ungeeigneter Aufstiegshilfen wie Getränkekisten, Stühle oder Kartons. Hier gilt: Nur geprüfte Tritte verwenden!

  • Mehr Unfälle in Büros und Verwaltungen: Immer mehr Leiterunfälle passieren im Büro- und Verwaltungsbereich, z. B. beim schnellen Griff ins Lager oder Archiv. Dort fehlen oft die Schulung und das Bewusstsein für die Gefahren.

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