Praxisfall

Wenn Extremwetter die Arbeitsorganisation herausfordert

Wenn Unwetter angekündigt sind, wird Arbeitsschutz zur Frage der Organisation: Wer kommt überhaupt zur Arbeit? Was passiert, wenn Teams unvollständig sind? Und wie verhindern Sie, dass Zeitdruck zu Risiken führt? Dann müssen Führungskräfte mit klaren Regeln und vorausschauender Planung Sicherheit schaffen.
Svenja Dammasch

Svenja Dammasch

04.05.2026 · 1 Min Lesezeit

Ein Montagmorgen bei Starkregen: Straßen sind überflutet, Keller vollgelaufen, Busse und Bahnen fahren nur eingeschränkt. Erste Beschäftigte melden sich bereits auf dem Weg zur Arbeit – sie stecken fest oder kommen gar nicht durch. Im Betrieb trifft die Frühschicht nur teilweise ein. Einige Schlüsselpositionen bleiben unbesetzt. Gleichzeitig laufen erste Maschinen an, Liefertermine stehen im Raum. Die anwesenden Beschäftigten versuchen, die Lücken zu kompensieren: Aufgaben werden spontan neu verteilt, Abläufe improvisiert, Entscheidungen unter Zeitdruck getroffen. Ein erfahrener Maschinenbediener übernimmt zusätzlich eine Anlage, die er nur selten nutzt. Eine kurze Abstimmung fehlt, der Fokus liegt auf Tempo. Wenig später kommt es zu einer kritischen Situation – glücklicherweise nur ein Beinaheunfall. Nicht das Wetter selbst war die unmittelbare Ursache, sondern die veränderte Organisation.

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