- Juli 2021: Im Chempark Leverkusen kommt es zu einem der schwersten Chemieunfälle der letzten Jahre in Deutschland. Bei Currenta explodierten mehrere Tanks mit Lösungsmitteln, die in einem Entsorgungszentrum gelagert waren. Die Explosion war so heftig, dass sie sieben Menschen das Leben kostete und 31 weitere verletzte – einige davon lebensgefährlich. Eine riesige Rauchwolke zog über das Rheinland, Sirenen heulten, Warn-Apps schlugen Alarm.
- Januar 2024: Ein weiterer Vorfall ereignete sich in einer Produktionsstätte in Konstanz. Hier trat aus einem beschädigten Behälter ein toxisches Gasgemisch aus, das sich unbemerkt in der Halle verteilte. Rund zwei Dutzend Personen klagten über Atemwegsbeschwerden, viele mussten ärztlich behandelt oder ins Krankenhaus gebracht werden. Die betroffenen Gebäude wurden evakuiert, Spezialkräfte führten Luftmessungen durch. Der Fall macht deutlich: Auch Leckagen ohne Explosion oder Feuer können gravierende Auswirkungen auf die Gesundheit haben.
- August 2023: In einer Raffinerie von Marathon Petroleum in Louisiana (USA) kommt es zu einem Großbrand, bei dem naphthahaltige Stoffe in Flammen aufgingen. Dabei wurden große Mengen krebserregender Dämpfe wie Benzol freigesetzt. Die Werte lagen teils bis zu 18-fach über den Empfehlungen der US-Gesundheitsbehörden. Schon ein Jahr davor kam es im gleichen Werk ebenfalls zu einem schwerwiegenden Zwischenfall.
- Mai 2025: In Freeport (Texas) treten über einen Zeitraum von nur 48 Minuten mehr als 3,6 Tonnen gasförmiges Chlor aus einer Anlage aus – ein Zwischenfall, der als der größte Chlor-Gasunfall der Region gilt. Problematisch war nicht nur der Stoff selbst, sondern auch das Versagen der Alarmsysteme: Die Sirenen blieben stumm, viele Anwohner erfuhren erst über Social Media von dem Leck. Der Fall zeigt, wie entscheidend funktionierende Frühwarnsysteme sind und wie schnell sich ein Gefahrstoff in der Umgebung ausbreiten kann.
- Juni 2025: Im US-Bundesstaat Ohio laufen rund 11.000 Liter Salpetersäure aus einem Tank in einem Werk für Sprengstoffherstellung aus. Die orangefarbene Säurewolke war kilometerweit sichtbar und führte zur Einrichtung einer No-Fly-Zone im Radius von über 55 Kilometern sowie zur Evakuierung umliegender Ortschaften. Auch wenn niemand verletzt wurde, zeigt der Vorfall die enorme Reichweite chemischer Stoffe und die Bedeutung technischer Schutzmaßnahmen.
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