Basiswissen

Zahlen, die unter die Haut gehen – Belastungen in der Pflege

Die Alten- und Krankenpflege gehört zu den anspruchsvollsten Berufen überhaupt. Mit diesen Zahlen können Sie anschaulich machen, wie stark die körperliche und psychische Belastung ist – und warum Arbeitsschutz hier so wichtig ist.
Werner Böcker

Werner Böcker

04.11.2025 · 1 Min Lesezeit

  • In Deutschland arbeiten rund 1,8 Millionen Menschen in der Alten- und Krankenpflege (Statistisches Bundesamt). Damit zählt die Branche zu den größten Beschäftigungsfeldern – und zu denjenigen mit den höchsten Krankenständen.

  • Pflegekräfte heben, bewegen oder lagern Patienten im Durchschnitt mehr als 20-mal pro Schicht. Jede falsche Bewegung kann zu Rückenschäden führen. Nicht ohne Grund sind Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems die Hauptursache für Fehltage in der Pflege und nachfolgende Berufskrankheiten.

  • Laut einer BAuA-Befragung klagen über 75 % der Pflegekräfte über regelmäßige oder gelegentliche Rückenschmerzen. Viele lernen, mit den Beschwerden „zu leben“, doch die Folge sind Langzeitausfälle und Frühverrentungen. Aber auch die Arbeitsleistung leidet unter den ständigen Rückenproblemen.

  • Das Risiko für einen arbeitsbedingten Unfall ist in der Alten- und Krankenpflege fast doppelt so hoch wie im Durchschnitt aller Berufe (DGUV). Typische Unfälle sind Stürze, Stolpern oder Ausrutschen – vor allem in Eile oder unter Zeitdruck.

  • Infektionsgefahr: Jährlich werden in Deutschland mehrere tausend Nadelstichverletzungen gemeldet. Fachverbände gehen von einer erheblich höheren Dunkelziffer aus, weil viele Beschäftigte solche Verletzungen aus Angst vor Konsequenzen gar nicht erst melden.

  • Mehr als 40 % der Pflegekräfte fühlen sich regelmäßig psychisch überlastet (BAuA). Der ständige Spagat zwischen Fürsorge, Dokumentationspflichten und knappen Zeitressourcen führt bei vielen zur Erschöpfung.

  • In der Altenpflege sind Nachtschichten besonders belastend: Rund 60 % der Beschäftigten berichten von Schlafstörungen. Dauerhafte Schichtarbeit erhöht zudem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychische Störungen.

  • Jede dritte Pflegekraft hat schon einmal aggressives Verhalten von Patienten oder Angehörigen erlebt (Studie „Gewalt in der Pflege“, Hochschule Fulda). Für die Betroffenen ist das nicht nur eine körperliche Gefahr, sondern auch eine große seelische Belastung.

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