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DIN EN ISO 50001 und was Sie jetzt darüber wissen müssen!

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DIN EN ISO 50001

In Kürze erscheint der neue Entwurf der DIN EN ISO 50001:2017-09, der mehrere Änderungen beinhaltet. Ein Grund mehr sich die Hintergründe und Vorteile der Norm für Energiemanagementsysteme anzuschauen.

Wahrscheinlich wird die Revision der ISO 50001 noch im Herbst 2018 erscheinen. Wenn Sie das Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 noch nicht eingeführt haben, sollten Sie bei der Planung daher schon die neue Fassung berücksichtigen. Wenn Sie bereits damit arbeiten, sollten Sie im Rahmen der laufenden Optimierung abgleichen, ob Ihre Zielsetzung der neuen Fassung noch entspricht und notwendige Änderungen und Verbesserungen einführen.

Was ist die DIN EN ISO 50001?

Diese Norm setzt den notwendigen rechtlichen Rahmen dafür, dass Ihr Unternehmen ein sogenanntes Energiemanagementsystem einführen oder fortführen kann. Dabei müssen Sie alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um innerhalb Ihrer Organisation Energien (besonders Strom, aber auch alle anderen Energien) zu sparen bzw. effizient zu nutzen.

Die internationale Norm schreibt nicht explizit jede Handlung vor, die dafür notwendig ist, sondern gibt nur die Struktur und den Rahmen vor, innerhalb derer Sie sich dabei bewegen müssen.

Insbesondere wird dabei der Energieverbrauch für Messungen, Dokumentationen und Berichtwesen, Beschaffung, alle Systeme, Prozess und das Personal angesprochen. Durch ein entsprechendes Energieaudit können Sie die Faktoren überwachen und durch stetige Verbesserung beeinflussen!

Warum gerade DIN EN ISO 50001?

Die internationale Norm wurde vom ISO-Projektkomitte ISO/PC 242 „Energy Management“ erarbeitet und beinhaltet den aktuellsten Stand der Technik und aller Möglichkeiten, die bei der Anwendung berücksichtigt werden müssen. Die Norm ist hervorragend geeignet für jede Art von Unternehmen, ohne Rücksicht auf die Branche oder Größe und kann entweder alleine oder zusammen mit anderen Managementsystemen eingeführt werden. Besonders beliebt und häufig gemeinsam verwendet werden daher die ähnlich gelagerten Normen DIN EN ISO 9001 (für Qualitätsmanagementsysteme) und DIN EN ISO 14001 (für Umweltmanagementsysteme).

Die ISO 50001 lässt Ihnen den größtmöglichen Spielraum für eigene Ideen und Interpretationen zur Einführung optimaler Prozesse und gibt Ihnen dennoch ein Regelwerk an die Hand, durch welches Sie keinen wichtigen Punkt außer Acht lassen.

Wer muss die DIN EN ISO 50001 einführen?

Nicht jeder ist verpflichtet, diese Norm in Ihrem Unternehmen einzuführen, obwohl es sich aufgrund der möglichen Einsparungen sowie zusätzlicher Steuervorteile durchaus für jedes Unternehmen lohnen würde.

Und daraus genau ergibt sich auch Ihre Verpflichtung: Falls Sie nämlich als ein Unternehmen mit hohem Energieeinsatz, Steuerrückerstattungen oder Förderungen in der Produktion anstreben, ist die Einführungen dieses Systems Pflicht!

Als Nachweis für die erfolgreiche Einführung der DIN EN ISO 50001 müssen Sie eine Zertifizierung anstreben. Dadurch haben Sie die Möglichkeit, entweder als besonders energieintensives Unternehmen eine Teilbefreiung von der EEG-Umlage zu erhalten oder aber als Unternehmen mit hohem Energieeinsatz eine Erleichterung im Bereich Strom- und Energiesteuer bekommen.

Welche möglichen Förderungen und Steuervorteile können Sie erhalten?

  • Spitzenausgleich
  • EEG-Härtefallregelung
  • KMU-Förderung (Österreich) / KfW-Förderung (Deutschland)

ISO 50001 Anforderungen

Wie bereits erwähnt, gibt die Norm recht allgemeine Informationen und setzt nur den Rahmen, den Sie mit eigenen Prozessen und Handlungen ausfüllen müssen.

Wenn Sie allerdings das System einführen, so unterwerfen Sie sich der Forderung, die diese Norm in Abschnitt 4 („Energieplanung“) von Ihnen verlangt: nämlich, dass Sie alle geltenden Rechtsvorschriften und andere Anforderungen (also auch interne Regelwerke!) zu denen Sie sich bezüglich des Einsatzes und Verbrauchs der Energien verpflichtet haben, ermitteln, einführen, umsetzen und aufrechterhalten.

Welche Gesetze kommen dabei infrage?

Je nach Betrieb können Sie von unterschiedlichen Gesetzen betroffen sein, daher kann hier keine allgemeine und abschließende Aufzählung gegeben werden. Die wichtigsten Vorschriften, mit denen Sie aber konfrontiert werden könnten, finden sich in:

Zu den beiden Letzten könnte es noch eine Reihe landesrechtlicher Ergänzungen geben, von denen Sie betroffen sein werden. Falls Sie auch Abgase produzieren, könnte das Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) relevant werden.

PRAXISTIPP: Ausführliche Hinweise, Erklärungen und auch Leitfäden zum Download bietet das Umweltbundesamt zu diesem Thema auf seiner Webseite an.

ISO 50001 Zertifizierung

Für die Zertifizierung sind bestimmte Abläufe vorgegeben, die Sie nach der Einführung des Energiemanagementsystems durchlaufen müssen, um von einer Zertifizierungsstelle (meist TÜV) das Zertifikat zu erhalten.

1. Vor-Audit zur ersten Beurteilung Ihres Systems: Das Voraudit ist nicht verpflichtet, ist aber hilfreich bei der Ersteinführung, damit Sie erkennen können, wo Sie noch nachbessern sollten.

2. Audit Stufe 1: Im ersten Schritt informieren sich jetzt die Experten vor Ort über die von Ihnen eingeführten Prozesse und alle wichtigen Bedingungen sowie vorhandenen Dokumentationen. Daraus wird das eigentliche Audit vorbereitet.

3. Zertifizierungsaudit (oder Stufe 2): Jetzt prüfen die Experten vor Ort, ob Ihr Energiemanagementsystem in der Praxis funktioniert und auch tatsächlich der Norm entspricht.

4. Wenn die Experten die Unterlagen des Audits an die Zertifizierungsstelle weitergeleitet haben, werden sie auch eine Empfehlung dazu aussprechen (entweder sie empfehlen eine Zertifizierung oder eine Ablehnung).

Gültigkeit der Zertifizierung

Damit Sie das Zertifikat auch zu Recht behalten, steht jedes Jahr ein Überwachungsaudit an, welches überprüft ob auch wirklich laufend an der Optimierung gearbeitet wird. Weil das Zertifikat nur drei Jahre gilt, wird in diesem Zeitabstand jeweils ein neues Audit, ein sogenanntes Rezertifizierungsaudit notwendig.

Lesen Sie auch: Diese Pflichten der Energieeinsparverordnung müssen Sie als Gebäudebesitzer beachten.

 

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