Diese Pflichten der Energieeinsparverordnung müssen Sie als Gebäudebesitzer beachten

Diese Pflichten der Energieeinsparverordnung müssen Sie als Gebäudebesitzer beachten

Schon seit mehr als 15 Jahren gilt die Energieeinsparverordnung (EnEV). Doch noch immer ist die Unsicherheit bei Gebäudebesitzern, Bauherren oder Mietern groß. Denn vielen ist nicht klar, wann und in welchen Fällen die EnEV als eines der wichtigsten Instrumente der deutschen Energie- und Klimaschutzpolitik gilt und was genau beachtet werden muss.

Energieeffizienz und Klimaschutzpolitik haben mit der aktuellen Energieeinsparverordnung einen neuen Fokus

Energieeffizienz und Klimaschutzpolitik sind zentrale Themen der Bundesregierung. Mit dem neuen Klimaschutzgesetz verschärft die Regierung ihre Klimaschutzvorgaben und möchte bis 2045 Treibhausgasneutralität erreichen.

Der Stufenplan zur Klimaneutralität sieht folgendes vor:

  • Bis 2030 sollen 65 Prozent weniger CO2-Emissionen ausgestoßen werden. Bislang hatte man sich 55 Prozent zum Ziel gesetzt.
  • Bis 2040 möchte die Bundesregierung 88 Prozent weniger CO2-Emissionen erreichen.
  • Bis 2045 will Deutschland klimaneutral werden. Vorher wurde sich 2050 zum Ziel gesetzt.

Darüber hinaus sollen zulässige CO2-Emissionsmengen für einzelne Sektoren wie beispielsweise die Energiewirtschaft, den Verkehr oder den Gebäudebereich abgesenkt werden. Das Klimaschutzgesetz 2021 werde den Rahmen für die nächsten Jahre und Jahrzehnte setzen, heißt es in einer Verlautbarung der Bundesregierung.

    Gebäudeenergiegesetz löst Energieeinsparverordnung (EnEV) ab

    Im Rahmen der Klimaschutzpolitik und des Ziels der Klimaneutralität spielt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) (ehemals Energieeinsparverordnung) eine wichtige Rolle. Seit dem 1. November 2020 gilt es und löst seitdem die bis dato gültige Energieeinsparverordnung 2016 (EnEV 2016), das Energieeinsparungsgesetz (EnEG) sowie das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) ab. Das GEG gilt außerdem als eines der wichtigsten Instrumente der aktuellen Klimaschutzpolitik des Bundes.

    Was sind Zweck und Ziel des Gesetzes?

    Der Zweck des Gesetzes ist, den Einsatz von Energien in Gebäuden möglichst sparsam zu halten. Gleichzeitig sollen verstärkt erneuerbare Energien zur Erzeugung von Wärme, Kälte und Strom für den Gebäudebetrieb genutzt werden.

    Durch die Schonung fossiler Ressourcen sowie der Minderung der Abhängigkeit von Energieimporten, soll das GEG analog zur Energieeinsparverordnung (EnEV) einen großen Teil dazu beitragen, die energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung zu erreichen. Darüber hinaus möchte der Gesetzgeber mit dem GEG mehr Nachhaltigkeit bei der Energieversorgung erreichen.

    Zudem hat das GEG das Ziel, den Primärenergiebedarf des Gebäudes möglichst gering zu halten. Erneuerbare Energien sollen den restlichen Energiebedarf abdecken.

    Für wen das GEG gilt

    Private Bauherren und Gesellschaften, wie zum Beispiel Wohnungsbaugesellschaften, müssen sich an das GEG halten. Wenn Privatpersonen eine aufwendige Sanierung oder Renovierung ihres Eigenheimes planen, müssen sie das GEG berücksichtigen. Durch Sanierungen und Renovierungen soll sich die Energieeffizienz des Gebäudes verbessern. Sie darf sich gemäß GEG keinesfalls verschlechtern.

    Das Gesetz gilt sowohl für Neubauten als auch für Bestandsgebäude. Darüber hinaus wird das Gesetz bei öffentlichen Gebäuden angewandt.

    Anwendungsbereich des GEG

    Der Anwendungsbereich des GEG erstreckt sich wie auch die Energieeinsparverordnung (EnEV) auf alle Gebäude, die mit Hilfe von Energie beheizt oder gekühlt werden. Darüber hinaus gilt es für Anlagen und Einrichtungen der Heizungs-, Kühl-, Raumluft- und Beleuchtungstechnik. Gemäß Gesetzestext gilt der Anwendungsbereich des GEG auch für Anlagen für die Warmwasserversorgung.

    Vom Gebäudeenergiegesetz sind unter anderem ausgenommen:

    • Gebäude, die zur Haltung und Aufzucht von Tieren verwendet werden.
    • Betriebsgebäude, die großflächig sind und offengehalten werden müssen.
    • Unterirdische Bauten
    • Wohngebäude mit einer Nutzungsdauer von unter vier Monaten im Jahr
    • Wohngebäude mit einer jährlich begrenzten Nutzungsdauer und mit einem jährlich zu erwartenden Energieverbrauch von weniger als 25 Prozent.

    Laut § 3 Abs. 1 Art. 33 GEG wird unter einem „Wohngebäude“ ein Gebäude verstanden, das nach seiner Zweckbestimmung überwiegend dem Wohnen dient. Zu Wohngebäuden zählen außerdem Wohn-, Alten- und Pflegeheime und ähnliche Einrichtungen.

    Darüber hinaus regelt § 2 Abs. 2 GEG alle Ausnahmen vom Gesetz. Neben Wohngebäuden wird das Gebäudeenergiegesetz beispielsweise nicht auf Gebäude angewandt, die Gottesdiensten und weiteren religiösen Zwecken gewidmet sind. Auch auf Traglufthallen sowie auf Zelte wird das GEG nicht angewandt.

    Anforderungen an Neubauten

    • Jahresprimärenergiebedarf

    Laut §10 Abs. 1 GEG müssen Neubauten als Niedrigstenergiegebäude konzipiert und errichtet werden. Der Energiebedarf in den Neubauten darf pro Jahr nicht mehr als 45 bis 60 kWh/m2 betragen.

    Im Vergleich zur Energieeinsparverordnung hat sich in diesem Punkt nichts verändert. Der Jahresprimärenergiebedarf darf nicht überschritten werden – im Vergleich zu einem Referenzgebäude. Um die rechtlichen Anforderungen zu erfüllen, müssen Bauherren zusätzlich einen definierten Grenzwert für den Wärmeverlust des Gebäudes einhalten. Der Wärmeverlust bezieht sich auf die Gebäudenutzfläche.

    Das Referenzgebäude ist ein „virtuelles Hilfsgebäude“. Es hat die gleiche Geometrie sowie die gleich große Gebäudenutzfläche wie das „echte“ Gebäude. Die Gebäudehülle des Referenzgebäudes ist standardmäßig ausgestattet, so wie es das GEG für Wohngebäude (Anlage 1) und Nichtwohngebäude (Anlage 2) vorschreibt. Zur Gebäudehülle zählen die Außenwände, Fenster, Türen, Decken und das Dach.

    Hinweis: Für Bauvorhaben, bei denen der Bauantrag bzw. der Antrag auf Zustimmung bis zum 31.10.2020 gestellt wurde, gilt die letzte Fassung der Energieeinsparverordnung. Bei Bauvorhaben mit Bauantragstellung nach dem 01.11.2020 gilt das GEG. Ein Sonderfall sind Sanierungen von Bestandsimmobilien. Hier gilt der Zeitpunkt des Beginns der Bauausführung. Wurde mit der Sanierung vor dem 01.11.2020 begonnen, gilt die EnEV. Alle Sanierungsvorhaben, die danach begonnen haben, müssen das Gebäudeenergiegesetz berücksichtigen.
    • Wärmeschutz
      Über die Gebäudehülle geht die meiste Wärme verloren. Gemäß GEG darf der Wärmeverlust nicht größer sein als der angegebene Wert des Referenzgebäudes.
    • Wärmebrücken
      In der Gebäudehülle gibt es Anschlüsse, wie beispielsweise Wandanschlüsse. Die Wärmeverluste über diese Anschlüsse müssen bei Neubauten so gering wie möglich gehalten werden. Die Verluste müssen allerdings wirtschaftlich vertretbar sein. Die Wärmebrücken bzw. -verluste werden in der Energiebilanz des Hauses berücksichtigt.
    • Dichtheit
      Eine weitere Anforderung an Neubauten: Die Gebäudehülle muss auf Dauer luftundurchlässig sein. Darüber hinaus muss die Dichtung ausreichend sein und einen Mindestluftwechsel für die Heizung sowie für den Nutzer erlauben.
    • Hitzeschutz
      Neubauten müssen Anforderungen an den Hitzeschutz gewährleisten. In den Sommermonaten darf es im Inneren des Gebäudes nicht zu heiß werden.

    Bei Neubauten spielt der verwendete Energieträger und dessen Auswirkungen auf die Umwelt ebenfalls eine große Rolle. Wird beispielsweise die Nutzung regenerativer bzw. erneuerbarer Energien bevorzugt, wirkt sich dies positiv auf die Energiebilanz des Hauses aus. Bauherren, die Sonnenkollektoren zur Wärmeerzeugung nutzen, legen eine bessere Energiebilanz vor als diejenigen, die Öl, Gas oder Strom nutzen.

    Dabei werden zusätzlich zur Raumheizung und -kühlung auch die Warmwasserbereitung, Lüftungsanlagen oder die für den Anlagenbetrieb benötigten Pumpen, Brenner und Regler berücksichtigt. Doch auch die Wärmeverluste durch die Gebäudehülle in Folge von Wärmebrücken oder mangelnder Luftdichtheit werden geregelt.

    Wie bei der EnEV, betrachtet das GEG die Heizungstechnik und den Wärmeschutz nicht mehr getrennt voneinander. Das Gegenteil ist der Fall: Der Energiefaktor Anlagentechnik sowie der Faktor baulicher Rahmen können in einem begrenzten Rahmen sinnvoll miteinander verrechnet werden, indem zum Beispiel eine schlechte Wärmedämmung mit einer effizienten Heizungsanlage ausgeglichen wird.

    Anforderungen an Bestandsgebäude

    Der Anteil an Bestandsgebäuden ist in der Bundesrepublik höher als der Anteil der Neubauten. Für Bestandsgebäude bestehen einige Austausch- und Nachrüstpflichten, die Hauseigentümer bis zu einem bestimmten Termin erfüllen müssen.

    Hinweis: Ausgenommen von diesen Austausch- und Nachrüstpflichten sind Eigentümer von Ein- und Mehrfamilienhäusern, die seit Februar 2002 selbst im Gebäude wohnen. Käufer von Ein- und Mehrfamilienhäusern müssen diese Pflichten allerdings innerhalb von zwei Jahren erfüllen.

    Folgende Austausch- und Nachrüstpflichten kommen auf Eigentümer von Bestandsgebäuden zu:

    • Öl- und Gas-Standardheizkessel, die älter als 30 Jahre sind, müssen gegen moderne Anlagen ausgetauscht werden, es sei denn, es handelt sich um Brennwert- oder Niedertemperaturanlagen mit einem besonders hohen Wirkungsgrad. Der Schornsteinfeger kann hierzu kompetent Auskunft geben.
    Hinweis: Mit Öl und Kohle betriebene Heizkessel dürfen ab 2026 nicht mehr eingebaut werden, sofern eine umweltfreundlichere Wärmeerzeugung möglich ist. Es ist allerdings auch nach 2026 noch möglich, mit Öl zu heizen, wenn in der Nähe des Gebäudes keine Gas- und Fernwärmeleitung vorhanden ist. Die Möglichkeit, mit Öl zu heizen besteht auch dann, wenn die Deckung des Wärmebedarfs durch erneuerbare Energien nicht möglich ist. Auch bei der Verwendung eines effizienten Heizkessels in Kombination mit erneuerbaren Energien, kann nach 2026 mit Öl geheizt werden. Das Ölheizungsverbot gilt zudem ausschließlich für den Neueinbau. Für den Austausch der Ölheizung können Eigentümer eine Austauschprämie beim BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) beantragen. Der Antrag auf die Förderung muss allerdings vor Beginn der Maßnahme gestellt werden. Außerdem ist Bedingung, dass die Ölheizung von einem Fachunternehmen gegen eine neue Heizungsanlage getauscht wird.
    • Heizungs- und Warmwasserrohre müssen in allen unbeheizten Räumen mit einer Dämmung versehen werden.
    • Die oberste Geschossdecken zu unbeheizten Dachräumen müssen über einen Mindestwärmeschutz verfügen und hierfür eventuell nachträglich gedämmt werden. Alternativ dazu kann auch das darüber liegende Dach mit einer entsprechenden Dämmung versehen werden
      In Häusern, in denen Holzbalkendecken vorhanden sind, genügt es, die Hohlräume mit Dämmstoff zu füllen. Die Dämmpflicht besteht für alle obersten Geschossdecken. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie begehbar sind oder nicht.
      Obwohl die Dämmpflicht nicht für Eigentümer besteht, die seit 2002 in dem Gebäude wohnen und damit die Anforderungen der damals gültigen EnEV erfüllen, ist es ratsam, die Verbesserungsmaßnahmen zu erfüllen. Auf die Energiebilanz des Gebäudes wirkt es sich positiv aus.
    • Bei energetischen Bewertungen eines Bestandsgebäudes spielt die Umfassungsfläche des Wohngebäudes sowie des Nichtwohngebäudes eine entscheidende Rolle.
      Gemäß § 50 GEG gelten die Anforderungen laut § 48 GEG als dann erfüllt, wenn das geänderte Wohngebäude insgesamt den Höchstwert des Wärmeverlusts nicht mehr als 40 Prozent überschreitet. Dieser Höchstwert bezieht sich auf die Umfassungsfläche des Wohngebäudes.

    Anforderungen bei geplanten Änderungen an Außenbauteilen

    Der wohl häufigste Grund für den Geltungsbereich des Gebäudeenergiegesetz sind Sanierungsvorhaben oder wenn Bauteile des Gebäudes verändert oder modernisiert werden sollen.

    Das GEG gilt zum Beispiel dann, wenn die Fassade neu verputzt werden soll oder Fenster getauscht werden. Bei einem reinen Neuanstrich greift das Gesetz nicht.  Allerdings kann es selbst dann sinnvoll sein, gleich eine Fassadendämmung vorzunehmen. Denn wenn für die Malerarbeiten ohnehin ein Gerüst aufgestellt wird, reduzieren sich die Zusatzkosten für die Dämmung um diesen Betrag, was die Amortisationszeit verkürzt.

    Die Anforderungen durch das GEG bei einer Sanierung unterscheiden sich je nach Umfang der geplanten Arbeiten am Gebäude:

    • Für umfassende Modernisierungen muss wie bei der Planung eines Neubaus eine energetische Gesamtbilanzierung durchgeführt werden. Der Grenzwert für den Primärenergiebedarf des sanierten Gebäudes liegt dann allerdings bis zu 85 Prozent über dem eines entsprechenden Neubaus.
    • Bei einzelnen Sanierungen wie beispielsweise einer Fassadendämmung oder einem Austausch der Fenster, müssen für das geplante Projekt lediglich die Anforderungswerte an den Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) des Bauteils berücksichtigt werden.

    Auch hier gilt die Empfehlung, bessere Baustoffe mit höheren Dämmwerten ins Auge zu fassen und nicht nur die Mindeststandards zu erfüllen. In vielen Fällen werden die Mehrkosten schnell durch den geringeren Energiebedarf ausgeglichen.

    Bei der Außenwand muss zum Beispiel ein Wärmedurchgangskoeffizient von 0,24 eingehalten werden. Die Dämmung muss eine Dicke von 12 bis 16 Zentimetern haben.

    Wenn im Rahmen von Sanierungen und Modernisierungen alte Fenster gegen neue Modelle getauscht werden, liegt der geforderte Wärmedurchgangskoeffizient bei 1,30. Neue Fenster sind in der Regel mit einer Mehrfachverglasung ausgestattet.

    Hinweis: Bei Fenstern wird der Wärmedurchgangskoeffizient als UW- Wert bezeichnet.

    Dachflächenfenster haben einen U-Wert von 1,40. Auch diese Modelle bestehen aus einer Mehrfachverglasung, die einen Wärme- und Schallschutz bietet.

    Für Decken, die den unbeheizten Keller von der restlichen Gebäudenutzfläche abtrennen, liegen die Anforderungen des U-Wertes bei 0,50. Die Dämmung sollte eine Dicke von 4 bis 5 Zentimeter betragen. Decken, die an die Außenluft grenzen, müssen dagegen eine U-Wert von 0,24 aufweisen. Hier sollte die Dämmung 14 bis 18 Zentimeter betragen.

    Weitere Pflichten des GEG

    • Energieausweis erforderlich
      Alle beheizten oder gekühlten Gebäude benötigen zwingend einen Energieausweis, sobald sie vermietet oder verkauft werden. Sinn des Energieausweises ist es, den zukünftigen Mieter oder Eigentümer transparent über den Energieverbrauch des Gebäudes zu informieren. Gleichzeitig soll er somit die künftigen Energiekosten abschätzen können.
      Ein aktuell erstellter Energieausweis definiert für das Gebäude eine Effizienzklasse, wie sie bei den Elektrogeräten der Fall ist. wie wir sie von den Elektrogeräten her kennen. Die Skala reicht von A+ (sehr energiesparend) bis H (nicht energiesparend).
      Welche Effizienzklasse das Gebäude hat, hängt vom individuellen Energieendbedarf ab. Die jeweilige Effizienzklasse informiert den Mieter oder den Käufer des Gebäudes über den energetischen Zustand des Gebäudes. Je schlechter dieser ist, desto höher sind die Heizkosten und CO2-Emissione
    • Regelmäßige Prüfung der Lüftungs- und Klimaanlagen
      Für die verpflichtende Inspektion von Klima- und Lüftungsanlagen müssen Eigentümer fachkundige Personen beauftragen, die ihnen eine Bescheinigung mit den Ergebnissen der Überprüfung ausstellen. Diese Bescheinigung müssen sie wiederum den zuständigen Behörden auf Verlangen vorzeigen. §74 bis §78 GEG schreibt die Inspektionspflicht für die Klima- und Lüftungsanlagen vor.
    • Die Einhaltung der EnEV-Anforderungen muss durch eine Sachverständigen-Bescheinigung bestätigt werden.
      Bauherren, die im Rahmen von Sanierungen und Modernisierungen Änderungen am Gebäude durchführen lassen und für die die Anforderungen des GEG gelten, müssen die Einhaltung dieser Anforderungen von einem Sachverständigen für Wärmeschutz bestätigen lassen. Oft genügt allerdings auch eine Bestätigung durch das ausführende Fachunternehmen (Unternehmererklärung), falls das Vorhaben keiner Genehmigungspflicht unterliegt.
      Diese Bescheinigung können Sie von der Behörde anfordern und ist hierfür mindestens zehn Jahre lang aufzubewahren.
    • Der Schornsteinfeger überprüft die Anlagen
      Die Bezirksschornsteinfeger überprüfen die Heizungsanlage im Rahmen der Feuerstättenschau. Bei dieser Inspektion stellen sie fest, ob alte Heizkessel ausgetauscht und die Rohrleitungen gedämmt wurden und ob die Anforderungen des GEG eingehalten wurden.
      Bei Verstößen erhält der Gebäudeeigentümer eine angemessene Frist, um den Auflagen nachzukommen. Erst wenn die Frist abgelaufen ist und die Eigentümer nicht entsprechend reagiert haben, muss der Schornsteinfeger die zuständige Behörde informieren.

    Bußgelder bei Verstößen gegen das Gebäudeenergiegesetz

    Bei Verstößen gegen das Gebäudeenergiegesetz – dem Nachfolger der Energieeinsparverordnung EnEV – müssen Bauherren mit zum Teil hohen Bußgeldern rechnen.

    Geldbuße bis zu 50.000 Euro

    In Bezug auf einen Neubau: Hier droht Bauherren eine Geldbuße, wenn das Wohngebäude oder Nichtwohngebäude mit Blick auf den erlaubten Gesamtenergiebedarf oder Wärmeschutz nicht korrekt errichtet wird.

    • Das Bußgeld fällt dann an, wenn die Geschossdecke und das darüber liegende Dach nicht richtig gedämmt sind.
    • Wenn bei energetischen Sanierungen von Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden bauliche und anlagetechnische Maßnahmen nicht wie vom GEG gefordert durchgeführt werden.
    • Wenn ab dem 1. Januar 2026 ein Heizkessel eingebaut wird, der mit Heizöl oder mit Kohle betrieben wird, obwohl das Gebäude nicht für diese Ausnahmen konzipiert ist.
    Hinweis: Es gibt online zahlreiche Praxishilfen von Bund und Ländern, die Bauherren alle Verstöße gegen das GEG aufzeigen, bei denen 50.000 Euro Bußgeld fällig werden. Darüber hinaus liefern die Praxishilfen wichtige Informationen zum GEG sowie zum Energieausweis.

    Geldbuße bis zu 10.000 Euro

    Unter anderem wird für die Nicht-Übergabe oder den unvollständigen Energieausweis eine Geldbuße von bis zu 10.000 Euro fällig. Die gleiche Geldbuße wird in Bezug auf die Inspektion der Klimaanlage fällig – zum Beispiel, wenn die Klimaanlage nicht fachkundig inspiziert wird.

    Hinweis: Auch hier zählen die Praxishilfen die einzelnen Verstöße gegen das GEG auf.

    Geldbuße bis zu 5.000 Euro

    Das Bußgeld in dieser Höhe wird zum Beispiel dann fällig, wenn die Unternehmererklärung nicht richtig oder gar nicht übergeben wird. In der Erklärung steht, welche Änderungen an den Gebäuden vorgenommen werden, wie beispielsweise an der Gebäudehülle oder die Dämmung an der obersten Geschossdecke.

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    Autor: Christian Schweizer