• 0228 / 95 50 160
Marken der Safety Xperts Familie

Abfallentsorgung im Gewerbe: Was Unternehmer beim Müll wissen müssen

© sdecoret – Shutterstock
Abfall, Mülltrennung, Abfallentsorgung

Abfall kann sich innerhalb kurzer Zeit geradezu in Mengen anhäufen - und meistens will man sich schnell von ihm trennen. Ein vernünftiger und schonender Umgang mit Ressourcen sowie der Schutz der Umwelt und Natur haben beim Umgang mit und der Beseitigung von Abfall in Deutschland bei einem Großteil der Menschen allerdings oberste Priorität. Zeichen gegen die Vermüllung: Reinigungsaktionen an Schulen sowie Aktionstage zum Thema Abfall sind in Dörfern oder Städten mittlerweile gang und gäbe. Klimaschutz ist lange schon ein Schulthema – nicht erst seit der Fridays for Future-Bewegung. Allerorts ist das Umweltbewusstsein gestiegen, immer mehr Mitmenschen legen Wert auf Müllvermeidung und Nachhaltigkeit.

Abfall kann sich innerhalb kurzer Zeit geradezu in Mengen anhäufen – und meistens will man sich schnell von ihm trennen. Ein vernünftiger und schonender Umgang mit Ressourcen sowie der Schutz der Umwelt und Natur haben beim Umgang mit Abfall und der Abfallentsorgung in Deutschland bei einem Großteil der Menschen allerdings oberste Priorität. Zeichen gegen die Vermüllung: Reinigungsaktionen an Schulen sowie Aktionstage zum Thema Abfall sind in Dörfern oder Städten mittlerweile gang und gäbe. Klimaschutz ist lange schon ein Schulthema – nicht erst seit der Fridays for Future-Bewegung. Allerorts ist das Umweltbewusstsein gestiegen, immer mehr Mitmenschen legen Wert auf Müllvermeidung und Nachhaltigkeit.

Abfall trennen ist Pflicht, privat wie auch beruflich

Bevor die Müllabfuhr kommt, ist die Trennung von Abfall Pflicht. Das betrifft natürlich nicht nur Privathaushalte, sondern auch Unternehmen. Gerade in Betrieben kommen oft die unterschiedlichsten Müllarten in großen Mengen zusammen. Unternehmer müssen sich bei der Abfallbeseitigung genau an die Rechtsordnung halten. Denn jede Abfallfallart ist entsprechend den Bestimmungen zu entsorgen. Fachgerechte Müllentsorgung ist deshalb nicht nur Bestandteil einer verantwortungsbewussten Firmenführung. Sie wirkt sich außerdem positiv auf die Umwelt aus und spiegelt sich sogar in der Firmenbilanz wider: Entsorgung kostet Geld.

Die Wiederverwertung von Stoffen zahlt sich also aus. Aber nicht nur das: Oft drohen hohe Bußgelder bei der Nichtbeachtung von Regeln und Gesetzen. Zum Beispiel beim neuen Verpackungsgesetz, das Anfang 2019 neu geregelt und verschärft wurde. Betroffen sind hier unter anderem Gewerbetreibende, die bei der Herstellung und dem Vertrieb von Waren nun deutlich mehr Pflichten beachten müssen. Verstöße gegen das Gesetz ahndet man mit bis zu 200.000 Euro. Im Rahmen der Neuregelung der DSGVO müssen Unternehmen aber auch besondere Vorsicht bei der Entsorgung von Daten walten lassen. Andernfalls drohen auch hier hohe Bußgelder.

Wissen ist gefragt

Generell sind Firmen rechtlich dazu verpflichtet, nach den Grundlagen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes und der sogenannten Abfallhierarchie zu arbeiten: Hier steht die Müllvermeidung an oberster Stelle. Um die Richtlinien rechtssicher zu befolgen, ist eine ganze Menge Wissen über Abfall, Abfallströme und Entsorgungsmöglichkeiten notwendig:

  • Was zum Beispiel ist Abfall?
  • Was ist Wertstoff?
  • Wie unterscheide ich die unterschiedlichen Arten von Müll in meinem Unternehmen?
  • Von welchen Abfällen geht eine Gefährdung aus?
  • Was ist das vielbeschworene Entledigungsgebot?
  • Und warum wird Styropor auf einmal als unbedenklicher Abfall eingestuft?

Diese und viele andere Fragen sind in Unternehmen wichtig, um beim Thema Entsorgung auf der sicheren Seite zu sein. Darüber hinaus ist die Kenntnis der Abfallhierarchie von großer Bedeutung.

Mittlerweile regeln auch strenge Verordnungen den Umgang mit persönlichen Daten. Unternehmen sind deshalb dazu gezwungen, diese besser zu schützen. Bei der Beseitigung muss der Unternehmer entlang des Entsorgungswegs, also vom Büro bis zur Müllhalde, verantwortlich mit entsprechendem Abfall verfahren. Akten- und Datenvernichtung ist für Gewerbetreibende im Zusammenhang mit der neuen Datenschutzgesetzverordnung demnach zu einem großen Thema geworden.

Abfall muss in jedem Unternehmen ein Thema sein

Die Abfallhierarchie beinhaltet fünf Stufen und stellt eine Grundpflicht dar, wie man mit Abfall und deren Entsorgung verfahren muss. Angefangen bei der Müllvermeidung über die Möglichkeiten zur Wiederverwertung (Recycling) bis hin zur Beseitigung. Viele Firmen beschäftigen eigens für das Thema Müll einen Abfallbeauftragten im Unternehmen. Das ist in vielen Fällen, wie zum Beispiel bei der Arbeit mit gefährlichen Stoffen, Pflicht. Ein Abfallbeauftragter eines Betriebes ist Experte im Abfallrecht und versteht die Sprache des für die Gesetze und Regeln verantwortliche Umweltbundesamt und anderer beteiligter Behörden. Unter anderem berät er Unternehmer, überwacht die Abfallwege und die Einhaltung rechtlicher Vorgaben und informiert Mitarbeiter rund um das Thema Abfallbeseitigung im Betrieb.

Problematischer Abfall erfordert genaue Kenntnisse bei der Abfallentsorgung

Abfälle gibt es jede Menge – das Abfallaufkommen ist eine Mischung unterschiedlichster Arten mehr oder weniger problematischer Substanzen und Materialien. Viele sind abbaubar – viele jedoch nicht. Viele machen Probleme, weil sie die Umwelt und den Menschen gefährden. Restmüll, Kunststoffe, Glas und Metalle, Sperrmüll – für alle gibt es genau festgelegte Entsorgungsmöglichkeiten oder Methoden für eine sinnvolle Verwertung. Doch es gibt auch unzählige sensible Abfälle oder Materialien, die knapp werden, und deren ordnungsgemäße Beseitigung deshalb entsprechende Kenntnisse erfordert.

Abfallentsorgung – Problem Altöl

Die Beseitigung ist an erhebliche Auflagen gebunden. Schließlich können Altöl-Ablagerungen im Boden kann das Erdreich erheblich kontaminieren. Welcher Gewerbetreibende weiß schon, dass er in diesem Fall vor der Entsorgung eine Rückstellprobe entnehmen und aufbewahren muss? Grundsätzlich besteht hier wie bei anderen Müllarten auch die Pflicht, verschiedene Altöl-Arten getrennt zu sammeln. Jeder Betrieb, in dem Altöl anfällt, muss vorher genau Kenntnis darüber erwerben, wie man mit dem für die Umwelt sensiblen Abfallprodukt umzugehen hat. Grundlage dafür ist die Altölverordnung. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um kleine Mengen handelt oder um größere, wie sie etwa in KfZ-Betrieben anfallen. Die nicht fachgerechte Beseitigung ist ein klarer Verstoß gegen das Recht.

Auch hier gilt: Die Aufbereitung und Wiederverwertung hat absolute Priorität. Allerdings gibt es Altöle, die man definitiv nicht recyceln kann. Zum Beispiel solche, denen Schadstoffe beigemischt sind. Sie gelten als Sondermüll, der wiederum nach entsprechenden Richtlinien zu entsorgen ist.

Abfallentsorgung – Problem Bauschutt

Weil Baurohstoffe wie Kies und Sand knapp werden, hat der Gesetzgeber im sogenannten Bauschuttrecycling Richtlinien gesetzt. Die Anforderungen für eine rechtskonforme Entsorgung sind deshalb hoch – auch, weil hier teilweise problematische Materialien, insbesondere bei Sanierungs- und Abbrucharbeiten entsprechend beseitigt werden müssen. Wer konsequent trennt, kann an der vielfach kostenintensiven Entsorgung sparen. Die reine Bauschuttentsorgung ist erheblich günstiger als die von kontaminierten Abfällen. Deshalb ist es wichtig, die Abfälle definieren und entsprechend zuordnen zu können. Die abfallrechtlichen Bestimmungen schreiben außerdem die Pflicht zur Sortierung vor, damit eine möglichst hohe Wiederverwertungsquote erreicht wird. Für die Definition der Abfälle gibt es eine Handvoll Kategorien, die Bauherrn kennen sollten.

Problem Elektrokleingeräte und Altbatterien bei der Abfallentsorgung

Verschiedene Materialien in den Geräten belasten nicht nur die Umwelt, sondern können auch recycelt werden. Um sicherzustellen, dass ausgediente Elektrogeräte in den Wertstoffkreislauf gelangen, müssen Händler und Hersteller in Zusammenhang mit der jüngsten Novellierung des Elektronikgeräte- und Elektrogesetzes (ElektroGimmer mehr Altgeräte bei der Stiftung ear (Elektroaltgeräte Register) registrieren. Betroffen sind auch Geltungsbereiche wie Bekleidung mit elektrischen Funktionen. Alte Batterien sind fachgerecht zu entsorgen, da sie eine Gefährdung für die Umwelt darstellen. Das ist gar nicht so einfach, weil sich die mobilen Stromversorger in ihrem Aufbau und deshalb auch in ihrer Zusammensetzung unterscheiden.

Problem Abwasser gehört ebenfalls zur Abfallentsorgung

Abwasser gehört ebenfalls zu den sensiblen Abfall-Arten, vor allem, wenn ihm Schadstoffe beigemengt sind. Die Industrie weist den größten Wasserverbrauch in Deutschland auf. Meistens wird Wasser hier für Prozessbäder, zu Kühlungszwecken oder zu Reinigungs- und Spülprozessen genutzt. Entsprechend streng sind die gesetzlichen Regelungen. Wichtig ist also, schadstoffhaltiges Abwasser zu vermeiden oder zu reduzieren und schlussendlich der richtige Umgang mit Abwasser. Dazu können entsprechende Maßnahmen getroffen werden. In diesem Zusammenhang ist auch wichtig, dass Anlagenbetreiber ihre Geräte und Maschinen derart betreiben, dass durch sie keine Verunreinigungen entstehen, wenn wassergefährdende Stoffe und Gemische eingesetzt werden. Stoffe und Gemische können bedenklich sein, wenn sie die chemischen, biologischen und physikalischen Eigenschaften von Wasser verändern. Zur Einordnung des möglichen Gefährdungspotenzials unterscheidet man verschiedene Wassergefährdungsklassen.

Müll als Wirtschaftsgut: Sortieren spart Geld

Mit den genannten Richtlinien, Gesetzen und Maßnahmen wird nicht nur dem Gesetz Rechnung getragen: Die sortenreine Beseitigung von Ölen und Fetten zu Wiederaufbereitungszwecken beispielsweise ist günstiger als Sonderabfall, einige Alt-Metalle werden von Fachbetrieben angekauft und Speisereste aus der Gastronomie werden zum Rohstoff für Biogas. Sortieren spart also Geld, denn Müll ist auch ein Wirtschaftsgut. Das gilt nicht nur für Altöl, sondern für viele andere Rohstoffe auch (zum Beispiel für Papier, Glas und Metall). Für Betriebe ist das ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor, für die Politik eine Maßnahme, die Recyclingquote erhöhen zu können. Deshalb wurde unter anderem die Gewerbeabfallverordnung novelliert.

Für Gewerbetreibende bringt dies große Veränderungen. Unter anderem ist es Pflicht, ein sogenanntes Abfallverzeichnis zu führen, dessen Kriterien von der Europäischen Union vorgegeben worden sind. Ein durchdachtes Konzept ist für Unternehmer zur Müllentsorgung also zwingend notwendig. Ein sechsstelliger Schlüssel gibt Auskunft darüber, welche Abfallarten in welchen Mengen in der Firma zu entsorgen sind.

Richtige Abfallentsorgung gelingt nur gemeinsam mit den Mitarbeitern

Gewerbetreibende müssen dabei auch berücksichtigen, ob von dem entstandenen Müll Gefahren ausgehen. Das ist oft nicht einfach, dennoch muss der richtige Abfallschlüssel bestimmt und dokumentiert werden. Insgesamt gibt es 839 Abfallarten im Europäischen Abfallverzeichnis, die in 20 Kapitel aufgeteilt sind. Generell gilt jedoch, dass das Abfallmanagement in Betrieben nur gemeinsam mit den Mitarbeitern funktionieren kann. Es stellt Besitzer von Firmen jedoch immer wieder vor Herausforderungen, die Beschäftigten mit dem nötigen Wissen über Abfallentsorgung auszustatten sowie ein Bewusstsein für die Problematik im Betrieb zu etablieren. Mitarbeiter müssen motiviert sein und gleichzeitig mit den jeweils aktuellen Situationen zur Trennung, Vermeidung und zum Umgang mit Müll ausführlich geschult werden.

Doch nicht jeder Betrieb kann es sich leisten, ein aufwändiges Umweltmanagement einzuführen. In diesem Zusammenhang kann „Ecomapping“ eine Alternative sein. Darunter ist ein Konzept zu verstehen, das gerade für kleinere und mittlere Betriebe interessant sein könnte. Zusammengefasst soll diese Methode helfen, den betrieblichen Umweltschutz zu fördern, und das ohne großen finanziellen Aufwand. Dabei werden alle Tätigkeiten in einem Unternehmen, die sich auf die Umwelt und die Natur auswirken können, durch ein Kartensystem erfasst. Daraus lassen sich wiederum Maßnahmen ableiten.

Autor: Redaktion Safety Xperts

Sie haben Fragen? Rufen Sie uns an.
0228 / 95 50 160

* Selbstverständlich können Sie die Broschüren auch unabhängig von einer Newsletter-Anmeldung anfordern. Schreiben Sie uns dazu bitte eine kurze E-Mail mit Link zu dieser Seite.