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Diese Daten gehören in Ihr Abfallverzeichnis

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Abfallverzeichnis

Abfallkataster oder auch Abfallverzeichnis genannt, sind nicht nur rechtliche Pflicht für verschiedene Behörden oder Betreiber diverser Abfallentsorgungsanlagen. Sie sind vor allem eine unschätzbare Hilfe zur Dokumentation der Abfallströme in Ihrem Betrieb. Der Nutzen eines Abfallkatasters ist dabei deutlich höher einzuschätzen als der Aufwand, den Sie betreiben müssen, um das Kataster zu führen.

Das Abfallverzeichnis dient dazu, die anfallenden Abfälle zu identifizieren, zu klassifizieren und vor allem zu quantifizieren. Wenn Sie es auf geeignete Art und Weise aufbauen, stellt es zudem einen wesentlichen Teil der Planungsbasis für den weiteren Entsorgungsablauf dar. Außerdem kann das Kataster zusätzliche Hinweise für die Handhabung der Stoffe geben, z. B. hinsichtlich des Gefährlichkeitsgrades und der damit verbundenen Gefährdungsbeurteilungen.

Diese Informationen finden Sie im Abfallverzeichnis

Wenn Sie alles eingestellt haben und Ihr Kataster auch regelmäßig pflegen, können Sie dem Abfallverzeichnis viele Informationen entnehmen, die Sie bei Entsorgungsfragen im Arbeitsalltag benötigen. Voraussetzung dafür ist, dass das Abfallkataster alle Daten beinhaltet, die im internen Abfallfluss und beim weiteren Entsorgungsweg anfallen.

Bereich | Beispiel: Produktionshalle
Anlage | Beispiel: Drehbank
Abfallart, interne Bezeichnung | Beispiel Eisenspäne
GGVSEB-Klasse (Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt) | Beispiel: 8 (Schwefelsäure)
AVV-Abfallschlüssel und -bezeichnung | Beispiel: 12 01 01 – Eisenfeilspäne und -Eisendrehspäne
Physikalische Eigenschaften | Beispiel: fest, flüssig
Gefahrstoffklasse | Beispiel: feste, entzündbare Stoffe
WGK-Klasse (Wassergefährdungsklasse) | Beispiel: WGK 2 (wassergefährdend)
Gefährlicher Abfall (ja/nein)
Menge pro Jahr, evtl. auch pro Monat, pro Produkt etc.
Sammelbehälter (alle: dezentral an der Anlage, im Bereich, zentral für den Standort)
Entsorger
Transporteur
Bemerkungen | Beispiel: „Erfassung der Gesamtmenge nur kumuliert am Zentralbehälter“

So bestimmen Sie den richtigen Abfallschlüssel

So erstellen Sie das Abfallverzeichnis

Gehen Sie zur Erstellung des Verzeichnisses am besten möglichst pragmatisch vor: Untersuchen Sie für jede Anlage im Betrieb, welche Abfälle dort anfallen, über welchen internen Abfallfluss diese transportiert werden und wie der weitere Entsorgungsweg organisiert ist. Fassen Sie mehrere artgleiche Anlagen nur dann zusammen, wenn diese Anlagen als Abfallquelle exakt die gleichen Eigenschaften vorweisen und die Notwendigkeit späterer Vergleiche zwischen den Anlagen ausgeschlossen werden kann.

Weisen Sie dann jeder an dieser Anlagen anfallenden Abfallart eine eigene Zeile in der Katastertabelle zu, in die sie dann regelmäßig die genauen Abfallmengen und Entsorgungspartner
ergänzen.

Die Datenaufnahme für das Abfallkataster wird bei der erstmaligen Erstellung in der Regel rein manuell erfolgen. Sie kann bei hoher Komplexität der Abfallflüsse im Betrieb zu einem späteren
Zeitpunkt aber auch teilautomatisiert oder automatisch mit EDV-Hilfe durchgeführt werden. Die Entscheidung für eine der Möglichkeiten beruht auf den zur Verfügung stehenden Hilfsmitteln, der Anzahl und Art der aufzunehmenden Daten sowie den Planungen zur weiteren Auswertung und/oder Verwendung der Daten. Optimierungsmöglichkeiten ergeben sich z. B. durch die Verwendung maschinenlesbarer Fragebögen oder mobiler Datenerfassungssysteme.

Aktualisierung des Abfallkatasters

Bei einem umfangreichen Abfallverzeichnis kann das Kataster jährlich neu erstellt werden, um die Übersichtlichkeit nicht zu gefährden. Ansonsten ist auch eine laufende Fortschreibung der Daten und Mengen über die Jahre hinweg möglich.

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Autor: Christian Schweizer & Stefan Küst

 

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