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Entsorgung bestimmter Bauabfälle

© Dmitry Kalinovsky – Shutterstock
Bauabfälle

Während eines Bauprozesses oder bei Sanierungs- und Abbrucharbeiten im Betrieb entsteht zwangsläufig eine Menge von teils gefährlichen Abfällen, die entsorgt bzw. verwertet werden müssen. Achten Sie bei der Entsorgung daher genauestens darauf, welche Bauabfälle verwertet werden können, denn die Entsorgung von reinem Bauschutt ist um ein Vielfaches günstiger als die Entsorgung von mit Störstoffanteilen verschmutzten Bauschuttabfällen.

Bauabfälle können leider nicht ohne Weiteres auf die nächste Müllhalde gebracht werden. Nach den einschlägigen abfallrechtlichen Bestimmungen ist die vorherige Sortierung der Bauabfälle sogar Pflicht, um eine möglichst hochwertige Verwertung zu gewährleisten.

Sortieren Sie Ihre Bauabfälle in folgende Baustoffe ein

  • Bauschutt sind feste, nicht brennbare Materialien, die überwiegend aus mineralischen Stoffen bestehen und die sich zur Verwertung eignen. Achten Sie darauf, dass der Bauschutt nicht mit Hausmüll oder durch umweltgefährdende Stoffe verunreinigt ist (z. B. Chemikalien, Farben, Öl, Batterien). Halten Sie außerdem den verwertbaren Bauschutt von Sanitärkeramik, Glasbausteinen, unbrauchbar gewordenem Gips, Putz oder Zement, Gips- oder Bimsstein und Porzellan frei. Beispiele für reinen Bauschutt sind: Mauerwerk, Steine, Betonbruchstücke, Mörtelreste, Tonrohre, Fliesen, Ziegel und Naturstein.
  • Unter Erdaushub versteht man natürliche Locker- und Festgesteine, die beim Tief- und Erdbau ausgehoben und abgetragen werden. Erdaushub muss bei für die Entsorgung zugelassenen Anlagen angeliefert werden.
  • Baustellenabfälle sind feste Abfälle, die im Hoch- und Tiefbau anfallen und nicht ohne weiteres trennbar und zur Verwertung geeignet sind. Man unterscheidet zwischen brennbaren und nicht brennbaren Baustellenabfällen. Brennbare Baustellenabfälle sind unter anderem Isoliermaterialien, Bodenbeläge, nicht teerhaltige Pappe, ausgehärteter Montageschaum. Sie werden in Müllheizkraftwerken energetisch verwertet. Nicht brennbare Baustellenabfälle werden meistens auf Deponien abgelagert. Bespiele hierfür sind Gipskartonplatten, Glas- und Steinwolle oder Glasbausteine.
  • Problemabfälle (Sonderabfälle) sind Abfälle, die giftige bzw. gesundheitsgefährdende Stoffe enthalten, und müssen daher getrennt von anderen Baustellenabfällen entsorgt werden. Dazu zählt auch Asbest.
  • Wertstoffe sind Materialien, die wieder in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden können. Sie werden nach Stoffgruppen getrennt erfasst. Hier einige beim Bau typischerweise anfallende Wertstoffgruppen: Holz, Kartonagen, Verpackungsfolien, Styropor (Verpackungen), Kabelreste, Metallschrott. Diese Stoffe sollten Sie getrennt von den anderen Stoffen einer Verwertung zuführen.
  • Künstliche Mineralfasern (KMF) werden im Baugewerbe beim Isolieren eingesetzt. Solche Glaswollmatten sind immer gesondert zu entsorgen. KMF-Produkte, die vor dem 1.6.2000 hergestellt wurden und nicht mit dem RAL-Gütesiegel gekennzeichnet sind, gelten als krebserregend und sind bereits an der Anfallstelle sofort in reißfesten, staubdichten Säcken zu verpacken.

7 Tipps, worauf Sie bei Abbruch-/Sanierungsarbeiten achten sollten:

  1. Prüfen Sie gemeinsam mit dem Bauamt Ihrer Stadt oder Gemeinde, ob für den geplanten Abbruch ein baurechtliches Verfahren erforderlich ist. Außerdem liegt bei teilweisem Abbruch bzw. teilweiser Beseitigung eine nach allgemeinen Regeln genehmigungspflichtige Änderung vor.
  2. Nehmen Sie möglichst schon vor Beginn der Abbrucharbeiten Kontakt zu einer geeigneten Bauschuttrecyclinganlage oder Bauschuttannahmestelle auf. Sollte zusätzlich Erdaushub anfallen, ist auch hier eine für die Entsorgung geeignete Anlage zu kontaktieren. Auch für sonstige Abfälle bzw. Wertstoffe sollten Sie sich Gedanken machen, wie und wo die einzelnen Abfallfraktionen entsorgt oder verwertet werden können. Sie können so Kosten sparen. Erstellen Sie hierzu, falls erforderlich, ein Recycling- und Entsorgungskonzept.
  3. Schaffen Sie bereits an der Baustelle Voraussetzungen, um die verschiedenen Abfälle sinnvoll voneinander zu trennen. Die Aufstellung von Containern ist empfehlenswert, falls genügend Stellfläche (bei öffentlichem Grund mit Sondernutzungserlaubnis) vorhanden ist.
  4. Bei Abbruch- und Sanierungsarbeiten von asbesthaltigen Produkten gelten besondere Vorschriften. Falls Asbest an Ihrer Baustelle anfällt, dürfen die Arbeiten nur von einer Firma durchgeführt werden, die über eine behördliche Zulassung verfügt.
  5. Trennen Sie vor dem Abbruch das Holz von Dachstuhl, Rollläden, Holzfenstern und -türen, hölzerne Zwischenböden und gemischte Baustellenabfälle vom reinen Bauschutt ab. Nach diesen Maßnahmen sollte nur noch eine Gebäudehülle übrig bleiben, die vorwiegend aus mineralischen, ungiftigen und nicht gesundheitsgefährdenden Stoffen besteht. Diese Gebäudehülle kann dann abgebrochen und der Entsorgungsfirma zugeführt werden.
  6. Reduzieren Sie bei Abbrucharbeiten die Staubentwicklung durch Maßnahmen nach dem Stand der Technik auf ein unvermeidbares Mindestmaß. Dies kann beispielsweise durch Befeuchtung des Abbruchbereiches bzw. staubender Materialien erreicht werden.
  7. Achten Sie ebenfalls darauf, den entstehenden Lärm auf ein akzeptables Mindestmaß zu beschränken.

Übrigens müssen Sie bei der Bauschutt-Entsorgung auf Abfalltrennung achten! Hier erfahren Sie mehr dazu.

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Autoren: Christian Schweizer & Stefan Küst

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