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Biozide in Unternehmen: Wie die unerwünschte Wirkung verhindert wird

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Biozide

Biozide sind weit verbreitet: Mittel zur Desinfektion, zur Bekämpfung von Schädlingen oder zum Holzschutz werden in vielen Unternehmen aller Branchen eingesetzt. Lesen Sie hier, welche Sicherheitsmaßnahmen Sie bei Beschaffung und Anwendung von Biozid-Produkten beachten müssen. Sie erhalten wichtige Hintergrundinfos und Verhaltensregeln sowie einen Überblick der aktuellen Änderungen durch die neue Biozid-Verordnung von September 2013.

 

INHALTSVERZEICHNIS
Darum finden Sie Biozide auch in Ihrem Unternehmen
So ist der Einsatz von Biozid-Produkten geregelt
Diese Pflichten und Beschränkungen gelten für Vertrieb und Abgabe
Diese Regelungen aus der neuen Biozid-Verordnung sollten Sie kennen
Diese Angaben sind für Werbung und Kennzeichnung vorgeschrieben
Wie Sie Biozide im Betrieb sicher einsetzen
Diese Wirkstoff-Infos finden Sie im Sicherheitsdatenblatt
Machen Sie Ihre Mitarbeiter mit diesen 7 Regeln zum Biozid-Einsatz vertraut
Unverzichtbar: Die Gefährdungsbeurteilung für Biozide
Die ordnungsgemäße Entsorgung organisieren
Wichtig: Einsatz nur mit Sachkunde erlaubt
Halten Sie den Giftnotruf aktuell
Beachten Sie alternative Lösungen
So melden Sie Biozid-Produkte gemäß Giftinformationsverordnung
Der Weg zur Meldung eines Biozids

 

Darum finden Sie Biozide auch in Ihrem Unternehmen

„Bios“ bedeutet Leben und die Endsilbe „zid“ steht für vernichten. „Biozide“ ist somit ein Überbegriff für alle Produkte und die darin enthaltenen Wirkstoffe, welche andere Lebewesen schädigen. Die „Schädigung“ der (unerwünschten) Organismen kann bedeuten, die Lebensform abzutöten (s. Tabelle) oder auf andere Weise zu bekämpfen (abschrecken, vertreiben, unschädlich machen). Typischerweise sind die „Opfer“ von Bioziden Schadorganismen wie Nagetiere (Ratten und Mäuse) und Insekten, aber auch Pilze und Bakterien.

Der eigentliche Wirkstoff eines Biozids ist die Substanz, welche die gewünschte Wirkung gegen den Schadorganismus entfaltet. Ein Biozid-Produkt enthält in der Regel neben diesem Wirkstoff noch weitere Inhaltsstoffe. Diese Hilfsstoffe können beispielsweise den Stoff stabilisieren oder dafür sorgen, dass er sich leichter ausbringen lässt.

Biozid-Typen Wirkungsbereich
Algizide gegen Algen
Akarizide gegen Milben und Zecken
Avizide gegen Vögel
Bakterizide gegen Bakterien
Fungizide gegen Pilze
Herbizide gegen Pflanzen („Un“-Kräuter)
nsektizide gegen Insekten
Nematizide gegen Nematoden (Fadenwürmer)
Rodentizide gegen Nagetiere (Mäuse, Ratten)

 

Wann werden Biozide verwendet?

In Deutschland sind rund 30.000 Biozid-Produkte mit fast 1.000 unterschiedlichen Wirksubstanzen auf dem Markt. EU-weit am häufigsten eingesetzt werden Desinfektionsmittel. Sie stellen etwa die Hälfte aller in Europa in den Verkehr gebrachten Biozide. Ernährungsindustrie und Gesundheitswesen sind ohne bakterizide Wirkstoffe kaum vorstellbar.

Der Begriff Biozide wird dann verwendet, wenn die Wirkung auf chemischen oder biologischen Effekten beruht. Bei einer rein mechanischen Bekämpfung eines Schädlings, etwa durch eine Mausefalle, spricht man nicht von Bioziden.

Laien unterschätzen oft das breite Anwendungsspektrum biozider Wirkstoffe. Die folgende Tabelle zeigt Ihnen einige häufige Verwendungen – einige davon finden Sie vermutlich auch in Ihrem Unternehmen.

Produkt/Branche Biozid Wirkung
Hygiene, z. B. im Gesundheitswesen, Lebensmittelbranche Desinfektionsmittel Bekämpfen Mikroorganismen (Keime) und hemmen deren Verbreitung
Bauholz Holzschutzmittel Gegen Fäulnis und Zersetzung durch Pilze
Konservierung von Fassaden, Natursteinen und Wandmalereien Organische Zinnverbindungen, Phenole u. a. Stoppen das Wachstum von dem Untergrund schädigenden Mikroorganismen
Teppiche Pyrethroide (Insektizide) Gegen Mottenfraß
Lederwaren Fungizide Gegen Schimmelbefall
Farben, Kitte u. a. Fungizide Gegen Pilze und Algen
Schiffe, Boote Anti-Fouling-Anstriche, z. B. auf Kupfer-Basis Gegen Besiedlung von Rümpfen mit Algen, Muscheln oder Würmern
Schuhe, Haushaltsschwämme, Plastikgeschirr, Kosmetika u. a. Bakterienhemmer Triclosan „biozide Ausrüstung“ gegen Bakterienwachstum
Alle Branchen Rattengift, Ameisenköder, Mückenspray Bekämpfen unerwünschte tierische Organismen

 

Viele Gebrauchsgegenstände unseres Alltags, privat wie im Betrieb, sind mit Bioziden behandelt: Man nennt dies die „biozide Ausrüstung“ eines Produkts. Beispiele:

  • antibakterielle Müllbeutel
  • Mottenschutz von Wollteppichen n geruchshemmende Ausrüstung von Textilien
  • antibakterielle Eigenschaften von Gegenständen aus Küche oder Bad

Sie erkennen die biozide Ausrüstung von Produkten oft an Begriffen wie Ultra-Fresh, antibakteriell oder sanitized.

Die breite Anwendung einiger Biozide ist heftig umstritten. Von Triclosan, das in Sporttextilien häufig eingesetzt wird, ist z. B. bekannt, dass es die Haut reizt und im Tierversuch zu Leber- und Nierenschäden führen kann. Da es sich unter Sonnenlicht zu chlorierten Dioxinen abbaut, wurde der Einsatz für Textilien in Japan verboten. Doch immer noch wird Triclosan sogar in einigen Zahncremes eingesetzt, um Plaque und Mundgeruch vorzubeugen.

Auch die Tatsache, dass der massenhafte Einsatz antibakterieller Mittel zu resistenten Arten führt, wird diskutiert. Daher rät z. B. das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung vom Einsatz von Triclosan zur Desinfektion im Haushalt ab.

So ist der Einsatz von Biozid-Produkten geregelt

Genehmigung und Zulassung von Bioziden sind auf europäischer Ebene geregelt. Jedes Biozid muss in einem mehrstufigen Genehmigungsverfahren zugelassen werden. Dazu reicht der Antragsteller ein Dossier bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) ein. Die Genehmigung umfasst folgende Angaben:

  • den Mindestreinheitsgrad
  • den Höchstgehalt bestimmter Verunreinigungen
  • die Art der Verwendung n die Anwenderkategorie

Ist die Genehmigung erfolgt, muss das Biozid-Produkt zugelassen werden, bevor der Hersteller oder Einführer es in Verkehr bringen darf. Zulassungsstelle für Deutschland ist die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Die behördliche Zulassung in einem EU-Land kann von anderen Ländern anerkannt und die Zulassung damit ausgeweitet werden.Ein Biozid-Produkt darf erst dann auf dem Markt bereitgestellt oder verwendet werden, wenn es zugelassen wurde. Das klingt trivial, beachten Sie jedoch 2 Stolperfallen:

  1. Bereitstellen“ umfasst im Gegensatz zum „Inverkehrbringen“ die gesamte Lieferkette, also z. B. bereits die Überlassung eines Produkts vom Hersteller an einen Dritten mit dem Ziel des Vertriebs!
  2. Unter „Verwenden“ fällt nicht erst der konkrete Einsatz des Mittels gegen einen Schädling. Verwenden beginnt bereits beim Lagern oder Mischen!

Auch nach erfolgreicher Zulassung ist die Erlaubnis zur Vermarktung meist begrenzt, i. d. R. auf nicht mehr als 10 Jahre und für eine bestimmte Verwendungsart.

WICHTIG
Nicht als Biozid-Wirkstoffe (bzw. nur in bestimmten Ausnahmen) zugelassen werden Gefahrstoffe, die eines der folgenden Kriterien erfüllen:
1. krebserzeugende, erbgutverändernde oder fortpflanzungsgefährdende Stoffe (CMR-Stoffe)
2. Substanzen, die als PBT-Stoffe (persistent, bioakkumulierend oder giftig) oder vPBT-Stoffe (sehr persistent, bioakkumulierend oder giftig) gelten
3. Substanzen mit negativen Wirkungen auf das Hormonsystem

Das Biozidrecht unterscheidet 4 Hauptgruppen mit insgesamt 22 Produktarten:

  1. Hauptgruppe: Desinfektionsmittel, Beispiel: Mittel zum Desinfizieren von Trinkwasser
  2. Hauptgruppe: Schutzmittel, Beispiel: Holzschutzmittel, Topfkonservierer (schützen Farben in Behältern vor Schäden durch Bakterien)
  3. Hauptgruppe: Schädlingsbekämpfungsmittel, Beispiele: Rattengift, Insektenspray, Calciumkarbid zur Vergrämung von Maulwürfen
  4. sonstige Biozid-Produkte, Beispiele: Antifouling-Produkte gegen Unterwasser-Bewuchs an Wasserfahrzeugen

Diese Pflichten und Beschränkungen gelten für Vertrieb und Abgabe

Wenn Ihr Unternehmen Biozide vertreibt, müssen Sie einige Vorgaben der Chemikalien-Verbotsverordnung beachten. Die ChemVerbotsV regelt u. a., welche Beschränkungen und Pflichten für ein Inverkehrbringen gelten. Darunter fallen Erlaubnispflichten, Anzeigepflichten, Aufzeichnungspflichten und Sachkundenachweise.

Für den Umgang mit einem Biozid im Betrieb (Lagerung, Transport, Anwendung) müssen Sie zudem die Vorgaben der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) und der nachgeschalteten Technischen Regeln beachten.

Die Rechtslage ist unübersichtlich, denn viele Biozide gelten als Gefahrstoffe, aber es gibt auch Biozide ohne besondere Gefährlichkeitsmerkmale.

  • Sehr giftige, giftige, krebserzeugende, erbgutverändernde oder fortpflanzungsgefährdende (jeweils Kategorie 1 und 2) Biozid-Produkte dürfen nur an berufsmäßige Verbraucher abgegeben werden.
  • Biozide (Stoffe oder Zubereitungen), die gemäß Gefahrstoffverordnung als giftig oder sehr giftig einzustufen sind, dürfen nicht per Selbstbedienung in den Verkehr gebracht werden. Das gilt auch für den Online-Handel.
  • Viele Biozide dürfen nicht an minderjährige Personen abgegeben werden.
TIPP
Sind Sie als vertreibende Firma nicht sicher, welche Pflichten bzw. Verbote im Einzelnen für den Vertrieb eines Biozid-Produkts gelten, fragen Sie beim Hersteller nach.

Diese Regelungen aus der neuen Biozid-Verordnung sollten Sie kennen

Die neue europäische Biozid-Verordnung 528/2012 trat im Juli 2012 in Kraft und löste die frühere Biozid-Richtlinie 98/8/ EG ab. Seit September 2013 sind die Vorgaben der Biozid-Verordnung verbindlich anzuwenden. Die Verordnung besteht aus Vorschriften für den Umgang mit Produkten, die gegen Schädlinge (Insekten, Pilze, Bakterien) eingesetzt werden.

Dies sind die wichtigsten Änderungen durch die neue Biozid-Verordnung:

  1. Erweiterter Anwendungsbereich: Auch Biozide, die Ihre Mitarbeiter vor Ort im Betrieb aus Stoffen oder Gemischen (Zubereitungen) selbst herstellen, fallen unter die Richtlinie, ebenso mit Bioziden behandelte Waren. Beispiel: Ozon, welches in situ („am Ort“) hergestellt wird.
  2. Neue Zulassungsverfahren: Schrittweise wird eine Unionszulassung eingeführt, die für alle EU-Staaten gilt. Seit September 2013 ist dies für Desinfektionsmittel möglich, ab Januar 2017 kommen weitere Produktarten hinzu. Ausgenommen von der Unionszulassung bleiben Rodentizide, Avizide und Antifouling-Substanzen.
  3. Vereinfachte Zulassung für Stoffe, wenn
    – diese aufgrund günstiger Umwelt- und Gesundheitseigenschaften als unbedenklich gelten,
    – für ihren Einsatz keine Persönliche Schutzausrüstung notwendig ist und
    – sie keine Nanomaterialien enthalten.
  4. Ein Hersteller kann beantragen, die technische Äquivalenz seines Wirkstoffs festzustellen. Die ECHA prüft dann in einer vergleichenden Bewertung anhand der vorliegenden physikalischen, chemischen und ökotoxikologischen Daten, ob der aktive Wirkstoff einem bereits genehmigten Wirkstoff entspricht.
  5. Biozid-Produkte mit CME-Substanzen (krebserregend, mutagen oder reproduktionsgefährdend), mit endokrinen (auf das Hormonsystem wirkenden) Eigenschaften oder mit PBT-Substanzen (beständig, bioakkumulierend oder toxisch) sind nicht mehr genehmigungsfähig. Ausnahmen sind möglich, allerdings für maximal 5 Jahre.
  6. Ab September 2015 dürfen Biozid-Produkte nur noch Wirkstoffe von Unternehmen enthalten, welche in einer Positivliste der ECHA aufgeführt sind. Die früher hier relevanten Anhänge I und IA der alten Biozid-Richtlinie 98/8/EG sind nicht länger maßgeblich, es gilt nun die Unionsliste der genehmigten Wirkstoffe.

Tabelle: Die Positiv-Liste der ECHA

Substanz CAS-Nummer
(Z,E)-tetradeca-9, 12-dienyl acetate (ZE-TDA) 30507-70-1
1R-trans phenothrin 26046-85-5
4,5-Dichloro- 2-octyl-2H- isothiazol-3- one (DCOIT) 64359-81-5
Abamectin 71751-41-2
Acrolein 107-02-8
Alkyl (C12-16) dimethylbenzyl ammonium chloride – C12-16 ADBAC 68424-85-1
Alphachloralose 15879-93-3
Aluminium phosphide releasing phosphine 20859-73-8
Bacillus thuringiensis subsp. israelensis Serotype H14, Strain AM65-52 Not applicable
Basic copper carbonate 12069-69-1
Bendiocarb 22781-23-3
Benzoic acid 65-85-0
Bifenthrin 82657-04-3
Boric acid 10043-35-3
Boric oxide 1303-86-2
Brodifacoum 56073-10-0
Bromadiolone 28772-56-7
Bromoacetic acid 79-08-3
Carbon dioxide 124-38-9
Chlorfenapyr 122453-73-0
Chlorophacinone 3691-35-8
cis-Tricos-9-ene 27519-02-4
Clothianidin 210880-92-5
Copper (II) oxide 1317-38-0
Copper hydroxide 20427-59-2
Copper sulphate pentahydrate 7758-98-7
Coumatetralyl 5836-29-3
Creosote 8001-58-9
Cypermethrin 52315-07-8
Dazomet 533-74-4
DDACarbonate 894406-76-9
Deltamethrin 52918-63-5
Dichlofluanid 1085-98-9
Didecyldimethylammonium Chloride (DDAC) 7173-51-5
Difenacoum 56073-07-5
Difethialone 104653-34-1
Diflubenzuron 35367-38-5
Disodium octaborate tetrahydrate 12280-03-4
Disodium tetraborate 12267-73-1
Disodium tetraborate 1303-96-4
Etofenprox 80844-07-1
Fenoxycarb 72490-01-8
Fenpropimorph 67564-91-4
Fipronil 120068-37-3
Flocoumafen 90035-08-8
Flufenoxuron 101463-69-8
Hydrochloric acid not applicable
Hydrogen cyanide 74-90-8
Hydrogen cyanide 74-90-8
Imidacloprid 138261-41-3
Indoxacarb (enantiomeric reaction mass S:R 75:25) not applicable
IPBC 55406-53-6
K-HDO 66603-10-9
Lambda cyhalothrin 91465-08-6
Magnesium phosphide releasing phosphine 12057-74-8
Margosa extract 84696-25-3
Methyl nonyl ketone 112-12-9
Metofluthrin not applicable
N,N-diethyl- meta-toluamide (DEET) 134-62-3
Nitrogen 7727-37-9
Nonanoic acid, Pelargonic acid 112-05-0
Powdered corn cob not applicable
Propiconazole 60207-90-1
Pyriproxyfen 95737-68-1
Spinosad 168316-95-8
Sulfuryl fluoride 2699-79-8
Tebuconazole 107534-96-3
Thiabendazole 148-79-8
Thiacloprid 111988-49-9
Thiamethoxam 153719-23-4
Tolylfluanid 731-27-1
Warfarin 81-81-2
Warfarin sodium 129-06-6

Sie finden diese Liste auch auf den Webseiten der Europäischen Kommission.

Die nützlichen Anhänge

Von praktischer Bedeutung sind die Anhänge der Biozid-Verordnung:

Eine Liste der unbedenklichen Stoffe finden Sie in Anhang I der Biozid-Verordnung. Derzeit sind dies 19 Substanzen, darunter Essigsäure, Milchsäure, Weinsäure, Propionsäure, Ascorbinsäure, Natriumbenzoat, Lavendelöl, Leinsamenöl und Pfefferminzöl. Bei diesen Stoffen gibt es – wie oben in Punkt 3 aufgeführt – keinen Grund zur Besorgnis.

Anhang II nennt die Informationsanforderungen für Wirkstoffe.

In Anhang III finden Sie die Informationsanforderungen für Biozid-Produkte.

Anhang IV nennt Vorgaben, wenn von den Informationsanforderungen in den Anhängen II und III abgewichen werden soll.

Der Anhang V der Biozid-Verordnung listet die unter die Verordnung fallenden Arten von Biozid-Produkten mit einer kurzen Beschreibung. Hier finden Sie auch die Einteilung der Biozide in 22 Produktklassen (s. o.).

In Anhangt VI werden gemeinsame Grundsätze für die Bewertung von Unterlagen für Biozid-Produkte aufgelistet.

Anhang VII besteht aus einer tabellarischen Übersicht der Entsprechungen zwischen der „alten“ Richtlinie 98/8/EG und der neuen Biozid-Richtlinie.

WICHTIG
Nicht unter die neue Biozid-Verordnung fallen Substanzen, die bestimmungsgemäß als Pflanzenschutzmittel, als Arzneimittel oder Kosmetika eingesetzt werden, denn zu diesen Produktarten gibt es eigene Regelwerke. Ebenfalls ausgeschlossen sind Lebens- und Futtermittel, die als Lockmittel oder als Repellentien (Mittel zur Abwehr von Parasiten der Körperoberfläche) eingesetzt werden. Letzteres bezieht sich jedoch nur auf Lebens- oder Futtermittel. Ein Mückenschutzmittel zum Auftragen auf die Haut, welches als Repellent gegen stechende Insekten wirkt, gilt als Biozid.

Tipp: Kostenlose Beratung durch das REACH-CLP-Biozid-Helpdesk

Die exakte Zuordnung eines Biozids zu einer Produkt-Hauptgruppe und Produktklasse oder auch die Abgrenzung zu benachbarten Rechtskategorien wie Medizinprodukten oder Pflanzenschutzmitteln ist nicht immer einfach. Doch für derlei Fragen können Sie eine kompetente Unterstützung in Anspruch nehmen. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat eine nationale Auskunftsstelle (Helpdesk) errichtet. Dort erhalten Sie Auskunft nicht nur zu REACH und CLP, sondern auch zu Fragen rund um Biozide und biozidhaltige Produkte. Dieses Angebot ist kostenlos und richtet sich bewusst an kleine und mittlere Unternehmen.

Sie erreichen den Reach-CLP-Biozid-Helpdesk unter:

BAuA, Reach-CLP-Biozid-Helpdesk

Postfach 17 02 02,

44061 Dortmund

E-Mail: reach-clp-biozid@baua.bund.de

Tel. 0231/90 71 29 71

Diese Angaben sind für Werbung und Kennzeichnung vorgeschrieben

In der Biozid-Verordnung ist auch die Kennzeichnung von Biozid-Produkten in der Werbung geregelt. Artikel 72 verweist darauf, dass die Vorgaben der CLP-Verordnung (Nr. 1272/2008/EG) eingehalten werden müssen. Die CLP-Verordnung ist für Substanzen bereits seit 2010 anzuwenden, für Gemische gibt es derzeit noch eine Übergangsfrist. Bis Juni 2015 können Sie Gemische entweder nach den alten (1999/45/EG) oder nach den neuen Vorschriften (1272/2008/EG) kennzeichnen.

Die Werbung muss laut CLP-Verordnung folgende Mindestangaben enthalten:

  • Gefahrenpiktogramme (die „neuen“ Symbole)
  • Signalwörter (ACHTUNG oder GEFAHR)
  • Gefahrenhinweise (Buchstabe H + 3 Ziffern)
  • Ergänzende Gefahrenhinweise gemäß Artikel 25 Abs. 6 der CLP-Verordnung

Laut Artikel 72 der Biozid-Verordnung muss jede Werbung für jedes Biozid-Produkt zusätzlich folgenden Warnhinweis enthalten:

Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Diese beiden Sätze (s. Kasten) müssen so gestaltet sein, dass sie sich von anderen werbenden Texten und Informationen deutlich und gut lesbar abheben. Sie dürfen keineswegs „im Kleingedruckten untergehen“.

WICHTIG
Werbung für Biozid-Produkte darf nicht irreführend oder verharmlosend sein. Angaben wie die folgenden Beispiele sind nicht zulässig: ungiftiges, unschädliches Biozid, natürliches, tierfreundliches oder umweltfreundliches Biozid-Produkt oder Biozid-Produkt mit niedrigem Risikopotenzial.

Beachten Sie, dass die Rechtsprechung in diesem Punkt sich auf eine eher abstrakte Gefährlichkeit bezieht. Ein Urteil des Oberlandesgerichts Hamburg aus dem Jahr 2007 z. B. bestätigte, dass auch ein reines Naturprodukt ein Biozid sein kann, für welches Pflichten und Verbote gelten. Im konkreten Fall ging es um Gerstenstroh, das gepresst und dann zur Bekämpfung von Algen in künstlich angelegten Teichen eingesetzt wurde. Die biozide Wirkung ging hier allein von den Gerstenpellets aus, es wurden keine zusätzlichen chemischen Wirkstoffe (algizide Substanzen) eingesetzt!

Für die Kennzeichnung eines Biozids können zusätzlich zu bestehenden Vorgaben nach GefStoffV und CLP weitere Kennzeichnungen notwendig sein. Ein Biozid-Produkt sollte folgende Angaben aufweisen:

  • Bezeichnung der Wirkstoffe
  • Konzentration der Wirkstoffe in metrischen Einheiten
  • Art der Zubereitung, z. B. flüssiges Konzentrat, Pulver o. a.
  • Zulassungsnummer (von der Behörde zugeteilt)
  • Verwendungszweck, z. B. Antifouling, Desinfizierung
  • Gebrauchsanweisung
  • Dosierung/Einsatzmenge
  • Chargennummer und Verfallsdatum
  • Besonderheiten von Nebenwirkungen
  • Anweisungen zur Ersten Hilfe
  • sichere Entsorgung
  • Infos zu Umweltgefahren (sofern vorhanden)
ACHTUNG
Auch „unverdächtige“ Waren und Produkte, die – etwa zur Vorbeugung von Schädlingsbefall – vor dem Inverkehrbringen mit Bioziden behandelt wurden, müssen gekennzeichnet sein. Jeder dabei eingesetzte Biozid-Wirkstoff muss für diesen Verwendungszweck genehmigt werden.

Wie Sie Biozide im Betrieb sicher einsetzen

Viele Unternehmen haben mit der Herstellung und dem Vertrieb von Biozid-Produkten nicht viel zu tun. Dennoch werden Biozide in den meisten Betrieben auf die eine oder andere Art und Weise eingesetzt. Mal regelmäßig, etwa um Hygiene-Anforderungen zu genügen, mal bei Bedarf, etwa bei einem Problem mit Schädlingen. Dabei sollten Sie sich immer vor Augen führen: Die gleichen chemischen Substanzen, die Biozide wirksam machen, machen sie in vielen Fällen auch gefährlich für den Anwender und damit für Ihre Mitarbeiter. Daher gelten für den Einsatz von Bioziden bestimmte Verhaltensregeln.

Der Gefährlichkeitsgrad von Biozid-Produkten ist sehr unterschiedlich in einem breiten Spektrum. Sie können davon ausgehen, dass Biozide dann als gefährlich einzustufen sind, wenn sie die Kriterien für einen Gefahrstoff erfüllen. Diese lauten:

  • explosionsgefährlich
  • brandfördernd
  • hochentzündlich
  • leichtentzündlich
  • entzündlich
  • sehr giftig
  • giftig
  • gesundheitsschädlich
  • ätzend
  • reizend
  • sensibilisierend
  • krebserzeugend
  • fortpflanzungsgefährdend
  • erbgutverändernd
  • umweltgefährlich

Diese Wirkstoff-Infos finden Sie im Sicherheitsdatenblatt

Nützlich zu wissen ist: Alle gemäß Biozid-Meldeverordnung (BiozidMeldeV) bei der Zulassungsstelle gemeldeten Wirkstoffe eines Biozid-Produkts müssen im Sicherheitsdatenblatt des Produkts angegeben werden. Sie haben damit im Sicherheitsdatenblatt immer eine erste Informationsquelle über die Wirkstoffe von Biozid-Produkten, die in Ihrem Betrieb eingesetzt werden.

TIPP
Sollte Ihnen für ein Biozid-Produkt in Ihrem Betrieb kein Sicherheitsdatenblatt vorliegen, so fordern Sie es beim Hersteller an. Dieser ist dazu verpflichtet, Ihnen dieses Dokument beim Kauf auszuhändigen. Selbst wenn ein Biozid-Produkt nicht als gefährlich eingestuft ist, steht der Hersteller in der Pflicht, Ihnen auf Anforderung das Sicherheitsdatenblatt der Substanz zur Verfügung zu stellen.

Sorgen Sie dafür, dass in Ihrem Unternehmen grundsätzlich nur Biozide eingesetzt werden, die bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin registriert wurden. Sie erkennen die Registrierung an dem Großbuchstaben N, gefolgt von einer 5-stelligen Zahlenkombination. Die 5-stellige Ziffernfolge ist einmalig für ein Biozid. Jedes Biozid-Produkt muss diese Registriernummer aufweisen, auch Produkte mit Altwirkstoffen, die Übergangsregelungen in Anspruch nehmen.

Machen Sie Ihre Mitarbeiter mit diesen 7 Regeln zum Biozid-Einsatz vertraut

In Ihren Sicherheitsunterweisungen sollten Sie zum Einsatz von Biozid-Produkten folgende Verhaltens- und Sicherheitsregeln zum Gesundheits- und Umweltschutz festlegen:
Registriernummer

STEHTS BEACHTEN
1. Biozide stets nur nach Gebrauchsanweisung einsetzen.
2. Keine Biozide einsetzen, bei denen die Angabe des Wirkstoffs oder des Verwendungszwecks, die Gebrauchsanweisung oder das Verfallsdatum fehlen.
3. Biozide nur in der vom Hersteller angegebenen Dosierung einsetzen. Niemals die vorgegebene Einsatzkonzentration eigenmächtig erhöhen (Das Motto „Viel hilft viel“ ist Unsinn.)
4. Vorsicht mit dem Einsatz von Bioziden in Räumen und Bereichen, in denen gegessen und getrunken wird.
5. Vorsicht beim Umfüllen, Abfüllen, Abpacken usw. von Bioziden. Die Kennzeichnung muss immer erhalten bleiben.
6. Biozid-Produkte niemals in Behältnisse umfüllen, die für Lebensmittel, Getränke oder Tierfutter vorgesehen sind.
7. Unleserliche Verpackung/Kennzeichnung unverzüglich dem Vorgesetzten melden. Niemals ein Biozidprodukt auf Verdacht einsetzen.

Unverzichtbar: Die Gefährdungsbeurteilung für Biozide

Selbstverständlich müssen Sie auch für Tätigkeiten mit Bioziden eine Gefährdungsbeurteilung durchführen. Dazu können Sie die Angaben im Sicherheitsdatenblatt nutzen. Es ist oft nicht einfach abzuschätzen, welche Expositionsbelastung für die Mitarbeiter beim Ausbringen von Biozidprodukten auftritt. Berücksichtigen müssen Sie dabei stets:

  • die Dauer der Anwendung
  • die Häufigkeit der Anwendung
  • mögliche Fehler beim Anwenden
  • die betrieblichen Bedingungen

Nur wenn Sie alle diese Aspekte beachten, können Sie die geeigneten Schutzmaßnahmen festlegen. Wenden Sie sich bei Fragen an das REACH-CLP-Helpdesk (s. o.)!

Die ordnungsgemäße Entsorgung organisieren

Wie Sie Biozid-Reste, mit Bioziden verschmutzte Reinigungstextilien, Verpackungen mit abgelaufenem Verwendungsdatum usw. entsorgen, hängt immer davon ab, ob es sich um einen gefährlichen Stoff handelt oder nicht. Die Hinweise zur ordnungsgemäßen Entsorgung finden Sie im Sicherheitsdatenblatt des Produkts oder Wirkstoffs.

Bei Unklarheiten wenden Sie sich an den Hersteller oder fragen Sie bei Ihrem lokalen Entsorgungsunternehmen nach. Vielerorts werden spezielle Problemstoffsammlungen angeboten. Grundsätzlich sollten Sie vermeiden, allzu viele angebrochene Biozid-Produkte zu horten.

Wichtig: Einsatz nur mit Sachkunde erlaubt

Achtung: Einige Biozide dürfen nur von sachkundigen Personen verwendet werden. Das betrifft z. B. bei Mitteln zur Bekämpfung von Ratten und Mäusen die sogenannten Antikoagulantien der zweiten Generation. Antikoagulantien sind Substanzen, welche nach Verzehr des Biozid-Produkts mit diesem Wirkstoff die Blutgerinnung hemmen und das Nagetier damit töten. Die Mittel der sogenannten zweiten Generation sind noch giftiger und schlechter abbaubar als die ersten Wirkstoffe dieser Art. Die Biozid-Produkte mit diesen Wirkstoffen sind damit höher wirksam, aber gleichzeitig auch riskanter für Gesundheit und Umwelt.

Dieses Verwendungsverbot betriff auch Mitarbeiter, die im Betrieb ansonsten mit genau solchen Aufgaben der Schädlingsbekämpfung betraut sind wie etwa Hausmeister oder Reinigungskräfte. Auch diese müssen durch Schulung zur Bekämpfung von Nagetieren eine Sachkunde erwerben. Diese Sachkunde nach Chemikalienverbotsverordnung gilt oft eingeschränkt für bestimmte Produktgruppen wie Holzschutzmittel oder Konservierungsmittel.

TIPP
Alternativ können Sie einen professionellen Schädlingsbekämpfer einsetzen, der über Sachkunde nach Anhang I Nr. 3.4 der GefStoffV verfügt.

Halten Sie den Giftnotruf aktuell

Wo privat oder im Betrieb mit Bioziden umgegangen wird, besteht immer die Gefahr einer ungewollten Aufnahme durch Einatmen, Verschlucken oder Hautkontakt. Weiß jeder Ihrer Mitarbeiter, wie er in einem Notfall schnelle und kompetente Hilfe erhält?

In Deutschland gibt es kostenlose telefonische Hilfe durch Institutionen auf Landesebene. Diese werden mal Giftinformationszentrum, mal Vergiftungsinformationszentrale oder einfach Giftnotruf genannt

WICHTIG
Sorgen Sie dafür, dass die für Ihren Betrieb zuständige Telefonnummer in Ihren betrieblichen Notruflisten vorhanden ist. Prüfen Sie, ob die Nummer noch aktuell ist. Eine gute Idee ist auch, diese Nummer z. B. an Türen von Schränken, wo Biozide gelagert werden, anzubringen.

Beachten Sie alternative Lösungen

In vielen Fällen ist der Griff zur „Giftspritze“ zwar der einfache Weg. Aber nicht immer ist das die beste und schon gar nicht die einzige Methode, um ein Schädlings- oder Hygieneproblem in den Griff zu bekommen. Oft gibt es giftfreie oder giftärmere alternative Verfahren.

Eine gute Anlaufquelle für Fragen vor dem Einsatz eines Biozid-Produkts ist das Portal www.biozid.info. Es wird vom Umweltbundesamt betrieben und stellt nicht nur von Antifouling bis Trinkwasserdesinfektion die verschiedenen Biozid-Gruppen vor. Die Seiten informieren auch über Gesundheits- und Umweltrisiken sowie alternative und vorbeugende Maßnahmen. In manchen Fällen können Sie auf den Einsatz von chemischen Bekämpfungsmitteln verzichten, z. B. UV-Lampen statt Insektenspray einsetzen oder Schlagfallen statt Mäusegift-Köder.

So melden Sie Biozid-Produkte gemäß Giftinformationsverordnung

Wenn Ihr Unternehmen als Hersteller oder Einführer ein Biozid-Produkt in Verkehr bringt, müssen Sie dies – zusätzlich zur oben genannten Genehmigung und Zulassung – dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) melden. So schreibt es das Chemikaliengesetz in § 16 vor. Hintergrund ist die stete Aktualisierung der Giftinformationsbank. Denn jedes Biozid wirkt potenziell auch auf den Menschen giftig.

Die gute Nachricht ist: Statt lange Formulare auszufüllen, funktioniert das Melden neuerdings auch elektronisch. Die zu meldenden Daten sind in der Giftinformationsverordnung festgelegt. Demnach müssen Sie Folgendes mitteilen:

  • den Melder/Ihre Firma
  • den Handelsnamen/Produktnamen
  • Angaben über die Zusammensetzung
  • die Kennzeichnung
  • den Verwendungszweck/Hinweise zur Verwendung
  • Empfehlungen zu Vorsichtsmaßnahmen bei der Anwendung und Sofortmaßnahmen bei Unfällen

Wichtig ist, dass ein Biozid-Produkt über seinen Namen eindeutig identifizierbar sein muss.

Melden müssen Sie auch Änderungen eines Biozid-Produkts, und zwar:

  • wenn diese Änderungen für die Behandlung von Erkrankungen/Vergiftungen bedeutsam sein können,
  • woran sich altes und neues Produkt eindeutig unterscheiden lassen,
  • wenn Sie ein Biozid-Produkt nicht länger in Verkehr bringen.
WICHTIG
Sie können Ihre Meldungen auch in englischer Sprache abgeben. Das kann Ihre Arbeite erleichtern, wenn Sie z. B. ein Produkt einführen, für welches Ihnen nur englischsprachige Dokumente vorliegen.

Das BfR beachtet die Vertraulichkeit Ihrer Daten. Die interne Datenbank ist nicht über das Internet zu erreichen. Nur Mitarbeiter von Vergiftungszentralen und Behandlungszentren für Vergiftungen können auf die Daten zugreifen, um bei medizinischen Notfällen schnell zu reagieren.

Der Weg zur Meldung eines Biozids

  1. Für die elektronische Meldung benötigen Sie zunächst einen BfR-Firmencode. Dafür steht unter www.bfr.bund. de/cm/343/mitteilung-fuer-firmendokument-in-dergiftinformationsdatenbank.pdf ein kurzes Formblatt bereit. Sie müssen hier u. a. angeben, wer mit welchen Kontaktdaten im Falle von Vergiftungen telefonisch Auskunft erteilen kann. Diese Ansprechpartner sollten nicht pro forma gewählt werden, sondern Personen sein, die Fachwissen über das Produkt vorweisen können.
  2. Sie senden das Formular produkt-meldungen@bfr.bund.de.
  3. Anschließen laden Sie sich die eigentlichen Meldeformblätter auf der BfR-Homepage unter www.bfr.bund.de > Rezepturmeldungen > Meldeformulare herunter und füllen diese aus.

Alternativ zu Schritt 3 können Sie sich den Weg abkürzen, wenn Sie vorhandene Daten aus Ihrer Firmendatenbank in das XML-Format exportieren. Mithilfe einer vom BfR bereitgestellten Eingabehilfe ergänzen Sie die Angaben, z. B. Ihren Firmencode, und laden die Datei direkt über die BfR-Homepage hoch oder senden sie per Mail an produkt-meldungen@bfr.bund.de.

Etwa 2 bis 4 Wochen nach Meldung erhalten Sie eine Bestätigung, dass Ihre Meldung beim BfR eingegangen ist. Außerdem wird Ihnen schriftlich eine Produktnummer zum gemeldeten Produkt zugeteilt. Dann dürfen sie Ihr Biozidprodukt in Verkehr bringen.

WICHTIG
Bewahren Sie das Schreiben mit den Produktnummern unbedingt auf. So können Sie bei späteren Nachfragen von Behörden oder Kontrollen der Überwachungsorgane Ihre ordnungsgemäße Anmeldung nachweisen.

Denken Sie auch daran, dem Bundesinstitut für Risikobewertung einen Umzug und Adressenwechsel Ihres Unternehmens mitzuteilen. Eine formlose Mail an produkt-meldungen@bfr.bund.de genügt.

Ihr Firmencode bleibt dann bestehen, Sie müssen ihn nicht neu beantragen. Ändert sich jedoch die gesamte Rechtssituation der Firma, zum Beispiel durch eine Übernahme oder Fusion mit einem anderen Unternehmen benötigen Sie einen neuen Firmencode UND müssen Ihre Biozid-Produkte mit Ihrem neuen Code neu melden.

Autor: Friedhelm Kring

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