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Gefahrgut: Alle wichtigen Informationen zu gefährlichen Transporten

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Gefahrgut

Der Transport von Gefahrstoffen nimmt weltweit zu. Doch bei den zahlreichen Verordnungen zu Gefahrgütern verliert man schnell den Überblick. Nachfolgend ist alles Wichtige zusammengefasst. Worauf Unternehmen besonders achten sollten.

    In den Medien wird oft von Unfällen mit Gefahrguttransportern berichtet, wo die transportierten Gefahrstoffe auslaufen. Nicht selten sind die Gefahrguttransporter durch Unachtsamkeit der Fahrer im Straßenverkehr oder durch unzureichende Sicherung der Fracht die Verursacher solcher Unglücke. In der Regel haben die Meldungen eine hohe Brisanz, denn gefährliche Zwischenfälle mit Gefahrgut betrifft die Gesundheit der Bevölkerung.

    Im folgenden Text werden die Themen rund um Gefahrgüter und Gefahrstoffe ausführlich behandelt. Unter anderem wird der Unterschied zwischen beiden Begriffen erläutert und es wird auf die sogenannten ADR-Vorschriften eingegangen.

    Zudem beschäftigt sich der Beitrag mit dem Umgang von Gefahrstoffen in Unternehmen und klärt die Frage, weshalb Unternehmen, die mit den Stoffen arbeiten und sie transportieren, einen Gefahrgutbeauftragten bestimmen müssen.

    Der nachfolgende Beitrag beschäftigt sich einerseits mit dem Arbeitsschutz von Beschäftigten im Zusammenhang mit Gefahrstoffen. Andererseits wird darauf eingegangen, welche Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung in Bezug auf den Gefahrguttransport getroffen werden müssen.

    Gefahrstoffe und Gefahrgut

    Beide Begriffe dürfen in der Praxis keinesfalls verwechselt werden. Zwischen Gefahrstoffe und Gefahrgut bestehen erhebliche Unterschiede. In Deutschland regelt die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV), welche Stoffe als gefährlich gelten (§ 3, GefStoffV). Die Verordnung gibt außerdem vor, welche Schutzmaßnahmen im Umgang mit Gefahrstoffen getroffen werden müssen. Sollen die Gefahrstoffe transportiert werden, dann können Sie im ADR nachschauen, ob der Gefahrstoff ein Gefahrgut ist.

    Definition von Gefahrgut

    Als Gefahrgut werden Stoffe und Produkte bezeichnet, die bei der Beförderung Gefahren für Personen, Sachen und die Umwelt ergeben können. Im Gegensatz zu Gefahrstoffen gibt es bei Gefahrgütern einige gesetzliche Regelungen und Vorschriften, die sich mit dem Umgang und dem Transport von gefährlichen Stoffen befassen.

    Innerhalb der Europäischen Union ist die ADR-Vorschrift die Bedeutsamste. Dies ist das Europäische Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße. ADR steht dabei als Abkürzung für „Accord européen relatif au transport international des marchandises Dangereuses par Route“.

    Übergeordnet zu ADR gibt es ein internationales Regelwerk, mit dem der sichere Transport der Gefahrstoffe gewährleistet ist. Wie das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) mitteilt, wird dieses Regelwerk durch nationale Regelungen ergänzt. In diesen sind die jeweiligen Zuständigkeiten, Pflichten und Ordnungswidrigkeiten genau festgeschrieben und werden von den jeweiligen Regierungen fortlaufend ergänzt. Berücksichtigt werden dabei neueste Erkenntnisse aus Wissenschaft und Technik.

    Neben einer verkehrsträgerübergreifenden Vorschriften wird der Gefahrguttransport nochmals in folgende Verkehrsbereiche unterteilt:

    • Straße
    • Eisenbahn
    • Seeschifffahrt
    • Binnenschifffahrt

    Auf der Webseite des BMVI stehen die einzelnen Richtlinien der verkehrsträgerfreien Vorschriften kostenfrei zum Download zur Verfügung.

    Weitere Details zum ADR

    Da das ADR für den Gefahrguttransport in Deutschland und im Rest der Europäischen Union eine zentrale Bedeutung hat, wird im Folgenden auf weitere Details des Übereinkommens eingegangen.

    Neben der Kennzeichnung von Gefahrguttransportern und Behältern reguliert die ADR, wie die jeweiligen Fahrzeuge beschaffen sein müssen, die die Gefahrgüter transportieren. Darüber hinaus legt die Vorschrift fest, welche Pflichten Fahrer, Belader, Verpacker und Unternehmer haben, die verschiedene Gefahrstoffe anwenden.

    Derzeit haben sich 49 Staaten innerhalb und außerhalb der EU den ADR-Vorschriften angeschlossen. Deutschland gehört unter anderem dazu. Zudem existieren, wie bereits erwähnt, zahlreiche weitere internationale Gesetze, die sich mit Gefahrgut auseinandersetzen und in die bestehenden Regularien der einzelnen Staaten mit aufgenommen wurden.

    Unter anderem sind es folgende:

    • Richtlinie 95/50EG des Rates über einheitliche Verfahren für die Kontrolle von Gefahrguttransporten auf der Straße
    • RID – Regelungen zur Beförderung gefährlicher Güter auf Schienen
    • ADN – Europäische Richtlinie in Bezug auf die Beförderung von Gefahrstoffen auf Binnengewässern
    • Technical Instructions For The Safe Transport of Dangerous Goods by Air (ICAO-TI)
    • IMDG-Code: International Maritime Code for Dangerous Goods

    Gefahrgutverordnung

    Fakt ist: Es gibt nicht nur eine einzige Gefahrgutverordnung, sondern mehrere. Diese beziehen sich auf bestimmte Arten von Gefahrguttransporten. Wichtig sind vor allem:

    • Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt (GGVSEB): Hier sind die Vorgaben für die Beförderung von Gefahrgut auf Straßen, Schienen und Binnengewässern festgeschrieben.
    • Gefahrgutverordnung See (GGVSee): Dies sind die Vorgaben für gefährliche Güter, die auf See transportiert und abgegeben werden.

    Neben der Gefahrgutverordnung für Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt (GGVSEB) gelten in Deutschland diese weiteren Verordnungen für den Transport von Gefahrstoffen:

    • Gefahrgutbeförderungsgesetz (GGBefG)
    • Gefahrgut-Ausnahmeverordnung (GGAV)
    • Gefahrgutbeauftragtenverordnung (GbV)
    • Gefahrgutkontrollverordnung (GGKontrollV)
    • Gefahrgutkostenverordnung (GGKostV)

    Was IMDG bei Gefahrgut bedeutet

    Im Zusammenhang mit Gefahrgut muss IMDG erwähnt werden. Hiermit werden gefährliche Güter in verpackter Form als Ladung auf Seeschiffen bezeichnet. Aufgrund ihrer Eigenschaft und ihres Zustands gehen beim Transport Gefahren für Leben, Gesundheit und die Umwelt aus.

    Der sogenannte IMDG-Code wurde bereits erwähnt. Dies sind international verbindliche Vorgaben, wie die die Ladung auf Seeschiffen transportiert werden soll. Ergänzt wird der IMDG Code durch Regelungen des internationalen Übereinkommens zum Schutz des menschlichen Lebens auf See. Dies wird als SOLAS-Übereinkommen bezeichnet. Im deutschen Recht ist der IMDG-Code Bestandteil der Gefahrgutverordnung-See (GGVSee). Hier wird die jeweilige Gefahrgutklasse, die Verpackungsgruppe und die UN-Nummern angegeben.

    Der IMDG-Code ist identisch mit der Kennzeichnung ADR für Straße und Schiene. Gefahrgutklassen und UN-Nummern werden verwendet.

    SOLAS-Übereinkommen

    Nach dem SOLAS-Übereinkommen, Kap.II-2, Regel 19 und Kapitel VII benötigen Schiffe, die gefährliche Güter in verpackter Form transportieren, eine Bescheinigung des jeweiligen Flaggenstaates. Diese Bescheinigung für die Beförderung von gefährlichen Gütern wird nach einer Schiffsbesichtigung durch eine anerkannte Organisation (Klassifikationsgesellschaft) von der Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr ausgestellt.

    Kennzeichnung von Gefahrgut

    Weltweit werden Gefahrstoffe beziehungsweise gefährliche Güter auf Land-, Luft- und Wasserwegen transportiert. Aus diesem Grund soll eine internationale Gefahrgutkennzeichnung sicherstellen, dass es weltweit einheitliche Standards bezüglich der Sicherheit bei einem Gefahrguttransport gibt.

    Zudem wird durch die Kennzeichnung sichergestellt, dass während des Transports mit dem Gefahrgut sicher umgegangen wird.

    Was die Gefahrgutkennzeichnungen beinhalten

    Die Kennzeichnungen beinhalten international einheitliche Informationen und geben Auskunft über die Gefährlichkeitsmerkmale der entsprechenden Stoffe. Zudem ist die Kennzeichnung von Gefahrstoffen weltweit gleich.

    Die Kennzeichnung der Gefahrgüter erfolgt allerdings auf unterschiedlichen Wegen – egal ob die Stoffe an Land, auf dem Wasser oder in der Luft transportiert werden. In einigen Fällen reichen Aufkleber und Symbole zur Kennzeichnung aus. Dies ist beispielsweise bei kleinen Mengen der Fall. Sobald jedoch Gefahrgut mit einem LKW oder per Container mit einem Schiff transportiert wird, müssen Warntafeln angebracht werden.

    Verschiedene Warntafeln

    Es gibt verschiedene Warntafeln. Einige werden nachfolgend näher beschrieben.

    • Neutrale Warntafel: Sie gilt als Klassiker unter den Warntafeln und weist auf Gefahrgüter aller Art beim Straßentransport hin. Die Abmessungen sind in der Regel 30 x 40 Zentimeter, müssen allerdings bei PKW und Transportern auf 15 x 30 Zentimeter verkleinert werden. Die neutralen Warntafeln müssen gut sichtbar an der Front sowie am Heck des Fahrzeugs angebracht sein. Darüber hinaus müssen sie senkrecht zur Fahrbahn angebracht sein.
    • Warntafel mit Nummer zur Kennzeichnung der Gefahr: Ergänzend zur neutralen Warntafel müssen beispielsweise Tanktransporte seitlich mit dieser Warntafel versehen sein. Diese Tafel mit der UN-Nummer muss bei unterschiedlichen Stoffen für jedes Abteil angebracht sein. Wird dagegen nur ein Stoff befördert, darf die neutrale Warntafel vorne und hinten durch die mit Nummern ersetzt und auf die seitliche Kennzeichnung verzichtet werden.
    • Abfallwarntafel: Diese Warntafel ergibt sich aus dem Namen. Mit dieser werden Abfälle gekennzeichnet und muss an Front und Heck des Fahrzeugs befestigt werden.
    • Warntafel für erwärmte Stoffe: Diese Warntafeln mit einem Thermometer in einem roten Dreieck kennzeichnen Gefahrguttransporte, die per Definition erwärmt und sehr heiß sind. Bei Flüssigkeiten muss dieses Symbol ab 1100 Grad Celsius und bei Feststoffen ab 240 Grad Celsius seitlich und am Heck angebracht werden. Beispiele für Gefahrguttransporte mit dieser Warmtafel sind Bitumen oder flüssiges Aluminium.

    Unternehmen, bei denen Gefahrguttransporte zum Alltag gehören, können die verschiedenen Warntafel online in den Gefahrgut-Shops erwerben.

    Kennzeichnungspflicht von Gefahrgut

    Die Kennzeichnungspflicht von Gefahrgut ist gesetzlich in den bereits erwähnten ADR-Vorschriften. Darüber hinaus ist die Pflicht auch im sogenannten RID (Reglement concernant le transport international ferroviaire de marchandises dangereuses) manifestiert. Dies sind die Regelungen für die Beförderung von Gefahrgütern auf Schienen. Umgangssprachlich wird von ADR- und RID-Vorschriften gesprochen. In Deutschland wurde die Kennzeichnungspflicht nochmals im Gesetz zur Beförderung gefährlicher Güter (GGBefG) integriert – speziell in der „Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn, Binnenschifffahrt“.

    Unter §2 GGBefG ist genau definiert, was unter Gefahrgut zu verstehen ist:

    „Gefährliche Güter im Sinne dieses Gesetzes sind Stoffe und Gegenstände, von denen auf Grund ihrer Natur, ihrer Eigenschaften oder ihres Zustandes im Zusammenhang mit der Beförderung Gefahren für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung, insbesondere für die Allgemeinheit, für wichtige Gemeingüter, für Leben und Gesundheit von Menschen sowie für Tiere und Sachen ausgehen können.“

    Durch die international einheitliche Symbolik sollen andere Verkehrsteilnehmer auf die Gefahrgüter sowie auf den Gefahrguttransport aufmerksam gemacht werden. Sollte es zu einem Unfall kommen, können die Rettungskräfte am Ort der Unglücksstelle darauf aufmerksam gemacht werden.

    Durch die Kennzeichnungspflicht soll die Sicherheit für Mensch und Umwelt gewährleistet werden. Bei Gefahrgütern geht die Sicherheit vor und darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

    Obwohl die einzelnen Regelungen zu Gefahrgütern und Gefahrguttransporten sehr komplex sind, dienen sie in erster Linie der Sicherheit der Bevölkerung.

    Was das Gefahrgutbeförderungsgesetz regelt

    Bei dem Gefahrgutbeförderungsgesetz (GGBefG) handelt es sich um das Gesetz für die Beförderung gefährlicher Güter mit der Bahn, auf der Straße, auf See oder in der Luft. Mit dem Gefahrgutbeförderungsgesetz wird der allgemeine Geltungsbereich der Gefahrgutvorschriften geregelt. Darüber hinaus legt das Gesetz die Ermächtigungen und die Eingriffsmöglichkeiten der Bundesbehörden fest sowie die Höhe der Bußgelder für Ordnungswidrigkeiten bei einem Verstoß.

    Einteilung in Gefahrgutklassen

    Gefahrgut wird in insgesamt neun ADR-Klassen eingeteilt. Diese sind folgende:

    • Klasse 1explosive Stoffe
    • Klasse 2 – gasförmige Stoffe
    • Klasse 3entzündliche flüssige Stoffe
    • Klasse 4 – entzündliche feste Stoffe
    • Klasse 5oxidierende Stoffe oder organische Peroxids
    • Klasse 6 – giftige Stoffe
    • Klasse 7 – radioaktive Stoffe
    • Klasse 8 – ätzende Stoffe
    • Klasse 9 – verschiedene gefährliche Stoffe

    Die einzelnen Gefahrgutklassen müssen bei jeder Art von Gefahrgut vorhanden sein, das transportiert wird. Werden gefährliche Güter bei der Beförderung umverpackt, muss die Beschriftung übernommen werden. Die Kennzeichnung der Umverpackung ist in diesem Fall ebenfalls verpflichtend.

    Verschiedene Arten der Gefahrgutkennzeichnung

    Die Gefahrgüter werden entweder durch eine orangene Warntafel (Gefahrgutkennzeichnung 30 1202) oder durch einen Großzettel gekennzeichnet. Je nach Einsatz werden diese Zeichen aus unterschiedlichen Materialien hergestellt.

    Wie bereits erwähnt, gibt es Aufkleber oder eine Beschriftung aus Pappe, die für die Kennzeichnung der Gefahrgüter ausreichen. Hierbei handelt es sich um eine temporäre Beschriftung.

    Daneben gibt es die dauerhafte Markierung für Gefahrgut. Diese ist in der Regel für die Kennzeichnung an Containern oder für LKW gedacht und sind spezielle Folien, die den ADR-Vorschriften entsprechen. Diese Folien sind die Warntafeln.

    Diese müssen eine rückstrahlende Oberfläche aufweisen, so dass sie von anderen Verkehrsteilnehmern auch im Dunkeln gesehen werden können. Zudem sollen sie nach ADR-Vorschrift 40 x 30 Zentimeter groß sein. Außerdem muss die sogenannte UN-Nummer und die jeweilige Gefahrgutklasse ersichtlich sein.

    Die Großzettel sind eine weitere Art der Kennzeichnung für Gefahrguttransporte. Bei Containern oder Tanks müssen sie gut sichtbar an der Außenseite angebracht sein. Werden mehrere gefährliche Stoffe transportiert, können auch mehrere Zettel angebracht werden. In diesem Fall wird vom Bezettelung gesprochen.

    Gefahrgutbeauftragter im Unternehmen

    Jedes Unternehmen, das den Vorschriften des Gefahrstoffbeförderungsgesetzes unterliegt –  also Gefahrstoffe herstellt und vertreibt oder diese anwendet – muss intern einen Gefahrgutbeauftragten bestimmen. Bei der jeweiligen Person muss dies im Arbeitsvertrag festgehalten werden. Es kann jedoch auch durch eine schriftliche Mitteilung des Arbeitgebers erfolgen, die innerhalb des Betriebs bekanntgemacht wird.

    Wenn ein Gefahrgutbeauftragter bestimmt wird, muss jeder Mitarbeiter wissen, wer die Person ist und wo diese erreicht werden kann. Wenn das Unternehmen oder der Betrieb keinen Gefahrgutbeauftragten bestimmt, ist es automatisch selbst der Beauftragte und muss die entsprechenden Schulungen nachweisen.

    Wann sich Unternehmen von der Verpflichtung befreien lassen können

    Es gibt Fälle, in denen sich Unternehmen von der Verpflichtung einen Gefahrgutbeauftragten zu bestellen, befreien lassen können. Dafür müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein.

    • Die Unternehmertätigkeit muss sich auf freigestellte Förderungen gefährlicher Güter auf der Straße, Schiene, auf Binnengewässer sowie auf See beziehen. In den ADR-Vorschriften gibt es dafür einen Unterabschnitt 1.3.1 ADR. Darüber hinaus sind Betriebe von der Verpflichtung der Bereitstellung eines Gefahrgutbeauftragten freigestellt, wenn die Beförderung ausschließlich nach Kapitel 3.4 und 3.5 ADR/RDI/ADN/IMDG_Code erfolgt.
    • Die Befreiung erfolgt dann, wenn in einem Kalenderjahr nicht mehr als 50 Tonnen netto gefährlicher Güter für den Eigenbedarf in Erfüllung betrieblicher Aufgaben befördert werden. Bei radioaktiven Stoffen sind es die UN-Nummern 2908 und 2911.
    • Betriebe können sich von der Pflicht befreien lassen, wenn sie ausschließlich Pflichten als Fahrzeugführer, Schiffsführer, Empfänger, Reisender, Hersteller und Rekonditionierer von Verpackungen haben.
    • Befreit sind die Unternehmen, die ausschließlich als Auftraggeber des Absenders an der Beförderung gefährlicher Güter von nicht mehr als 50 Tonnen netto pro Kalenderjahr beteiligt sind. Ausgenommen sind in diesem Fall Stoffe der Klasse 7 sowie gefährliche Güter der Beförderungskategorie 0 nach Absatz 1.1.3.6.3.
    • Wenn sich die Tätigkeit ausschließlich auf die Entladung gefährlicher Güter von nicht mehr als 50 Tonnen netto pro Jahr bezieht, brauchen Betriebe ebenfalls keinen Gefahrgutbeauftragten bestellen oder müssen selbst als dieser agieren.

    Aufgaben eines Gefahrgutbeauftragten

    Im Folgenden wird detailliert auf die Aufgaben eines Gefahrgutbeauftragten eingegangen. Dies sind:

    • Beratende Tätigkeiten innerhalb des Unternehmens zu geeigneten Maßnahmen zur Einhaltung der Gefahrgutvorschriften.
    • Dokumentation der Überwachungstätigkeit
    • Erstellung des Jahresberichts
    • Berichterstellung bei Gefahrgutunfällen
    • Durchführung von vorgeschriebenen Schulungen
    • Sollte der Gefahrgutbeauftragte die vorgeschriebenen Aufgaben nicht erfüllen, unterliegt er unmittelbar dem Strafrecht. Wegen des Haftungsrisikos sollten Gefahrgutbeauftragte beziehungsweise Unternehmen abgesichert werden.

    Wer als Gefahrgutbeauftragter in Frage kommt

    Wie bereits erwähnt, können Mitarbeiter eines Unternehmens als Gefahrgutbeauftragter in Frage kommen, wenn sie gemäß der Gefahrgutbeförderungs-Verordnung (GbV) geschult wurden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, externe Personen als Gefahrgutbeauftragten zu bestellen.

    Schritte zur Bestellung eines Gefahrgutbeauftragten

    • Tritt das Unternehmen nicht selbst als Gefahrgutbeauftragter in Erscheinung, können auch mehrere Beauftragte bestimmt werden. Die Anzahl liegt in der Eigenverantwortlichkeit des Betriebs und ist abhängig von der Betriebsgröße sowie der Menge an gefährlichen Stoffen, die pro Jahr transportiert werden.
    • Das Unternehmen muss den Gefahrgutbeauftragten schriftlich bestellen.
    • Der Zuständigkeitsbereich muss genau festgelegt werden.
    • Ein externer Gefahrgutbeauftragter muss ebenfalls schriftlich bestellt werden.
    • Die IHK der Bundesländer bieten entsprechende Schulungen zu Gefahrguttransporten an. Der Gefahrgutbeauftragte muss eine solche Schulung besuchen und bestehen. Nach bestandener Prüfung erhält er eine Bescheinigung, die 5 Jahre gültig

    Fachmesse für Gefahrgut und Gefahrstoff

    Wie wichtig das Thema Gefahrenstoffe und Gefahrengüter für Unternehmen sowie für kleine und mittelständische Betriebe ist, verdeutlicht die Fachmesse „Gefahrgut und Gefahrstoff“.

    Auf der jährlich stattfindenden Messe in Leipzig präsentieren sich namhafte Austeller aus dem In- und Ausland und stellen ihre neuesten Lösungen, Produkte und Leistungen für den Gefahrguttransport, die Lagerung, die innerbetriebliche Logistik von Gefahrstoffen und die maximale Sicherheit im Umgang mit hochsensiblen Gütern und Stoffen. Programmpunkte der Messe sind unter anderem Fachvorträge sowie verschiedene Praxisvorführungen. Darüber hinaus können sich Entscheider, Fachverantwortliche sowie Sicherheitsbeauftragte fachlich austauschen und ihr berufliches Netzwerk erweitern.

    Wie der Messeveranstalter mitteilt, ist die Fachmesse 2019 um 30 Prozent gewachsen und erfreut sich unter den Fachbesuchern einer großen Resonanz. Darüber hinaus wird die Messe von den Fachverbänden EASA (European Association of dangerous goods Safety Advisers)  und dem Gefahrgutverband Deutschland unterstützt.

    Zudem teilt der Veranstalter mit, dass die Fachmesse europaweit einzigartig ist. Das Angebotsprofil verbinde Produkte und Leistungen des Gefahrguttransports, der Lagerung sowie der innerbetrieblichen Logistik von Gefahrstoffen mit den hochsensiblen und sicherheitsrelevanten Anforderungen der damit verbundenen Logistikkette.

    Auf der Webseite der Messe finden sich weiterführende Informationen sowie der Termin für die kommende Veranstaltung.

    Autor: Redaktion SafetyXperts

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