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REACH Registrierung: Übergangsfrist ist abgelaufen

© Umweltbundesamt
REACH

In 2007 trat die REACH-Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 in Kraft. Am 1.6.2018 lief die letzte Registrierungsfrist ab. Wenn Stoffe, die Sie einkaufen, nicht registriert wurden, kann das viele Gründe haben.

Insgesamt 21.551 Stoffe wurden registriert. Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hatte mit 70.000 Registrierungen gerechnet. Diese Zahl ergab sich aus den Vorregistrierungen, die der ECHA vorlagen. Doch die hohen Kosten haben letztlich viele Unternehmen von der REACH Registrierung abgehalten. Diese setzen sich aus der Registrierungsgebühr und den Kosten für die Beschaffung der geforderten Prüfdaten zusammen. Etliche Betriebe verfügen nicht über die nötige Expertise für die Ausarbeitung eines Registrierungsdossiers und benötigen daher einen Dienstleister – und da können schnell tausende Euro zusammenkommen.

Bei der letzten Übergangsfrist zur REACH Registrierung ging es um Stoffe, die in Mengen von 1–100 Tonnen pro Hersteller oder Importeur in der EU hergestellt oder in die EU importiert werden. Viele Unternehmen hatten Zweifel, dass die Kunden bereit sind, die Registrierungskosten mitzutragen und somit einen höheren Preis zu akzeptieren. Daher haben Chemikalienhersteller und Importeure auf die Registrierung verzichtet und die Produktion bzw. den Import bestimmter Stoffe zum 1.6.2018 eingestellt.

Dann war keine REACH Registrierung nötig

Wurde ein Gefahrstoff registriert, wird Ihnen der Lieferant die Registrierungsnummer mitteilen. Sie ist bei der nächsten Aktualisierung des Sicherheitsdatenblattes in dieses Dokument aufzunehmen.
Fehlt die REACH-Registrierungsnummer, kann das verschiedene Ursachen haben:

  • Der Stoff ist ein Polymer. Polymere sind nicht zu registrieren, wohl aber die darin enthaltenen Monomere und anderen Stoffe.
  • Es handelt sich um häufig verwendete ungefährliche Verbindungen und Stoffgruppen, z. B. Naturstoffe, die in Anhang IV und V der REACH-Verordnung genannt sind.
  • Der Stoff wurde reimportiert. Exportierte Stoffe, die wieder in die Gemeinschaft importiert werden, sind von der Registrierung ausgenommen, wenn der wiedereingeführte Stoff mit dem ausgeführten Stoff identisch ist.
  • Der Stoff wurde wiedergewonnen. Er braucht nicht registriert zu werden, wenn der wiedergewonnene Stoff mit einem bereits von irgendjemandem, egal in welcher Menge, registrierten Stoff identisch ist.
  • Der Lieferant stellt den Stoff ausschließlich für die Verwendung als Human- oder Tierarzneimittel oder in Lebens- oder Futtermitteln her.
  • Es wurde eine zeitlich begrenzte Ausnahme von der Registrierungspflicht beantragt, weil der Stoff derzeit ausschließlich für Produkt- und verfahrensorientierte Forschung und Entwicklung (PPORD) hergestellt oder eingeführt wird.

Ebenfalls wichtig: Alle Stoffe, die vor Inkrafttreten von REACH unter der Richtlinie 67/548/EWG angemeldet wurden (auch NONS genannt), gelten unter REACH als registriert.

Sonderfall Zwischenprodukte Ein Zwischenprodukt ist definiert als Stoff, der für die chemische Weiterverarbeitung hergestellt und hierbei verbraucht oder verwendet wird, um in einen anderen Stoff umgewandelt zu werden. Es wird unterschieden zwischen

  • nichtisolierten Zwischenprodukten,
  • standortinternen isolierten Zwischenprodukten und
  • transportierten isolierten Zwischenprodukten.

Nichtisolierte Zwischenprodukte sind von REACH komplett ausgenommen. Für isolierte Zwischenprodukte war eine Registrierung mit reduzierten Informationsanforderungen möglich. Das ging jedoch nur, wenn die Herstellung und Verwendung ausschließlich unter streng kontrollierten Bedingungen erfolgten, indem der Stoff durch technische Mittel strikt eingeschlossen wurde. Waren diese
Voraussetzungen nicht erfüllt, musste eine vollständige Registrierung vorgelegt werden.

In der Datenbank der ECHA finden Sie alle registrierten Stoffe

Auf der Internetseite der ECHA können Sie anhand verschiedener Kriterien nach registrierten Stoffen recherchieren. Hierzu gehören neben der Stoffbezeichnung auch Identifikationsnummern
wie die CAS-, EG- oder Registrierungsnummer. So können Sie herausfinden, ob der Stoff vollständig (Full) oder als Zwischenprodukt (Intermediate) registriert wurde. Wurde ein Stoff ausschließlich nur als Zwischenprodukt registriert, dürfen Sie den Stoff nur verwenden, wenn Sie bestätigen können, dass

  • der Stoff während des gesamten Lebenszyklus und somit z. B. während der Produktion, Probenahme, Entsorgung und Lagerung strikt eingeschlossen ist,
  • ausschließlich entsprechend ausgebildetes Personal mit dem Stoff umgeht,
  • bei Reinigungs- und Wartungsarbeiten die Anlage vor dem Öffnen gereinigt und gespült wird,
  • durch spezielle Verfahrens- und Überwachungsmaßnahmen eine Minimierung von Emissionen jederzeit, d. h. auch bei Unfällen oder bei der Entstehung von Abfällen sichergestellt ist,
  • der Umgang mit dem Stoff in Ihrem Betrieb sorgfältig dokumentiert und überwacht wird.

Wenn Sie in Ihrem Betrieb aus registrierten Stoffen Produkte wie beispielsweise Reinigungsmittel herstellen, die auch an private oder gewerbliche Verwender verkauft werden, benötigen Sie
Stoffe, die vollständig registriert wurden. Anders ist die Situation, wenn Sie Stoffe synthetisieren. Hierfür können Sie Substanzen verwenden, die als Zwischenprodukt registriert wurden, sofern
diese bei der Synthese vollständig verbraucht werden.

Fazit: Wer nach dem 1.6.2018 erstmalig einen Stoff in einer Menge von 1 Tonne pro Jahr herstellt oder importiert, muss diesen registrieren. Dazu können Sie die ECHA Datenbank der registrierten Stoffe nutzen.

Autor: Gabriele Janssen

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