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10 Punkte für mehr Profitabilität Ihrer Photovoltaikanlage

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Photovoltaikanlage

Reagieren Sie auf das Ende der Einspeisevergütung, nachlassende Leistung etc.! Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) unterliegen einer Dynamik, die Sie beachten sollten. Die gesetzlich garantierte Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) endet 20 Jahre nach der Installation und manche frühe Anlagen sehen deshalb bereits ihrem Ende entgegen: Bereits in zwei Jahren müssen die ersten Anlagenbetreiber auf die Einspeisevergütung verzichten. Doch selbst damit muss die Rentabilität Ihrer Anlagen nicht vorbei sein. Mit diesen Tipps bringt Ihnen Ihre PV-Anlage mehr Profit.

Denn einige der Empfehlungen können auch dann für Sie interessant sein, wenn die Förderdauer noch länger läuft oder Sie die Installation erst planen.

Prüfen Sie diese 10 Möglichkeiten, um die Profitabilität Ihrer Photovoltaikanlage zu erhöhen:
  1. Werden Sie zum Eigenversorger: Wenn die Einspeisung Ihres PV-Stroms ins öffentliche Netz nicht mehr ausreichend profitabel ist, bringt in vielen Fällen der Eigenverbrauch des produzierten Stroms mehr Gewinn. Denn für den Eigenstromverbrauch in Höhe von 10 MWh jährlich von Anlagen bis 10 kWp müssen Sie erst nach Ablauf des 20. Jahres nach Installation die EEG-Umlage bezahlen. Und selbst danach ist der Eigenverbrauch noch profitabel, da die EEG-Umlage hierfür auf 40 % begrenzt ist. Beachten Sie aber beim Eigenverbrauch unbedingt Ihre Meldepflichten gegenüber dem Netzbetreiber und der Bundesnetzagentur.
  2. Erweitern Sie Ihre Anlage mit einem Stromspeicher: Unsere Erfahrung zeigt, dass auch Industriebetriebe mit idealen Voraussetzungen selten mehr als 50 % des selbst produzierten Stroms auch im eigenen Betrieb nutzen können. Dieser Anteil kann jedoch auf über 70 % erhöht werden, wenn Sie einen geeigneten Stromspeicher einsetzen. Dabei wird er Speicher für PV-Anlagen rechtlich genauso behandelt wie die PV-Anlage selbst. Das bedeutet, dass Sie dann günstig Eigenstrom nutzen können, wenn die Speicherleistung unter 10 kW und der jährliche Verbrauch unter 10 MWh liegen.
  3. Vergrößern Sie das Nutzungsspektrum Ihres PV-Stroms: Überschüssiger Strom kann sinnvoll genutzt werden, indem Sie beispielsweise
    1. eine Wärmepumpe zur Brauchwassererwärmung oder Heizung betreiben,
    2. Warmwasserspeicher über automatisch regelnde Heizstäbe mit Wärme versorgen,
    3. Elektroautos oder -fahrräder etc. mit Strom laden. So können Sie über Wärme oder die Akkus Ihrer E-Autos Überschuss-Strom speichern, ohne in spezielle Stromspeicher investieren zu müssen.
  4. Reinigen Sie Ihre PV-Anlage regelmäßig: Verschmutzungen der PV-Module verursachen üblicherweise einen Leistungsverlust von 10 bis 15 %. Hinzu kommen Schäden durch marode Kabelverbindungen oder Isolierungen. Oft ist es also nicht das Alter der Module, sondern die mangelnde Wartung, die für die nachlassende Leistung verantwortlich ist.
  5. Versichern Sie Ihre PV-Anlage: Allgefahrenversicherungen für PV-Anlagen sind meist günstig und schützen Sie vor vielen kostspieligen Schäden, die von der Versicherung abgedeckt werden. Über mögliche Schäden oder Gefahren, die von einer PV-Anlage ausgehen können und die Gegenstand der Versicherung sein sollten, informiert der VDE mit einer Infobroschüre, die Sie unter shortlinks.de/t687 erhalten.
  6. Auch einem Verkauf oder Umzug einer PV-Anlage steht nichts im Weg: Wichtig bei Verkauf und Umzug Ihrer PV-Anlage ist nur die Beachtung der Pflichten zur Ab- und späteren Wiederanmeldung im Marktstammdatenregister, beim Netzbetreiber und der Bundesnetzagentur.
  7. Beachten Sie Prüfpflichten und Brandschutzmaßnahmen: Besonders bei den kritischen Komponenten wie Anschlüssen und Steckverbindungen ist eine regelmäßige Kontrolle Pflicht. Außerdem dürfen brennbare Materialien nicht in der Nähe der Anlage gelagert werden. Berücksichtigen Sie solche regelmäßigen Überprüfungen bereits bei der ersten Erstellung der Gefährdungsbeurteilung Ihrer PV-Anlage, um jede Fahrlässigkeit ausschließen zu können.
  8. Sichern Sie die korrekte Installation Ihrer Anlage über einen Werkvertrag ab: Denn im Rahmen eines Werkvertrags haben Sie nicht nur die übliche zweijährige Gewährleistung auf die Montage, sondern ganze fünf Jahre ab Installation. Achten Sie auch darauf, eine mindestens 20-jährige Leistungsgarantie auf die PV-Anlage zu bekommen, da ansonsten der Leistungsverlust von PV-Modulen im Alter ein echtes Ärgernis werden kann.
  9. Erhalten Sie die Anlagenleistung durch den Austausch einzelner defekter oder schwacher Module: Denn der Austausch einzelner Module ändert nichts an der rechtlichen Einstufung der PV-Anlage und deren Alters. Sie bekommen auch nach Austausch einzelner Module weiterhin die EEG-Einspeisevergütung, die zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme der gesamten Anlage galt. So kann im Einzelfall die aktuelle Anlagenleistung und damit die Einspeisevergütung signifikant gesteigert werden. Aber Achtung! Diese Regelung gilt nicht bei Eigenverbrauch des PV-Stroms. In diesem Fall führt der Austausch einzelner Module dazu, dass Sie höhere EEG-Umlagen für den selbst verbrauchten Strom bezahlen müssen.
  10. Nutzen Sie die steuerlichen Vorteile: Auch als Betreiber einer Photovoltaikanlage können Sie die von Ihnen entrichtete Umsatzsteuer mit der vereinnahmten Umsatzsteuer als Vorsteuerabzug verrechnen. Wenn Ihre Anlage nur einen Jahresumsatz von 17.500 € erbringt, können Sie alternativ die Kleinunternehmerregelung nutzen. Dies hat zur Folge, dass Sie in Ihren Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen müssen.

Unsere Empfehlung: Egal, aus welchen Gründen Sie Ihre PV-Anlage installiert haben oder dies planen – Imageaspekte, finanzielle Gewinne oder ökologische Überzeugung –, schenken Sie der Anlage auch nach der Installation die nötige Aufmerksamkeit. Wir empfehlen allen Anlagenbetreibern, sich mindestens einmal jährlich bewusst mit neuen oder zusätzlichen Nutzungsmöglichkeiten des PV-Stroms auseinanderzusetzen und in diesem Zusammenhang die Anlage und moderne Nutzungskonzepte kritisch und konstruktiv zu prüfen.

Autor: Christian Schweizer und Stefan Küst

 

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