Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz aktuell PREMIUM 10.11.2025

KW 46/2025

Top-Thema: Verdacht im Raum – und was nun? Dieser Leitfaden für Führungskräfte hilft, bei einem Rauschmittelverdacht richtig zu reagieren.

Svenja DammaschWerner Böcker
Download PDF
Legalisierung von Cannabis: Kiffen am Arbeitsplatz ist trotzdem verboten!
Vor über einem Jahr hat der Deutsche Bundestag der teilweisen Legalisierung von Cannabis zugestimmt. Und damit kommen auf Sie bzw. auf alle Unternehmen in Deutschland neue arbeitssicherheitsrechtliche Herausforderungen zu. Denn Arbeitnehmer könnten die Neuregelung gründlich missverstehen und damit sich und andere im Betrieb gefährden.
Auf einen Joint in der Pause? – Keine gute Idee
Cannabis ist (teilweise) legal – aber deshalb noch lange nicht ungefährlich. Die neue Gesetzeslage sorgt für Unsicherheiten im Betrieb: Was ist erlaubt, was nicht? Und ab wann gilt jemand als arbeitsunfähig? Dieser Praxisfall zeigt, warum Unterweisung auch beim Thema Cannabis wichtig bleibt.
70 % – bei Leistungsdruck greifen viele Beschäftigte zu chemischen Helfern
Der Leistungsgedanke ist in der Gesellschaft stark verankert – privat wie beruflich. Besonders von Führungskräften wird im Job Leistung erwartet. Immer. Überall. Ob bei Projektbesprechung, Kundenpräsentation oder Krisenmanagement – Führungskräfte sollen funktionieren. Und genau hier beginnt das Problem: Wer ständig unter Druck steht, sucht nach Auswegen. Für manche ist das der Kaffee im Halbstundentakt. Für andere sind es frei verkäufliche oder verschreibungspflichtige Mittel – oder im schlimmsten Fall illegale Substanzen.
Wie Sie mit den richtigen Methoden auch heikle Themen sicher unterweisen
Rauschmittel sind ein sensibles Thema – niemand spricht gern offen darüber. Dennoch ist es entscheidend, dass alle Beschäftigten die Gefahren kennen und wissen, wie sie im Ernstfall handeln sollen. Mit den richtigen Methoden gelingt es Ihnen, dieses schwierige Thema in der Unterweisung so aufzugreifen, dass es weder peinlich noch belehrend wirkt, sondern Diskussionen anregt und Verhaltenssicherheit schafft.
Rauschmittel am Arbeitsplatz sind kein Kavaliersdelikt, sondern ein echtes Unfallrisiko
Beim Thema Alkohol, Medikamente & Drogen unterscheidet sich die eigene Wahrnehmung oft von der objektiven Realität. Während berauschte Personen häufig denken, die Situation voll im Griff zu haben, würde ein Reaktionstest oft zeigen: Diese Person hat keinen klaren Kopf – und das kann bei der Arbeit schwere Folgen haben. Klären Sie in der Unterweisung auf: über Unfallrisiken und versicherungstechnische Nebenwirkungen.
Mit diesen 4 Videos demonstrieren Sie die Relevanz der Suchtmittel-Problematik
Wenn Sie in einem Unternehmen Probleme mit Suchtmitteln thematisieren, hören Sie sehr häufig die Aussage: „So etwas gibt es bei uns nicht!“ Die Realität sieht leider oft anders aus. Warum die Probleme totgeschwiegen werden, hat viele Gründe, aber eins ist klar: Geholfen wird damit niemandem. Wir müssen uns diesem Thema stellen und die folgenden vier Videos sind ein sehr guter Ansatz dazu.
Respektvoll, aber klar: So handeln Führungskräfte bei Verdacht auf Rauschmittel richtig
Viele Führungskräfte sind unsicher, wenn sie den Verdacht haben, dass eine beschäftigte Person unter dem Einfluss von Rauschmitteln steht: Was dürfen sie tun und was nicht? Braucht es einen Alkohol- oder Drogentest? Was, wenn der Verdacht falsch ist? Geben Sie Führungskräften in der Unterweisung konkrete Hilfestellungen, damit sie wissen, wie sie sich zu verhalten haben – ohne zu übertreiben, aber auch, ohne etwas zu übersehen.
Fit für die Arbeit? – Appellieren Sie an das Verantwortungsgefühl der Beschäftigten
Ob Restalkohol vom Vorabend, eine Schmerztablette gegen Rückenschmerzen oder ein Joint am Wochenende: Viele Beschäftigte haben mehr Berührungspunkte zum Thema Rauschmittel, als es auf den ersten Blick scheint. Und das kann im Betrieb zur Gefahr werden, denn Rauschmittel wirken, manchmal stärker und länger, als es Betroffene selbst wahrnehmen. Die Unterweisung verfolgt nicht das Ziel, den moralischen Zeigefinger zu heben oder private Lebensstile zu bewerten. Es geht vielmehr um die Frage: Bin ich in der Lage, meine Arbeit sicher zu erledigen – für mich selbst und andere? Eine offene, sachliche und alltagsnahe Unterweisung hilft, das Bewusstsein für die eigene Verantwortung zu stärken.

Arbeitshilfen

  • Quiz zum Thema „Rauschmittel am Arbeitsplatz“