Gefährdungsbeurteilung Plus  08.09.2025

Desinformation – 10-2025

Werner BöckerJürgen LogaUta Fuchs
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Hitze im Betrieb? So schützen Sie Ihre ­Mitarbeitenden wirklich!
Die jüngste AOK-Umfrage zeigt: Jeder dritte Beschäftigte fühlt sich durch Hitzewellen stark beeinträchtigt, Ausfälle nehmen spürbar zu. Auch die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) warnt: Hitze ist ein ernstes Gesundheitsrisiko und kann Konzentrationsstörungen, Kreislaufprobleme bis hin zu Hitzschlägen verursachen.
Vertrauen verspielt: 33 % möchten den eigenen Chef durch eine KI-Lösung ersetzen
In einer Zeit, in der Führung mehr denn je Orientierung geben sollte, bröckelt das Fundament des Vertrauens zwischen Mitarbeitern und ihren Vorgesetzten. Die neue Bitkom-Studie aus dem Frühjahr 2025 zeigt: Jeder dritte Beschäftigte in Deutschland kann sich vorstellen, dass sein Vorgesetzter durch eine Künstliche Intelligenz (KI) ersetzt wird. Besonders junge Beschäftigte äußern diesen Wunsch nicht nur hypothetisch, sondern als konkrete Hoffnung. Auslöser sind psychische Belastungen, die durch das Verhalten der Führungskräfte ausgelöst werden. Doch was ist die Konsequenz?
Gefährlich falsch: Wenn Information zur Bedrohung wird!
Was wie eine hilfreiche Anleitung aussieht, kann zur tödlichen Falle werden, wenn es sich um eine Desinformation oder Fehlinformation handelt. Die Grenze zur Gefahr ist oft unsichtbar, aber der Schaden kann enorm sein. Deshalb gehört der kritische Umgang mit Informationen auch zum Arbeitsschutz.
Psychische Belastung
Psychische Gefährdungsbeurteilung bei Arbeitsplätzen im Außendienst
Psychische Belastungen betreffen besonders Menschen, die im Vertrieb oder auf Montage tätig sind. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin weist in ihren Veröffentlichungen wiederholt auf die besonderen Herausforderungen mobiler Arbeitsformen hin. Denn hier ist der Arbeitsplatz nicht nur dezentral – er ist oft gleichbedeutend mit Alleinsein, Zeitdruck, hoher Fremdsteuerung und unklaren Rollenerwartungen. Psychische Belastungen werden dann schnell zu Beanspruchungen. Für Sie als Sifa ist dies eine Herausforderung, denn die betroffenen Mitarbeiter sind in der Regel selten oder nie im Unternehmen. Beachten Sie daher unbedingt die geänderten Abläufe bei diesen Arbeitsplätzen.
„Wir machen das Unsichtbare sichtbar“
Dass technische Lösungen die Gefährdungsbeurteilung unterstützen können, bezweifelt wohl niemand. Dass das auch für mobile Arbeitsplätze funktioniert, zeigen die Lösungen von Samsara, die z. B. bei DHL eingesetzt werden. Ein Gespräch mit Jürgen Schachner über die Möglichkeiten, Lkw-Fahrern direktes Feedback zu geben, und die Bereitschaft, sich bei der Arbeit kontrollieren zu lassen.
PSA: Kein Platz für Improvisation
Persönliche Schutzausrüstung (PSA) ist die letzte Schutzbarriere zwischen Mensch und Gefahr. Umso wichtiger ist es, dass sie korrekt ausgewählt, bereitgestellt und individuell genutzt wird. In der Praxis sieht das leider oft anders aus: Kolleginnen und Kollegen leihen sich mal eben Handschuhe, Helme oder Schutzbrillen aus, ohne zu bedenken, dass PSA fast immer eine persönliche Anpassung erfordert.
Was ist was? – Anweisungen, Anleitungen und Hinweise klar unterscheiden
Die Begriffe Arbeitsanweisung, Betriebsanweisung, Sicherheitsanweisung, Sicherheitshinweis oder Betriebsanleitung klingen ähnlich – und genau deshalb werden sie im Betriebsalltag oft verwechselt. Dabei steckt hinter jedem Begriff eine klare Funktion: Mal geht es um detaillierte Arbeitsabläufe, mal um verbindliche Schutzmaßnahmen oder um schnelle Hinweise direkt an der Maschine. Wer diese Unterschiede kennt, schafft Transparenz, erhöht die Akzeptanz bei den Beschäftigten und stärkt den Arbeitsschutz nachhaltig.
Methoden
Azubis aus Drittstaaten: Wie kann die Integration ohne psychische Belastung gelingen?
Johanna M., Heilbronn: „Wir bekommen demnächst mehrere Azubis aus Asien, die bei uns eine dreijährige Ausbildungszeit absolvieren. Sie sprechen zwar Deutsch, ich habe aber die große Sorge, dass sie sich nicht leicht integrieren lassen und sowohl für die Azubis als auch die Mitarbeiter Stress ausgelöst wird. Wie würden Sie vorgehen?“
Reduzierringe bei Kreissägeblättern: Wirklich kein Risiko?
Julius R., Reutlingen: „Unser Unternehmen beschafft aus Kostengründen Kreissägeblätter mit einer einheitlichen Bohrung (meist 30 mm). Je nach Maschine werden mitgelieferte Reduzierringe genutzt, um die Blätter auf kleinere Wellen (z. B. 16 oder 20 mm) anzupassen. Diese Ringe liegen den Sägeblättern lose bei und werden von den Beschäftigten selbst eingesetzt. Eine Unterweisung oder schriftliche Arbeitsanweisung zu diesem Thema gibt es nicht, da man davon ausgeht, dass hier keine Risiken bestehen. Ist dieses Vorgehen aus Sicht des Arbeitsschutzes in Ordnung?“

Arbeitshilfen

  • Mustergefährdungsbeurteilung: Fehl- und Desinformation
  • Checkliste: Wie schütze ich mich vor Fehl- und Desinformation?