Top-Thema: Schweißen und Schneiden

Gefährdungen beim Schweißen erkennen und Schutzmaßnahmen konsequent umsetzen

Schweißen und Schneiden gehören zu den Tätigkeiten mit besonders vielen, teils „unsichtbaren“ Risiken: Strahlung, Gefahrstoffe, Brand- und Explosionsgefahren, elektrische Gefährdungen und Belastungen für Beschäftigte im Umfeld. Erstellen Sie die Gefährdungsbeurteilung so, dass sie nicht beim Helm endet, sondern bereits bei der Frage beginnt, ob das Schweiß- oder Schneidverfahren überhaupt notwendig ist. Dieser Beitrag führt Sie praxisnah durch die Ermittlung typischer Gefährdungen und zeigt Ihnen wirksame Maßnahmen nach dem STOP-Prinzip – mit dem Fokus auf Umsetzung, Wirksamkeitskontrolle und Dokumentation.
Werner Böcker

Werner Böcker

21.02.2026 · 6 Min Lesezeit

Beginnen Sie bei der Gefährdungsbeurteilung nicht mit Maßnahmen, sondern mit der sauberen Beschreibung des Arbeitsprozesses. Nur dann beurteilen Sie Risiken belastbar und vermeiden „Standard-Gefährdungsbeurteilungen“, die in der Praxis nicht greifen. Klären Sie zuerst diese Eckdaten:

  • Welche Schweißverfahren kommen zum Einsatz (Lichtbogenschweißen, MIG/MAG, WIG, Autogen, Plasmaschneiden, Brennschneiden, Punktschweißen etc.)?

  • Wie häufig und wie lange wird geschweißt/geschnitten (Serienprozess, Instandhaltung, sporadische Arbeiten)?

  • Wo findet die Tätigkeit statt (Schweißkabine, Montagehalle, Baustelle, Tank/Behälter, enge Räume)?

  • Wer ist beteiligt bzw. kann betroffen sein (Schweißer, Helfer, Staplerfahrer, Reinigung, Fremdfirmen)?

  • Welche Werkstoffe werden bearbeitet (unlegierter Stahl, Edelstahl, verzinkte Teile, beschichtete Werkstücke, Aluminium, Sonderwerkstoffe)?

  • Welche Randbedingungen existieren (Zugluft, Raumhöhe, brennbare Stoffe, Verkehrswege, Fluchtwege, Brandschutzkonzept)?

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  • Gefährdungen in allen Arbeitsbereichen zuverlässig zu ermitteln und zu beurteilen
  • passende Schutzmaßnahmen im Betrieb umzusetzen
  • die Wirksamkeit der Maßnahmen zu überprüfen und rechtssicher zu dokumentieren