Psychische Gefährdungen: Führung wird zur Prävention gegen Stress

Wie Führungsarbeit psychische Belastungen reduziert

In meiner langjährigen Tätigkeit als Auditor für psychischen Arbeitsschutz wurde meine Einschätzung immer wieder bestätigt: Führungskräfte tragen die zentrale Verantwortung für die Entwicklung der psychischen Gesundheit im Team. Studien der DAK und Techniker Krankenkasse belegen in der Tat, dass sie maßgeblich beeinflussen, ob Mitarbeiter Belastungen als kontrollierbar erleben oder ob diese Belastungen in belastende Beanspruchungen umschlagen. (JL)
Jürgen Loga

Jürgen Loga

26.07.2025 · 6 Min Lesezeit

Exkurs: Psychische Belastungen oder Beanspruchungen?

Zwischen psychischen Belastungen und psychischen Beanspruchungen zu unterscheiden ist für eine funktionierende Führungsarbeit sehr wichtig.



Belastungen umfassen dabei alle äußeren Einflüsse, die auf den Mitarbeiter wirken, z. B. Lärm, Zeitdruck oder unklare Arbeitsaufgaben. Diese können unter normalen Umständen ausgeglichen werden, ohne dass es zu gesundheitlichen Schäden kommt.



Beanspruchungen hingegen ergeben sich aus der individuellen Reaktion auf diese Belastungen und manifestieren sich in psychischen oder physischen Symptomen wie Erschöpfung, Angst oder Depressionen.



Je nach Alter, Geschlecht und Lebenserfahrung können Belastungen unterschiedlich ausgeprägt sein. Viele Belastungen werden auch erst durch Körpersignale wie Rückenschmerzen, Migräne-Anfälle und Tinnitus für Außenstehende sichtbar.



Diese Unterscheidung ist sehr wichtig: Eine Belastung tritt nämlich erst auf der Ebene der Arbeitsbedingungen auf, während die Beanspruchung die individuelle Reaktion des Mitarbeiters beschreibt. Deshalb müssen Führungskräfte nicht nur auf das Verhalten der Mitarbeiter achten, sondern vor allem die Rahmenbedingungen zielgerichtet gestalten, um erfolgreich das Risiko psychischer Beanspruchungen zu reduzieren. Ihre Aufgabe liegt also darin, belastende Verhältnisse am Arbeitsplatz so zu gestalten, dass sie nicht in Beanspruchungen umschlagen.

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