Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz aktuell PREMIUM 20.02.2026

KW 09/2026

Top-Thema: Achtung, Gefahrstoffhavarie! Wie Sie Beschäftigte und Führungskräfte auf die unerwartete Freisetzung von Gefahrstoffen vorbereiten.

Svenja DammaschWerner Böcker
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Auf einmal lächelten Totenköpfe auf dem Betriebshof – wenn das Ersatzprodukt zur Gefahr wird
Wenn ein Gefahrstoff mit dem Symbol „toxisch“ als „Totenkopfstoff“ ausgewiesen wird, schrillen bei Sifas alle Alarmglocken – nicht jedoch unbedingt bei Führungskräften. In diesem Praxisfall zeigt sich, wie schnell sich in einer scheinbar rein organisatorischen Krise eine massive Sicherheitslücke auftun kann und was dies für die Unterweisung von Führungskräften bedeutet.
< 1 Sekunde – in Krisensituationen schaltet das Gehirn blitzschnell in den Panikmodus
Wenige Bruchteile einer Sekunde – mehr braucht es nicht, bis unser Gehirn bei Gefahr auf Notbetrieb umstellt. Adrenalin schießt ins Blut, der Puls rast, die Atmung wird flach. Das Denken verengt sich auf Angriff, Flucht oder Erstarren (auch bekannt als „Fight, Flight, Freeze“). Was vorher vernünftig schien, wird dann schnell vergessen. Befähigen Sie Führungskräfte, in derartigen Situationen gut zu kommunizieren.
So machen Sie außergewöhnliche Risiken im Arbeitsalltag greifbar
Krisen zeigen sich im Betrieb häufig nicht als klarer Ausnahmezustand. Stattdessen verändern sich die Arbeitsbedingungen schrittweise: Materialien fehlen, Abläufe werden angepasst, Aufgaben zusätzlich übernommen. Dadurch können Tätigkeiten, die bislang als sicher galten, neue Gefährdungen mit sich bringen. Die folgenden Übungen unterstützen Sie dabei, Teilnehmende für solche indirekten Risiken zu sensibilisieren und ein sicheres Handeln unter veränderten Bedingungen zu fördern.
Hätten Sie’s gewusst? Was Krisen mit Sicherheit und Unfallrisiken machen
Krisen hinterlassen in Unfallstatistiken oft ein widersprüchliches Bild. In akuten Krisenphasen sinken gemeldete Unfallzahlen häufig, ohne dass die Arbeit sicherer wird. Ursache ist meist nicht bessere Prävention, sondern reduzierte Arbeitstätigkeit, Stillstände oder Kurzarbeit. Risiken verschwinden dadurch nicht, sie verschieben sich und werden manchmal, wenn die Krise länger andauert, unsichtbar.
Brenzlige Situationen meistern – wie Führungskräfte in Krisen handlungsfähig bleiben
Krisen kommen meist plötzlich, zumindest, was das Datum angeht. Dass Krisen zum Unternehmensalltag gehören, ist dagegen bekannt. Manche Betriebe fahren die Vogel-Strauß-Taktik und hoffen, dass die Krise an ihnen vorübergeht. Doch das ist kurzsichtig. Wer sich gut vorbereitet, behält auch im Ausnahmezustand einen kühlen Kopf.
Arbeitsschutz muss sein – auch bzw. gerade im Krisenfall
Auch im Krisenfall bleiben die arbeitsschutzrechtlichen Verpflichtungen des Unternehmers uneingeschränkt bestehen. Weder außergewöhnliche betriebliche Belastungssituationen noch externe Krisenlagen – etwa Pandemien, Naturkatastrophen, erhebliche Energie- oder IT-Störungen oder wirtschaftliche Notlagen – führen zu einer Suspendierung der öffentlich-rechtlichen Arbeitsschutzvorschriften. Vielmehr konkretisiert und intensiviert sich die Arbeitgeberverantwortung unter den Bedingungen einer Krise. Worauf Sie besonders achten müssen, lesen Sie im Folgenden.
Wenn’s knallt, stinkt oder ausläuft – wie Sie Beschäftigte auf eine Havarie vorbereiten
Ein geplatzter Schlauch. Ein heruntergefallener IBC. Eine undichte Leitung. Gefahrstoffhavarien passieren oft plötzlich – und haben es in sich! Wer jetzt falsch reagiert, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch Kolleginnen, Kollegen und die Umwelt. Umso wichtiger ist es daher, Beschäftigte vorab zu schulen, wie sie sich im Ernstfall richtig verhalten. Eins wird dabei schnell klar: Die Unterweisung zu Gefahrstoffhavarien ist alles andere als 08/15.
„Das schaffen wir nicht allein!“ – Die Zusammenarbeit mit externen Einsatzkräften
Wenn ein Ereignis sich zur Krise entwickelt, kommen in der Regel externe Einsatzkräfte ins Spiel. Behörden sind zu informieren und Maßnahmen abzustimmen. Damit in solchen Situationen interne und externe Kräfte effizient Hand in Hand arbeiten können, ist einiges an Vorarbeit erforderlich. Nutzen Sie die Unterweisung, um Führungskräfte bei der Entwicklung von Strategien für die Krise zu unterstützen.
Herausforderungen der Krisenkommunikation
Dos and Don’ts: So unterweisen Sie zu den Herausforderungen moderner Krisenkommunikation. Ein Brand, ein Unfall, ein Gefahrstoffaustritt – und die erste Info landet nicht bei der Führungskraft, sondern auf Instagram. So sieht Krisenkommunikation heute oft aus. Deshalb ist es wichtiger denn je, dass Führungskräfte vorbereitet sind und Beschäftigte wissen, was erlaubt ist und was nicht.
Wie Sie das schwierige Thema „Krisenvorsorge“ sicher vermitteln
Dieser Leitfaden unterstützt Sie dabei, eine Unterweisung zur Krisenvorsorge strukturiert und praxisnah durchzuführen. Er orientiert sich konsequent an der begleitenden PowerPoint-Präsentation, die Ihnen im Downloadbereich zur Verfügung steht, und führt Sie Folie für Folie durch das Thema. So behalten Sie den roten Faden, ohne Ihre Unterweisung unnötig zu verengen, und können flexibel auf Ihren Betrieb eingehen.

Arbeitshilfen

  • Quiz zum Thema „Arbeiten unter außergewöhnlichen Bedingungen“
  • Haben Sie alle wichtigen Informationen für externe Rettungskräfte zusammengestellt?