Gefährdungsbeurteilung Plus  12.12.2025

Trends 2026

Werner BöckerJürgen Loga
Neue Wege in der Unfallanalyse – lernen aus Verhalten und Umfeld
Die klassische Unfallanalyse stößt zunehmend an ihre Grenzen. Lange Zeit wurde nach dem Motto gearbeitet: Was ist passiert, wer war schuld und welche Vorschrift wurde verletzt? Doch diese Sichtweise greift zu kurz. Sie beantwortet zwar die Frage nach dem Ablauf, nicht aber die nach den tatsächlichen Beweggründen und Bedingungen, die zum Unfall geführt haben. Die klassische Unfallanalyse stößt zunehmend an ihre Grenzen. Lange Zeit wurde nach dem Motto gearbeitet: Was ist passiert, wer war schuld und welche Vorschrift wurde verletzt? Doch diese Sichtweise greift zu kurz. Sie beantwortet zwar die Frage nach dem Ablauf, nicht aber die nach den tatsächlichen Beweggründen und Bedingungen, die zum Unfall geführt haben.
Vorsicht, Falle: Immer mehr KI-Bücher über Arbeitsschutz täuschen Sie als Sifa!
Der Anruf eines Lesers in unserer Redaktion löste Verwirrung aus: Er habe von der Aufsichtsbehörde eine Abmahnung erhalten, obwohl er die Gefährdungsbeurteilung so umgesetzt hatte, wie es in dem Fachbuch stand. Unsere Recherche ergab: Es war ein Fachbuch, das zu 100 % durch ein KI-System geschrieben wurde – in Deutsch, aber offensichtlich mit englischen und deutschen Gesetzen gemischt und definitiv fachlich falsch. Täglich (!) erscheinen bei Amazon 40.000 neue Bücher im Selbstverlag von Autoren – die meisten mit KI geschrieben. Wie können Sie als Sifa also erkennen, ob Sie Fake-Infos lesen?
Arbeitsschutztrends 2026 – die 6 wichtigsten Entwicklungen für die GBU
2026 verändert sich der Arbeitsschutz spürbar: neue Technik, neue Arbeitsformen, neue Erwartungen an Transparenz und Wirksamkeit. Wer Trends früh erkennt und rechtzeitig in die Gefährdungsbeurteilung einbindet, erhöht die Sicherheit und gewinnt Akzeptanz bei Führung und Beschäftigten. Arbeitsschutz bleibt Praxisarbeit: beobachten, bewerten, verbessern. Die folgenden sechs Entwicklungen werden den Alltag prägen. Sie zeigen, wo Sie konkret ansetzen, welche Stolpersteine typischerweise auftreten und wie Sie Maßnahmen schlank, verständlich und überprüfbar gestalten.
Psychische Belastung
Boreout-Syndrom – wie Sie ihm mit der psych. Gefährdungsbeurteilung auf die Spur kommen
Geht es Ihnen auch so? Wenn wir über psychische Belastungen am Arbeitsplatz sprechen, denken wir meist an Stress, Hektik und Druck. Wir sehen überforderte Menschen, die irgendwann einen Burnout erleben. Doch dass Menschen auch durch Unterforderung, also ein sogenanntes Boreout, erkranken können, wird häufig unterschätzt. Laut dem Arbeitsplatzvermittler YER Talents GmbH erleben 47 % aller jüngeren Beschäftigten regelmäßig das Gefühl, zu wenig gefordert zu sein. Als Sicherheitsfachkraft gehört es deshalb zu Ihrem Aufgabenbereich, dass die psychische Gefährdungsbeurteilung auch diesen Aspekt der psychischen Belastung erfasst und aufdeckt. Die wichtigsten Punkte dazu finden Sie im folgenden Artikel.
„Mehr, als der Gesetzgeber fordert“
Der Logistik-Dienstleister HOYER hat sich als Spezialist für Flüssiggüter einen Namen gemacht. Große und kleine Kunden aus der Gas-, Mineralöl-, Lebensmittel- und chemischen Industrie vertrauen dem Unternehmen aus Hamburg ihre Produkte an. Vor allem in Tankcontainern werden die Güter, zum großen Teil Gefahrgüter, auf Straße, Schiene und über See befördert. Bei der HOYER-Tochter cotac werden die Behälter auch gereinigt, gelagert und instand gehalten. Sicherheit wird dabei groß geschrieben.
Unachtsam, unbedacht, unberechenbar – die „3 U“, die fast jeden Unfall erklären
Wenn man die Bilder vieler Unfälle nebeneinanderlegt, erkennt man immer wieder dieselben Muster: Menschen sind unachtsam, handeln unbedacht oder reagieren unberechenbar. Diese drei einfachen Worte erklären den Großteil aller Arbeitsunfälle – oft treten sie sogar gemeinsam auf. In meiner Analyse von über 300 realen Unfallabläufen habe ich gesehen, dass mindestens eines dieser „3 U“ immer beteiligt ist.