Unterweisung Plus 14.11.2025

Stolpern, Rutschen, Stürzen – 25/2025

Top-Thema: Mythos „Selbst Schuld“ – die Beschäftigten hätten einfach besser aufpassen müssen!

Svenja DammaschWerner Böcker
Download PDF
Wie aus einem harmlosen Ausrutscher ein schwerer Maschinenunfall wurde
Ein Ausrutscher – und plötzlich gerät alles aus dem Takt: Wenn Stürze in gefährlichen Arbeitsbereichen passieren, drohen schwere Folgeunfälle. In diesem Praxisfall aus der Metallverarbeitung zeigen wir, wie Ordnung und Sauberkeit zur Lebensversicherung werden können und warum jede verschüttete Flüssigkeit zählt.
88 % der Stürze auf Treppen passieren auf der ersten oder letzten Stufe
Viele Sturzunfälle ereignen sich auf Treppen, teilweise mit tödlichen Folgen, denn wer auf der Treppe ins Straucheln gerät, stürzt oft mehrere Stufen herab, schlägt auf den harten Stufenkanten auf und erleidet schwere Verletzungen. Hauptursache sind Ablenkungen. Ein spannender Fakt für Ihre Unterweisung: Besonders an den Übergängen zwischen Ebene und Treppe geraten Beschäftigte aus dem Gleichgewicht.
Stolperfallen sichtbar machen – mit einfachen Übungen zu mehr Sicherheit
Stolpern, Rutschen, Stürzen – diese drei Gefährdungen gehören zu den größten Unfallursachen im Betrieb. Oft reichen wenige Sekunden Unaufmerksamkeit, um sich schwer zu verletzen. Mit einfachen Methoden können Sie Ihre Unterweisung lebendig gestalten und die Aufmerksamkeit Ihrer Beschäftigten gezielt schärfen.
Hätten Sie’s gewusst? Machen Sie SRS-Zahlen zum Aha-Erlebnis in Ihrer Unterweisung
Nutzen Sie diese aktuellen Fakten, um Aufmerksamkeit zu wecken. Kurze Zahlenvergleiche oder überraschende Details sorgen dafür, dass Ihre Teilnehmenden zuhören und verstehen: Stolpern, Rutschen und Stürzen sind keine Bagatellen – sie gehören zu den gefährlichsten und teuersten Unfallursachen im Arbeitsalltag.
Sicheres Schuhwerk – warum es mehr braucht als eine Sohle unter den Füßen
Sobald die ersten Sonnenstrahlen durch die Bürofenster scheinen, beginnt sie wieder: die Diskussion um Flip-Flops, Sandalen und andere luftig-leichte Schuhmodelle. Gerade in scheinbar ungefährlichen Arbeitsbereichen stellen Beschäftigte die Frage: Muss es wirklich festes Schuhwerk sein?
5 Videos für Ihre Unterweisung zum Thema „Stolpern, Rutschen, Stürzen (SRS)“
Die sogenannten SRS-Unfälle passieren immer noch viel zu häufig und die möglichen Folgen können leichte Prellungen, aber auch tödlich sein. Mit den folgenden fünf Videos demonstrieren Sie den Teilnehmenden Ihrer Unterweisung die Vielfältigkeit und Gefährlichkeit, stellen ihnen aber auch effektive Methoden vor, wie sie sich gegen das Stolpern, Rutschen und Stürzen schützen können.
Mythos „Selbst Schuld“ – die Beschäftigten hätten einfach besser aufpassen müssen!
Eine typische Situation, wie ich sie bei vielen Unfallanalysen erlebe: Ich sitze mit Führungskräften nach einem Sturzunfall zusammen und frage nach der Unfallursache. Die Antwort: ein müdes Lachen. Die verunfallte Person war selbst schuld, sie hätte einfach besser aufpassen sollen. Maßnahmen? Nicht erforderlich, so die Haltung. Doch das ist zu kurz gedacht. Fast immer haben Unfälle, auch Sturz-Unfälle, strukturelle Ursachen, d. h., sie werden durch die betrieblichen Rahmenbedingungen ausgelöst oder zumindest erleichtert. Greifen Sie diese Botschaft in der Unterweisung von Führungskräften auf und motivieren Sie dazu, den Blick für Sturzursachen zu schärfen.
Tatort Stolperfalle: Wie Beschäftigte unsichere Wege wiedererkennen und Stürzen vorbeugen
Ein achtlos liegengelassenes Werkzeug in der Produktion, eine offene Schublade im Büro, der frisch gewischte Fußboden im Eingangsbereich – Stolperfallen gibt es in jedem Betrieb. Doch statt sie zu beheben und so Stürzen vorzubeugen, perfektionieren viele Beschäftigte den Hindernislauf um die bekannten Unebenheiten – fast wie der Butler in „Dinner for One“, der teilweise ausgesprochen elegant über den Bärenkopf hüpft, der ihm immer wieder im Weg liegt. Nutzen Sie Checklisten, um den Teilnehmenden die betriebsblinden Augen für die vielen kleinen und großen Stolperfallen im Betrieb zu öffnen.
Streupflicht: Keine Haftung für Glatteissturz auf dem Betriebsgelände
Ein Fall, wie er jedes Jahr in der kalten Jahreszeit immer wieder aufs Neue vorkommt: Der Firmenparkplatz ist nicht gestreut, am Hinterausgang ist nicht ordentlich geräumt und ehe man sich versieht, ist es passiert: Ein Mitarbeitender rutscht aus, verletzt sich oder bricht sich beispielsweise den Arm. Kann der Beschäftigte in so einem Fall Schmerzensgeld vom Unternehmen verlangen? Auch das Bundesarbeitsgericht (BAG) musste sich schon mit dieser Frage auseinandersetzen.

Arbeitshilfen

  • Quiz zum Thema „Stolpern, Rutschen, Stürzen“
  • Betriebsbegehung „Tatort Stolperfalle“
  • Hand aufs Herz – wie viele Lose ziehen Sie in der Sturzlotterie?