Gefährdungsbeurteilung Plus  09.01.2026

Mobbing

Werner BöckerJürgen Loga
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Geänderte TRBS 1201: Neue Klarheit bei Mängeln und Prüfplaketten
Am 5.11.2025 wurde die Technische Regel TRBS 1201 „Prüfungen und Kontrollen von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen“ im GMBl 2025 S. 702 geändert. Die Neufassung enthält wesentliche Präzisierungen, die auch für Fachkräfte für Arbeitssicherheit wichtig sind, insbesondere zur Bewertung von Mängeln und zur Aussagekraft von ­Prüfplaketten.
Weniger Kontrollen und doch mehr Umsetzung
Die neueste Befragung der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie von Bund, Ländern und Unfallsversicherungsträgern zeigt: Die Kontrolle des Arbeitsschutzes steht unter Dauerstress. Zum einen steigt der gesetzliche Anspruch an sichere und gesund gestaltete Arbeit, zum anderen fehlen den staatlichen Aufsichtsbehörden seit Jahren Fachleute, in einigen Bundesländern muss eine Aufsichtsperson sogar rechnerisch über 10.000 Beschäftigte betreuen. Und doch nehmen Unternehmen das Thema ernst: Die Akzeptanz der psychischen Gefährdungsbeurteilung ist deutlich gestiegen.
Mobbing am Arbeitsplatz – früh erkennen, wirksam handeln
Mobbing ist kein Modewort, sondern eine ernsthafte Form sozialer Gewalt. Wer über längere Zeit systematisch ausgegrenzt, beleidigt oder lächerlich gemacht wird, erleidet massiven psychischen Stress – mit Folgen bis hin zu Depressionen, Schlafstörungen oder Arbeitsunfähigkeit. Für Betriebe entstehen hohe Kosten durch Fehlzeiten und Fluktuation. Mobbing betrifft nicht nur das Betriebsklima, sondern auch die Gesundheit und ist damit ein Thema der Gefährdungsbeurteilung.
Psychische Belastung
Mobile Arbeitsplätze: Trend zur hybriden Arbeit erfordert neue Gefährdungsbeurteilungen
Seit 2013 sind psychische Belastungen explizit in der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen, unabhängig davon, ob jemand im Büro, zu Hause oder „irgendwo dazwischen“ arbeitet. Letzteres war früher eine Besonderheit und ist heute Normalität: 88 % der Arbeitgeber bieten inzwischen hybride Arbeitsmodelle an. Doch die meisten Sifas haben die psychische Gefährdungsbeurteilung dafür nicht wirklich im Griff. In diesem Artikel zeige ich Ihnen deshalb, warum hybrides Arbeiten eine andere Vorgehensweise in der psychischen Gefährdungsbeurteilung erfordert und wie dies aussehen kann.
„Welche Bedürfnisse hat ein Mensch?“
Sind Arbeitsplätze nicht menschengerecht gestaltet, leiden Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeitenden. Wie Unternehmen ihre Arbeitsplätze menschengerecht gestalten und dabei den Prozess der Gefährdungsbeurteilung gezielt nutzen können, untersuchte Pia-Luisa Böhmisch in ihrer Bachelorarbeit. Mit einem überzeugenden Ergebnis, das einige Schlussfolgerungen für die Praxis bereithält. Uta Fuchs hat sie dazu befragt.
Schwierige Gespräche führen – mit Struktur statt Bauchgefühl
Ob gegenüber der Geschäftsleitung, einem störrischen Teamleiter oder einem genervten Mitarbeiter – Fachkräfte für Arbeitssicherheit geraten regelmäßig in herausfordernde Gesprächssituationen. Wer dann nur auf Intuition setzt, riskiert Missverständnisse oder Ablehnung. Mit klarer Struktur, innerer Haltung und etwas Vorbereitung lassen sich auch unangenehme Themen professionell ansprechen.

Arbeitshilfen

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