Unterweisung Plus 02.04.2026

PSA-Unterweisung – 09/2026

Svenja DammaschWerner Böcker
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So führen Sie Ihre PSA-Unterweisung strukturiert, praxisnah und interaktiv durch
Zu dieser Ausgabe erhalten Sie wie immer eine fertige Präsentation, passende Bildmotive sowie ein Quiz. Alle Materialien können Sie herunterladen (s. Link unten) und direkt einsetzen oder an Ihren betrieblichen Kontext anpassen. Der folgende Leitfaden führt Sie Schritt für Schritt durch die Präsentation und zeigt, wie Sie Fachwissen, Praxisbezug und Interaktion sinnvoll verbinden.
Besser sehen ohne Schutzbrille? – Ein kurzer Aha-Moment überzeugt
Viele Diskussionen über persönliche Schutzausrüstung (PSA) beginnen mit einem Satz wie diesem: „Damit kann ich nicht arbeiten.“ Gerade bei Schutzbrillen hört man häufig, dass sie angeblich die Sicht verschlechtern oder bei präzisen Tätigkeiten stören. Für Unterweisende ist das eine typische Situation: Die Maßnahme ist sinnvoll, aber die Beschäftigten haben eine ganz andere Wahrnehmung. Ein Praxisbeispiel zeigt, wie sich solche Widerstände manchmal überraschend einfach auflösen lassen.
90 – Standard-PSA passt 90 % der Beschäftigten, doch was ist mit den anderen?
Welche Größen und welche Passform muss die Ausrüstung haben? Hersteller von PSA orientieren sich meist am „Durchschnittsmenschen“ und der ist genormt und meist männlich. Die Folge: Menschen z. B. mit besonders kurzen Beinen, großen Händen oder einer ungewöhnlichen Kopfform fallen aus dem Raster. Die Ausrüstung sitzt nicht richtig und bietet keinen ausreichenden Schutz. Sensibilisieren Sie die Teilnehmenden und geben Sie konkrete Handlungstipps.
Setzen Sie auf „PSA akzeptieren“, statt sie nur zu verordnen
PSA entfaltet ihre Wirkung nur, wenn drei Bedingungen erfüllt sind: Sie wird akzeptiert, sie wird korrekt getragen und sie ist funktionsfähig. In der Praxis scheitert es häufig nicht am Wissen über Gefahren, sondern an Komfort, Optik, Gruppendruck oder kleinen Anwendungsfehlern. Nutzen Sie Ihre Unterweisung, um genau diese Faktoren sichtbar und bearbeitbar zu machen. Binden Sie die Teilnehmenden aktiv ein – nicht nur beim Tragen, sondern bereits bei der Bewertung und Auswahl. Das stärkt nicht nur die Akzeptanz, sondern schafft auch Kompetenz.
PSA extrem: von Millionenanzügen und mittelalterlichen Lederkappen
PSA wirkt im Alltag oft selbstverständlich. Genau deshalb lohnt sich der Blick auf Extreme. Außergewöhnliche Beispiele erzeugen Aufmerksamkeit, relativieren Diskussionen über „nur kurz ohne“ und schaffen Perspektivwechsel. Nutzen Sie die folgenden Fakten gezielt als Einstieg, Impuls oder Auflockerung. Extreme Zahlen und historische Entwicklungen sorgen für Aha-Effekte und machen deutlich: PSA ist in vielen Fällen die Grenze zwischen Routine und Lebensgefahr.
Der PSA-Spind-Check für Ihre Unterweisung
Persönliche Schutzausrüstung ist oft die letzte Barriere zwischen Beschäftigten und einer Verletzung. Doch dieser Schutz funktioniert nur, wenn die PSA passt, vollständig ist und sich in einwandfreiem Zustand befindet. Genau hier liegt in vielen Betrieben das Problem: Kratzer in der Schutzbrille, poröse Handschuhe oder ausgelatschte Sicherheitsschuhe fallen im Arbeitsalltag kaum auf – bis es zu spät ist. Unterweisen Sie konkret: Ist meine PSA noch in Ordnung?
3 Urteile zur persönlichen Schutzausrüstung
Das Tragen von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) im Dienst gehört zu vielen Arbeitsverhältnissen dazu. Und wie bei allen Dingen, die zu Arbeitsverhältnissen gehören und zur Aufgabenerfüllung zu leisten sind, gibt es auch immer wieder arbeitsgerichtliche Auseinandersetzungen rund um die PSA. Drei Urteile rund um das Thema PSA habe ich Ihnen hier beispielhaft zusammengefasst.
Schutz vor Überhitzung und weißem Hautkrebs – PSA gegen Hitzestress richtig einsetzen
Durch den Klimawandel steigen die Temperaturen auch in Deutschland häufiger auf Werte, die für Beschäftigte zur Belastung werden. Wenn sich Hitze am Arbeitsplatz trotz technischer und organisatorischer Maßnahmen nicht ausreichend reduzieren lässt, kann persönliche Schutzausrüstung unterstützen. Kühlwesten, Nackenpads oder UV-Schutzkleidung helfen, den Körper zu entlasten und die Haut vor Strahlung zu schützen. Entscheidend ist jedoch, dass Beschäftigte wissen, wann und wie diese Hilfsmittel richtig eingesetzt werden.
Lernen durch Erleben – die PSA-Unterweisung als Escape-Room
Helm auf, Handschuhe an – und weiter geht’s. Viele Beschäftigte arbeiten seit Jahren mit ihrer persönlichen Schutzausrüstung und sind überzeugt, sie bestens zu kennen. Genau deshalb verlieren klassische PSA-Unterweisungen oft schnell an Aufmerksamkeit. Ein Escape-Room kann das ändern: Statt zuzuhören, müssen Teams selbst herausfinden, welche Ausrüstung in einer Situation wirklich schützt.

Arbeitshilfen

  • Quiz zum Thema „PSA“
  • Spind-Check: Ist meine PSA einwandfrei?
  • PSA gegen Hitze und UV-Belastung im Überblick
  • So führen Sie Ihre PSA-Unterweisung strukturiert, praxisnah und interaktiv durch