Schwerpunktthema

Tatort Stolperfalle: Wie Beschäftigte unsichere Wege wiedererkennen und Stürzen vorbeugen

Ein achtlos liegengelassenes Werkzeug in der Produktion, eine offene Schublade im Büro, der frisch gewischte Fußboden im Eingangsbereich – Stolperfallen gibt es in jedem Betrieb. Doch statt sie zu beheben und so Stürzen vorzubeugen, perfektionieren viele Beschäftigte den Hindernislauf um die bekannten Unebenheiten – fast wie der Butler in „Dinner for One“, der teilweise ausgesprochen elegant über den Bärenkopf hüpft, der ihm immer wieder im Weg liegt. Nutzen Sie Checklisten, um den Teilnehmenden die betriebsblinden Augen für die vielen kleinen und großen Stolperfallen im Betrieb zu öffnen.
Svenja Dammasch

Svenja Dammasch

14.11.2025 · 1 Min Lesezeit

Wussten Sie, dass ein Mensch im Laufe seines Lebens etwa viermal um die Erde geht? Kein Wunder, dass wir das Gehen irgendwann im Autopiloten erledigen. Wir schauen aufs Handy, balancieren den Kaffeebecher und denken an alles Mögliche – nur nicht an den Weg vor uns. Welche Folgen Sturz- und Stolperstellen haben können, müssen wir in der Regel niemandem erklären. Viel wichtiger ist es, den Blick für Sturzursachen zu schärfen.

Checkliste 1: Begehung „Tatort Stolperfalle“

Ein wichtiger Rahmen für das Aufdecken von Stolperfallen sind Betriebsbegehungen, z. B. turnusmäßig nach der ASA-Sitzung. Nutzen Sie die Checkliste, um Führungskräfte und Sicherheitsbeauftragte in der Unterweisung für wichtige Aspekt der Sturzprävention zu sensibilisieren. Bei Rundgängen können die Teilnehmenden die Listen nutzen, um Gefahren zu erfassen und zu dokumentieren (ggf. mit Foto). Bei allen Punkten, die mit „Nein“ zu beantworten sind, sind Maßnahmen zu ergreifen.

Checkliste 2: Hand aufs Herz – wie viele Lose ziehen Sie in der Sturzlotterie?

Sifas wissen aus der Unfallstatistik: Je häufiger sich Beschäftigte unsicher verhalten, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit für einen Unfall. Gleichzeitig ist es gar nicht so einfach, über scheinbar kinderleichte Themen zu unterweisen wie das sichere Gehen. Mithilfe der folgenden Checkliste können Ihre Teilnehmenden ganz für sich prüfen, wie sicher oder unsicher sie sich in Bezug auf Sturz- und Stolperunfälle verhalten – ohne Druck von außen oder Sprüche der Kollegen.

Fazit

Ob als Begehung oder Selbstcheck: Wer SRS-Gefahren aufspürt, verhindert Unfälle. Machen Sie Ihre Unterweisung zum Kriminalfall – und die Beschäftigten zu Ermittlerinnen und Ermittlern im eigenen Betrieb und in eigener Sache.

Und jetzt Sie: Wie gut erkennen Sie typische Stolperfallen im Betrieb? Testen Sie Ihr Wissen im Quiz zum Thema „Stolpern, Rutschen, Stürzen“.

Arbeitshilfen

  • Betriebsbegehung „Tatort Stolperfalle“
  • Hand aufs Herz – wie viele Lose ziehen Sie in der Sturzlotterie?

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Svenja Dammasch
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Svenja Dammasch ist seit 2004 als Sicherheitsingenieurin und freiberufliche Unternehmensberaterin im Bereich Umweltschutz und Arbeitssicherheit tätig und hat die Qualifikation zur Fachkraft für Arbeitssicherheit absolviert. „Als Arbeitsschützer mache ich keine […]

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