Gefährdungsbeurteilung Plus  10.07.2026

Betriebsanweisungen

Jürgen LogaWerner BöckerUta Fuchs
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Wenn Sicherheitsmaßnahmen den Blick auf bessere Lösungen verstellen
Gefährdungen zu reduzieren gehört zu den zentralen Aufgaben im Arbeitsschutz. Dabei optimieren Betriebe häufig bestehende Arbeitsabläufe Schritt für Schritt: zusätzliche PSA, neue organisatorische Regeln, weitere Unterweisungen, bessere Kennzeichnungen oder zusätzliche technische Schutzmaßnahmen. Genau darin liegt jedoch auch eine oft unterschätzte Gefahr: Je mehr Aufwand bereits in einen bestehenden Prozess investiert wurde, desto schwerer fällt es, diesen Prozess grundsätzlich infrage zu stellen.
Anforderungen der Vorgesetzten führen zu immer größeren psychischen Belastungen
Vielleicht geht es Ihnen genauso wie mir: Ich stelle täglich in meinem Umfeld fest, dass die permanente Beschäftigung mit dem Smartphone deutlich zugenommen hat. Offensichtlich verstärkt die KI diesen Effekt, weil Nachrichten, Empfehlungen und Arbeitsimpulse immer schneller, persönlicher und scheinbar dringlicher auf dem Display erscheinen. Eine Umfrage der IU Internationale Hochschule – Campus Erfurt zeigt jetzt, dass dies zutrifft und Vorgesetzte am meisten dafür verantwortlich sind. Das hat Folgen für Ihre Arbeit als Sifa.
Betriebsanweisungen gezielt erstellen – vom Restrisiko zur klaren Handlungsanweisung
Betriebsanweisungen (BA) sind kein Selbstzweck und keine rechtliche Pflichtübung. Sie greifen genau dort, wo Ihre Gefährdungsbeurteilung an ihre Grenze stößt: Sie haben Gefährdungen identifiziert und mit Substitution, technischen und organisatorischen Maßnahmen reduziert – aber ein Restrisiko bleibt bestehen. Die Relevanz dieses Restrisikos hängt vom Verhalten der Mitarbeitenden ab. Genau dieses Verhalten steuern Sie mit der Betriebsanweisung.
Psychische Belastung
Mitarbeiterbefragung – der Mix macht’s!
Das kennen Sie bestimmt auch: Sie nehmen an einer Befragung teil, aber eigentlich haben Sie keine Zeit dafür und deshalb antworten Sie nur kurz und knapp und nicht objektiv. Oder Sie haben keine Lust dazu, denn es passiert sowieso nichts danach. Oder Sie haben Angst, dass die wahren Antworten negative Auswirkungen für Sie haben könnten. Mit anderen Worten: Die Befragung wird nicht zu einem objektiven Bild führen, was ja eigentlich das Ziel sein sollte. Genau so passiert es bei der psychischen Gefährdungsbeurteilung: Viele Befragungen führen aufgrund einer mangelnden Vorbereitung und Struktur zu Alibi-Ergebnissen, die nichts mit der Wirklichkeit am Arbeitsplatz zu tun haben. In diesem Artikel zeige ich Ihnen, wie Sie dem als Sifa entgegentreten können.
Mann mit Kopfschmerzen vor dem Bildschirm
„Eigene Kompetenz entwickeln“
Logistik – das heißt Bewegung, Verbindung und immer wieder neue Situationen. Das ist für den Arbeitsschutz nicht ganz einfach. Dazu kommt eine besondere Herausforderung: die sprachliche Verständigung. So arbeiten z. B. bei der Andreas Schmid Group im schwäbischen Gersthofen Menschen aus 44 Nationen. Julia Karl und Rüdiger Kast legen deshalb großen Wert auf eine gute Kommunikation.
Warum Sicherheitsregeln ignoriert werden – und was wirklich hilft
Viele Verstöße gegen Sicherheitsregeln entstehen nicht aus Absicht oder Gleichgültigkeit. Häufig sind Gewöhnung, Zeitdruck oder unpraktische Vorgaben die eigentliche Ursache. Wer das Verhalten von Mitarbeitenden verbessern möchte, muss deshalb genauer hinschauen.