Unterweisung Plus 04.09.2026

19/2026 – Infektionsschutz

Top-Thema: Wie Erreger durch den Betrieb reisen – und wie Beschäftigte ihnen den Weg abschneiden

Werner BöckerSvenja Dammasch
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Der Müllbeutel sticht zurück: Warum Nachdrücken keine gute Idee ist
Bei Hygiene und Infektionsschutz dreht sich nicht alles um die richtige Desinfektion. Manchmal zeigt sich das Risiko dort, wo niemand gern genauer hinsieht: im Abfall. Gerade in Pflegeeinrichtungen können Müllbeutel mehr enthalten als Papierhandtücher und Verpackungen. Dieser Praxisfall zeigt, warum Beschäftigte Abfälle nie zusammendrücken sollten – und wie nach einer Nadelstichverletzung zu handeln ist.
So machen Sie Infektionsschutz für Ihre Teilnehmenden greifbar
Hygiene und Infektionsschutz werden häufig erst dann zum Thema, wenn Erkrankungen zunehmen oder besondere Infektionswellen auftreten. Tatsächlich spielen sie jedoch jeden Tag eine wichtige Rolle. Krankheitserreger können sich auf vielfältige Weise verbreiten – und oft ohne dass die betroffenen Personen etwas davon bemerken.
Wer fragt, muss auch zuhören wollen
Viele Unterweisungen scheitern nicht daran, dass zu wenig gefragt wird, sondern daran, dass die Antworten kaum Einfluss auf den weiteren Verlauf haben. Dabei können die Erfahrungen der Teilnehmenden wertvolle Hinweise auf Risiken, Missverständnisse oder praktikable Lösungen liefern. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie sich bereits vor einer Frage überlegen, welche Informationen Sie eigentlich erhalten möchten und wie Sie anschließend mit den Antworten umgehen.
„Keimtaxi“ Handy – und warum Infektionsschutz auch am Fingernagel hängt
Hygiene scheitert selten an der großen Erkenntnis. Meist scheitert sie an kleinen Gewohnheiten: kurz aufs Handy schauen, mit Handschuhen etwas anfassen, nach der Arbeit direkt in den Pausenraum gehen oder die Hände desinfizieren, obwohl lange Kunstnägel im Weg sind. Die TRBA 500 mit Mindeststandards für Tätigkeiten mit Biostoffen wurde 2025 geändert und rückt genau solche Alltagsdetails stärker in den Blick. Passen Sie Ihre Unterweisung daher entsprechend an.
Hygiene im Betrieb – machen Sie hier keine Kompromisse
Saubere Arbeitsplätze sind weit mehr als eine Frage der Ordnung. Hygiene ist ein wesentlicher Bestandteil des betrieblichen Arbeitsschutzes und schützt Beschäftigte vor Infektionen, Schadstoffen und gesundheitlichen Belastungen. Während das Thema in der Corona-Pandemie stark im Fokus stand, bleibt es auch heute eine Daueraufgabe für Arbeitgeber, Sicherheitsfachkräfte und Sicherheitsbeauftragte. Aktuelle Entscheidungen der Arbeitsgerichte verdeutlichen, dass Schutzmaßnahmen zwar erforderlich sind, jedoch stets auf einer fundierten Gefährdungsbeurteilung beruhen und verhältnismäßig ausgestaltet werden müssen.
Wie Erreger durch den Betrieb reisen – und wie Beschäftigte ihnen den Weg abschneiden
Infektionsschutz scheitert im Betrieb oft daran, dass das Risiko unsichtbar bleibt. Niemand sieht, wie Erreger von der Hand auf den Türgriff, vom Türgriff auf die nächste Hand und von dort ins Gesicht gelangen. Genau deshalb ist die Unterweisung so wichtig: Sie macht sichtbar, was mit bloßem Auge verborgen bleibt. Wer Beschäftigte nur auffordert, „auf Hygiene zu achten“, bleibt vage. Besser ist es, gemeinsam der Frage nachzugehen: Auf welchem Weg gelangen Erreger überhaupt von A nach B? Denn erst, wenn Beschäftigte den Übertragungsweg verstanden haben, ergeben Schutzmaßnahmen Sinn.
Warum Hygiene im Alltag scheitert und wie Unterweisung aus Vorsätzen Verhalten macht
Hygieneregeln sind in vielen Betrieben vorhanden. Sie stehen in Betriebsanweisungen, hängen an Waschbecken oder wurden schon mehrfach unterwiesen. Trotzdem zeigt der Alltag: Wissen allein reicht nicht. Zwischen „Das ist bekannt“ und „Das wird zuverlässig getan“ liegt oft eine erstaunlich große Lücke. Greifen Sie in der Unterweisung genau diese Lücke auf, um für die Regeln zu sensibilisieren.
So führen Sie sicher und praxisnah durch die Unterweisung „Infektionsschutz“
Mit der PowertPoint-Präsentation (s. Link unten) vermitteln Sie Ihren Teilnehmenden, wie Infektionsrisiken im Arbeitsalltag entstehen und wie sie sich systematisch reduzieren lassen. Verdeutlichen Sie, dass Infektionsschutz nicht nur in medizinischen Einrichtungen oder während größerer Infektionswellen eine Rolle spielt. In nahezu jedem Betrieb entstehen täglich Situationen, in denen Krankheitserreger übertragen werden können – sowohl innerhalb des Unternehmens als auch bei Kundenkontakten oder Tätigkeiten in fremden Arbeitsumgebungen.

Arbeitshilfen

  • Quiz zum Thema „Infektionsschutz“
  • Selbstcheck: Infektionsschutz
  • So führen Sie sicher und praxisnah durch die Unterweisung „Infektionsschutz“