Unterweisung Plus 24.03.2026

Mobile Arbeitswelt – 08/2026

Svenja DammaschWerner Böcker
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So bauen Sie systematisch Handlungssicherheit bei mobiler/hybrider Arbeit auf
Hybride und mobile Arbeitsformen erfordern ein Umdenken in der Unterweisung. Es geht nicht mehr allein darum, Regeln zu vermitteln, sondern Beschäftigte in die Lage zu versetzen, eigenständig zu entscheiden und Risiken frühzeitig zu erkennen. Bevor Sie beginnen, laden Sie alle Materialien aus dem Downloadbereich herunter (Link s. Ende des Beitrags). Sichten Sie die Inhalte vorab und prüfen Sie, welche Beispiele besonders gut zu Ihrem Betrieb passen. Ergänzen Sie, wenn möglich, eigene Praxissituationen.
Blackbox Homeoffice: „Wir dürfen da ja gar nicht rein.“
Für viele Homeoffice-Arbeitsplätze existiert keine Gefährdungsbeurteilung – schlicht, weil sie nicht vor Augen sind. Manche Betriebe drücken sich auch bewusst davor. Das häufigste Argument: „Wir haben ja keinen Zutritt zur Privatwohnung.“ Das stimmt – greift aber zu kurz. Der Arbeitgeber bleibt für sicheres Arbeiten verantwortlich, unabhängig vom Arbeitsort. Wer hybrides Arbeiten erlaubt, muss auch die Bedingungen beurteilen. Nicht kontrollierend, sondern unterstützend. Wie das pragmatisch gelingt, zeigt ein Best-Practice-Beispiel.
24,5 % – der Arbeitsplatz ist überall
24,5 % der Beschäftigten in Deutschland arbeiten zumindest teilweise im Homeoffice. Seit 2022 ist dieser Wert stabil hoch. Hybride Arbeit ist damit keine Übergangslösung mehr, sondern Alltag. Für den Arbeitsschutz bedeutet das: Der Standardarbeitsplatz im Betrieb ist nicht länger der Maßstab, sondern nur noch eine Variante von vielen. Das muss sich in der Unterweisung widerspiegeln.
So vermitteln Sie sicheres Handeln in mobilen Arbeitswelten
Hybride und mobile Arbeit verlagert den Arbeitsschutz zunehmend vom Betrieb in den Arbeitsalltag der Beschäftigten. Viele Situationen lassen sich nicht mehr im Vorfeld vollständig planen oder technisch absichern. Umso wichtiger ist es, die unterwiesenen Personen zu befähigen, Gefahren frühzeitig zu erkennen, richtig einzuordnen und selbstständig zu handeln. Die folgenden Methoden unterstützen Sie dabei, genau diese Handlungskompetenz gezielt aufzubauen.
So setzen Sie Fakten gezielt als Impuls in Ihrer Unterweisung ein
Zahlen schaffen Aufmerksamkeit – besonders dann, wenn sie Erwartungen widersprechen. Nutzen Sie die folgenden Fakten als kurze Impulse innerhalb Ihrer Unterweisung. Stellen Sie einzelne Aussagen als Zwischenfrage in den Raum („Was schätzen Sie?“) und lösen Sie anschließend mit der konkreten Zahl auf. So entstehen Aha-Effekte, die Diskussionen anstoßen und verdeutlichen, wie stark sich mobile und hybride Arbeitsformen bereits auf den Arbeitsalltag auswirken.
Homeoffice vs. mobiles Arbeiten vs. Telearbeit: Schaffen Sie Klarheit
Obwohl sich seit vielen Jahren an der Definition der Arbeitsformen nichts geändert hat, existieren zahlreiche falsche Annahmen, die immer wieder praktische Fragen auslösen: Wo darf gearbeitet werden? Wer muss die Kosten für Mobiliar und Technik tragen? Klopfen Sie in der Unterweisung kurz ab, ob die wichtigsten Fakten bekannt sind.
Moderne Arbeitswelten erweitern den Pflichtenkreis des Unternehmers
Homeoffice gab es natürlich schon lange vor der Corona-Pandemie, aber seitdem wir und unsere Kinder zur Eindämmung des Coronavirus nach Hause verbannt waren, ist das Homeoffice bzw. hybride Arbeitsmodelle richtig in Fahrt gekommen. Das dient sicher der Flexibilität der Arbeitsverhältnisse, doch Unternehmer können dadurch auch Kosten sparen, denn sie müssen weniger Arbeitsplätze im Hause vorhalten. Andererseits ergeben sich daraus aber auch neue Pflichten, wie der folgende Fall zeigt.
Zwischen Freiheit und Dauerverfügbarkeit – psychische Gesundheit beim hybriden Arbeiten
Wenn Menschen an psychische Belastung denken, stellen sie sich oft überquellende Schreibtische, volle Auftragsbücher und hektisch arbeitende Betriebsangehörige vor. Beim hybriden Arbeiten sitzen Beschäftigte oft allein im Auto oder am Küchentisch und sind teilweise ganz neuen Stressfaktoren ausgesetzt. Am entscheidenden Hebel sitzen aber die Führungskräfte. Befähigen Sie diese in der Unterweisung daher mit konkreten und direkt umsetzbaren Impulsen, die psychischen Belastungen in hybriden Teams zu reduzieren.
Befähigen Sie Beschäftigte zum sicheren Arbeiten in der mobilen Arbeitswelt
Mobile Arbeit ist heute alles, nur nicht einheitlich. Beschäftigte sitzen morgens mit dem Laptop im Zug und beantworten E-Mails zwischen zwei Tunneln. Mittags stehen sie beim Kunden in einer Produktionshalle oder präsentieren im klimatisierten Konferenzraum. Abends arbeiten sie im Hotelzimmer weiter. Damit wird klar: Mobiles Arbeiten ist weit mehr als „nur“ ein Ortswechsel. Es erfordert ein hohes Maß an Eigenverantwortung. Ziel der Unterweisung muss es daher sein, die Beschäftigten zu guten Entscheidungen zu befähigen.

Arbeitshilfen

  • Quiz zum Thema „Einschätzung von Risiken“
  • Sind Sie sicher unterwegs in der mobilen Arbeitswelt?
  • So bauen Sie systematisch Handlungssicherheit bei mobiler/hybrider Arbeit auf