Recycling im Unternehmen – für einen umweltbewussten Arbeitsplatz und Betrieb

Recycling im Unternehmen – für einen umweltbewussten Arbeitsplatz und Betrieb

Im Umweltschutz nimmt das Recycling einen großen Stellenwert ein. Im folgenden Artikel erfahren Sie nicht nur, welche Vorteile Recycling im Unternehmen birgt, sondern auch wie Sie bereits mit kleinen Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein im Büro sorgen.

    Recycling am Arbeitsplatz wird immer wichtiger. Nicht nur, weil das Umweltbewusstsein gestiegen ist und Menschen sensibler gegenüber Themen wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz geworden sind.

    Der ökologische Gedanke insgesamt rückt am Arbeitsplatz immer mehr in den Fokus. Nicht nur große Unternehmen, auch kleine Betriebe inklusive jedes Mitarbeiters sind dazu verpflichtet, auf den Umgang mit Ressourcen wie Papier, Wasser, Verpackungen oder Strom während der Arbeit zu achten. Sie gelten Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) auch als Erzeuger von Abfall, dessen Beseitigung viel Geld kostet. In diesem Zusammenhang spielt der Recycling-Gedanke mehr und mehr eine Rolle – und das auch auf der Arbeit.

    Nachhaltigkeit im Büro: Zunächst Müll vermeiden, dann recyceln 

    Laut KrWG soll Abfall, auch am Arbeitsplatz, in erster Linie von den Betrieb sowie seinen Mitarbeitern vermieden werden. Erst im zweiten Schritt, nach dem Aspekt der Müllvermeidung, ist der Unternehmer und Arbeitgeber gehalten, für eine ordnungsgemäße Mülltrennung von Plastik und Co. im Büro zu sorgen, entstandenen Müll zu recyceln und damit in den Wertstoffkreislauf zurückzuführen. 

    Auch die Herstellung, die Ver- und Bearbeitung sowie der Handel mit Produkten muss mit den Zielen des KrAG vereinbar sein. Entsprechende Verordnungen, darunter die Verpackungsverordnung (VerpackV), geben den Unternehmen die entsprechenden Handlungsanweisungen an die Hand. Auch (Online-)Händler unterliegen den verschiedenen Verordnungen und sind für die Verpackungsrücknahme, Mülltrennung und ordnungsgemäße Entsorgung verantwortlich. Auch das ist im Verpackungsgesetz geregelt. 

    Nachhaltigkeit in Unternehmen sowie in den Büros betrifft dabei nicht nur Energieverbrauch, Abfallvermeidung, Mülltrennung und den Einsatz ökologischer Rohstoffe wie recyclingbares Plastik.

    Recycling am Arbeitsplatz kann nur funktionieren, wenn die Mitarbeiter auf der Arbeit in punkto Umweltbewusstsein geschult werden und ein Bewusstsein für die Problematik entwickeln. 

    Umweltschutz in Unternehmen: Beispiele

    Nachhaltiges Handeln ist besonders in folgenden Bereichen sinnvoll und kann am Arbeitsplatz angedacht werden:

    Die Reduzierung der Kosten (Transport, Büros, Lagerräume,  Produktion, Kommunikation) führt oft zu einem wirtschaftlicheren Umgang mit Ressourcen 
    Senkung des Energieverbrauchs schont die Ressourcen
    Die Schulung der Mitarbeiter auf der Arbeit erhöht das Umweltbewusstsein sowie den Erfolg bei der Abfallvermeidung und Mülltrennung.
    Rohstoffe schonen (weniger Papier und Plastikflaschen im Büro, Fahrzeugtyp im Transport- und Dienstleistungswesen) und in ihrem natürlichen Kreislauf belassen
    Als Unternehmer und Arbeitgeber seinen Mitarbeitern auf der Arbeit sowie der Gesellschaft im Allgemeinen ein Vorbild sein

    Vor diesem Hintergrund ist nicht nur der Wertstoffkreislauf der Rohstoffe für große und kleine Unternehmen von Bedeutung, sondern auch der sogenannte Lebensweg von Produkten (DIN EN ISO 14001). Hinter diesem Begriff verbirgt sich die Ökobilanz eines Produkts oder einer Dienstleistung, was auch als Produktlebenszyklus bezeichnet wird. 

    Mit diesem sperrigen Begriff ist die Betrachtung eines Produktes unter Umweltaspekten gemeint. Die DIN EN ISO 14001 liefert dazu die entsprechenden Vorschriften. Denn diese Norm, die übrigens auch international anerkannt ist, bietet Betrieben einen systematischen Rahmen, um die Umweltleistung im Unternehmen und in den Büros steigern zu können.

    Firmen und Arbeitgeber, die diese Kriterien anwenden, sollen dadurch nicht nur Umweltbelastungen minimieren oder vermeiden, sondern aktiv am Umweltschutz beteiligt sein. Kern dieser ganzheitlichen Betrachtung ist, dass Arbeitgeber ihre Verantwortung über die eigene Firma hinaus wahrnehmen, zum Beispiel in Bereichen von Entwicklung und Transport. 

    Recycling am Arbeitsplatz: Das „grüne“ Büro

    Durch Nachhaltigkeit und Recycling am Arbeitsplatz, lässt sich auch im Büro gleichzeitig Geld sparen und etwas für die Umwelt tun. Immer noch wird auf der Arbeit einfach zu viel Papier verschwendet. Plastikflaschen werden oft regelrecht in Büros angesammelt. Viele Arbeitnehmer haben immer noch einen zu sorglosen Umgang mit Ressourcen. Auch wenn es auf den ersten Blick nach Kleinigkeiten aussieht, können bereits einzelne Maßnahmen der Mitarbeiter auf der Arbeit in ihrer Gesamtheit eine Menge bewirken.

    Umweltbelastungen im Büro: Eine Liste 

    Hoher Papierverbrauch während der Arbeit
    Hohe Energiekosten (Heizung, Strom) durch Maschinen oder Arbeitnehmer in den Büros
    Anfallender Müll sowohl bei der Produktion als auch im Büro
    Umgang mit leeren Tonerkartuschen und Druckerpatronen
    Wasserverschwendung sowohl bei der Produktion als auch seitens der Arbeitnehmer
    Falsche Mobiliarauswahl in den Büros
    Schadstoffhaltige Bodenbeläge und Wandverkleidungen im Gebäude
    Hohe Energiekosten bei Maschinen und Geräten wie Kühlschrank, Mikrowelle
    Zu viele Kleinlieferungen für Büroartikel statt einer Großbestellung
    Kein umweltfreundliches Büromaterial (Radiergummi, Einwegstifte, Kleber, Filzschreiber) auf der Arbeit

    Recyclingideen am Arbeitsplatz 

    Diese Maßnahmen machen das Büro ökologischer: 

    • Ausstattung: Wenn Büromöbel ausgedient haben, können diese vielleicht von Mitarbeitern in einer anderen Abteilung verwendet werden. Oder sie werden an gemeinnützige Einrichtungen gespendet. 
    • Leere Tonerkartuschen/Druckerpatronen: Tonerkartuschen können problemlos recycelt werden und werden von Spezial-Firmen aufgekauft. So werden Tonerkartuschen in den Wertstoffkreislauf zurückgegeben. Druckerpatronen hingegen sind häufig nachfüllbar. 
    • Licht: Lichtenergie sollte nicht unnötig von den Arbeitnehmern in Anspruch genommen werden. Deshalb sollten Lichtquellen am Arbeitsplatz, die nicht benötigt werden, auch konsequent ausgeschaltet sein. Um Strom auf der Arbeit zu sparen, sollten nur energieeffiziente Leuchtmittel verwendet werden. Alternativen zu Lampen können auch Zeitschaltuhren oder Bewegungsmelder sein. 
    • Heizen: Umweltschonender ist, die Temperatur im Raum um einige Grad zu senken. Außerdem kann ein Wechsel des Anbieters sinnvoll sein. Wichtig sind auch moderne Heizkörper oder alternative Energieträger.
    • Drucken/Kopieren: Sollte wirklich nur dann erfolgen, wenn die Dokumente unbedingt erforderlich sind. Um Ressourcen zu sparen, kann das Papier auch beidseitig von den Mitarbeitern kopiert oder bedruckt werden. Fehldrucke können außerdem als Notizzettel fungieren. Der Gebrauch von Recycling-Papier ist grundsätzlich sinnvoll – genauso wie eine große Bestellung für Materialien in Auftrag zu geben als mehrere kleine. Beim Drucker sollte darauf geachtet werden, dass sich die verschiedenen Farben einzeln auswechseln lassen. 
    • Computer/Drucker/Kopierer: Der Standby-Modus spart Energie. Nachts sollte die Maschine ausgeschaltet sein. 
    • Teeküche: Kaffeebecher, Teetassen und Flaschen aus Glas sind besser als Einweg-Geschirr oder Plastikflaschen. Wiederverwendbare Handtücher sind ökologisch ebenfalls sinnvoll, auch Geräte und Maschinen wie Spülmaschine, Mikrowelle und Kühlschrank sollten bei Bedarf gegen effizientere Modelle ausgetauscht werden. Kaffee sollte nicht mit Kapseln, sondern stets frisch von den Arbeitnehmern aufgebrüht werden.
    • Toilette: Hier sind Handtrockner oft die bessere Wahl als Einweg-Handtücher. 
    • Elektronik-Abfall: Elektronischer Müll sollte an den jeweiligen Service zurückgegeben werden können. Toner und Druckerpatronen sollten aufladbar sein. 
    • Wasser: Der Wasserverbrauch lässt sich durch Sparspüler am WC senken. Bei Maschinen wie Spülmaschinen sollte auf eine gute Wassereffizienz geachtet werden. Tropfende Hähne sollten umgehend repariert werden.  
    • Büromaterial: Hier sollte der Fokus auf umweltfreundlichen Materialien liegen (zum Beispiel Filzstifte auf Wasserbasis, schadstofflose Kleber und Mehrwegstifte)

    Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz: Recycling im Büro

    Sinnvoll ist, Müll je nach Rohstoff in unterschiedlichen Wertstoff-Behältern zu sammeln, um sie anschließend in die Entsorgung zu geben. An jedem Arbeitsplatz im Büro sollten deshalb entsprechende Eimer oder Körbe für Plastikmüll, Altpapier und auch Restmüll aufgestellt werden, sodass jeder Mitarbeiter dazu angehalten wird, den Müll korrekt zu trennen.

    Normalerweise sind es neben dem Sondermüll vier Abfall-Arten, die getrennt gesammelt werden sollten. Alles andere gehört in den Restmüll. 

    Mülltrennung im Büro: 

    • Biomüll 
    • Plastikmüll
    • Glas
    • Altpapier

    Die entsprechenden Eimer, Tonnen und Körbe für recycelbare Materialien sollten in keinem Büro fehlen, um die wiederverwendbaren Rohstoffe zurück in den Wertstoffkreislauf zu führen. Existiert in der Nähe der Arbeit eine Recyclinganlage, können die Rohstoffe möglicherweise sogar zu Geld gemacht werden. Das gilt, wie erwähnt, auch für leere Tonerkartuschen. 

    Individuell: Umweltschutz am Arbeitsplatz

    Umweltschutz ist, je nach Unternehmen, individuell: In der Produktion sind andere Maßnahmen erforderlich als bei der Arbeit im Transportwesen, in Büros oder in Handwerksbetrieben. In großen Produktionsbetrieben sind es vor allem Maßnahmen der Müllvermeidung, um weniger Schadstoffe zu verursachen. Zum Beispiel solche, Rohstoffe und Waren aus dem Inland zu beziehen (weniger Schadstoffe durch kürzere Transportwege) und moderne und damit umweltschonendere Technologien und Maschinen zu verwenden. Müllvermeidung, Mülltrennung sowie der Einsatz von recycelbaren Materialen gehören hier ebenfalls zu gängigen Maßnahmen – nicht nur in der Produktion, sondern in allen wirtschaftlichen Bereichen wie auch im Büro.

    Im Dienstleistungsbereich gibt es unzählige Bereiche, in denen ökologisches Bewusstsein umgesetzt werden kann: Vom Gebäudereiniger, der mit ökologisch abbaubaren Materialien arbeitet, über den ambulanten Pflegedienst, der Elektro-Fahrzeuge angeschafft hat, den Steuerberater, der Kostenschätzungen per Email an den Kunden weiterleitet bis hin zur Reisebranche, deren Mitarbeiter Alternativen zu Hochglanz-Katalogen bieten.

    Nachhaltige Produkte am Arbeitsplatz

    Auch am Arbeitsplatz gibt es neben der Müllvermeidung und Mülltrennung die Möglichkeit, mit recycelten Produkten etwas für den Umweltschutz zu tun – und das betrifft nicht nur wiederverwendbares Öko-Papier, Kartonagen oder auch recyclingbares Plastik. Mittlerweile gibt es zahlreiche Alternativen zu herkömmlichen Möbeln und Accessoires für die Büros, die gleichzeitig auch schick aussehen: 

    • Kunststoffprodukte aus recyceltem Plastik
    • Sitzecke aus Euro-Paletten
    • Korkpinnwände in den Büros
    • Möbel aus Holz aus nachhaltigem Anbau ohne Verbund- und Schadstoffe)
    • Tische, Stühle, Regale aus Papier

    Autor: Redaktion SafetyXperts

    Wie viel Kunststoff könnte eingespart werden, wenn in Büros nur Stifte aus wiederwertbaren Materialien verwendet werden? 

    Laut Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft 60000 Tonnen jährlich.

    Wie kann im Büro im IT-Bereich Energie gespart werden?

    Durch den Einsatz von zentralen Multifunktionsgeräten bei Scannern, Druckern und Faxgeräten wird Plastikmüll, Papier und auch Strom eingespart. 

    Wie kann das Raumklima im Betrieb verbessert werden?

    Nicht nur durch regelmäßiges Lüften. Auch Topfpflanzen tragen dazu bei, indem sie das CO2 aufnehmen und den Sauerstoff vermehren.