Persönliche Schutzausrüstung – das sind die Pflichten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Persönliche Schutzausrüstung – das sind die Pflichten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Die Verwendung einer PSA (Persönliche Schutzausrüstung) ist das letzte Mittel zur Vermeidung von Gesundheitsgefährdungen bei der Arbeit. Und zwar, wenn andere Maßnahmen wie Substitution oder Prozessänderungen, technische oder organisatorische Maßnahmen zur Gefährdungsvermeidung nicht greifen. Weil in solchen Fällen keine weiteren Alternativen zum Schutz der Beschäftigten mehr verfügbar sind, fordert die richtige Auswahl der persönlichen Schutzausrüstung eine besonders hohe Sorgfalt. Aus rechtlicher Sicht genauso wie zur Wahrnehmung Ihrer Verantwortung als Arbeitgeber gegenüber Ihren Mitarbeitern.

    PSA Arbeitsschutz: der letzte Baustein

    Unter persönliche Schutzausrüstung (PSA) wird die Ausrüstung verstanden, die zur Abwehr und Minderung von Gefahren für die Sicherheit und Gesundheit einer Person bestimmt ist. Es geht dabei im Allgemeinen um Vorrichtungen und Mittel, die am Körper oder an Körperteilen gehalten oder getragen werden, vor Gesundheitsgefährdungen schützen und somit den Arbeitsschutz gewährleisten. Doch auch wenn geeignete PSA für viele Einsatzbereiche schnell verfügbar und vermeintlich einfach einzusetzen ist, bedarf es einer genauen Prüfung alternativer Schutzmaßnahmen, bevor Sie Ihren Beschäftigten entsprechende Schutzausrüstung zur Verfügung stellen.

    Persönliche Schutzausrüstung Arbeitgeber: Diese 4 Punkte sollte man kennen

    1. PSA-Gebote gelten für jeden

    Diesen Punkt kann man kaum oft genug wiederholen. Jeder bedeutet wirklich jeder. Ausnahmen sind nirgendwo vorgesehen. Wenn in einem Laborbereich Augenschutz vorgeschrieben ist, gilt das für die Reinigungskraft genauso wie für den Laborleiter oder den Vorsitzenden des Aufsichtsrats. Weder eine jahrzehntelange Berufserfahrung noch ein Professorentitel oder sonstiger „Promistatus“ hebeln eine Tragepflicht für Schutzausrüstung aus.

    Wenn z. B. Ihre Unternehmensleitung die Delegation ausländischer Geschäftspartner oder die Abordnung von Gemeinderäten ohne Kopf- oder Augenschutz durch einen Produktionsbereich führt, in dem Tragegebote gelten, untergräbt dies alle Ihre Bemühungen um Trageakzeptanz. Wenn solche Situationen in Ihrem Unternehmen vorkommen, sollten Sie die Betreffenden ansprechen und auf sicherheitsgerechtes Verhalten pochen. Besteht keine Einsicht, ist es ratsam, dass Sie Ihr Anliegen schriftlich vorbringen. Manchmal können Sie auch selbst dazu beitragen, Konflikten vorzubeugen. Zum Beispiel könnten Sie neben dem Eingang eine Kiste mit Schutzbrillen bereithalten. So kann jeder Besucher an der Führung teilnehmen, mit Schutz-Überbrillen sind auch Brillenträger nicht ausgeschlossen. Das Gleiche gilt für andere notwendige PSA wie Sicherheitsschuhe, Gehörschutz oder Haarnetze.

    2. PSA ist immer nur das Mittel letzter Wahl!

    Das TOP-Prinzip ist keine unverbindliche Faustregel, sondern für die Rangfolge von Arbeitsschutzmaßnahmen verpflichtend. Erst wenn technische und organisatorische Maßnahmen nicht möglich sind oder sich als nicht wirksam genug herausstellen, darf der Arbeitgeber für die betreffende Tätigkeit allein auf Schutzausrüstung setzen. Die Betriebssicherheitsverordnung verlangt – etwas zugespitzt formuliert –, dass ein Unternehmen so wenig PSA wie möglich einsetzt und ansonsten auf andere Lösungen zum Vorbeugen von Unfällen und Verletzungen baut.

    § 4 BetrSichV: „Technische Schutzmaßnahmen haben Vorrang vor organisatorischen, diese haben wiederum Vorrang vor personenbezogenen Schutzmaßnahmen. Die Verwendung persönlicher Schutzausrüstung ist für jeden Beschäftigten auf das erforderliche Minimum zu beschränken.“

    PSA darf niemals ein Ersatz für andere zumutbare Schutzmaßnahmen sein, die man sich aus Bequemlichkeit oder anderen Gründen ersparen will. Es ist nicht zulässig, organisatorische oder technische Mängel im Arbeitsschutz dadurch „auszugleichen“, dass man seine Belegschaft zum Tragen von PSA verpflichtet.

    Ein simples Beispiel macht dies deutlich: Wo ein Raum mit Reinigungsmitteln verschmutzt ist, Flüssigkeiten lecken, Behälter nicht geschlossen sind, kristalline Reste auf dem Boden auf eingetrocknete Pfützen schließen lassen oder uralte Gebinde mit unleserlichen Etiketten in der Ecke verstauben, sind Aufräumen, Saubermachen, Ordnen, Aussortieren und Kennzeichnen angesagt. Hier einfach nur anzuordnen „Dann zieht halt sicherheitshalber dort alle Handschuhe an …“ wäre der falsche Weg, die Gefährdungen in den Griff zu bekommen.

    Selbstverständlich sollten im geschilderten Beispiel beim „Ausmisten“ (mindestens) Schutzhandschuhe getragen werden. In der Verantwortung des Arbeitgebers und der betrieblichen Vorgesetzten liegt es jedoch, hier für mehr Sicherheit durch Sauberkeit und Ordnung zu sorgen, Gefährdungen zu beurteilen, Betriebsanweisungen zu erstellen, zu unterweisen, Hilfsmittel zum sicheren Ab- und Umfüllen zu besorgen usw. Hier muss der Arbeitsschutz für diesen Raum neu organisiert werden, dies geschieht nicht dadurch, dass man eine Packung Schutzhandschuhe bestellt.

    3. Zur PSA muss unterweisen werden!

    Seien Sie sich stets bewusst, dass PSA kein Allheilmittel ist. Der betriebliche Arbeitsschutz wird nicht dadurch verbessert, dass man große Vorräte an PSA-Komponenten anlegt. PSA nutzt nichts, wenn sie nicht getragen wird – und PSA kann sogar zu gesundheitlichen Schäden führen, wenn sie nicht auf die richtige Art und Weise verwendet wird.

    Dies gilt nicht nur für PSA gegen Absturz, sondern z. B. auch für den Hand- oder Atemschutz. Wenn eine Schutzmaske nicht dicht sitzt oder ein ungeeigneter Chemikalienschutzhandschuh verwendet wird, weil Mitarbeiter mit dem Verwenden von PSA allein gelassen werden, können sie ihre Gesundheit – gerade weil sie sich auf den vermeintlichen Schutz verlassen – schwer schädigen.

    Zur Beschaffung von PSA-Komponenten muss daher stets dazugehören, dass die Mitarbeiter zu deren Einsatz, den Einsatzgrenzen, der Tragedauer, Pflege und Aufbewahrung unterwiesen werden. Je nach PSA, etwa für Gehörschutz oder PSA gegen Absturz, gehören dazu auch verpflichtende praktische Übungen.

    4. Trage-Gebote sind verbindliche Anweisungen!

    Jeder Vorgesetzte ist dafür mitverantwortlich, dass PSA-Tragepflichten in seinen Arbeitsbereichen eingehalten werden. Das alleinige Anordnen und Aufhängen von Gebotsschildern genügen nicht. Ein Vorgesetzter sollte durch sein Verhalten auch selbst dazu beitragen, dass die Bereitschaft zum Tragen von PSA wächst. Dies geschieht dadurch, dass er seinen Mitarbeiten signalisiert, dass er das Tragen von PSA bemerkt und wertschätzt. Das kann durch ein einfaches „Daumen hoch“ erfolgen, durch ein explizit ausgesprochenes Lob oder aber auch durch weitere Zeichen von Anerkennung. Es kann z. B. ein guter Grund sein, einen Mitarbeiter mit einer besonders verantwortungsvollen Aufgabe zu betreuen, wenn dieser sich dadurch auszeichnet, dass er seine PSA benutzt und pfleglich damit umgeht.

    Auf der anderen Seite sollte ein Vorgesetzter Mitarbeiter, die Tragegebote missachten, deutlich und so zeitnah wie möglich darauf ansprechen. Beim ersten Mal empfiehlt es sich, nach den Gründen für das Nicht-Tragen zu fragen: Passt die PSA nicht, ist sie unbequem oder behindert sie zu stark bei bestimmten Aufgaben? Dann gilt es, gemeinsam mit der Sifa nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen und die Gefährdungsbeurteilung entsprechend zu überarbeiten. Stellt sich heraus, dass eine vorgeschriebene PSA allein aus Bequemlichkeit, Unlust oder Ignoranz nicht benutzt wird, sollte dem Betreffenden deutlich gemacht werden, dass der Betrieb dies nicht duldet. Jedem muss klar sein, dass PSA-Tragegebote – ob mündlich unterwiesen, per Betriebsanweisung oder durch Kennzeichnung der Arbeitsstätte – verbindliche Anweisungen des Arbeitgebers darstellen.

    Fehlt es an Autorität oder ändert sich das Verhalten des Mitarbeiters aus anderen Gründen nicht, ist der Vorgesetzte gut beraten, mögliche Sanktionsmöglichkeiten mit der Betriebsleitung oder dem Personalbüro abzuklären. Drohungen sind zwar selten ein gutes Mittel, um Lernerfolge zu erzielen. Doch Vorgesetzte wie uneinsichtige Mitarbeiter sollten wissen, dass das Nicht-Tragen von Schutzausrüstung arbeitsrechtliche Konsequenzen bis zu Abmahnung, Versetzung oder Kündigung haben kann. Denn wer das Tragen von PSA bei seiner Tätigkeit verweigert, darf an dem jeweiligen Arbeitsplatz nicht mehr eingesetzt werden und muss die Konsequenzen tragen.

    Selbstverständlich ist der Vorgesetzte beim Achten auf Tragegebote nicht allein in der Pflicht. Das betrifft auch Sie als Sifa. Ebenso ist es auch eine Aufgabe Ihrer Sicherheitsbeauftragten, „sich von dem Vorhandensein und der ordnungsgemäßen Benutzung der (…) persönlichen Schutzausrüstungen zu überzeugen“ (DGUV-Vorschrift 1). Im optimalen Fall und bei einer gut entwickelten Sicherheitskultur in einem Betrieb machen sich die Mitarbeiter gegenseitig aufmerksam, wenn jemand vorsätzlich oder versehentlich einen vorgeschriebenen Schutz für Augen, Ohren, Hände usw. „vergisst“.

    Achtung: Laut eines aktuellen Urteils zum Gleichbehandlungsgesetz sind Arbeitgeber dazu verpflichtet, die Zeit, welche die Beschäftigen zum An- und Ablegen der PSA benötigen, zu vergüten.

    PSA: Diese 5 Pflichten verantwortet der Arbeitgeber immer selbst

    1. Als Arbeitgeber wählen Sie die geeignete die persönliche Schutzausrüstung anhand der Gefährdungsbeurteilung und auf Basis der Empfehlungen der spezialisierten Fachkräfte (z. B. Fachkraft für Arbeitssicherheit oder Betriebsarzt) aus.
    2. Der Arbeitgeber stellt den Beschäftigten die persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung.
    3. Der Arbeitgeber stellt sicher, dass die Beschäftigten vor Arbeitsbeginn über die Gefährdungen am Arbeitsplatz und die dafür erforderliche persönliche Schutzausrüstung unterwiesen sind. Außerdem sind die Handhabung, Benutzung, Aufbewahrung und das Erkennen von Schäden an der persönlichen Schutzausrüstung zu erklären.
    4. Auch die Erstellung von Betriebsanweisungen für das Benutzen der persönlichen Schutzausrüstung ist Arbeitgeberpflicht.
    5. Hinzu kommt die regelmäßige Kontrolle durch Begehungen am Arbeitsplatz, ob die persönliche Schutzausrüstung tatsächlich benutzt wird.

    Diese Arbeitgeberpflichten gelten für Leiharbeiter gleichermaßen wie für eigene Mitarbeiter. Bei der Arbeitnehmerüberlassung obliegen die Arbeitgeberpflichten gemäß Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) allerdings dem Kundenunternehmen und dem Zeitarbeitsunternehmen im gleichen Maße. Regeln Sie in solchen Fällen also am besten schriftlich in den vertraglichen Arbeitsschutzvereinbarungen, welche persönliche Schutzausrüstung von wem gestellt wird und wer die erforderlichen Schulungen und Kontrollen durchführt. Informieren Sie auch die betroffenen Beschäftigten über diese Vereinbarungen.

    So erfüllen Sie Ihre Pflichten als Arbeitgeber

    Die erste Arbeitgeberpflicht ist die Bewertung der Arbeitssituation und die hierfür geeignete Auswahl einer persönlichen Schutzausrüstung zu treffen, wenn identifizierte Gefährdungen nicht durch technische oder organisatorische Maßnahmen vermieden werden können oder der Schutz auf eine andere Weise sichergestellt werden kann.

    Die wichtigsten Schutzausrüstungen und deren Sinn

    Jede Schutzausrüstung bewahrt Sie vor verheerenden Verletzungen und Unfällen. Selbst wenn die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls gering erscheint: Die möglichen Folgen können so schwerwiegend sein, dass der Schutz immer notwendig ist.

    Wenn Sie zum Beispiel in einem chemischen Betrieb mit ätzenden Flüssigkeiten hantieren, müssen Sie nicht nur Ihre Augen mit einer Brille, sondern auch Beine und Arme mit einem Anzug aus luftdichtem Kunststoff schützen. Denn geht etwas schief und Sie verschütten auch nur ein paar Tropfen der ätzenden Flüssigkeit, ist Ihr Körper ohne Schutzkleidung dem Gefahrstoff ungeschützt ausgeliefert.

    Die 6 wichtigsten Schutzausrüstungen

    1. Der Helm – für alle mit „Köpfchen“

    Gegenstände, die ungebremst von oben auf den Kopf fallen, können schwere Verletzungen verursachen. Dabei gilt: je größer die Fallhöhe, desto stärker die Durchschlagskraft.

    Ein Beispiel: Auf einer Baustelle bleibt ein kleiner Stein unbemerkt auf einem Bauteil liegen, das von einem Kran angehoben wird. Fällt der Stein dann aus einer gewissen Höhe herunter, kann er die Schädeldecke
    eines Menschen zertrümmern. Dasselbe gilt für Werkzeuge und andere Arbeitsgeräte.

    Deswegen herrscht auf Baustellen, in Bergwerken und auch in vielen Betrieben Helmpflicht. Ohne Helm besteht dort grundsätzlich Lebensgefahr. Denn keiner kann garantieren, dass ihm niemals ein Werkzeug, ein Bolzen oder ein Steinchen aus der Hand rutscht.

    2. Gehörschutz – denn wer nicht hören will …

    Lärm gehört zu den größten Umwelt- und Gesundheitsgefahren unserer modernen Gesellschaft – aus zweierlei Gründen:

    1.       Lärm macht taub2.       Lärm verursacht Stress
    Unsere Ohren sind kurzfristig sehr belastbar. Erst ab extremen Lautstärken von 120 db(A) empfinden wir Schmerzen. Dauerhafter Lärm schädigt die Ohren aber bereits ab einem Schalldruck von 80 bis 85 db(A). Solche Werte sind bereits an einer Hauptstraße oder neben einem Kompressor normal. Ab diesem Wert sollten Sie Gehörschutz tragen, ab 95 db(A) ist er gesetzlich vorgeschrieben.     Die meisten Geräusche nehmen wir nicht bewusst wahr. Doch unbewusst reagiert der Körper mit erhöhter Aufmerksamkeit – ein Überlebensmuster aus der Urzeit. Denn damals konnte sich hinter jedem Geräusch eine Gefahr verbergen. Ein ständiger Geräuschpegel führt daher automatisch zu körperlichen Reaktionen wie erhöhtem Blutdruck, beschleunigter Herzfrequenz, schnellerer Atmung – mit anderen Worten: Stress.    
    In beiden Fällen gilt außerdem: Lärm ist ein schleichendes Gift. Man merkt ihm seine Gefährlichkeit nicht an. Die Folgen äußern sich erst später.
    Schwerhörigkeit macht sich oft erst viele Jahre später bemerkbar. Schwerhörigkeit gehört zu den häufigsten Berufskrankheiten!Ständiger Stress begünstigt Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlafstörungen sowie Verdauungsprobleme und macht anfällig für Infektionen (z. B. Erkältungen).
    Erkennen Sie daher in Lärm und lauten Geräuschen immer die Gefahr für Ihren Körper – und greifen Sie zu Gehörschutz.

    Immer mit der Ruhe: 3 Lärmschutz Maßnahmen für Ihren Betrieb

    3. Handschuhe – nicht nur im Winter!

    Auch Handschuhe gehören zu jeder Schutzausrüstung. Je nach Beschaffenheit bewahren sie uns vor dem Hautkontakt mit gefährlichen Substanzen. Und gewöhnliche Arbeitshandschuhe lassen uns besser zupacken. Sie schützen nicht nur vor scharfen Kanten, sondern bieten mehr Rutschfestigkeit als die bloße Hand.

    4. Sicherheitsschuhe – wenn Stahl zu Gold wird

    Wenn ein Betonteil oder ein Stahlträger auf Ihren Fuß kippt, ist die Stahlkappe im Schuh Gold wert: Schuhe mit Stahlkappen verhindern schwere Verletzungen. Außerdem bieten Sicherheitsschuhe hohe Trittsicherheit und haften auch auf feuchtem Boden gut. So kommen Sie auch auf einem nassen Gerüst in luftiger Höhe nicht ins Rutschen.

    Das bedeuten die Kennzeichnungen bei Sicherheitsschuhen

    5. Atemschutz – damit Ihnen nicht die Luft ausgeht

    Auch in der Luft können Gefahren liegen, zum Beispiel giftige und ätzende Gase, aber auch Staub und kleinste Partikel. Manche Stoffe kommen dabei ganz harmlos daher, haben es aber in sich. Buchenholz zum Beispiel. Kein Mensch würde in einem sattgrünen Buchenwald einen Gefahrstoff sehen. Zersägt man die Bäume jedoch, entsteht ein krebserregendes Gift: Buchenholzstaub!

    Auch ungefährliche Materialien belasten die Gesundheit: Jeder Staub, selbst wenn er ganz harmlos ist, legt sich auf die Atemwege. Die mikroskopisch kleinen Teile sind ein störender Fremdkörper für den Organismus. Daher sind bei jeder staubigen Arbeit Atemschutzmasken wichtig – und nicht nur beim Umgang mit giftigen Chemikalien.

    6. Schutzbrille – auch ohne Sehstärke hilfreich

    Eine Schutzbrille unterstützt Sie zwar nicht dabei, schärfer zu sehen, schützt aber Ihr Augenlicht vor Verletzungen durch chemische Flüssigkeiten oder Staub. Die Schutzbrille haben Sie immer dann aufzusetzen, wenn potenzielle Gefährdungen für die Augen bestehen, was zum Beispiel bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen der Fall ist. Aber auch bei Tätigkeiten, bei denen es zu Augenschädigungen durch optische Strahlung (Laser- oder UV-Strahlen) kommen kann, ist das Tragen der Schutzbrille Pflicht.

    Die persönliche Schutzausrüstung (PSA) im STOP-Prinzip

    Wenn Sie in den Arbeitsabläufen Gesundheitsrisiken für Ihre Beschäftigten entdeckt haben, gilt die immer gleiche Priorisierung von Schutzmaßnahmen nach dem S-T-O-P-Prinzip:

    1. Substitution: Maßnahmen, die den Einsatz von Betriebsmitteln oder den gesamten Arbeitsprozess so ändern, dass eine psychische Belastung am Arbeitsplatz vermieden oder reduziert wird.
    2. Technische Lösungen: Nachrüstung oder Austausch von Maschinen, Werkzeugen und anderen technischen Einrichtungen, von denen eine Gesundheitsgefahr ausgeht.
    3. Organisatorische Maßnahmen: Diese Maßnahmen haben zum Ziel, die Gefahrenquelle räumlich oder zeitlich von den Beschäftigten zu trennen.
    4. Persönliche Schutzmaßnahmen: Als letztes Mittel steht der individuelle Schutz des Menschen auf dem Plan. Dies erfolgt zumeist durch persönliche Schutzausrüstung.

    Auch gemäß Betriebssicherheitsverordnung ist der Einsatz einer persönlichen Schutzausrüstung erst nach erfolgter Prüfung aller Alternativen erlaubt und auf das erforderliche Minimum zu beschränken. Erst wenn Sie aus nachvollziehbaren Gründen den Einsatz anderer, höherrangiger Schutzmaßnahmen ausschließen müssen, sollten Sie die Eignung folgender PSA-Kategorien prüfen:

    • Schutzkleidung gegen chemische, biologische und physikalische Einwirkungen. Beispielsweise für den Arbeitsschutz im Labor
    • Hand- und Armschutz gegen chemische, biologische und physikalische Einwirkungen
    • Schnitt- und Stechschutz
    • Atemschutz
    • Fuß- und Knieschutz gegen chemische, biologische und physikalische Einwirkungen
    • Augen- und Gesichtsschutz
    • Kopfschutz
    • Gehörschutz
    • Hautschutzmittel
    • PSA gegen Absturz
    • eine PSA zum Retten aus Höhen und Tiefen
    • PSA gegen Ertrinken

    Wenn also beispielsweise technische und organisatorische Maßnahmen zur Risikovermeidung nicht zielführend sind, bietet sich der Einsatz persönlicher Schutzausrüstungsgegenstände an. Doch auch hierbei ist eine Fülle rechtlicher Bedingungen zu beachten.

    Online-Datenbank zertifizierter Atemschutzgeräte. Persönliche Schutzausrüstung leichter überprüfen!

    Für Persönliche Schutzausrüstungen dieser Kategorie sind eine EG-Baumusterprüfbescheinigung einer gemeldeten Stelle und regelmäßige Kontrollmaßnahmen Vorschrift. Sie sind Voraussetzung für die EG-Konformitätserklärung und CE-Kennzeichnung durch den Hersteller. In der Datenbank sind nur Atemschutzgeräte und Filter aufgeführt, für die eine gültige EG-Baumusterprüfbescheinigung nach der PSA-Richtlinie vorgelegt worden ist. Die Aufnahme und Pflege der Datensätze erfolgen durch die Hersteller bzw. Inhaber der EG-Baumusterprüfbescheinigung und sind kostenlos. Anwender können die Datenbank ebenfalls gratis nutzen.

    Komfortable Suchmöglichkeiten:

    Bei Ihrer Suche nach dem passenden Modell können Sie nach Art des Geräts (z. B. partikelfiltrierende Halbmaske oder Druckluft-Schlauchgerät) und Hersteller klassifizieren. Außerdem können Sie auch angeben, ob Sie Geräte angezeigt haben möchten, für die eine arbeitsmedizinische Vorsorge vorgeschrieben ist oder nicht. Ein Volltext-Suchfeld rundet die Auswahlmöglichkeiten ab.

    Hinweis: Die Anforderungen an die arbeitsmedizinische Vorsorge sind in Teil 4 des Anhangs der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) geregelt.

    Als Ergebnis werden – neben Hersteller und Modellzeichnungen – auch die jeweiligen Prüfnormen, die Prüfstelle und die Nummer der EG-Baumusterprüfbescheinigung ausgegeben. Alle aufgelisteten Modelle sind in Deutschland erhältlich. Betrieben wird das Angebot von der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie ( BG RCI). Zugriff auf die Datenbank haben Sie unter der Internetadresse http://www.bgrci.de/kc-notfallpraevention/start (dort auf ➞ Atemschutzgeräte ➞ Übersicht Atemschutzgeräte klicken).

    Die persönliche Schutzausrüstung kann mit Hilfe dieser Plattform einfach überprüft werden!

    Diese gesetzlichen Rahmenbedingungen müssen bei Beschaffung und Einsatz von PSA beachtet werden

    Wie in vielen anderen Rechtsbereichen gibt die Europäische Kommission auch beim Beschäftigtenschutz immer stärker nicht nur die Richtung vor. Sie bestimmt mittlerweile auch die detaillierte Ausgestaltung der gesetzlichen Inhalte. Die seit 1992 gültige PSA-Richtlinie der EU wurde deshalb bereits 2016 von der europäischen PSA Verordnung ersetzt. Hierdurch ist sie unmittelbar und direkt in allen Mitgliedsstaaten gültig und ersetzt schrittweise die nationalen Regelungen. Bereits im April 2018 wurde deshalb die zuvor gültige PSA-Richtlinie aufgehoben.

    Die neue Verordnung bringt vor allem für das Inverkehrbringen von PSA neue Anforderungen mit sich, was für Arbeitgeber eher Vorteile hat: Denn mit der Verordnung wird es Ihnen erleichtert, eine persönliche Schutzausrüstung rechtssicher auszuwählen und einzusetzen. Dieser Vorteil für Arbeitgeber wird ermöglicht, indem die Anbieter von PSA, also die Hersteller und Händler, stärker als bisher in die Pflicht genommen werden.

    Die Rechtsverbindlichkeit der PSA Verordnung

    Die PSA­ Verordnung enthält die grundlegenden Anforderungen an PSA. Und zwar, damit die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter geschützt und deren Sicherheit gewährleistet wird. Dementsprechend mussten nur die Hersteller von PSA prüfen, ob ihre Produkte den Sicherheitsanforderungen entsprechen. Künftig werden aber auch Händler und Importeure in die Verantwortung genommen. Diese müssen sich bei den gehandelten Produkten vergewissern, dass sie dem Stand der Technik entsprechen und hierüber eine Bestätigung vorliegt. Im Rahmen eines Konformitätsbewertungsverfahrens wird untersucht, ob die PSA die Sicherheitsstandards erfüllt, die in entsprechenden Normen festgelegt sind.

    Komprimitätsbewertungsaufgaben dürfen nur von entsprechenden Zertifizierungsstellen wahrgenommen werden. Jeder Zertifizierungsstelle wird eine Kennnummer zugewiesen. Diese Kennnummer, wie zum Beispiel 1974 für die PZT GmbH, ist auf der PSA anzubringen. Falls dies aus Platzgründen nicht möglich ist, kann sie auf der Verpackung und den der PSA beigefügten Unterlagen angebracht werden.

    Prüfbescheinigungen gelten nur befristet

    Bislang galten EU-Baumusterprüfungen unbegrenzt. Künftig werden sie nur noch für längstens 5 Jahre ausgestellt. So wird der Hersteller gezwungen, sein Produkt nach spätestens 5 Jahren genau zu prüfen. Dann muss er entweder der Zertifizierungsstelle bestätigen, dass sich nichts geändert hat, oder etwaige Änderungen durch diese Stelle unabhängig prüfen zu lassen.

    Jede PSA wird mit einer Erklärung ausgeliefert

    Hersteller müssen künftig die sogenannte Konformitätserklärung jedem einzelnen Produkt beifügen. Die Erklärung bestätigt, dass das Produkt den Anforderungen der Verordnung entspricht. Bislang genügte es, wenn die Konformitätserklärung „auf Verlangen“ vorgelegt wurde.

    Diese PSA unterliegen einer Produktionskontrolle

    Einige wesentliche Änderungen ergeben sich aus einer veränderten Einstufung von Produkten als PSA. Hierzu gibt es 3 Kategorien, denen unterschiedliche Prüfanforderungen zugeordnet sind. Produkte der Kategorie III unterliegen einer Produktionskontrolle durch eine notifizierte Stelle. Die PSA­ Kategorie III umfasst daher ausschließlich die Risiken, die zu sehr schwerwiegenden Folgen wie Tod oder irreversiblen Gesundheitsschäden aufgrund folgender Einflüsse oder Ereignisse führen können:

    • gesundheitsgefährdende Stoffe und Gemische
    • Atmosphären mit Sauerstoffmangel
    • schädliche biologische Agenzien
    • ionisierende Strahlung
    • warme Umgebung, mit vergleichbaren Auswirkungen wie bei einer Lufttemperatur von 100 °C oder mehr
    • kalte Umgebung, mit vergleichbaren Auswirkungen wie bei einer Lufttemperatur von –50 °C oder weniger
    • Stürze aus der Höhe
    • Stromunfall und Arbeit an unter Spannung stehenden Teilen
    • Ertrinken
    • Schnittverletzungen durch handgeführte Kettensägen
    • Hochdruckstrahl durch beziehungsweise Hochdruckreiniger
    • Verletzungen durch Projektile oder Messerstiche
    • schädlicher Lärm.

    Diese Kategorien einer persönlichen Schutzausrüstung werden vom Gesetzgeber unterschieden

    Die persönliche Schutzausrüstung dient unterschiedlichen Zwecken und wird deshalb, je nach Risiko, gegen das sie schützen soll, in drei Kategorien eingeteilt. Je höher die Kategorie, desto anspruchsvoller sind die Bedingungen, die Hersteller bei der Gestaltung des Ausrüstungsgegenstands zu beachten haben. Aber auch als Arbeitgeber oder Anwender sollten sie die Kategorien kennen und beachten, um den Einsatz geeigneter PSA sicherstellen zu können.

    Kategorie I – Produkte zum Schutz des Nutzers

    Sie umfasst Produkte zum Schutz des Nutzers vor geringfügigen Risiken. Hier darf der Hersteller davon ausgehen, dass die PSA-Nutzer die Wirksamkeit der PSA selbst einschätzen können. Zu Kategorie I zählen ausschließlich PSA zum Schutz gegen:

    • oberflächliche mechanische Verletzungen (zum Beispiel Gartenhandschuhe).
    • Berührungen mit schwach aggressiven Reinigungsmitteln (zum Beispiel Schutzhandschuhe für verdünnte Waschmittellösungen).
    • Berührungen mit heißen Oberflächen (Temperaturen unter 50° C), (zum Beispiel Schürzen).
    • Schädigungen der Augen durch Sonneneinstrahlung (zum Beispiel Sonnenbrillen), sowie Witterungsbedingungen, die nicht von extremer Art sind.

    Kategorie II – Produkte mit einem Standard-Schutz vor mechanischen Risiken

    Diese Kategorie deckt alle Gegenstände ab, die weder in Kategorie I noch in Kategorie III eingeordnet werden können. Generell bieten diese Produkte einen Standard-Schutz vor mechanischen Risiken. Beispiele sind Arbeitsschutzhelme, die vor Gefahren auf Baustellen schützen, oder ein Gehörschutz. Auch ist auf die Kennzeichnungen bei Sicherheitsschuhen zu achten. Weiterhin fällt maßgefertigte und individuell angepasste PSA fällt in der Regel in diese Kategorie.

    Kategorie III – Komplexe persönliche Schutzausrüstung

    In dieser Kategorie wird die komplexe persönliche Schutzausrüstung zum Schutz vor tödlichen Gefahren und irreversiblen Gesundheitsschäden erfasst. Denn PSA dieser Kategorie schützt gegen Gefährdungen, die der Verwender in der Regel nicht selbst einschätzen kann. Unter Kategorie III fallen PSA zum Schutz vor folgenden Risiken:

    • gesundheitsgefährdende Stoffe und Gemische
    • Atmosphären mit Sauerstoffmangel
    • schädliche biologische Agenzien
    • ionisierende Strahlung
    • warme Umgebung, mit vergleichbaren Auswirkungen wie bei einer Lufttemperatur von 100° C oder mehr
    • kalte Umgebung, mit vergleichbaren Auswirkungen wie bei einer Lufttemperatur von -50° C oder weniger
    • Stürze aus der Höhe
    • Stromschlag und Arbeit an unter Spannung stehenden Teilen
    • Ertrinken
    • Schnittverletzungen durch handgeführte Kettensägen
    • Hochdruckstrahl
    • Verletzungen durch Projektile oder Messerstiche
    • schädlicher Lärm

    Wann gilt welche Kategorie?

    Auch mit der neuen PSA Verordnung wurden die Kategorien kaum verändert oder genauer definiert. Deshalb bereitet die Zuordnung der PSA weiterhin regelmäßig Probleme. So ist nicht selten unklar, ob ein Produkt überhaupt als PSA anzusehen ist bzw. in welche Kategorie es dann gesteckt werden kann. Eine gute Hilfestellung hierzu gibt die Europäische Kommission mit ihren PSA-Leitlinien, die eine einheitliche Anwendung sicherstellen sollen.

    Wichtig: Die Leitlinien wurden leider nur auf Englisch verfasst!

    Download-Hinweis: Die PSA ­Verordnung (EU) 2016/425 können Sie unter www.gefahrstoffe-aktuell.com abrufen.

    Die EG-Baumusterprüfbescheinigung ist die neue und wertvolle Einkaufshilfe für Arbeitgeber

    Für die unterschiedlichen PSA der jeweiligen Kategorien gelten nun unterschiedliche Anforderungen an die Hersteller. Mit der EU-PSA-Verordnung wurde ein neues System eingeführt. Nach diesem System müssen nahezu sämtliche – im europäischen Binnenmarkt angebotene PSA von einer notifizierten Stelle zertifiziert werden. Von der Zertifizierungspflicht ausgenommen sind sehr einfache Produkte wie zum Beispiel Spül- und Gartenhandschuhe.

    Unter bestimmten Voraussetzungen können noch bis 2023 PSA-Gegenstände weiter vertrieben werden, die bereits nach der alten PSA-Richtlinie genehmigt wurden. Seit April 2018 gilt aber für die meisten PSA ausschließlich das neue Zertifizierungsverfahren.

    Die neuen Zertifizierungsbestimmungen beinhalten folgende Pflichten:

    • Für alle PSA muss eine technische Dokumentation vorgelegt werden können, die den Anforderungen des Anhang III der Verordnung entspricht.
    • Für PSA der Kategorien II und III muss eine EU-Baumusterprüfbescheinigung.
    • Bei PSA der Kategorie III ist zusätzlich eine Qualitätssicherung einzuführen, die eine Kontrolle der fertigen PSA sicherstellt.
    • Für alle PSA muss eine Konformitätserklärung erstellt werden, die über das CE-Zeichen markiert wird.

    Achten Sie auf das CE-Zeichen

    Sichere Ausrüstungsgegenstände zum persönlichen Schutz der Beschäftigten sind somit am Markt leicht zu identifizieren. Denn nur bei Einhaltung der Zertifizierungsbestimmungen und (außer bei Kategorie I) dem Vorliegen einer EG-Baumusterprüfbescheinigung gemäß EU-PSA_Verordnung darf und muss der Hersteller oder Anbieter der PSA das CE-Zeichen auf dem Gegenstand anbringen.

    Bei der für das CE-Zeichen erforderlichen Zertifizierung von PSA genügt bei Gegenständen der Kategorie I eine Selbstzertifizierung des Herstellers. Bei Kategorie II und III werden jedoch umfangreiche Material-, Gestaltungs- und Funktionsprüfungen in spezialisierten Labors durchgeführt, die die Einhaltung der europäischen Normen gewährleisten. Mit dem CE-Zeichen erklärt der Hersteller dann die Konformität des Produkts mit sämtlichen Sicherheitsanforderungen gemäß Anhang II der PSA Verordnung. Mit der Wahl eines PSA-Gegenstands, der über eine CE-Kennzeichnung verfügt, sind Sie also auf der sicheren Seite.

    Beachten Sie aber unbedingt diesen Sonderfall

    Benötigen Sie eine persönliche Schutzausrüstung der Kategorie III, dürfen Sie nur solche Gegenstände beschaffen, bei denen dem CE-Zeichen eine Registrierungsnummer angefügt wurde. Diese gibt an, welche notifizierte Stelle die laufende Fertigung des Herstellers überwacht.

    Der betriebliche Einsatz von PSA stellt weitere Anforderungen an den Arbeitgeber

    Der Gesetzgeber sorgt dafür, dass die persönliche Schutzausrüstung ihren Zweck erfüllen kann, indem die Eignung herstellungsseitig definiert und kontrolliert wird. Genauso wichtig ist aber auch, dass die PSA zum jeweiligen Einsatzzweck passt. Außerdem müssen die Beschäftigten zur richtigen Verwendung der PSA geschult werden. Des Weiteren sind auch sonst alle Rahmenbedingungen vom Arbeitgeber zu berücksichtigen und sicher zu gestalten. Die Beschaffung von Schutzausrüstung mit CE-Kennzeichnung ist in diesem Kontext also nur ein erster Schritt, um die PSA Ihrer Belegschaft rechtskonform anzubieten.

    Für den Einsatz von PSA gilt nach wie vor die PSA-Benutzungsverordnung (PSA-BV) vom 20. Dezember 1996. Sie regelt die Auswahl, Bereitstellung, Wartung, Reparatur, den Ersatz sowie die Lagerung von PSA durch den Arbeitgeber für alle relevanten Tätigkeitsbereiche.

    Lassen Sie sich bei der Auswahl einer PSA fachlich beraten

    Diese Arbeitgeberpflichten gelten für Leiharbeiter gleichermaßen wie für eigene Mitarbeiter. Bei der Arbeitnehmerüberlassung obliegen die Arbeitgeberpflichten gemäß Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) allerdings dem Kundenunternehmen und dem Zeitarbeitsunternehmen im gleichen Maße. Regeln Sie in solchen Fällen also am besten schriftlich in den vertraglichen Arbeitsschutzvereinbarungen, welche persönliche Schutzausrüstung von wem gestellt wird und wer die erforderlichen Schulungen und Kontrollen durchführt. Informieren Sie auch die betroffenen Beschäftigten über diese Vereinbarungen.

    Auch die Beschäftigten haben Pflichten bei der Verwendung von PSA

    In der Praxis ist es nahezu unmöglich, Mitarbeiter rund um die Uhr zu kontrollieren und die Verwendung der angebotenen Schutzausrüstung sicherzustellen. Dies hat auch der Gesetzgeber erkannt. Deshalb hat er den Beschäftigten eine entsprechende Mitverantwortung auferlegt.

    Ihre Beschäftigten sind demnach dazu verpflichtet:

    • Die zur Verfügung gestellte persönliche Schutzausrüstung gemäß der Unterweisung durch den Arbeitgeber zu benutzen.
    • Vor jeder Benutzung ist die persönliche Schutzausrüstung auf Funktionstauglichkeit hin zu testen und einer Sichtprüfung zu unterziehen.
    • Bei Mängeln oder bei Verlust ihrer persönlichen Schutzausrüstung die jeweilige Tätigkeit sofort zu unterbrechen.
    • Die Mängel oder den Verlust ihrer persönlichen Schutzausrüstung dem Arbeitgeber oder Vorgesetzten unverzüglich zu melden. Somit kann dieser die Ausstattung wieder vervollständigen.

    Trotzdem entbinden Sie diese Pflichten nicht von Ihrer Verantwortung als Arbeitgeber. Im Zweifelsfall kann Sie auch bei Verfehlungen eines Beschäftigten eine Mitschuld treffen, wenn Sie Ihre Sorgfaltspflichten vernachlässigt haben.

    Denken Sie auch immer daran, dass keine Kontrolle Ihre Vorbildfunktion ersetzen kann. Arbeitgeber und Vorgesetzte sind Vorbilder und müssen deshalb wie alle Beschäftigten die persönliche Schutzausrüstung bei den Begehungen am Arbeitsplatz tragen.

    Bei Fragen zur Auswahl und Eignung von persönlicher Schutzausrüstung sollten Sie immer Ihre Fachkraft für Arbeitssicherheit beziehungsweise den Betriebsarzt hinzuziehen. Denn die Fachkräfte haben den nötigen Überblick, um Sie zu geeigneten Maßnahmen und Ausrüstungsgegenständen zu beraten.

    Beachten Sie aber, dass die Bestellung einer Fachkraft für Arbeitssicherheit niemals auch die arbeitsrechtlichen Pflichten delegiert. Verantwortlich bleiben Sie als Arbeitgeber!

    Mit dieser Checkliste finden Sie die geeignete PSA in 9 Schritten

    Prüfen Sie im Rahmen Ihrer Entscheidungsfindung immer folgende 9 Punkte. Nur wenn Sie jede der beschriebenen Anforderungen abhaken können, sind Sie auf der sicheren Seite:

    1. Es wurde eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt, die die Anforderungen an die PSA definiert oder – alternativ – es bestehen standardisierte Anforderungskataloge für den jeweiligen Arbeitsbereich.
    2. Technische oder organisatorische Maßnahmen zum Gesundheitsschutz waren nicht möglich oder nicht ausreichend.
    3. Bei der Auswahl der PSA wurde die Fachkraft für Arbeitssicherheit und/oder der Betriebsarzt einbezogen. Sämtliche Maßnahmen und Ausrüstungsgegenstände wurden besprochen und als geeignet identifiziert.
    4. Bei Leih-, Zeit- oder Fremdarbeitern wurde die Festlegung der persönlichen Schutzausrüstung in enger Zusammenarbeit zwischen dem Kundenunternehmen und dem Zeitarbeitsunternehmen bestimmt und die Wahrnehmung der Arbeitgeberpflichten transparent geregelt.
    5. Die gewählte PSA ist nach den Herstellerangaben in der Lage, vor den Einwirkungen am Arbeitsplatz zu schützen.
    6. Die Ausrüstung verhält sich in der eingesetzten Umgebung stabil und hält den Belastungen bei der Tätigkeit stand.
    7. Persönliche Schutzausrüstung stört nicht die Grundanforderungen an die Ergonomie am Arbeitsplatz.
    8. Die Verwendung der PSA stellt keine zusätzliche oder alternative Gefährdung für die Beschäftigten dar – auch bei paralleler Kombination verschiedener PSA.
    9. Die angebotene persönliche Schutzausrüstung erfüllt die rechtlichen Anforderungen an die entsprechenden PSA-Kategorien:

    Kategorie I: CE-Kennzeichnung (inklusive Konformitätserklärung)

    Kategorie II: CE-Kennzeichnung (inklusive Konformitätserklärung und Baumusterprüfung)

    Kategorie III: CE-Kennzeichnung (inklusive Konformitätserklärung, Baumusterprüfung) und Registrierungsnummer (Qualitätssicherungsverfahren)

    Um vor allem den ersten Punkt der Checkliste abhaken zu können, ist oft ein erheblicher Aufwand erforderlich, der sich jedoch in vielen Fällen durch die Nutzung standardisierter Anforderungskataloge oder Services von Herstellern und Instituten deutlich reduzieren lässt.

    Nutzen Sie die kostenlose Unterstützung von Herstellern und Arbeitsschutz-Instituten

    In den wenigsten Fällen müssen Sie für die Auswahl der geeigneten Schutzausrüstung tiefgreifende Analysen durchführen. Basis der Gefährdungsermittlung können beispielsweise auch Erfahrungswerte der Fachkraft für Arbeitssicherheit sein. Auch müssen Sie nicht jede Gefährdung individuell ermitteln. Meist können typische Anforderungen auch aus branchenspezifischen Katalogen, (Online-) Datenbanken oder aus den Angaben von Maschinenherstellern entnommen werden.

    Institute und Hersteller bieten weitere spezifische Checklisten, die Sie nur ausfüllen müssen und mit denen Sie geeignete PSA anfragen beziehungsweise sich anbieten lassen können. Einige Beispiele solcher Checklisten finden Sie beim Institut für Arbeitsschutz der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung (IFA):

    Für spezifische und besonders kompliziert zu bewertende Einsatzgebiete wie zum Beispiel beim Gehörschutz bietet die IFA Praxishilfen in Form einer Software an, die kostenlos genutzt werden darf und die Auswahl geeigneter PSA erheblich erleichtert.

    Auch die gesetzliche Unfallversicherung VBG bietet Orientierungstabellen zur Auswahl persönlicher Schutzausrüstung in verschiedenen Arbeitsbereichen (Link jeweils weiterführend):

    Sicher bieten auch Ihre Branchenverbände oder Berufsgenossenschaften weitere Hilfsmittel, die Ihnen die Auswahl der geeigneten persönlichen Schutzausrüstung erleichtern.

    Auch der sachgemäße Einsatz der persönlichen Schutzausrüstung birgt Gefahren:

    Bei der Auswahl von persönlicher Schutzausrüstung ist nicht nur die Schutzfunktion der Ausrüstungsgegenstände zu berücksichtigen. Beachten Sie unbedingt, dass PSA oft selbst eine Gefährdung darstellen kann – auch bei sachgemäßer Anwendung. Diese „Nebenwirkungen“ sind in den Herstellerangaben der PSA enthalten und sollten dementsprechend beim betrieblichen Einsatz berücksichtigt werden. Dies gilt natürlich auch bei der Unterrichtung der Beschäftigten.

    Generell gilt auch das Prinzip der sogenannten Schwarz-Weiß-Trennung. Persönliche Schutzausrüstung und Arbeitskleidung sind getrennt von der Straßen- und Freizeitkleidung aufzubewahren, wenn daran Gefahrstoffe, Infektionsträger und Mikroorganismen haften können. Stellen Sie in solchen Fällen unbedingt Ihren Beschäftigten die Möglichkeit zur getrennten Lagerung zur Verfügung und informieren Sie sie über die Risiken. Damit können Sie verhindern, Schadstoffe auf die Straßenkleidung zu übertragen und zu verschleppen. Also müssen Sie zudem dafür sorgen, dass die persönliche Schutzausrüstung je nach Einsatzbereich und Verschmutzung regelmäßig gewechselt oder gereinigt wird.

    Beachten Sie die Anforderungen für Kombinationen einer persönlichen Schutzausrüstung:

    Deutlich komplizierter als die offensichtliche und vom Hersteller beschriebene Gefährdung durch PSA sind Gefahren, die sich erst bei Kombination verschiedener Ausrüstungsgegenstände ergeben. Denn diese müssen Sie selbst ermitteln oder erkennen und folglich vermeiden beziehungsweise reduzieren.

    Dieser Problembereich trifft alle Arbeitsplätze, an denen parallel verschiedene Arten von PSA benutzt werden müssen, weil gleichzeitig gegen mehrere schädliche Einwirkungen zu schützen ist und/oder mehrere Bereiche des Körpers betroffen sein können. In solchen Fällen ist immer darauf zu achten, dass die eingesetzten unterschiedlichen PSA-Gegenstände miteinander kompatibel sind. Sie dürfen sich weder gegenseitig in ihrer Schutzwirkung beeinträchtigen noch darf die Kombination der PSA zu neuen Gefährdungen für den Nutzer führen.

    Bei einigen Wechselwirkungen zwischen PSA ist die gegenseitige Beeinträchtigung beim Schutz leicht erkennbar. Eine Kombination aus Arbeitsschutzbrille und Atemschutzmaske beispielsweise ist oft nicht sinnvoll möglich. Das Gleiche gilt für die Verwendung von Kapselgehörschützern in Kombination mit einer Schutzbrille. In solchen Fällen werden Sie als Arbeitgeber die Kompatibilität der PSA und die Gefährdung, die durch die Benutzung der Kombination mehrerer PSA entstehen kann, einfach beurteilen können. Schwieriger wird es bei komplexeren Wechselwirkungen wie bei der Kombination von PSA gegen Absturz mit Atemschutz. Hier sollten Sie auf die Kompetenz der Hersteller und der Prüf- und Zertifizierungsstellen zurückgreifen.

    Prüfen Sie die Tätigkeitsbereiche anhand der Tabelle für PSA-Kombinationen:

    In der folgenden Tabelle finden Sie die wesentlichen PSA-Kombinationen, bei denen sich aufgrund von Wechselwirkungen das Schutzniveau verringern kann.

    Weitere Hinweise für Fälle, bei denen keine DGUV-Regel existiert:

    PSA(I)(II)(III)(IV)(V)(VI)(VII)(VIII)(IX)
    Kopfschutz (I) DGUV 112-192DGUV 112-194DGUV 112-190    DGUV 112-198
    Augen-/ Gesichtsschutz (II) DGUV 112-192DGUV 112-194DGUV 112-190    X
    -> 1)
    Gehörschutz (III)  DGUV 112-194DGUV 112-194  DGUV 112-194  
    Atemschutz (IV)      DGUV 112-189DGUV 112-201DGUV 112-198
    Schutzhand-schuhe (V)    X
    -> 2)
     DGUV 212-007
    212-019
      
    Fußschutz (VI)      X
    -> 3)
      
    Schutz-kleidung (VII)       DGUV 112-201DGUV 112-198
    Schutz gegen Ertrinken (VIII)        DGUV 112-201
    Schutz gegen Absturz (IX)        DGUV 112-198

    In der Tabelle sind kritische Kombinationen mit einem Eintrag gekennzeichnet. Die Einträge verweisen auf die zusätzlichen Anforderungen gemäß DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung). Die einzelnen DGUV-Regeln können kostenlos unter der Publikationsdatenbank der DGUV als PDF heruntergeladen und/oder gegen eine geringe Gebühr als Druckversion bestellt werden.

    • bei Kombinationen von Augen- und Gesichtsschutz mit PSA gegen Absturz könnte bei einem Sturz der Augen- und Gesichtsschutz verloren gehen. Der Augen- oder Gesichtsschutz kann aber auch so verrutschen, dass beim An- oder Aufprall zusätzliche Verletzungen entstehen können. Abhilfe schafft beispielsweise eine zusätzliche Sicherung des Augen- oder Gesichtsschutzes.
    • eine Kombination mehrerer Handschuhe (beispielsweise gegen Feuchtigkeit, mechanische Einwirkungen und Strahlung) kann eine Verringerung der Motorik der Hände hervorrufen, was für zusätzliche Gefährdungen sorgt, denen dann wiederum zu begegnen ist.
    • Kombinationen von Fußschutz und Arbeitsschutzkleidung können im Verbindungsbereich eine vom erforderlichen Schutzniveau abweichende Beständigkeit aufweisen. Dieser Verbindungsbereich ist dann evtl. zusätzlich zu schützen.

    Die Bereitstellung der PSA, um geeignete Schulungen zu ergänzen

    Ihre Pflicht zur Bereitstellung von persönlicher Schutzausrüstung können Sie nur dann rechtssicher erfüllen, wenn Sie die Nutzer auch hinsichtlich der Gefährdung informieren und sie zur sachgerechten Verwendung der PSA unterrichten. Denn Ihre Mitarbeiter müssen wissen, wie sie die PSA sicherheitsgerecht benutzten. Außerdem sollten sie durch Informationen und Anweisungen ausreichend motiviert werden, die persönliche Schutzausrüstung auch zu benutzen. Beide Ziele erreichen Sie über eine gut organisierte Sicherheitsunterweisung.

    Rechtsgrundlage dieser Forderung sind § 12 ArbSchG (Arbeitsschutzgesetz) oder § 4 DGUV Vorschrift 1. Die Unterweisung der Beschäftigten zur Benutzung der PSA wird auch in § 3 Abs. 1 der PSA-Benutzungsverordnung (PSA-BV) gefordert. Zusätzlich müssen nach § 3 Abs. 2 PSA-BV auch Betriebsanweisungen erstellt und als Grundlage für die Schulungen herangezogen werden.

    Für eine persönliche Schutzausrüstung der Kategorie III, die gegen tödliche Gefahren oder bleibende Gesundheitsschäden schützen soll, gelten besondere Anforderungen: Hierfür sind nach § 31 DGUV Vorschrift 1 spezielle Unterweisungen notwendig und zusätzlich praktische Übungen vorgeschrieben.

    So organisieren Sie die rechtssichere Unterweisung zum Thema PSA

    Um die Unterweisungen rechtssicher zu organisieren und keine wesentlichen Aspekte oder Inhalte zu vergessen, sollten Sie den Unterweisungsablauf nach folgendem Muster organisieren. Am besten planen Sie die Unterweisung in einem schriftlichen Ablaufplan, der sämtliche der folgenden Aspekte berücksichtigt:

    1. Festlegung der verantwortlichen Personen, der Teilnehmer und Fachkräfte

    • Die Gesamtverantwortung für die Unterweisung hat immer der Arbeitgeber. Für die Durchführung der Schulung benennt und dokumentiert er die jeweiligen Fachvorgesetzten mit Weisungsbefugnis, zum Beispiel Betriebsleiter, Abteilungsleiter, Meister, Vorarbeiter.
    • Für jede spezifische Unterweisung wird eine beratende Fachkraft für Arbeitssicherheit beziehungsweise ein Betriebsarzt bestimmt, der an der Unterweisung teilnimmt und den Fachvorgesetzten unterstützt.
    • Je nach Tätigkeitsbereich ergibt es Sinn, den Sicherheitsbeauftragten und/oder wenn vorhanden den Brandschutzbeauftragten und/oder den Gefahrstoffbeauftragten hinzuzuziehen.
    • Auch der Kreis der zu unterweisenden Beschäftigten ist aufzulisten.

    Gestalten Sie die Personenlisten im Ablaufplan in tabellarischer Form, sodass man die Schulungstermine und die erfolgte Teilnahme per Unterschrift aller Beteiligten direkt in der Tabelle dokumentieren kann.

    2. Planung der Schulungstermine

    • Die erste Unterweisung muss erfolgt sein, bevor die persönliche Schutzausrüstung erstmals zum Einsatz kommt oder sich diese ändert.
    • Im Ablaufplan sind auch die nächsten Folgetermine zu planen. Diese finden mindestens einmal jährlich statt, bei Jugendlichen unter 18 Jahren halbjährlich. Bei Neueinstellungen, Vertretungen oder Änderung des Arbeitsplatzes oder der Arbeitsabläufe sind Unterweisungen sogar vor Beginn der Arbeit umzusetzen. Sie können außerdem erforderlich sein bei wesentlichen Veränderungen der Arbeitsbedingungen, nach einem Arbeitsunfall und sonstigen Auffälligkeiten oder in Folge von Gesundheitsbeschwerden oder sicherheitswidrigem Verhalten.

    3. Unterweisungsinhalte

    Die wesentlichen Anforderungen zur Verwendung der persönlichen Schutzausrüstung werden in einer Betriebsanweisung beschrieben und ausgehängt. Die Betriebsanweisung dient außerdem als Leitfaden für die Unterweisung und ist den Beschäftigten so zur Kenntnis zu geben.

    Die Betriebsanweisung beschreibt die Gefahren für Mensch und Umwelt, Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln sowie weitere für den Gesundheitsschutz der Tätigkeit bedeutsame Aspekte.

    Mindestanforderung an die Unterweisung sind folgende Inhalte:

    • die für die jeweilige Art bestehenden besonderen Anforderungen der einzelnen Ausrüstung,
    • die bestimmungsgemäße Benutzung,
    • das richtige Anschlagen, Anlegen oder Befestigen,
    • die ordnungsgemäße Aufbewahrung,
    • das Erkennen von Schäden.

    Muster-Betriebsanweisungen erhalten Sie in vielen Fällen direkt vom Hersteller der persönlichen Schutzausrüstung.

    4. Dokumentation

    • Dokumentieren Sie sämtliche Schulungstermine, die dabei eingesetzten Schulungsmaterialien sowie die Teilnehmer.
    • Lassen Sie sämtliche Teilnehmer – auch Schulungsleiter und Beauftragte etc. – die Teilnahme per Unterschrift bestätigen. Vergessen Sie nicht, die Benutzungspflicht der PSA zu integrieren. Die Beschäftigten sollten unterschreiben, dass Sie die Pflicht zur Verwendung der PSA zur Kenntnis genommen haben und ihr nachkommen.

    Ein wichtiger Tipp zum Schluss

    Die Erfahrung zeigt, dass beim Einsatz der Persönlichen Schutzausrüstung vor allem ein Aspekt immer wieder zu Problemen oder gar Unfällen und Gesundheitsrisiken führt. Wenn die PSA lange Zeit im Einsatz ist, kann die Schutzwirkung der Ausrüstung nachlassen, ohne dass Sie dies sofort erkennen. Solche unerkannten Mängel der persönlichen Schutzausrüstung können zum Beispiel beim Gehör-, Sicht- oder Atemschutz zu einer Belastung werden, die erst bemerkt wird, wenn die Gesundheit bereits nachhaltig geschädigt ist.

    Ein PSA-Kataster hält Ihre Schutzausrüstung aktuell

    In der Praxis können Sie diesem Umstand mit einem PSA-Kataster in Form einer Datenbank begegnen, in dem alle eingesetzten Gegenstände der betriebseigenen PSA dokumentiert sind. Tragen Sie in diesem Kataster das Ablaufdatum, typische Verwendungszeiten und andere Erfahrungswerte ein, um die PSA rechtzeitig einer Überprüfung zu unterziehen oder sie auszutauschen. Denn im Fall einer gesundheitlichen Schädigung gibt es keine Ausreden oder Entschuldigung – dann haften Sie als Arbeitgeber uneingeschränkt.

    Autor: Redaktion Safety Xperts

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