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Persönliche Schutzausrüstung

Was genau ist eine Persönliche Schutzausrüstung?

Persönliche Schutzausrüstungen (PSA) dienen im Gegensatz zur Arbeitskleidung dazu, Beschäftigte gegen Risiken zu schützen. Deren Verwendung wird im Arbeitsschutzgesetz geregelt. Für Hersteller sind seit April 2018 die Kriterien der neuen Europäischen PSA-Verordnung (EU) 2016/425 verbindlich. Lesen Sie hier, worauf Sie achten müssen.

Unterschiede zwischen PSA und Arbeitskleidung

In der Anwendung wird zwischen Arbeitskleidung und Persönlicher Schutzausrüstung unterschieden. Die Arbeitskleidung dient im Gegensatz zur PSA nicht speziell der Sicherheit und dem Gesundheitsschutz der Person. Zur Arbeitskleidung gehören Ausrüstungen für Not- und Rettungsdienste, Persönliche Schutzausrüstungen für den Straßenverkehr, Sportausrüstungen, Selbstverteidigungs- und Abschreckungsmittel, tragbare Geräte zum Aufspüren und Anzeigen von Gefahren und Gefahrstoffen sowie sämtliche Kleidung oder Uniformen, die nicht den speziellen Zweck haben, für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit zu sorgen. Im Gegensatz zur Persönlichen Schutzausrüstung müssen die Kosten für Arbeitskleidung nicht vom Arbeitgeber übernommen werden.

Was gehört zur Persönlichen Schutzausrüstung?

Zur Persönlichen Schutzausrüstung gehören Schnitt- und Stechschutz, Fuß- und Knieschutz wie z. B. Sicherheitsschuhe, Schutzkleidung, Absturzsicherung, Kopfschutz, Atemschutz, Handschutz, Hautschutz, Gehörschutz sowie Augen- und Gesichtsschutz. Für Schutzmittel, die bei Einrichtungen der öffentlichen Sicherheit wie z. B. bei der Polizei oder der Bundeswehr eingesetzt werden, gelten gesonderte Richtlinien und Vorgaben. Eine Sonderform der Persönlichen Schutzausrüstung besteht aus mindestens einer Körperhaltevorrichtung und einem Befestigungssystem, die durch eine zuverlässige Verankerung miteinander verbunden werden: die Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA). Dazu gehören Auffanggurte und -westen, Verbindungsmittel, Bandfalldämpfer, Karabinerhaken und/oder Höhensicherungsgeräte. Eine Absturzsicherung dient dazu, die Gefahr eines Absturzes auszuschließen, z. B. durch ein Geländer. Die Schutzkleidung wird in einem Labor geprüft und anschließend zertifiziert. Ihr Einsatz ist auf ein Mindestmaß zu beschränken. Der Arbeitgeber muss seinen Beschäftigten Schutzkleidung kostenlos zur Verfügung stellen und für die Wartung, Pflege, Lagerung und deren Ersatz sorgen.

Einteilung je nach Risiko in Kategorien

  • PSA der Kategorie I, wie z. B. Knieschützer, schützen gegen geringfügige Risiken, die der Benutzer selbst beurteilen kann. Der Hersteller muss eine EG-Konformitätserklärung vorlegen.
  • PSA der Kategorie II bieten Schutz vor mittleren Risiken, wie z. B. Industrieschutzhelme. Hier muss zunächst eine offizielle Stelle eine Baumusterprüfbescheinigung ausstellen. Wenn diese vorliegt, muss der Hersteller eine EG-Konformitätserklärung erstellen.
  • PSA der Kategorie III schützen vor gravierenden Gesundheitsgefahren oder tödlichen Gefahren, wie etwa Atemschutzgeräte, Tauchgeräte, PSA zum Retten aus Höhen und Tiefen und zum Schutz gegen extreme Hitze und Kälte. Hier gelten die gleichen Bestimmungen wie für Kategorie II. Zusätzlich muss eine Fertigungskontrolle durchgeführt und eine CE-Kennzeichnung vorgenommen werden. Bei diesem Vorgehen spricht man vom „Qualitätssicherungsverfahren.“

Vorschriften und Gesetze

Es gibt verschiedene Vorschriften und Gesetze, die für den Bereich der PSA gelten: das Arbeitsschutzgesetz, die PSA-Benutzungsverordnung, das Produktsicherheitsgesetz, das Betriebssicherheitsgesetz, die Betriebssicherheitsverordnung und die Unfallverhütungsvorschrift BGV A. Seit dem 21.4.2018 ist die neue Europäische PSA-Verordnung (EU) 2016/425 nach einer Vorlaufzeit von zwei Jahren verbindlich anzuwenden. Hersteller müssen jetzt verschiedene neue Kriterien umsetzen, wie z. B. für Produkte, die den Gehörschutz betreffen. PSA-Produkte, die der alten Verordnung entsprechen, dürfen noch bis zum 21.4.2019 abverkauft werden.

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