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Psychische Belastung

Psychische Belastung am Arbeitsplatz: Das können Sie dagegen tun

Stress am Arbeitsplatz kennt heute wohl fast jeder Arbeitnehmer. Mitunter kann das ganz schön belastend wirken. Die gute Nachricht: Der Arbeitgeber kann die psychischen Belastungen am Arbeitsplatz gering halten – mit ein paar guten Maßnahmen.

Psychische Belastung am Arbeitsplatz: Die Reform

Im September 2013 wurden durch eine Gesetzesreform die bundesunmittelbaren Unfallkassen (BUK-NOG) neu organisiert. Das Ergebnis: Auch das Arbeitsschutzgesetz wurde in diesem Zusammenhang weiter ausgebaut. Psychische Belastungen gehören nun auch in den Bereich des Arbeitsschutzes. Der Arbeitgeber muss damit Vorsorge treffen, die Arbeitnehmer davor zu schützen. Dazu gehört auch eine Gefährdungsbeurteilung.

Was versteht man unter psychischen Belastungen am Arbeitsplatz?

Bei der Beschäftigung mit dem Phänomen stellt sich zunächst einmal die Frage, was man überhaupt unter psychischen Belastungen am Arbeitsplatz versteht. Grundsätzlich sind damit alle Dinge gemeint, die von außen auf den Arbeitnehmer einwirken können. Dabei hilft ein Blick in die DIN EN ISO 10075. Denn im Gegensatz zu unserem alltagssprachlichen Verständnis, sind mit psychischen Belastungen am Arbeitsplatz nicht nur negative Faktoren wie Stress oder eine hohe Arbeitsbelastung gemeint, sondern durchaus auch positive Dinge, mit denen der Arbeitnehmer während seines Arbeitstages in Verbindung kommt. Daneben wird bei psychischen Belastungen am Arbeitsplatz unterschieden, ob sie nur kurzfristig auf den Arbeitnehmer einwirken, oder von längerfristiger Natur sind, denn das hat selbstverständlich Auswirkungen.

Was löst psychische Belastungen am Arbeitsplatz aus?

Grundsätzlich kommen mindestens vier Faktoren in Frage, die psychische Belastungen am Arbeitsplatz auslösen können. Dazu gehören:

  • Die Arbeitsaufgabe oder der -inhalt: Was gehört zum Ablauf dazu? Ist der Arbeitnehmer mit seinen Aufgaben zufrieden? Kann er die geforderten Arbeiten in der dafür verfügbaren Zeit erledigen? Auch der umgekehrte Fall kann auf Dauer zu einer Belastung werden: Wenn der Arbeitnehmer regelmäßig zu wenig zu tun hat und Zeit totschlagen muss, kann das ebenfalls zu einem Stressfaktor werden.
  • Die Organisation innerhalb des Unternehmens: Wie sehen die Arbeitsaufgaben aus? Sollen die Arbeitnehmer beispielsweise so viele Aufgaben gleichzeitig erledigen, dass sie dadurch unter Stress geraten? Im Krankenhaus geht es meist sehr hektisch zu. Weshalb gerade hier auf diesen Punkt besonders geachtet werden muss. Auch eine klare Verteilung der Zuständigkeiten und Verantwortung zählt zur Organisation hinzu. Denn Arbeitnehmer, die auf Dauer zu viel Verantwortung übernehmen müssen, können sich dadurch überfordert fühlen.
  • Soziale Interaktionen und Beziehungen: Hier liegt eine große Gefahr für psychische Belastungen in der Arbeitswelt. Aus diesem Grund sollte dieser Punkt auch in keiner Gefährdungsbeurteilung fehlen. Zum einen geht es hierbei um den Umgang mit den Kollegen. Mobbing und gerechte Arbeitsverteilung zwischen den Mitarbeitern spielen hier also eine nicht unerhebliche Rolle. Aber auch die soziale Interaktion über verschiedene Hierarchieebenen hinweg wird zu diesem Punkt hinzugezählt. Wie ist das Verhältnis zu den Vorgesetzten? Üben sie konstruktive, oder eher destruktive Kritik und vor allem: Können Sie die Mitarbeiter für ein besonders gut gelungenes Projekt auch einmal loben?
  • Die Arbeitsumgebung: Wer in diesem Sommer in einem umklimatisierten Büro arbeiten muss, wird wissen, wie sich das auswirken kann. Somit ist auch die Temperatur, die am Arbeitsplatz vorherrschend ist einer der Faktoren, die als psychische Belastung gelten können. Aber auch zu viel Lärm und Unruhe am Arbeitsplatz kann auf Dauer krank machen und zählt daher ebenso zu den Belastungen, die Arbeitgeber möglichst gering halten sollten.
  • Sonstige Ursachen: Natürlich ist die oben genannte Aufzählung nicht vollständig. Da die Arbeitsplätze sehr unterschiedlich sind und daneben die einzelnen Arbeitnehmer Faktoren der Arbeitswelt ganz unterschiedlich wahrnehmen und gewichten, können noch viele weitere Belastungen im täglichen Arbeitsablauf auftreten. Dazu zählen atypische Arbeitsverhältnisse wie Kettenbefristungen, Zeitarbeit oder auch Freiberuflichkeit können Stressfaktoren für einige Menschen darstellen.

Psychische Gefährdungsbeurteilung

Um psychische Belastungen am Arbeitsplatz zu erkennen und ihnen damit entgegenwirken zu können, müssen Arbeitgeber eine entsprechende Gefährdungsbeurteilung anfertigen. Wie bei anderen Gefährdungsbeurteilungen auch, geht es auch bei der psychischen Gefährdungsbeurteilung darum, Gefahren frühzeitig zu erkennen und geeignete Instrumente zu entwickeln, um sie abzustellen. Da psychische Belastungen jedoch sehr individuell sind, wird in diesem Fall auch gerne ein Fragebogen angewendet. So können die Mitarbeiter ganz individuell und anonym die Faktoren nennen, die bei ihnen zu psychischen Belastungen führen. Bei der Ausgestaltung des Fragebogens haben die Arbeitgeber freie Hand und können die Checkliste an ihr jeweiliges Unternehmen anpassen.

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