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Infektionsschutz: So vermeiden Sie Ansteckungsgefahren

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Infektionsschutz

Winterzeit heißt Erkältungszeit. In Ihrer Einrichtung verkehren meist fiebrige und hustende Menschen. Um die Ansteckungsgefahr für Ihre Beschäftigten und andere Patienten oder Bewohner zu mindern, können Sie als Beauftragte auf ein verstärktes Hygienemanagement achten und die hier beschriebenen Maßnahmen zum Infektionsschutz umsetzen.

Um gezielt Hygienemaßnahmen zu ergreifen, sollten Sie die gesamte Einrichtung oder Praxis ins Visier nehmen. Wirksamer Infektionsschutz beginnt schon vor dem Betreten der Räumlichkeiten und setzt sich bis zum Verlassen der Einrichtung oder Praxis fort. Um den Weg von potenziellen Erregern nachzuvollziehen, sollten Sie als Beauftragte die einzelnen Stationen und Bereiche möglicher Infektionsherde kennen und für die jeweilige Gefährdung geeignete Maßnahmen ergreifen. Die wichtigsten Maßnahmen haben wir für Sie im Folgenden zusammengestellt.

1. Ergreifen Sie Maßnahmen im Eingangsbereich

Schon vor dem Betreten der Einrichtung oder Praxis sind Hygienemaßnahmen notwendig. Bereits an der Eingangstür sollten Patienten über eine mögliche Gefährdung und den passenden Infektionsschutz informiert werden. Durch einen gut sichtbaren Aushang im Eingangsbereich kann über folgende Regelungen und Maßnahmen informiert werden:

  • Hinweis zur Ansteckungsgefahr bei Symptomen wie Husten und Niesen
  • Bitte um Abstand zu anderen Patienten und den Beschäftigten
  • Motivation zur Nutzung von Einmaltüchern und Bereitstellung von entsprechenden Abwurfbehältern
  • Information zur Händedesinfektion und Aufstellung von Desinfektionsspendern im Eingangsbereich

Der Aushang sollte freundlich, aber bestimmend formuliert und gut sichtbar angebracht sein, um somit die Patienten noch vor dem Betreten der Einrichtung oder Praxis zu sensibilisieren. Die dort enthaltenen Informationen sollten auch die Beschäftigten kennen, die die Patienten im Einzelfall nochmal mündlich auf die Regelungen und Maßnahmen hinweisen können.

DOWNLOAD-TIPP
Das Robert-Koch-Institut bietet die allgemeine Information „Wir gegen Viren“ zum Infektionsschutz an, die als Broschüre und auch als Aushang unter www.rki.de erhältlich ist.

 

2. Richten Sie einen separaten Wartebereich ein

Wenn es Ihre Räumlichkeiten in Ihrer Einrichtung oder Praxis zulassen, sollten Sie Patienten mit Erkältungs- oder Grippesymptomen von anderen Patienten trennen. Oftmals bieten sich auch größere Flure oder nicht intensiv genutzte Behandlungsräume zur Trennung an. Stellen Sie sicher, dass alle Bereiche mit ausreichend Sitzgelegenheiten, Einmaltüchern und entsprechenden Abwurfbehältern ausgestattet sind.

Ist es aufgrund der räumlichen Begebenheiten nicht möglich, einen separaten Wartebereich einzurichten, sollten Sie auf die Einhaltung eines möglichst größeren Abstands von Patienten mit Symptomen achten. Wartebereiche bzw. Wartezimmer könnten durch eine entsprechende Bestuhlung in zwei Zonen eingeteilt werden. In kleinen Räumen sollten Sie zudem für einen ausreichenden Luftaustausch sorgen, um das Übertragungsrisiko durch Anreicherung in der Luft zu reduzieren.

Kommt es in Ihrer Einrichtung oder Praxis zu einer Häufung von Patienten mit Verdacht auf Atemwegsinfektionen, können Sie die generelle Patientendichte in der Praxis reduzieren. Legen Sie fest, dass bei telefonischen Anfragen bereits Symptome abgefragt werden und die Terminvergabe daraufhin ausgerichtet wird. Durch eine Verschiebung von Vorsorge- und Routineterminen kann die Patientendichte ebenfalls reduziert werden, was die Betroffenen sicherlich leichter akzeptieren, wenn ihnen der Grund für die Verschiebung genannt wird.

PRAXISTIPP
Häufen sich in Ihrer Einrichtung oder Praxis Infektionserkrankungen, empfiehlt sich die Einrichtung einer sogenannten „Grippesprechstunde“, d. h., Sie können ein eigenes Zeitfenster nur für Grippepatienten anbieten.

3. Legen Sie Maßnahmen in Behandlungsräumen fest

Der Infektionsschutz ist besonders dann wichtig, wenn es um die Behandlung von Patienten mit Verdacht auf Atemwegsinfektionen geht. Als Beauftragte sollten Sie vor diesem Hintergrund nochmals auf die Einhaltung der Standardhygienemaßnahmen hinweisen, die im Hygieneplan festgelegt sind. Gerade bei der Behandlung von potenziell infektiösen Patienten sind folgende Hygienemaßnahmen von den Behandelnden unbedingt anzuwenden:

  • Benutzung von Mund-Nasen-Schutz
  • Schutzkittel bzw. Schutzschürze anlegen
  • Schutzhandschuhe verwenden
  • Händedesinfektion nach der Behandlung
  • Flächendesinfektion von Hand-Haut-Kontaktstellen
  • Desinfektion aller verwendeten Medizinprodukte

Da bei hohem Aufkommen der Behandlung infektiöser Patienten auch der Verbrauch der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA), wie z. B. der Schutzhandschuhe und des Mund-Nasen-Schutzes steigt, stellen Sie sicher, dass diese in ausreichender Anzahl vorhanden sind. Dies gilt auch für die eingesetzten Desinfektionsmittel.

4. Verstärken Sie die allgemeinen Hygienemaßnahmen zum Infektionsschutz

Im Normalbetrieb wird arbeitstäglich eine Flächenreinigung bzw. Flächendesinfektion in Ihrer Einrichtung oder Praxis durchgeführt, die im Reinigungs- und Desinfektionsplan festgelegt ist. Bei hohem Aufkommen infektiöser Patienten können Sie die Reinigungsintervalle erhöhen und eine zusätzliche Reinigung, etwa in der Mittagspause veranlassen.

In Bereichen mit erhöhtem Patientenkontakt, wie dem Empfang bzw. dem Bereich der Anmeldung, sollten wiederkehrende Flächendesinfektionen durchgeführt werden. Gerade der Empfangstresen sollte mehrfach während der Öffnungszeiten desinfiziert werden, da er den größten Patientenkontakt aufweist. Gleiches gilt für alle Türgriffe der Einrichtung oder Praxis sowie die Patientenstühle im Wartebereich.

Tipp: Alle wichtigen Hygienevorschriften und Präventionsmaßnahmen finden Sie in dieser Hygienefiebel.

5. Führen Sie zusätzliche Unterweisungen durch

Neben der Verstärkung der allgemeinen Hygienemaßnahmen in allen hygienerelevanten Bereichen sollten Sie auch die Beschäftigten nochmals gesondert unterweisen. Zum einen sollten die Beschäftigten auf die erhöhten Risiken durch eine Infektionsgefährdung hingewiesen werden und zum anderen folgende persönliche Schutzmaßnahmen kennen:

  • Benutzung von Schutzkleidung wie Kittel oder Arbeitskleidung
  • Gebrauch von Persönlicher Schutzausrüstung wie Mund-Nasen-Schutz, Schutzbrille und Schutzhandschuhe
  • Regelmäßige Händedesinfektion
  • Angebote zum Impfschutz, insbesondere zur Grippeimpfung

6. Überprüfen Sie alle Vorgaben und deren Dokumentation

Sie als Beauftragte für Hygiene können die saisonbedingt erhöhten Infektionsgefährdungen zum Anlass nehmen, Ihr gesamtes Hygienemanagement zu überprüfen. Folgende Fragen können dabei hilfreich sein:

  • Sind alle Dokumente noch aktuell oder müssen erst angepasst werden?
  • Sind alle Maßnahmen zur Hygiene umgesetzt und wirken sie effektiv?
  • Wurde die jährliche Praxisbegehung durchgeführt?

Zu guter Letzt können Sie die gesetzlichen Anforderungen überprüfen und gegebenenfalls anpassen. Wichtige Gesetze und Regeln zum Infektionsschutz und zur Hygiene werden ständig weiterentwickelt und nach dem neuesten Stand der Wissenschaft und Technik erweitert.

Diese Regelungen zum Infektionsschutz müssen Sie beachten

Achten Sie auf diese Entwicklungen und sorgen Sie so für Rechtssicherheit in Ihrer Einrichtung oder Praxis. Die wichtigsten gesetzlichen Regelungen bezüglich des Infektionsschutzes haben wir für Sie hier noch einmal kurz zusammengefasst:

Infektionsschutzgesetz (IfSG)

Regelt die Pflichten zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen. Zweck des Gesetzes ist es, die Ausbreitung von übertragbaren Krankheiten zu verhindern. Es richtet sich an alle Menschen und Unternehmen in der Bundesrepublik. Die letzte Änderung trat am 1.1.2016 in Kraft.

Biostoffverordnung (BioStoffV)

Dient dem Schutz aller Arbeitnehmer vor Gefährdungen durch biologische Arbeitsstoffe bei ihrer Tätigkeit. Sie richtet sich in erster Linie an Arbeitgeber und beschreibt deren Grundpflichten. Die Neufassung trat am 16.07.2013 in Kraft.

Gefahrstoffverordnung (GefStoffV)

Dieses Gesetz soll Menschen und die Umwelt vor schädlichen Einwirkungen durch Gefahrstoffe schützen. Es regelt vorrangig die Grundpflichten und Schutzmaßnahmen bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen und richtet sich an Arbeitgeber und Lieferanten. Die letzte Änderung trat am 19.11.2016 in Kraft. Mehr dazu…

Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV)

Diese Verordnung regelt das Errichten, Betreiben, Anwenden und Instandhalten von Medizinprodukten und richtet sich deshalb an Errichter, Anwender und Betreiber. Auch die Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung sowie die Qualitätssicherung sind in der Verordnung enthalten. Die letzte Änderung trat am 01.01.2017 in Kraft.

Hygieneverordnungen  

Werden auf Grundlage des Infektionsschutzgesetztes in den jeweiligen Bundesländern erlassen und sollen übertragbare Krankheiten verhüten. Sie richten sich an alle Einrichtungen des Gesundheitswesens.

Beugen Sie der winterlichen Grippezeit vor und bringen Sie schon jetzt Ihren Hygieneplan inklusive des Reinigungs- und Desinfektionsplans auf den neusten Stand.

Auch interessant: Grippeschutzimpfung – Deshalb sollten Sie vorsorgen

Autor: Jörk Stojke 

 

 

 

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