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Berechnen Sie jetzt Ihren CO2-Fußabdruck in 3 Schritten

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CO2-Fußabdruck

Jede Aktivität hinterlässt „Fußspuren“ im Klimawandel. Diese Annahme ist die Basis für den Klima-Fußabdruck, auch Carbon Footprint oder CO2-Fußabdruck. Nutzen auch Sie den CO2-Fußabdruck als Maß für den Gesamtbetrag von Kohlenstoffdioxid(CO2)-Emissionen, der durch Ihre Aktivitäten verursacht wird oder über die Lebensstadien Ihrer Produkte entsteht. Um alle Facetten der Klimawirksamkeit abzudecken, werden in die Berechnungen auch alle anderen Treibhausgase oder auch zusätzliche Faktoren einbezogen und in ihr Treibhauspotenzial umgerechnet.

Als Bewertungsmethode für Klimaschutzaspekte von Produkten, Prozessen oder ganzen Organisationen setzt sich der CO2-Fußabdruck weltweit immer stärker durch und wird zunehmend zur Norm für die Darstellung der Klimawirksamkeit.

Das Problem: Es gibt noch keine feste Normierung und kaum Anleitungen, wie ein zufriedenstellender CO2-Fußabdruck berechnet werden kann. Meine Beispielrechnung zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie hier effektiv vorgehen.

So berechnen Sie das Treibhauspotenzial verschiedener Gase

Das Treibhauspotenzial ist eine Maßzahl für den Beitrag einer Emission zum Treibhauseffekt. Es gibt an, wie viel eine bestimmte Menge Treibhausgas zur globalen Erwärmung beiträgt. Als Vergleichswert dient Kohlenstoffdioxid; errechnet wird also das CO2-Äquivalent des Gases. Die Abkürzung lautet CO2e (e für equivalent).

Das sind die Treibhausgaspotenziale der bekanntesten Treibhausgase:

Treibhausgas CO2e gemäß Kyoto-Protokoll
Kohlenstoffdioxid CO2 1
Methan CH4 21
Distickstoffoxid N20 310
Schwefelhexafluorid SF6 23.900

Die Berechnung des gesamten Treibhauspotenzials erfolgt dann über die Multiplikation der Gasmenge mit den CO2-Äquivalenten.

Beispiel: 4 Tonnen Methan haben das Treibhauspotenzial von 84 Tonnen CO2e (4 t x 21 CO2e = 84 t CO2e).

Nutzen Sie zur einfachen Berechnung offiziell verfügbare Emissionsfaktoren

Wenn Sie selbst den CO2-Fußabdruck eines Ihrer Produkte oder Prozesse feststellen möchten, müssen Sie hierfür aber nicht sämtliche direkten und indirekten Treibhausgas-Emissionen erfassen. Dies wäre für die meisten Unternehmen viel zu aufwendig. Einfacher ist es, die vorhandenen Berechnungen offizieller Emissionsfaktoren zu nutzen.

Beispiel: Treibhauspotenzial eines Teelöffels

Das Prinzip ist einfach: Wenn Sie z. B. für die Herstellung eines Teelöffels aus Edelstahl 17 g Edelstahlblech und 0,3 kWh Strom einsetzen, können Sie unter Zuhilfenahme z. B. der ProBas-Datenbank des Umweltbundesamts das Treibhauspotenzial ermitteln (www.probas.umweltbundesamt.de).

Die Betrachtung sämtlicher Vorstufen ist nicht erforderlich. Diese Daten finden Sie in der Datenbank ProBas, in den Prozessdetails unter Reiter 3: „Umweltaspekte“, Abschnitt „Luftemissionen“.

Strom: Wenn Sie z. B. über Ihren Stromanbieter reinen Strom aus Wasserkraft beziehen, beträgt das Treibhauspotenzial 5.703 kg CO2e/TJ, bei Verwendung des deutschen Strommix sind es bereits 145.313 kg CO2e/TJ. Die Umrechnung von TJ (Terajoule) in kWh erfolgt, indem Sie den Wert durch 277.777,78 teilen. Strom aus Wasserkraft verursacht dann 20,5 g CO2e/kWh, der deutsche Strommix 523 g CO2e/kWh.

Edelstahl: Die Produktion von Edelstahl verursacht inklusive der Vorkette ein Treibhauspotenzial von 4.529 kg CO2e/Tonne, also 4,529 kg CO2e/kg.

Berechnung vom CO2-Fußabdruck für den Teelöffel

  • Edelstahl: 0,077 kg CO2e (0,017 kg x 4,529 kg CO2e/kg)
  • Strom (Deutscher Strommix): 0,157 kg CO2e (0,3 kWh x 0,523 kg CO2e/kWh)
  • Strom (Wasserkraft): 0,006 kg CO2e (0,3 kWh x 0,0205 kg CO2e/kWh)

Der CO2-Fußabdruck des Teelöffels bei Verwendung von Strom aus deutschem Strommix beträgt damit 234 g CO2e. Bei Verwendung von Strom aus Wasserkraft ließe sich der CO2-Fußabfruck auf 78 g CO2 und damit um 67 % senken.

Dieses einfache Beispiel zeigt bereits die Vorgehensweise bei der Ermittlung des CO2-Fußabdrucks.

Gehen Sie immer in 3 Schritten vor

  1. Ermitteln Sie die Material- und Energiemengen, die bei der Produktion oder im Prozess Verwendung finden. Eine klare Zurechnung auf den Prozess oder das Produkt ist zwingend erforderlich, um ein unverfälschtes Ergebnis zu bekommen. Dies ist beim Materialeinsatz einfacher, beim Energieeinsatz werden hierfür eventuell zusätzliche Strom- oder Mengenzähler erforderlich.
  2. Ermitteln Sie die Treibhauspotenziale der eingesetzten Materialien und Energie. Diese erhalten Sie in beachtenswerter Breite unkompliziert und kostenlos über die ProBas-Datenbank. Auch die Werte für Transporte oder Abfälle können der Datenbank entnommen werden.
  3. Berechnen Sie anhand dieser Werte den CO2-Fußabdruck, wie im Beispiel gezeigt.
TIPP
Ziehen Sie klare Systemgrenzen! Keine Bewertungsmethode kann heute alle Einflussfaktoren auf den Klimawandel einbeziehen. Deshalb ist es wichtig, klare Systemgrenzen der Untersuchung zu definieren. Beziehen Sie z. B. bei der Berechnung des CO2-Fußabdrucks nur den Material- und Energieeinsatz bei der Produktion ein, sollten Sie dies klar benennen. Werden auch die Transporte berücksichtigt, können Sie die Systemgrenzen über Ihr Werkstor hinaus bis zum Zwischenhändler ausweiten etc.

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Autor: Christian Schweizer

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