Wassermanagement: Nachhaltiger Umgang mit Wasser im Unternehmen

Wassermanagement: Nachhaltiger Umgang mit Wasser im Unternehmen

Aufgrund des weltweit steigenden Wasserverbrauchs, wird diese Ressource zunehmend knapper. Um einem gefährlichen Wassermangel zu entgehen, ist ein nachhaltiges Wassermanagement unerlässlich.

Wasser ist eine kostbare Ressource, die weltweit immer knapper wird. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Frischwasser mit steigender Bevölkerungszahl immer weiter an. Ein nachhaltigem Wassermanagement ist daher die perfekte Lösung, um Wasser noch effizienter zu nutzen und somit die steigende Wasserknappheit zu bekämpfen.

    Gleichzeitig bieten diese intelligenten Systeme und Konzepte sowohl Unternehmen als auch Haushalte die Möglichkeit, Wasserkosten zu sparen. Nachhaltiges Wassermanagement kommt im Umweltschutz also eine große Bedeutung zu.

    Wassermanagement: Definition

    Wassermanagement ist ein wichtiges Konzept zum Schutz der Umwelt, Natur und Bevölkerung. Es bedeutet, Wasserressourcen mit Hilfe von technischen und baulichen Maßnahmen und Verfahren so effizient wie möglich zu nutzen. Zum einen umfasst das Wassermanagement das Auffangen, die Nutzung oder die Versickerung von Regenwasser auf speziell ausgewählten Standorten und Grundstücken. So erfolgt eine Bewässerung von niederschlagsarmen Gebieten. Zum anderen umschließt es die intelligente Verteilung und Einteilung des gezapften Trinkwassers in Gebäuden. Doch auch die Trinkwasseraufbereitung spielt beim Wassermanagement eine wichtige Rolle.

    Modernes Wassermanagement bedeutet, das Wasser in seinem natürlichen Kreislauf zu belassen und so langfristig von einer sicheren Wasserversorgung für Haushalte, Industrie oder Agrarflächen zu profitieren.

    Je trockener die Landschaft und je weniger Grundwasser an diesem Standort vorhanden ist, desto höher ist die Bedeutung eines nachhaltigem Wassermanagement, um der steigenden Wasserknappheit vorzubeugen.

    Ziele des nachhaltigen Wassermanagements

    In Europa und auf der ganzen Welt steigt der Trinkwasserbedarf kontinuierlich an. Zugleich werden immer mehr Flächen versiegelt und ein großer Teil der Niederschläge wird abgeleitet, ohne dass dieses Wasser genutzt wird. In der Folge kommt es nicht nur zu einer steigenden Wasserknappheit und somit zu einem gefährlichen Wassermangel, sondern auch vermehrt zu Überschwemmungen.

    Die steigenden Kosten für Abwasser und die Wasserversorgung tragen außerdem dazu bei, dass private wie gewerbliche Verbraucher ein Interesse an einem nachhaltigeren Umgang mit Abwasser, Gebrauchs- und Trinkwasser haben.

    Die Ansätze des Wassermanagements haben somit zum Ziel, die vorhandenen Wasserressourcen sinnvoller zu nutzen und als erwünschten Nebeneffekt auch die Kosten zu senken.

    Unternehmen kommen im Rahmen des Wassermanagement jedoch weiterführende Aufgaben zu. Denn viele der für die Produktion verwendeten Stoffe sind wassergefährdend. Das heißt: Jedes Unternehmen ist dafür verantwortlich, die im Betrieb eingesetzten Stoffe und Gemische nach ihrer Gefährdungsklasse einzuteilen und für einen entsprechenden Umgang mit diesen wassergefährdenden Stoffen zu sorgen. Nachhaltiges Wassermanagement im Unternehmen zielt also ebenfalls darauf ab, eine Verunreinigung von Wasser zu vermeiden und somit die Umwelt vor Wassergefährdungen zu schützen.

    Wassermanagement ist besonders in Städten wichtig

    Die Einwohnerdichte ist in Städten besonders hoch. Im Vergleich zum Land ist hier der Wasserverbrauch sowie die Menge an Abwasser auch deutlich höher, wodurch ebenfalls das Risiko von Wasserknappheit steigt. Zugleich sind in Städten sehr viele versiegelte Flächen vorhanden.

    Ein hoher Verbrauch trifft an diesen Standorten also auf eine besonders ineffiziente Nutzung von Regenwasser. Diese Doppelwirkung ist noch herausfordernder in Entwicklungsländern, wo die Landflucht dafür sorgt, dass immer mehr Menschen in die Städte ziehen.

    Diese Herausforderungen im urbanen Lebensraum lassen sich nur mit einem nachhaltigen Wassermanagement lösen.

    Wie funktioniert Wassermanagement in Deutschland?

    Die Trinkwasserversorgung in Deutschland ist sehr gut. Deutschland gilt als „wasserreiches“ Land. Laut Daten des Umweltbundesamtes wurden im Jahr 2016 zwar über 24 Milliarden Kubikmeter Grundwasser verbraucht. Diese Menge an Kubikmetern entsprach aber lediglich 12,8 Prozent der möglichen Menge. Allerdings ist hier anzumerken, dass diese Zahlen nur einen Teil darüber aussagen, wie viel Kubikmeter Wasser in Deutschland wirklich verbraucht wird. Zieht man den „Wasserfußabdruck“ heran, verbraucht jeder Bundesbürger täglich 3.900 Liter Wasser pro Tag, das sind 1.423.500 Liter im Jahr! Dabei handelt es sich nicht allein um Wasser, war hierzulande verbraucht wird, sondern auch um das Wasser, das in anderen Ländern für die Produkte benötigt wird, die wir hier kaufen. Auch hier zeigt sich, warum ein Wassermanagement wichtig ist.

    In Deutschland wird die Wasserversorgung über regionale Versorger gewährleistet. Die Entsorgung von Abwasser erfolgt ebenfalls auf lokaler oder regionaler Ebene.

    Das Wassermanagement wird nicht bundesweit, sondern dezentral umgesetzt, bis hin zur Ebene der Eigenheimbesitzer, die mit der Gestaltung ihrer Grundstücke beeinflussen, wie z.B. das Regenwasser besser genutzt werden kann. Als gesetzliche Grundlage dient dabei das Wasserhaushaltsgesetz (WHG).

    Um das Wassermanagement in Deutschland zu verbessern hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zahlreiche Förderprojekte auf den Weg gebracht. Diese werden im Rahmen der „Forschung für nachhaltige Entwicklungen“ (FONA) gesteuert. Der Förderschwerpunkt liegt dabei auf „Nachhaltigem Wassermanagement“ (NaWaM). Zu den BMFB-Programmen gehören u.a. „Intelligente Infrastrukturen“ (INIS) und „Energieeffiziente Wasserwirtschaft“ (ERWAS). Letztere, die Wasserwirtschaft, umfasst dabei Verfahren zur Bewirtschaftung von Wasser durch den Menschen. Dazu gehört unter anderem die Gewinnung und Verteilung von Trinkwasser, die Bewirtschaftung von Abwässern sowie die Bewässerung von Standorten, die von Wasserknappheit betroffen sind.

    Doch nicht nur das BMBF fördert mit dem Fokus auf NaWaM die Wasserforschung: Auch staatliche Forschungseinrichtungen wie das Fraunhofer Institut forschen an Möglichkeiten zum nachhaltigen Umgang mit Wasser.

    Wassermanagement und Asbest: Welche Gefahr geht von alten Rohren aus?

    Viele alte Wasserrohre wurden mit Asbestzement produziert und verlegt. Dabei handelt es sich um Zement, der mit Asbestfasern stabiler gemacht wurde. Der Grund: Die Produktionskosten bei Rohrleitungen mit Asbest waren geringer als bei anderen Wasserrohren.

    Allerdings dürfen asbesthaltige Wasserrohre seit 1995 nicht mehr neu verlegt werden. Bestehende Rohrleitungen dürfen weiterverwendet werden, weil sicher ist, dass das Wasser beim Duschen und Baden nicht von Verunreinigungen betroffen ist. Sowohl die WHO als auch das Bundesgesundheitsamt halten asbesthaltige Wasserrohre nicht für gesundheitlich bedenklich. Entsprechend gibt es auch keine Grenzwerte für den Asbest-Gehalt im Trinkwasser.

    Smarte Wassermanagementsysteme: So wird kein Trinkwasser mehr verschwendet

    In Deutschland gibt es immer noch sehr viel Wasser – eine zusätzliche Bewirtschaftung von Wasser ist prinzipiell noch nicht erforderlich. Daher sehen viele Verbraucher bisher noch keinen Grund darin, Wasser zu sparen. Allerdings kommt an dieser Stelle ebenfalls das intelligente Wassermanagement zum Tragen. Denn der Wasserverbrauch ist immer auch mit einem Energieverbrauch verbunden. Wer also Wasser spart, spart auch Energie. Mit einem Wassermanagementsystem lässt sich somit nicht nur Wasserverschwendung reduzieren, sondern auch Strom sparen.

    Diese intelligenten Systeme können dabei aus vielen Komponenten bestehen. Zum einen gehören dazu beim Verbraucher wassersparende Armaturen. Gleichzeitig sorgt ein Wassermanagementsystem dafür, dass Wasserleitungen immer mit dem notwendigen Druck durchströmt werden und somit undichte Stellen seltener werden.

    Smartes Wassermanagement bedeutet jedoch auch, dass der Einsatz beziehungsweise die Verwendung von reinem Trinkwasser überdacht wird. So können z.B. Toilettenspülungen problemlos mit gereinigtem Abwasser genutzt werden oder mit gesammeltem Regenwasser.

    Fazit: Wassermanagement als wichtige Maßnahme zur Einsparung von Trinkwasser und zur Kostensenkung

    Wassermanagement ist eine mögliche Lösung, um Konflikte um Trinkwasser in der Zukunft zu verhindern, der steigende Wasserknappheit vorzubeugen und um eine sichere Wasserversorgung für einen großen Teil der Erdbevölkerung zu gewährleisten. Wasserreiche Länder wie Deutschland können dabei als Vorreiter agieren und erarbeitete sowie bewährte Wassermanagementsysteme und -verfahren in andere Länder exportieren.

    Für Unternehmen, Kommunen oder Länder ebenso wie für Verbraucher ist die Entscheidung für ein nachhaltiges Wassermanagement zum einen eine wichtige Entscheidung für Umweltschutz und zum anderen für mehr Kosteneffizienz. 

    Autor: Redaktion SafetyXperts