• 0228 / 95 50 160

Gas-Risiko in Ihrem Betrieb! So erstellen Sie eine Übersicht!

© thaloengsak – Shutterstock
Gas-Risiko

Beim Thema Gas-Risiko müssen Sie mehrere Fälle unterscheiden: Zum einen setzen Sie bestimmte Gase gezielt und bewusst ein, zum anderen können Gase durch industrielle oder biologische Prozesse entstehen, und zwar entweder gewollt oder ungewollt. Erstellen Sie eine Übersicht, wo in Ihrem Unternehmen welches Gas für welche Aufgabe verwendet wird. Zum Beispiel:

  • Propan-Butan-Gemische als Flüssiggas in Druckgasflaschen zur Erzeugung von Wärme, z. B. für Heizstrahler, Katalytöfen und in der Gastronomie (Braten, Räuchern, Trocknen, Backen), auf Baustellen zum Beheizen von Containern, beim Abdichten von Flachdächern mit Bitumen usw.
  • Stickstoff als Flüssigstickstoff für kältetechnische Anwendungen, z. B. in der industriellen Prozesskühlung, beim Einlagern von biologischen und medizinischen Proben, zum Kryokonservieren und Schockfrosten von Lebensmitteln, für Boden oder Frischbeton-Vereisungen in der Baubranche, für kryotechnische Schrumpfverbindungen und zum Kaltdehnen usw.
  • Acetylen als Brenngas für das Schneiden und Schweißen von Stahl
  • Chlorgas in Stahlgasflaschen oder Chlorfässern, zur Desinfektion, z. B. von Schwimmbädern
  • Sauerstoff, z. B. in der Medizin, für Taucharbeiten, für Abbrucharbeiten mit der Sauerstofflanze u. a.
  • Carbonylsulfid, Phosphane und andere Gase in der Schädlingsbekämpfung, zur Begasung von Getreidesilos, Lagerhallen oder Containern u. a.

Denken Sie nicht nur an den Einsatz von Gasen im Betrieb selbst: Wo werden technische Gase auf Bau- und Montagestellen eingesetzt? Wo verwenden Ihre Mitarbeiter Brenngase auf Messen, Ausstellungen, Märkten, Volksfesten oder anderen Veranstaltungen? Auch wenn Sie nur einmal im Jahr beim Betriebsfest oder Tag der offenen Tür einen Gasgrill betreiben, muss dessen Gasversorgung sicher sein und bedarf einer vorherigen Gefährdungsbeurteilung.

Achtung: Ungewolltes Gas-Risiko!

In den oben genannten Fällen haben Sie in der Regel einen Überblick über die eingesetzten Mengen. Denn all diese Gase werden verbraucht und müssen nachgefüllt bzw. die Behälter ausgetauscht werden und Sie können die auftretenden Mengen aufgrund der Beschaffungsdaten ableiten. Anders sieht es dagegen aus bei Gasen, die Sie nicht einkaufen, sondern die in Ihrem Betrieb entstehen. Dies kann gewollt sein, etwa bei gezielten Synthesen in der chemischen Industrie oder beim Gewinnen von Methan in Biogasanlagen. Auch in solchen Fällen werden die entstehenden Gasvolumina normalerweise erfasst und sollten weitgehend bekannt sein. Außerdem befinden sich die Gase innerhalb begrenzter Systeme, etwa in Ballons oder Rohrleitungen. Schwieriger wird Ihre Gefährdungsbeurteilung in den Fällen, in denen Gase ungewollt entstehen, z. B.

  • als Abgase bei Verbrennungsprozessen
  • als Gär-, Faul- oder Deponiegase in Silos, Güllebecken, Kanalisationen, Klär- und Abwasser-Anlagen

In diesen Fällen können sich die entstehenden Gase wie Stickoxide, Methan oder Kohlendioxid meist frei mit der Umgebungsluft vermischen. Damit besteht zusätzlich zur Giftigkeit stets die Gefahr, dass sie den Luftsauerstoff verdrängen. Hier beginnt die Gefährdungsbeurteilung damit, dass Sie versuchen, die entstehenden Gasmengen abzuschätzen und ggf. zu messen bzw. die verbleibende Menge an Luftsauerstoff zu erfassen. Erst dann können Sie – in der Zusammenschau mit weiteren Faktoren wie Wind, Lüftung, Absaugung usw. – die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten gefährlicher Situationen einschätzen.

So einfach geht die Vermeidung von einem Gas-Risiko und die Einhaltung der Arbeitssicherheit in Ihrem Betrieb!

Autor: Friedhelm Kring

* Selbstverständlich können Sie die Broschüren auch unabhängig von einer Newsletter-Anmeldung anfordern. Schreiben Sie uns dazu bitte eine kurze E-Mail mit Link zu dieser Seite.

Copyright © 2019 Safety Xperts. Impressum | Datenschutz