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Befüllung von Behältern mit brennbaren Flüssigkeiten

© R.Danyliuk – Shutterstock
brennbaren Flüssigkeiten

Diese Schlagzeile sorgte vor einigen Jahren für großes Aufsehen: „Ein 12.700-m3-Schwimmdachtank explodierte während der Befüllung mit Dieselöl infolge elektrostatischer Entladung.“ Bei alltäglichen Arbeitsprozessen wie dem Befüllen oder Entleeren von Behältern mit Flüssigkeiten kann es zur Ladungstrennung und somit zu elektrostatischer Auf- und Entladung kommen. Das muss in explosionsgefährdeten Bereichen unbedingt vermieden werden. Worauf Sie beim Umfüllen von brennbaren Flüssigkeiten achten müssen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Welche 9 Regeln gelten für das Befüllen mit brennbaren Flüssigkeiten?

Die Arbeitsschritte Befüllen, Transportieren, Lagern, Bereithalten vor Ort und Entleeren eines solchen Behälters sind sicher, wenn Sie diese 9 Regeln befolgen:

Regel 1: Befüllen Sie ausschließlich Behälter mit einer Wanddicke ≤ 2 mm. Ausnahmen können Sie nur an Ecken und Kanten tolerieren.

Regel 2: Der Behälter ist bis auf kleine Flächen allseitig mit einer leitfähigen Umhüllung wie z. B. Gitter (vgl. Abbildung) versehen. Achten Sie darauf, dass

  • die vom Gitter gebildeten Teilflächen ≤ 100 cm2 betragen,
  • das Gitter an allen 6 Behälterseiten eng anliegt und die Behälterblase aus Kunststoff e direkt berührt. Zudem darf nur an wenigen konstruktionsbedingten Stellen wie Stutzen und Armaturenanschlüssen der Abstand zwischen Kunststoffbehälter und Umhüllung bis zu 2 cm betragen. Ein größerer Abstand kann nur an Ecken und Kanten toleriert werden.

Regel 3: Kleine Flächen, z. B. Schraubdeckel, die nicht durch die Umhüllung geschützt sind, müssen aus ableitfähigem Material bestehen. Nicht leitfähige und somit isolierende Flächen von bis zu 4 cm2 können toleriert werden.

Regel 4: Zwischen der Flüssigkeit im Behälter und der Behälterumhüllung muss eine dauerhafte leitfähige Verbindung z. B. durch eine Erdungsklemme (vgl. Abbildung) bestehen.

Regel 5: Alle leitfähigen Teile des Behälters müssen untereinander dauerhaft leitfähig verbunden sein.

Regel 6: Die Umhüllung des Behälters muss beim Befüllen und Entleeren geerdet werden.

Regel 7: Die Befüllung eines Behälters darf nicht in gefährlich aufgeladenem Zustand erfolgen. Neubefüllen oder Nachfüllen von mehr als der Hälfte des Nennvolumens in kürzeren Zeitabständen als einer Stunde sollten Sie vermeiden. Herstellungs- oder reinigungsbedingte gefährliche Aufladungen
des Kunststoffbehälters klingen erfahrungsgemäß nach rund 24 Stunden Wartezeit ab.

Regel 8: Führen Sie die Entleerung, insbesondere die Obenentleerung, so durch, dass sich die Behälterblase nicht von der Umhüllung ablöst.

Regel 9: Achten Sie beim Befüllen mit warmen Flüssigkeiten darauf, dass sich die Behälterblase durch Kontraktion während der Abkühlung nicht von der Umhüllung ablöst.

brennbare Flüssigkeiten

Wichtig für Sie: Die Regeln Nr. 1 bis Nr. 9 gelten ausschließlich für das Befüllen und Entleeren von Behältern. Für andere Arbeitsschritte wie Rühren, Mischen, Reinigen sowie die Verwendung des Behälters als Reaktionsgefäß, Absetz- oder Sammelbehälter reichen diese Mindestanforderungen nicht aus!

So einfach geht Brandschutz im Betrieb!

Autor: Gabriele Janssen 

 

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