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Energiemanagement: Kosteneinsparung und mehr Umweltschutz

© Vaclab Volrab – Shutterstock
Energiemanagement

Wir alle sind tagtäglich auf Energie angewiesen. Aber wir wissen auch um den Raubbau, den wir durch die Gewinnung von Energie an der Natur betreiben und suchen nach Möglichkeiten für mehr Umweltfreundlichkeit. Wie aber gelingt es, Energie zu sparen und gleichzeitig auch die Kosten dafür? Für Gas, Wasser und Strom? Energiesparen – das bedeutet nichts anderes, als eine Leistung mit weniger Endenergie (Strom, Brenn- und Kraftstoffe) zu erzielen. Einsparpotenziale gibt es überall – in Gewerbe, Industrie und Verkehr und auch im eigenen Haushalt. Und es zahlt sich aus: Energiesparen schont den Geldbeutel und auch die Umwelt. Dabei ist es von immenser Bedeutung zu wissen, wie viel Strom, Gas, Brenn- und Kraftstoff für welche Zwecke eingesetzt werden. Eine Möglichkeit, um sich darüber einen Überblick verschaffen zu können, bietet zum Beispiel ein gezieltes Energiemanagement.

Energiemanagement fast schon unverzichtbar

Freiwilliges Energiemanagement ist in aller Munde und angesichts von Schlagworten wie

  • Kostenschonung,
  • Ressourcenschonung
  • und Klimaschutz

nicht nur sinnvoll, sondern auch nahezu unverzichtbar. Das gilt für Betriebe gleichermaßen wie für den eigenen Haushalt. Der bewusste Umgang mit Ressourcen ist ein wichtiger Baustein für den Umweltschutz. Grundsätzlich geht es beim Energiemanagement um optimale Nutzung. Damit ist nicht nur gemeint, wie Energie eingespart werden kann – wichtig sind auch Fragen nach der Energieeffizienz, also nach der optimalen Bereitstellung der zur Verfügung stehenden Energie.

Lange Zeit war dieses Ziel lediglich durch Einsparung möglich. In der heutigen Zeit steht Energie jedoch in immer größerer Menge zur Verfügung als früher. Deshalb gerät eine optimale Verteilung der verfügbaren Energie immer mehr in den Vordergrund. Das ist der Punkt, an dem das Energiemanagement ins Spiel kommt. Je mehr Energie theoretisch eingespart werden kann, desto sinnvoller ist es, zunächst alle relevanten Aspekte mit einem gezielten Management auf den Prüfstand zu stellen. Anschließend können dann sinnvolle Lösungen gesucht und gefunden werden.

Energiekonzepte in Gewerbe, Industrie und Kommune

Energiemanagement kommt vor allem im gewerblichen und industriellen Sektor zum Einsatz, gerade in den Bereichen Produktion und Logistik. Außerdem spielt es beim Wohnungsbau eine maßgebliche Rolle, ebenso als Gebäudeenergiemanagement für komplexe Einrichtungen wie Krankenhäuser, Kaufhäuser oder Polizeiwachen. Wichtig ist auch das kommunale Energiemanagement, das sich mit Maßnahmen für öffentliche Gebäude beschäftigt. Darunter fallen beispielsweise Schulen, Kindergärten, Rathäuser und andere öffentliche Einrichtungen.

Vorteile eines Energiemanagements gibt es im Einzelnen jede Menge: Dazu gehört die Beseitigung von „Energieverschwendern“, die Reduzierung des Klimakillers CO2, die Verringerung von Instandhaltungskosten, eine verbrauchsorientierte Kostenzuordnung, auch Umweltschutz und Imagepflege sowie die Erfüllung gesetzlicher Rahmenrichtlinien. So können mithilfe eines entsprechenden Verfahrens der Wasser- und Gasverbrauch, die Blindstromüberwachung, die Spannungsqualität und der Stromverbrauch gesammelt und bewertet werden. Dabei schaffen durchgängige Energiemanagementsysteme über die Netzebenen hinweg eine Durchlässigkeit, die es ermöglicht, ineffiziente Prozesse aufzudecken.

Gesamtkonzept und Detailkonzept

Grundsätzlich wird bei der Planung für ein modernes Energiemanagement zwischen dem Gesamtkonzept und den jeweiligen Detailkonzepten, zum Beispiel Wärmeschutz und -dämmung, Deckung des Strombedarfs oder Kraft-Wärme-Kopplung unterschieden. Das Gesamtkonzept, auch Strategiekonzept genannt, ermittelt zunächst die generellen Ziele des zu erarbeitenden Konzepts. Hierzu zählen auch Fragen und Überlegungen nach der

  • Unabhängigkeit in der Energieversorgung
  • Kostenoptimierung
  • Erhöhung der Spannungsqualität.

Im Anschluss daran wird eine Bestandsaufnahme und eine Auswertung unter den Gesichtspunkten der Analyse des derzeitigen Energieverbrauchs der Liegenschaft durchgeführt. Die Analyse stützt sich dabei auf Aussagen zu Lastgängen, Energiekennzahlen und angenommenen Entwicklungen. Am Ende dieses Prozesses steht zunächst ein allumfassendes Konzept, das sowohl das Gesamtkonzept abdeckt als auch den aktuellen und zukünftigen Energiebedarf ermittelt. Notwendig dabei ist eine ausführliche Bearbeitung der jeweiligen Detailkonzepte, damit eine abschließende Variantenrechnung gewährleistet ist. Diese Varianten können sich beispielsweise auf den Einsatz verschiedener Primärenergieträger, den Grad der avisierten Wärmedämmung eines Gebäudes oder auch auf die Fahrweise eines Blockheizkraftwerks beziehen. Abschließend wird das erarbeitete Energiemanagementkonzept umgesetzt und evaluiert.

Ökologisches Verantwortungsbewusstsein durch Emissions-Management-System

Weil umsichtiges Energiemanagement einen Prozess darstellt, muss dieser regelmäßig kontrolliert werden, um weitere Optimierungspotenziale ausloten zu können. Zum Beispiel durch die Einführung eines Emissionsmanagement-Systems. Dafür gibt es viele gute Gründe. Ein solches System wird zum Beispiel als ein Zeichen nachhaltigen Wirtschaftens erkannt. Insbesondere für die Unternehmenskommunikation ist es unerlässlich, ökologisches Verantwortungsbewusstsein und die Berücksichtigung von Emissionsgesichtspunkten zu dokumentieren. Die Gesichtspunkte, die Energiemanagement zu einem wichtigen Faktor machen, sind neben der Erkenntnis und dauerhaften Umsetzung von Einsparpotenzialen auch Ziele einer nachhaltigen Reduzierung von Emissionen. Nicht zu vernachlässigen ist dabei auch die Tatsache, dass Konkurrenten am Markt ebenfalls immer häufiger nach ökologischen Vergleichskriterien eingeschätzt werden. Deren eigenes Emissionsmanagement kann also ein nicht zu unterschätzender Wettbewerbsvorteil sein.

Aktiver Beitrag zum Umweltschutz

Natürlich wird mit einem umsichtigen Emissionsmanagement auch Transparenz geschaffen, so dass der Ausstoß klimarelevanter Treibhausgase kontrolliert, standardisiert und überwacht werden kann, um am Ende die Einhaltung entsprechender Vorschriften zu gewährleisten. Außerdem ist die Einrichtung eines Energiemanagements ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz, was auch die Identifikation der Angestellten mit dem Unternehmen steigern kann. Unterm Strich ist ein Energiemanagement also Wirtschaftlichkeit – und zwar langfristig gedacht.

Allerdings ist hier eine konkrete Verankerung nötig, um Managementprozesse im Unternehmen durchsetzen zu können. Deshalb ist es notwendig, zunächst die Verantwortlichen festzulegen und das Zusammenspiel der Entscheidungsträger klar zu regeln. Empfohlen wird auch, die Delegation der Aufgaben vom obersten Management bis hin zu den ausführenden Stellen reichen zu lassen. In größeren Betrieben sollte Energiemanagement darüber hinaus als eine eigenständige Einheit geführt werden. In kleineren und mittleren Unternehmen obliegt diese Aufgabe auch Kapazitätsgründen meist nur einer Führungskraft. Hier könnte eine Auslagerung sinnvoll sein.

Viele Regeln innerhalb Deutschlands und der EU

Ein umfangreiches Regelwerk, bei dem sich durch öffentliche Förderung auch einiges an Geldern einsparen lässt, sind die für den europäischen Raum zahlreichen Energiegesetze und Verordnungen, die sich mit Strom, Gas und Kraft-Wärme-Kopplung beschäftigen. Dazu zählen unter anderem

  • Stromnetzentgeltverordnung
  • Gasgrundversorgungsverordnung
  • Gasnetzentgeltverordnung
  • Energiewirtschaftsgesetz
  • Erneuerbare-Energien-Gesetz
  • Energieeinsparverordnung
  • Energieverbrauchskennzeichnungsgesetz
  • Gesetz für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung
  • Konzessionsabgabeverordnung.

Sie alle entfalten für den Endkunden rechtliche Wirkungen. Ein kurzer Überblick erklärt, was jeweils gemeint ist:

  • Stromgrundversorgungsverordnung (StromGVV): Die Stromgrundversorgungsverordnung ist eine Verordnung mit den Rahmenbedingungen, die die Grundversorgung mit Strom zwischen Endverbraucher und Stromanbieter regeln. Dabei geht es auch um vertragliche Rechte und Pflichten, von der Vertragsgestaltung über die Stromversorgung bis zum Abrechnungsverfahren.
  • Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV): Die Verordnung regelt die Entgelte für den Zugang zu Elektrizitätsversorgungswerken. Sie legt die Rahmenbedingungen für die Ermittlung der Netznutzungsentgelte fest. Diese ergeben sich dadurch, dass Strom durch Netze von Stromnetzbetreibern zum Verbraucher geliefert wird.
  • Gasgrundversorgungsverordnung (GasGVV): Sie beinhaltet die allgemeinen Bedingungen für die Grundversorgung von Haushaltskunden sowie die Ersatzversorgung aus dem Niederdrucknetz. Festgeschrieben sind hier in erster Linie Regeln, wie Haushalte von den Gasversorgungsunternehmen im Rahmen der Grundversorgung beliefert werden müssen.
  • Gasnetzentgeltverordnung (GasNEV): Eine Verordnung, die für alle in Deutschland vorhandenen Gasversorgungsnetze gilt. Diese Regelung befasst sich mit der Ermittlung der Netznutzungsentgelte. Regulierungsbehörde ist die Bundesnetzagentur.
  • Energiewirtschaftsgesetz (EnWG): Dieses Gesetz hat zum Ziel, eine möglichst sichere, umweltverträgliche, effiziente, preisgünstige und verbraucherfreundliche Versorgung mit Gas, Strom und auch erneuerbaren Energien sicherzustellen.  Darüber hinaus soll ein „wirksamer und unverfälschter Wettbewerb zwischen den Anbietern gewährleistet sein. Als Mittel zur Einhaltung dieses Gesetzes dienen unter anderen die Genehmigungs- und Anzeigepflicht, die eigentumsrechtliche Entflechtung und die freie Preisbindung.“ (Quelle: Energielexikon Deutsch, New Energie)
  • Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG): Das Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien konzentriert sich auf die Einspeisung von Strom in das Stromnetz, welcher aus erneuerbaren Energiequellen stammt. Hintergrund für dieses Gesetz ist ein Interesse des Umwelt- und Klimaschutzes. Das EEG garantiert feste Einspeisevergütungen. Ziele sind eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung und die Reduzierung der volkswirtschaftlichen Kosten an der Energieversorgung. Gleichzeitig strebt man mit diesem Gesetz die Schonung der fossilen Ressourcen an und möchte neue Technologien fördern.
  • Energieeinsparungsverordnung (EnEV): Sie gehört zum Wirtschaftsverwaltungsrecht und gilt zunächst für Wohn- und Bürogebäude, bei bestimmten Voraussetzungen auch für Betriebsgebäude. Hintergrund ist das Ziel, bis zum Jahr 2050 einen nahezu klimaneutralen Zustand der Gebäude zu erreichen. In der ersten Kategorie sind Objekte gemeint, die normale Innentemperaturen von 19 Grad Celsius aufweisen und länger als vier Monate/Jahr beheizt werden sowie Gebäude, die überwiegend zum Wohnen genutzt werden. Zweite Gruppe bilden Gebäude mit niedrigeren Innentemperaturen (zwischen zwölf und 19 Grad Celsius) und länger als vier Monate/Jahr beheizt werden. Gemeint sind hier auch Anlagen zu Heizzwecken, zur Trinkwarmwasserbereitung und auch raumlufttechnische Belange. Das Gesetz gilt unter anderem nicht für die Benutzung von Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen oder für betriebliche Gebäude, die der Tierhaltung dienen.
  • Energieverbrauchskennzeichnungsgesetz (EnVKG): Dieses Gesetz regelt die Bedingungen zur Kennzeichnungspflicht von Produkten, die in Zusammenhang mit dem Verbrauch von Energie und anderen wichtigen Ressourcen stehen (zum Beispiel CO2-Emissionen). Das Gesetz bezieht sich auch auf Angaben in der Werbung. Gemeint sind alle in Bezug auf einen Energieverbrauch relevanten Produkte, auch Kraftfahrzeuge und Reifen.
  • Gesetz für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWKG): Das Gesetz wird auch Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz genannt. Es regelt die Einspeisung und Vergütung von Strom aus derartigen Anlagen. Dabei hat der Strom, der in einer KWK-Anlage hergestellt wird, denselben Einspeisevorrang wie solcher, der nach dem EEG erzeugt wird.
  • Konzessionsabgabenverordnung: Damit sind Entgelte gemeint, die für eine erteilte Konzession an einen öffentlich-rechtlichen Rechtsträger abgegeben werden. Unter anderem Leistungen, die Energieversorgungsunternehmen und Wasserversorgungsunternehmen an Gemeinden zahlen, weil sie Leitungen verlegen und betreiben dürfen, die der Versorgung des Endverbrauchers dienen.

Unterm Strich sind die Pflichten der Energiesparverordnung, die Gebäudebesitzer grundsätzlich beachten müssen, umfangreich. Das gilt für Betriebsgebäude ebenso wie für Wohneigentum. Zunächst gelten für Neubauten besonders umfangreiche Anforderungen, weil bei ihnen der Primärenergiebedarf reduziert werden soll. Auch bei Bestandsbauten werden Eigentümer mittlerweile in die Pflicht genommen, was viele Hausbesitzer allerdings nicht wissen. Hier gilt in vielen Fällen eine Austausch- und Nachrüstverpflichtung. Darüber hinaus ist der häufigste Grund für den Geltungsbereich der EnEV eine geplante Sanierung, Veränderung oder Modernisierung. Weitere Pflichten sind außerdem der Besitz eines Energieausweises bei Vermietung oder Verkauf, die regelmäßige Überprüfung von Klima- und Lüftungsanlagen, die Einhaltung der EnEV-Anforderungen sowie die Verpflichtung der kontinuierlichen Prüfung durch den Bezirksschornsteinfeger.

Die Energiekosten in Firmen betragen durchschnittlich ein Viertel der Gesamtkosten, also 25 Prozent. Wer sich mit dem Gedanken trägt, im eigenen Betrieb oder für seine Organisation ein Energiemanagement einzuführen, kann sich dabei an die Energiemanagementnorm DIN ISO 50001 halten.  Mit der Herangehensweise unter diesen zertifizierungsfähigen Gesichtspunkten können Firmen ihre Energieeffizienz systematisch erhöhen. Mit diesem Verfahren, das man individuell anpassen kann, geht es um die vom Unternehmen beeinflussbaren Faktoren. Diese Form des Energiemanagement kann als geeignetes Instrument dienen. Insgesamt nutzt man das systematisches Management bereits weltweit. Es stärkt die Wettbewerbsfähigkeit, indem es hilft, Betriebskosten zu senken. Laut Bundesumweltamt nimmt systematisches Energiemanagement Einfluss auf organisatorische und technische Abläufe sowie auf Verhaltensweisen. So senke es unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten den betrieblichen Gesamtenergieverbrauch und den Verbrauch von Grund- und Zusatzstoffen und verbessert kontinuierlich die Energieeffizienz im Unternehmen.“ Mit der DIN ISO 50001 für alle Branchen und alle Betriebsgrößen ist zum ersten Mal ein internationaler Standard für ein Energiemanagementsystem aus der Taufe gehoben worden.

Dieses System stellt eine klassische Managementsystemnorm dar, die bei unterschiedlichsten Organisationen, von Unternehmen und Behörden Anwendung findet. Generell gibt dieses Verfahren einen Rahmen vor, der mit individuellem Engagement ausgekleidet ist. Jedes Unternehmen steht also dabei vor der Aufgabe, die Vielfalt der Ausgestaltungsmöglichkeiten angemessen für sich zu nutzen. Dabei kann dieses System auch bereits bestehenden hinzugefügt werden.

Facility-Manager bearbeitet Zielvorgaben

In Unternehmen ist auch das sogenannte Facility-Management ein wichtiger Bestandteil des umsichtigen Wirtschaftens und gehört zum Energiemanagement dazu. Beim Facility-Management geht es überwiegend um bestehende Anlagen in einem Unternehmen, die mit dem eigentlichen Unternehmensgegenstand nichts zu tun haben, wie etwa

  • Brandschutz
  • Klimatechnik
  • Warmwasser.

Alles in allem umfasst es alle Leistungen zum Betreiben und Bewirtschaften von Gebäuden, inklusive baulicher und technischer Anlagen. Hauptaufgabe ist hier, entstehende Kosten für die Energiebereitstellung zu senken. Ein Facility-Manager muss sich in seinem Aufgabenbereich mit verschiedenen Zielvorgaben beschäftigen, zum Beispiel mit ökonomischen und qualitätsorientierten. Im Grunde stellt das Facility-Management, das auch unter den Begriffen Objektbetreuung oder Liegenschaftsverwaltung bekannt ist, eine eigene Wissenschaftsdisziplin dar. Diese beinhaltet sowohl technische, kaufmännische als auch infrastrukturelle Aufgaben.

Kostentreiber: Gerade Raumluft-Anlagen oft überaltert

Insgesamt erkennt man mit einem klugen Energiemanagement das Optimierungspotenzial eines Unternehmens. Das kann im Einzelnen die Anschaffung neuer Anlagen bedeuten, aber auch eine Anpassung der Gegebenheiten. Ob Heizung, Warmwasser, Strom – es gibt viele Möglichkeiten, energieeffizient zu handeln und dabei auch die Umwelt im Blick zu haben. Raumlufttechnik-Anlagen zum Beispiel sind häufig überaltert und verbrauchen zu viel Energie. Ihre Aufgaben bestehen unter anderem darin, ausreichend Sauerstoff in die Betriebsräume zu bringen und auch Schadstoffe zu beseitigen. Sie stellen außerdem den Wärmebedarf sicher, leiten zu viel Wärme ab und regulieren die Feuchtigkeit. Durch Wärmerückgewinnung können sie grundsätzlich auch helfen, Energiekosten zu senken und damit für Einsparungen zu sorgen.

Mittlerweile reicht eine vernünftige Belüftung nur über Fenster in den meisten Betrieben nicht mehr aus. Darüber hinaus erfordern bestimmte Fertigungsverfahren oder Arbeitsprozesse ein entsprechendes Raumklima. Dazu gibt es auch Regelungen, wie zum Beispiel die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV). Fest steht jedenfalls, dass die Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz stark durch das Raumklima beeinflusst wird. Zu heiß, zu feucht, zu trocken – all das wirkt sich negativ auf die Konzentrationsfähigkeit aus. Deshalb können Lüftungsanlagen in Büros, Hotels, Krankenhäusern, in Läden und auch in der Industrie durchaus sinnvoll sein.

Allerdings ist die Effizienz einer solchen Anlage oft fragwürdig. Laut Schätzungen sind allein bei Raumlufttechnik-Anlagen häufig bereits Einsparungen von bis zu 25 Prozent möglich.  Die größten Kostentreiber sind etwa veraltete Lüftungsanlagen, eine fehlende Regelung der Anlage und auch wenig effiziente Zusatzfunktionen wie Heizen und Kühlen. Auch die Bauart des Rohrnetzes steht in Zusammenhang mit mangelnder Effizienz. Ob eine entsprechende Anlage im eigenen Unternehmen Sinn macht, ist gut zu kalkulieren: Entscheidend ist die Betrachtung aller anfallenden Kosten. Zunächst die Investitionskosten, langfristig aber, und das ist ausschlaggebend, sind es laufende Betriebs- und Wartungskosten, die Energie-, Reinigungs-, Reparatur- und Instandhaltungskosten, die ebenfalls zu beachten sind.

Energieeffizienzklassen stehen bei Verbrauchern im Fokus

Nicht nur der Unternehmer, auch der Endverbraucher fragt sich vor dem Hintergrund einer Senkung des globalen Energiebedarfs zunehmend, wie sich sinnvoll Energie einsparen lässt. Für ihn ist dabei auch das Stichwort „Energieeffizienzklasse“ von Bedeutung, denn mittlerweile achten über 85 Prozent der Konsumenten auf das Energielabel der Europäischen Union. Kürzlich hat ein neues System zur Einordnung der Energieeffizienz von Elektrogeräten das alte abgelöst. Grund war die bisherige unübersichtliche Klassifizierung. Gerade die Einordnung von Produkten mit der Kennung A+ bis A+++ erwies sich als verwirrend und konnte den Eindruck erwecken, allein schon beim Kauf eines A-Gerätes ein besonders energiesparendes Produkt erworben zu haben.

Die neue Skala für das Energielabel reicht für manche Produktgruppen nach wie vor von A bis G. Im aktuell ersten Schritt wird das Label für Geräte wie Waschmaschinen, Lampen und Fernseher eingeführt. Für andere Produkte – Staubsauger, Dunstabzugshauben oder Heizungen – folgt die Anpassung erst später. Wie die EU-Kommission errechnet hat, soll das neue Energieeffizienzlabel Haushalten jedes Jahr Einsparungen einbringen, die bis zu 500 Euro ausmachen können.

Ein Fünftel der Kosten für die Beleuchtung

Für ein Fünftel des weltweiten Energieverbrauchs ist die Beleuchtung verantwortlich – ein großes Thema für ein verantwortungsvolles Energiemanagement.  Eine Sparmöglichkeit sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich kann die Montage von LED-Lampen sein. Generell sind Lampen mit externer Zündung neueste Entwicklung am Markt. Die Zündung des Plasmas oder Gases erfolgt durch Induktion oder Mikrowellen. Diese Art der Entladungslampen besitzt eine Lebenszeit von über 60.000 Stunden – höher als bei bisherigen Entladungslampen. Zu Beleuchtungszwecken haben sich sogenannte LED-Lampen etabliert. Sie senden einen stark gerichteten Lichtstrahl aus, der mithilfe von Prismen und unterschiedlichen Anordnungsmöglichkeiten zur Beleuchtung genutzt werden kann. Für die Optimierung der Beleuchtung gibt es verschiedene Möglichkeiten. Um die Umwelt zu schonen, sind neben Glühbirnen seit September 2018 auch rund 90 Prozent aller Halogenlampen EU-weit verboten. Fast alle Hochvolt-Modelle, bis auf einige der energieeffizientesten, sind vom Markt verbannt.

Solarenergie rangiert nach Windkraft

Weitere Maßnahmen zur Ressourcenschonung, wie erneuerbare Energien sind ebenfalls stramm auf dem Vormarsch: Eine Statistik des Portals „statista“ aus dem Jahr 2018  zeigt die Verteilung der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien in Deutschland: In diesem Jahr lag der Anteil der Stromerzeugung aus Windkraft (onshore) bei über 40 Prozent, gefolgt von Solarenergie und Biomasse mit je 20 Prozent. Auf Platz 4 rangiert Windkraft (offshore), schließlich Wasserkraft (7 Prozent) und Hausmüll (3 Prozent). Laut „statista“ hat man im Jahr 2008 in Deutschland 4,4 Milliarden Kilowattstunden Bruttostrom aus Photovoltaikanlagen erzeugt, 2018 waren es bereits rund 46 Milliarden Kilowattstunden. Auch für Gewerbetreibende kann sich eine Photovoltaik-Anlage lohnen.

Seit einigen Jahren stehen jedoch Befürchtungen im Raum, dass sich Photovoltaik-Anlagen nicht mehr rechnen würden, weil seit 2009 ist die Einspeisevergütung stark gesunken ist. Waren es damals 43 Cent pro eingespeiste Kilowattstunde, rangiert der Preis dafür heutzutage bei 12 Cent. Allerdings sind auch die Anlagen selbst günstiger geworden, und das durchschnittlich um 62 Prozent. Außerdem hatte die letzte Neuregelung des EEG zur Einspeisevergütung 2012 zur Folge, dass die bis dahin zusätzliche staatliche Vergütung für selbst verbrauchten Solarstrom abgeschafft wurde.  Betreiber von Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von mehr als zehn Kilowatt müssen seitdem zehn Prozent des erzeugten Stroms selbst verbrauchen (oder anderweitig vermarkten). Zwar liegt die Haupteinnahmequelle bei Photovoltaikanlagen auf der staatlich garantierten Einspeisevergütung ins öffentliche Netz, dennoch kann die Rendite – Stichwort Intelligenter Stromverbrauch – durch Eigenverbrauch gesteigert werden. Ein Vorgehen, das immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Solarenergie: Einspeisevergütung und Eigenbedarf

Wer sich mit dem Gedanken trägt, mithilfe von Solarenergie zu heizen oder Warmwasser bereitzustellen, muss zunächst eine Wirtschaftlichkeitsberechnung in Auftrag geben. Aufgrund von zahlreichen Einflussfaktoren ist das keine leichte Aufgabe. Meistens überwiegt bei der Kalkulation der Zeitpunkt, ab dem die Solaranlage schwarze Zahlen schreibt. Eine bestimmte Reihe von Faktoren sind dabei wichtig: Investitionskosten, Betriebs- und Wartungskosten, auch Finanzierungskosten, Zinssatz und Inflation, der Eigenverbrauch und die Einspeisemenge sowie die Energiepreissteigerungsrate. Besonders die letzten drei Punkte sind schwer zu kalkulieren, weil sie mit allerlei Unsicherheiten belegt sind und das Ergebnis aber deutlich beeinflussen können. Niemand weiß zum Beispiel, in welchem Maß die Stromkosten in den kommenden Jahren steigen werden.

Jeder, der Solarenergie aus einer Photovoltaikanlage in das öffentliche Netz einspeist, erhält die sogenannte Einspeisevergütung. Diese wird pro Kilowattstunde eingespeistem Solarstrom vom Netzanbieter gezahlt. Die Einspeisevergütung bleibt über die Laufzeit von 20 Jahren konstant. Wenn sie einmal gezahlt wird, genießt der Anlagenbetreiber Bestandsschutz und ist von weiteren Absenkungen nicht betroffen. Allerdings sind die Zeiten einer garantierten Einspeisevergütung durch den Netzbetreiber irgendwann vorbei: Was also nach 20 Jahren tun oder wenn die Leistung der Anlage vorher schon nachlassen sollte? Darauf können Besitzer von Photovoltaik-Anlagen reagieren, denn die Rentabilität muss trotzdem nicht in Gefahr sein.

Energiemanagement gehört zur Gesamtstrategie

Eine gut durchdachte Energiestrategie als langfristige Maßnahme sollte sich in jede Gesamtstrategie eines Unternehmens einfügen. Mithilfe der passenden Strategie haben Unternehmer auch Gelegenheit, sich gegenüber ihren Mitbewerbern einen Vorteil zu sichern und können darüber hinaus auch Risiken minimieren. Bei der Wahl der richtigen Methoden können Betriebe auf verschiedene Strategien setzen (nach Kals). Unter anderem auf die passive Methode ohne systematische Planung. Energie und Umwelt sind hier keine eigenständigen Themenbereiche. Bearbeitet werden nur die nötigsten Themen. Eine weitere Möglichkeit ist die Strategie der kurzfristigen Gewinnoptimierung. Hier geht es darum, Maßnahmen einzuleiten, die in einem möglichst kurzen Amortisierungszeitraum hohe Rentabilität versprechen. Weiterhin kann die gewählte Strategie auch auf eine langfristige Gewinnoptimierung abzielen. Hier ist eine große Kenntnis der Energiepreis- und Technologieentwicklung nötig.

Schließlich kann die Anschaffung von Anlagen wie Wärmetauscher oder Kraftwerksbauten lange Laufzeiten mit sich bringen. Eine weitere Strategie im Energiemanagement zielt darauf ab, alle Maßnahmen mit positiver Rentabilität umzusetzen (Realisierung aller wirtschaftlichen Energiemaßnahmen). Zuletzt könnte ein Unternehmer dazu bereit sein, für den Klimaschutz sogar das Unternehmensziel zu verändern. In diesem Fall spricht man von „maximaler Strategie“. Normalerweise setzen Unternehmen in ihren Maßnahmen Mischformen dieser Strategien ein.

Autor: Redaktion Safety Xperts

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