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Boreout: 6 Anzeichen für Sie als Führungskraft

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Boreout

Boreout: Das bereits bekannte Burnout gilt mittlerweile als Volkskrankheit. Durch die zunehmende Digitalisierung, neue Arbeitsentwicklungen, aber auch Fehler bei der Mitarbeitereinstellung entsteht für immer mehr Arbeitskräfte das Gefühl der Unterforderung oder Langeweile am Arbeitsplatz. Auch wenn ein Boreout-Syndrom nicht als Krankheit gilt, eine psychische Belastung ist es allemal. Doch wie können Sie als Führungskraft die Anzeichen von Boreout erkennen?

Der Unterschied von Boreout und Burnout

Der fatale Unterschied zwischen einem Burnout und einem Boreout liegt an der Sichtweise in der Gesellschaft: Auf ein Burnout dürfen Menschen stolz sein – es deutet auf einen maximalen Einsatz hin. Ein Boreout ist eher ein Zeichen von Unfähigkeit – der Mensch wird als faul oder unfähig betrachtet. Deshalb wird ein Boreout viel seltener thematisiert. Ein Boreout führt dazu, dass der Arbeitnehmer sich nicht mehr mit seiner Arbeit identifiziert und innerlich kündigt. Ursache ist dafür entweder zu wenig Arbeit oder die Aufgaben sind zu einfach und unterfordern daher den Arbeitnehmer. Durch diese Sichtweise entsteht ein Effekt, der als psychische Sättigung bezeichnet wird. Verstärkt betroffen sind aus Sicht von Psychologen Berufseinsteiger, Frauen und Migranten, unabhängig von der jeweiligen Branche.

Boreout: Als Führungskraft können Sie folgende Symptome erkennen!

  1. Geäußerte oder gezeigte Lustlosigkeit, die sich auch im privaten Bereich fortsetzt. Letztendlich erkennen Ärzte darin eine Depression.
  2. Introvertiertes Verhalten – keine Kommunikation mehr, pessimistische Einstellung.
  3. Deutliche Distanz zu anderen Menschen und zu Arbeitsthemen. Gleichzeitig schwindet dabei die Identifikation mit dem Unternehmen.
  4. Sehr oft flüchtet der Betroffene sich in eine Sucht, wie Alkohol, Betäubungsmittel, Essstörungen.
  5. Sehr große Erschöpfung ist ein weiteres Zeichen, die Leistungsfähigkeit bricht dabei zusammen.
  6. Gesteigerte Aggressivität: Zusätzlich reagiert der Betroffene in Intervallen auch cholerisch, teilweise handelt er nicht mehr rational und reflektierend.

Grundsätzlich wird es nicht sehr oft vorkommen, dass die Führungskraft selbst diese Symptome erkennt. Viel eher werden Kolleginnen und Kollegen diese Symptome erkennen oder darüber sprechen. Daher ist es notwendig, dass diese Beobachtungen möglichst früh mitgeteilt werden. Gleichzeitig muss auch die Anzahl der Krankheitstage beobachtet werden.

Wichtiger Hinweis: Ein Boreout wird sich nicht durch ein einzelnes Symptom äußern, sondern immer durch eine Kombination, die einen längeren Zeitraum andauert.

Das können Sie gegen Boreout tun

Letztendlich bedeutet dies aber auch, dass ein Boreout durch eine psychische Gefährdungsbeurteilung rechtzeitig vermieden werden kann. Dazu hat die „Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie“ ganz konkrete Merkmale festgelegt, die im Rahmen eines Workshops zusätzlich zu den anderen Themen abgefragt werden sollen. Die typischen Fragen, die sich auf diese Merkmale beziehen, sind:

  • Wurde vor der Einstellung eines Arbeitnehmers überprüft, ob er nicht überqualifiziert ist?
  • Gibt es eine Stellenbeschreibung oder ein Anforderungsprofil für diesen Arbeitsplatz?
  • Haben Arbeitnehmer die Möglichkeit, sich mitzuteilen, wenn sie nicht ausgelastet sind?
  • Gibt es Anweisungen, durch die Monotonie am Arbeitsplatz vermieden/unterbrochen wird?
  • Gibt es Anweisungen, dass Arbeitsplätze regelmäßig gewechselt werden müssen?
  • Diese Punkte sollten Sie unbedingt zukünftig in einer psychischen Gefährdungsbeurteilung berücksichtigen.

Wichtiger Hinweis: Das Buch von Rothlin/Werder „Boreout – wenn Langeweile krank macht“ beschreibt sehr anschaulich und detailliert weitere Aspekte dieses Themas.

Autor: Jürgen Loga

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