Explosionsschutz: Diese Übergangsfrist läuft zum 31. Mai 2018 ab

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Explosionsschutz

Fast 3 Jahre liegt die Novellierung der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) nun schon zurück. Die meisten neuen Vorschriften sind bereits zum 1.6.2015 in Kraft getreten. Einige Änderungen werden aber erst zum 1.6.2018 rechtswirksam. Damit Sie sie jetzt nicht übersehen, finden Sie diese in diesem Beitrag zusammengestellt. Das betrifft insbesondere Prüfungen von Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen.

Explosionsschutz: Bis 2015 mussten technische Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen in ihrer Gesamtheit nur vor der Inbetriebnahme inspiziert werden. Wiederkehrende Prüfungen waren nur für einzelne Geräte als Bestandteile der Anlage obligatorisch. Die Neufassung der Betriebssicherheitsverordnung schreibt demgegenüber vor, dass die Anlagen nun auch wiederkehrend auf ihre Explosionssicherheit zu prüfen sind. Nachzulesen ist das in § 16 in Verbindung mit Anhang 2, Abschnitt 3, Nr. 5.1 der Verordnung. Diese Übergangsfrist für „Altanlagen“ läuft am 31.5.2018 aus. Anlagen in Ex-Bereichen, die vor dem 1.6.2012 erstmals in Betrieb genommen wurden, müssen demnach spätestens bis zum 1.6.2018 geprüft sein. Weitere wiederkehrende Prüfungen sind danach spätestens alle 6 Jahre Pflicht.

Das ist Gegenstand der Prüfung

Ziel der Prüfung ist es, festzustellen, ob

  • die für die Prüfung benötigten technischen Unterlagen vollständig vorhanden sind und deren Inhalt plausibel ist,
  • die Prüfungen nach den Nummern 5.2 und 5.3 durchgeführt und die dabei festgestellten Mängel behoben wurden oder ob das Instandhaltungskonzept nach Nummer 5.4 geeignet ist und angewendet wird. Unter Nr. 5.2 fallen Geräte, Schutzsysteme, Sicherheits-, Kontroll- und Regelvorrichtungen im Sinne der Explosionsschutz-Richtlinie 2014/34/ EU; Nr. 5.3 betrifft z. B. Lüftungsanlagen, Gaswarneinrichtungen als Bestandteile der Anlagen,
  • sich die Anlage in einem dieser Verordnung entsprechenden Zustand befindet und sicher verwendet werden kann und
  • die festgelegten technischen Sicherheitsmaßnahmen geeignet und wirksam sind.

Aktualisieren Sie jetzt Ihre Gefährdungsbeurteilung für den Explosionsschutz

Als Anlagenbetreiber sollten Sie sich rechtzeitig auf die Prüfung vorbereiten. Unverzichtbar ist dabei eine sorgfältige und nachvollziehbare Gefährdungsbeurteilung. Auch das Explosionsschutzdokument und die Zoneneinteilung sollten auf dem neuesten Stand sein.

Stellen Sie außerdem diese Unterlagen zusammen

Darüber hinaus benötigen Sie für die Prüfung weitere Unterlagen, wie z. B.

  • Aufzeichnungen aus Prüfungen, insbesondere von Lüftungsanlagen, Gaswarneinrichtungen,
  • von elektrischen und nichtelektrischen Geräten sowie
  • von Schutzsystemen, die Bestandteile der Anlage sind.

Wer die Prüfungen durchführen darf

Die Prüfungen an Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen sind in der Regel von einer Zugelassenen Überwachungsstellen ( ZÜS) durchzuführen. Ausnahme: Wenn es sich nicht um eine erlaubnispflichtige Anlage (nach § 18 BetrSichV, z. B. bestimmte große Treibstofflager- und Tankanlagen) handelt, kann dies auch eine zur Prüfung befähigte Person mit umfassenden Kenntnissen des Explosionsschutzes durchführen (genaue Anforderungen dieser Kenntnis sind in Anhang 2 Abschnitt 3 Nr. 3.3 BetrSichV aufgeführt).

Autor: Rafael de la Roza

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