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Grenzwerte für die Strahlenbelastung: Was Arbeitgeber beachten müssen

© Egoreichenkov Evgenii – shutterstock
Grenzwerte Strahlenbelastung

In Deutschland ist gesetzlich festgeschrieben, wie hoch die Strahlenexposition am Arbeitsplatz sein darf. Was Arbeitgeber jetzt wissen müssen. Der digitalisierte Alltag hat gewiss Vorteile. Aber: Egal ob Smartphones, Laptops oder WLAN – von diesen Dingen geht Strahlung aus. Und das ohne radioaktiven Zerfall. Doch wieviel Strahlung kann ein Mensch vertragen? Und gibt es gesetzlich festgeschriebene Grenzwerte, die die tägliche Strahlenbelastung reglementieren? Im folgenden Text werden die Grenzwerte im Strahlenschutz behandelt. Darüber hinaus wird näher erläutert, was Arbeitgeber dahingehend beachten müssen.

    Das sagt der Gesetzgeber zu den Grenzwerten

    Gesetzlich sind die Grenzwerte in der Strahlenschutzverordnung für den Strahlenschutz (StrlSchV) festgeschrieben. Die Verordnung ist Teil des Strahlenschutzgesetzes (StrlSchG). Das reformierte Gesetz ist am 31.12. 2018 in Kraft getreten.

    Laut Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) beträgt der Grenzwert für Personen, die beruflich mit Strahlung zu tun haben, 20 Millisievert pro Kalenderjahr. Zum Vergleich: In den USA liegt der Grenzwert bei 50 Millisievert pro Jahr. Neben dem Grenzwert für die effektive Dosis sind zum Schutz einzelner Körperteile unterschiedliche Grenzwerte für Organdosen pro Kalenderjahr definiert.

    Unterscheidung zwischen Jugendlichen und Erwachsenen

    Darüber hinaus unterscheidet der Gesetzgeber zwischen Jugendlichen unter 18 Jahren und Erwachsenen über 18 Jahren. Bei erster Gruppe liegt der Jahresgrenzwert bei 1 Millisievert. Für Ausbildungszwecke kann bei 16 bis 18-jährigen die zuständige Behörde einen Jahresgrenzwert von 6 Millisievert festlegen, falls dies zur Erreichung der Ausbildungsziele notwendig ist. Für Jugendliche gelten auch niedrigere Organdosisgrenzwerte.

    Strahlenschutz in der Schwangerschaft

    Die Strahlenschutzverordnung sieht ebenso Grenzwerte für schwangere Frauen vor, die beruflich Strahlung ausgesetzt sind. Hier gelten die gleichen Werte wie bei den Männern. Laut BfS darf bei Frauen im gebärfähigen Alter die Organdosis der Gebärmutter 2 Millisievert pro Monat nicht überschreiten.

    Sobald die Frau dem Arbeitgeber ihre Schwangerschaft bekanntgibt, darf das ungeborene Kind bis zu seiner Geburt keine höhere Strahlendosis als 1 Millisievert erhalten.

    Was bei Überschreitung der Grenzwerte passiert

    Sollten beim Arbeitsschutz im Labor oder einem anderen Arbeitsplatz wo man Strahlungen einsetzt, die Jahresgrenzwerte der Beschäftigten überschritten werden, wird die zuständige Behörde des BfS Untersuchungen einleiten. Mit folgenden Konsequenzen müssen Arbeitgeber beziehungsweise Unternehmen dann rechnen:

    • Auflagen
    • Verbot von bestimmten Tätigkeiten
    • Bußgeldern
    • Entziehung von Genehmigungen

    Wie das Bundesamt mitteilt, sind Grenzwertüberschreitungen sehr selten. So seien in den vergangenen Jahren weniger als zehn Überschreitungen pro Jahr festgestellt. In der Regel liegen die tatsächlichen Expositionen am Arbeitsplatz weit unterhalb der Grenze. Den Grund dafür sieht das BfS in der Optimierung. Bezüglich des Strahlenschutzes gilt in Europa zusätzlich zur Dosisbegrenzung auch das Gebot der Dosisvermeidung.

    Darüber hinaus haben Arbeitgeber dafür Sorge zu tragen, dass auch unterhalb des Grenzwertes die Strahlenexposition so gering wie möglich zu halten ist. Das Optimierungsgebot in Deutschland funktioniert. Dies wird nicht zuletzt durch folgende Fakten belegt:

    • 99 Prozent der Überwachten haben eine Jahresdosis von unter 3 Millisievert.
    • Die durchschnittliche Dosis aller Exponierten beträgt 0,5 Millisievert.
    • Der Grenzwert von 20 MiIlisievert wird im Durchschnitt nur zu drei Prozent ausgeschöpft.

    Messung am Arbeitsplatz

    Die Strahlung am Arbeitsplatz wird mit amtlich zugelassenen Dosimetern gemessen. Diese Dosimeter geben die behördlich bestimmten Messstellen aus und wertet diese in der Regel monatlich aus. Von der gemessenen Dosis wird der Dosisanteil der natürlichen Umgebungsstrahlung abgezogen.

    Sobald Beschäftigte am Arbeitsplatz radioaktiven Stoffen ausgesetzt sind, besteht die Möglichkeit, dass Radionuklide in den Körper aufgenommen werden. Dies geschieht beispielsweise über Mund und Haut.

    Diese Personen werden dann in regelmäßigen Abständen von den sogenannten Inkorporationsmessstellen überwacht. Diese Messstellen sind dafür zuständig und wenden im Wesentlichen zwei Verfahren an:

    • In-vivo-Verfahren: Bestimmung der Aktivität im Körper und in den Organen
    • In-vitro-Verfahren: Bestimmung der Aktivitätskonzentration in den Ausscheidungen

    Die Messstellen werden von den jeweiligen Landesbehörden benannt. Insgesamt gibt es in Deutschland 30 Inkorporationsmessstellen.

    Für Personal, das in der Luftfahrt tätig ist (Piloten, Stewards/Stewardessen) werden die Dosiswerte von den Fluggesellschaften mit zugelassenen Programmen ermittelt und an das Luftfahrt-Bundesamt gemeldet.

    Dieses führt die Aufsicht über das fliegende Personal und überwacht unter anderem die Einhaltung von Dosisgrenzwerten. Das Luftfahrt-Bundesamt übermittelt jeweils die Monatsdosen der Beschäftigten an das Strahlenschutzregister des BfS.

    Autor: Redaktion Safety Xperts

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