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Richtige Lüftungstechnik für den Gesundheitsschutz

Lueftungstechnik

Chemikalien werden durch Rollen, Spritzen oder Streichen aufgetragen. Gebinde werden befüllt oder entleert. Bei diesen Tätigkeiten können Gefahrstoffe freigesetzt werden und in die Atemluft Ihrer Mitarbeiter gelangen. Durch lüftungstechnische Maßnahmen können Sie die Gefährdung Ihrer Mitarbeiter deutlich reduzieren. Das geht aber nur, wenn Sie eine geeignete Lüftungstechnik richtig einsetzen. Worauf Sie achten müssen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Damit Sie die Risiken durch freigesetzte Stoffe in der Luft beurteilen können, gibt es Grenzwerte. In Bezug auf Arbeits- und Gesundheitsschutz sind vorrangig Arbeitsplatzgrenzwerte bzw. stoffspezifische Konzentrationswerte als Beurteilungsmaßstäbe für die Gefährdungsbeurteilung sowie die Umsetzung von Maßnahmen zur Reduzierung der Exposition gegenüber krebserzeugenden Stoffen heranzuziehen. Wird der Grenzwert nicht eingehalten, haben Sie durch technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen die Gefährdung Ihrer Mitarbeiter zu minimieren. Geben Sie stets der Maßnahme mit der größten Reichweite den Vorzug. Gegebenenfalls müssen Sie Schutzmaßnahmen kombinieren.

Welche Luftgrenzwerte Sie beachten müssen

Kann der Einsatz von Gefahrstoffen nicht vermieden werden und ist die Handhabung in geschlossenen Systemen nicht möglich, müssen Sie durch lüftungstechnische Einrichtungen die Konzentration in der Luft am Arbeitsplatz so weit senken, dass die Grenzwerte eingehalten werden. Diese Grenzwerte finden Sie in der Technischen Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 900 „Arbeitsplatzgrenzwerte“ und der TRGS 910 „Risikobezogenes Maßnahmenkonzept für Tätigkeiten mit krebserzeugenden Gefahrstoffen“. In diesen Regeln finden Sie die erlaubten Stoffkonzentration in mg/m³ oder in ml/m³ (ppm).

Beispiel: Arbeitsplatzgrenzwert (AGW)

Ethanol (Alkohol) hat die CAS-Nummer 64-17-5. Der AGW ist auf 960 mg/m³ bzw. 500 ml/m³ (ppm) festgelegt.

Was Sie mit natürlicher Lüftung erreichen können

Raumlüftung ist die Erneuerung der Raumluft durch direkte oder indirekte Zuführung von Außenluft. Die Lüftung erfolgt entweder durch natürliche Lüftung (z. B. Fensterlüftung) oder lüftungstechnische Anlagen ohne oder mit zusätzlicher Luftbehandlung (z. B. Reinigung durch Luftfilter). Eine allgemeine Raumlüftung bewirkt die Verdünnung der ausgetretenen Gefahrstoffe in der Luft. Durch geöffnete Türen und Fenster kann ein bis zu 5facher Luftwechsel je Stunde erreicht werden. Bei geschickter Anordnung kann die allgemeine Raumlüftung (Abbildung 1) die Gefahrstoffe vom Atembereich der Beschäftigten zu einem großen Teil fortführen.

Eine integrierte Absaugung ist effizienter

In geschlossenen Räumen und bei Tätigkeiten mit leicht flüchtigen oder staubenden Gefahrstoffen kann in vielen Fällen die Gefährdung durch freie Lüftung nicht ausreichend minimiert werden. Durch technische Lüftungseinrichtungen wird Luft durch einen elektrischen Ventilator zu- oder abgeführt. Als Quellenabsaugung bezeichnet man eine örtliche Absaugung (Punktabsaugung), die so platziert ist, dass Gefahrstoffe in unmittelbarer Nähe der Emissionsstelle erfasst und durch ein Rohr oder einen Schlauch abgeführt werden. Die Wirksamkeit der Quellenabsaugung (Abbildung 2) kann bereits durch Handbewegungen beeinträchtigt werden. Bei einer integrierten Absaugung (Abbildung 3) erfolgt die Befüllung des Behälters durch eine kleine Öffnung, die mit einem Handschuheingriff versehen sein kann. So entsteht ein geschlossenes System, bei dem der Zugabebehälter verschlossen an den Rührbehälter angeschlossen wird. Der Behälter wird zusätzlich mit einer Einhausung umschlossen.

Diese 10 Regeln sollten Sie bei der Installation einer Absaugung beachten

  1. Führen Sie die Absaugung so dicht wie möglich an die Entstehungsquelle, damit Staub oder Dämpfe direkt eingefangen werden können.
  2. Die Quelle von Staub oder Dämpfen ist so weit wie möglich zu umschließen, damit die Ausbreitung dieser Gefahrstoffe optimal verhindert wird.
  3. Achten Sie darauf, dass sich Ihre Mitarbeiter nicht zwischen Expositionsquelle und Absaugung aufhalten, da sie sich sonst direkt im verunreinigten Luftstrom befinden.
  4. Richten Sie den Arbeitsbereich mit einer Absaugung möglichst nicht in der Nähe von Türen, Fenstern und Durchgängen ein. So verhindern Sie, dass Zugluft die Wirksamkeit der Absaugung beeinträchtigt.
  5. Sorgen Sie unbedingt für ausreichende Zuluft im Arbeitsraum, damit die abgesaugte Luft erneuert wird.
  6. Die Absaugleitungen sollen möglichst kurz und gerade sein. Vermeiden Sie lange Abschnitte mit flexiblen Leitungen.
  7. Gewährleisten Sie eine leichte Überwachung der Funktion der Absauganlage. Diese kann durch ein Manometer oder eine Volumenstrommessung erfolgen. Auch die manuelle Überprüfung des Luftstroms durch einen Wollfaden oder ein Blatt Papier ist möglich.
  8. Bevorzugen Sie offene Absaugöffnungsformen der Bauart Rohrstutzen mit Flansch bzw. Düsenplatte gegenüber einer Absaughaube. Die Saugkraft ist hierbei bis zu 30 % höher. Stellen Sie sicher, dass die Wirksamkeit der Lüftungstechnik regelmäßig, mindestens jedoch jedes dritte Jahr, überprüft wird. Das Ergebnis der Prüfungen ist aufzuzeichnen und aufzubewahren.
  9. Die abgesaugte Luft muss an einen sicheren Ort abgeführt werden. Wird die abgeführte Luft in die Nähe von Türen, Fenstern und Lufteinlässen abgeführt, besteht die Gefahr der Rückführung der schadstoffhaltigen Luft in den Arbeitsbereich.
  10. Für Tätigkeiten mit bestimmten Gefahrstoffen sind Luftwechselraten festgelegt. Achten Sie darauf, dass diese Vorgaben eingehalten werden.

Luftstrom

Wichtig für Sie: Bei Staub kann saubere gefilterte Luft wieder in den Arbeitsbereich zurückgeführt werden. Abgesaugte Luft, die karzinogene, mutagene oder reproduktionstoxische Stoffe der Kategorie 1A oder 1B enthält, darf nur in den Arbeitsbereich zurückgeführt werden, wenn sie unter Anwendung von behördlich oder von den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung anerkannten Verfahren oder Geräten ausreichend von solchen Stoffen gereinigt ist.

Die nachstehende Tabelle zeigt Ihnen, in welchen Arbeitsbereichen Sie festgelegte Luftwechselraten sicherstellen müssen.

Tabelle

Autor: Gabriele Janssen

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