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So machen Elektroautos in Ihrem Fuhrpark Sinn

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Digital IOT Zukunft Elektroauto Aufladen an Ladestation Elektromobilität

Noch immer kommen Elektroautos nicht so richtig aus den Startlöchern. Die Zulassungszahlen liegen weit hinter den Erwartungen zurück. Doch bei allen Vorbehalten zeigen die Erfahrungen der letzten Jahre, dass die Ergänzung des Fuhrparks mit Elektroautos durchaus Sinn machen kann, wenn der Einsatzzweck und die Rahmenbedingungen passen. Elektromobilität ist mehr als nur der Ersatz Ihrer alten Kraftfahrzeuge durch neue elektrisch betriebene Modelle.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um sich erste Gedanken über Einsatzmöglichkeiten von Elektro-Kraftfahrzeugen in Ihrem Fuhrpark zu machen. Doch auch die kontroverse Diskussion um Elektroautos hat ihre Gründe.
Sie werden kaum eine Aussage eines seriösen Wissenschaftlers oder Umweltverbands finden, die die Förderung von individueller Elektromobilität nach dem Vorbild der aktuellen Entwicklung generell und uneingeschränkt befürwortet. Im Gegenteil: Die Meinungen zur allgemein proklamierten Elektromobilität sind vielmehr kritisch und differenziert. Dies zeigen einige Aussagen führender Wissenschaftler und Meinungsbildner zur Elektromobilität:

  • „Elektroautos lösen kein einziges Problem: Weder verbessern sie die CO2-Bilanz (…) noch tragen sie zum Abschied vom Öl oder zur Verkehrsentlastung bei.“ (Wolgang Lohbeck, Greenpeace)
  • „Die reine Fixierung auf E-Autos ist nicht sinnvoll, das wäre eine Mobilitätssackgasse.“ (Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt, Energie)
  • „Viele Menschen denken, dass die Elektromobilität die konventionelle Mobilität auf lange Sicht ablösen wird. Dieser Meinung bin ich nicht.“ (Michael Held, Leiter der Arbeitsgruppe Energie und Mobilität am Fraunhofer-Institut)
  • „Ohne Öl wird es wahrscheinlich nicht möglich sein, individuelle Mobilität zu erhalten, wie wir sie heute kennen.“ (Prof. Dr. Michael Schreckenberg, Verkehrsforscher Universität Duisburg)

Elektroautos sind in Mode

Die öffentliche Wahrnehmung des Themas Elektromobilität ist hingegen nicht zuletzt wegen der Luftverschmutzung in den Städten von wachsender Zustimmung geprägt. Während Tesla für
seine Innovationen rein elektrisch angetriebener Kraftfahrzeuge gepriesen wird, erfährt die deutsche Automobilindustrie eine harsche Kritik für Ihre bisherige Zurückhaltung. Zwar werden wir
das Ziel der Bundesregierung, dass bis 2020 eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen rollen sollen, weit verfehlen. Dennoch ist die Mehrheit überzeugt: Für das Klima sind mit erneuerbarem
Strom angetriebene Pkw deutlich günstiger als die der derzeitigen fossilen Flotte. Doch wie ökologisch sinnvoll ist ein Elektroauto überhaupt, wenn man ganz nüchtern Fakten und Nutzen betrachtet? Ist die Herstellung der Batteriesysteme wirklich besser für die Umwelt als das Tanken mit Benzin oder Diesel? Wie klimafreundlich ist unser derzeitiger Strom-Mix, der aktuell zum Laden der Batterien zur Verfügung steht? Können Elektroautos die Bedürfnisse der Menschen nach schrankenloser Mobilität überhaupt erfüllen? Und vor allem: Lohnt sich der Einsatz von Elektroautos auch in Ihrem Fuhrpark?

Fakten zu Elektroautos (nach aktuellem Stand der Technik)

Pro Elektroauto:

  • Ein Elektroauto ist komfortabel und leise: kein Schalten, kein Lärm und ein hohes Drehmoment.
  • Ein Elektroauto hat keine Kaltlaufphase, die volle Leistung ist sofort abrufbar.
  • Ein Elektroauto verbraucht im Stand keine Energie und vibriert nicht an der Ampel.
  • Das Laden von Elektroautos wird vielerorts noch kostenlos angeboten z. B. von Kommunen oder der Gastronomie.
  • Elektromotoren erreichen einen Wirkungsgrad von über 90 %. Der Verbrennungsmotor hat einen Wirkungsgrad von maximal 40 %, oft nur 15 bis 30 %.
  • Ein Elektroauto ist wartungsarm, da es auf viele wartungsintensive Teile verzichten kann wie z. B. Auspuffanlage, Kühler, Luft- und Treibstoff-Filter, Kupplung etc.
  • Ein Elektroauto wird finanziell gefördert, ist 10 Jahre von Kfz-Steuern befreit und hat günstige Versicherungstarife.
  • Ein Elektroauto ist im Betrieb umweltfreundlicher (bei Verwendung von reinem Ökostrom).
  • Ein Elektroauto wird aktuell positiv wahrgenommen.

Contra Elektroauto:

  • Die Produktion von Elektroautos, vor allem der Batterie, verbraucht deutlich mehr knappe Ressourcen als der herkömmliche Automobilbau. Das verursacht hohe Kosten und Umweltprobleme.
  • Berücksichtigt man die energieaufwendige Produktion und den Betrieb mit herkömmlichem Strom (deutscher Strom-Mix), verursachen Elektroautos mehr Klimagase als herkömmliche Kfz. Dabei schneiden Hybrid-Autos in der Ressourcenbilanz im Schnitt am schlechtesten ab. Aktuell ist die Klimabilanz des Dieselantriebs noch die beste.
  • Die Reichweite von Elektroautos ist für viele Einsatzbereiche zu gering, die Ladezeiten oft zu lang, die Ladeinfrastruktur auch auf lange Sicht unzureichend.
  • Witterungseinflüsse (vor allem Kälte) haben starke negative Auswirkungen auf die Laufleistung und den Komfort.
  • Die Elektronik ist noch nicht ausgereift und fehleranfällig.
  • Die Kostenprognose ist noch unsicher: Die laufenden Kosten könnten bei langfristiger Betrachtung beim Elektroauto höher ausfallen, als vielfach proklamiert. Dies erwartet beispielsweise der ADAC. Der Wertverlust wird dann besonders groß, wenn die Batterietechnik Fortschritte macht und gebrauchte Stromer deshalb zukünftig unattraktiv sind.

Fakt ist: Elektroautos können nach heutigem Stand der Technik kein vollwertiger Ersatz für herkömmliche Autos oder jeden Einsatzbereich sein.

Dennoch macht Elektromobilität Sinn, wenn Einsatzzweck und Rahmenbedingungen passen

Passende Rahmenbedingungen treten nach übereinstimmender Meinung der Experten dann auf, wenn

  • die elektrisch angetriebenen Fortbewegungsmittel klein und leicht sind (1–2 Plätze) z. B. Elektro-Fahrräder, Elektro-Roller, Renault Twizy/Twizy Cargo,
  • die Elektro-Fahrzeuge vor allem bei niedrigen Geschwindigkeiten im Stopp-and-go-Verkehr, also in Städten, eingesetzt werden, wie dies bei Lieferdiensten oder Zustellungsfahrzeugen der Fall ist,
  • die Verwendung des Elektrofahrzeugs regelmäßig die Kapazitäten ausnutzt (für eine effektive Auslastung des aufwendig produzierten Batteriesystems). Für eine Betriebszeit von unter
    acht Stunden pro Tag lohnt sich die kosten- und ressourcenintensive Produktion der Batterie nicht.

Folgende Einsatzzwecke bieten sich also an:

  • Service- und Lieferfahrten in Stadtgebieten
  • bei geringem Platzbedarf (1–2 Personen mit wenig Gepäck)
  • bei regelmäßig ähnlicher Fahrstrecke, die die Batteriekapazität
    täglich mindestens zu 60 % ausnutzt, also ca. 100–200 km

Somit kann besonders in diesen Branchen, eine Prüfung zur Anschaffung von Elektroautos positiv ausfallen:

  • Technischer Service und Hausmeisterdienste: Wenn nicht zu viel Werkzeug benötigt wird, eignen sich im städtischen Umfeld auch kleine Elektroautos für Servicefahrten.
  • Pflegedienste und haushaltsnahe Dienstleistungen: Für ambulante Pflege, mobile Physiotherapie, Friseurservice etc. genügen oft kleinere Fahrzeuge für Fahrstrecken bis 200 km
    täglich.
  • Kurierfahrten: Für Fahrradkuriere oder städtische Kurierfahrten bieten sich E-Bikes, E-Scooter oder kleinere Elektroautos optimal an.
  • Beratungen, Lokalpresse etc.: Hierfür eignen sich ebenfalls E-Bikes, E-Scooter oder kleinere Elektroautos.
  • Auch wenn eine Verteilung Ihrer Betriebsstandorte im regionalen Umfeld regelmäßige Fahrten zwischen den einzelnen Bereichen erforderlich macht, ist eine Ergänzung Ihres Fuhrparks
    mit E-Bikes oder Elektroautos sinnvoll.

Meine Empfehlung: Wenn die Rahmenbedingungen für einen sinnvollen Einsatz von Elektrofahrzeugen in Ihrem Unternehmen vorhanden sind, lohnt sich eine nähere Auseinandersetzung mit dem Thema Elektrofahrzeuge. Konzentrieren Sie sich aber auf kleinere Fahrzeuge und scheuen Sie sich nicht, auch komplett neue Mobilitätsformen in Betracht zu ziehen, wie z. B. den Einsatz von elektrisch betriebenen Zweirädern oder Fahrrädern mit Elektrounterstützung. Meine Erfahrung zeigt, dass Mitarbeiter oft und gerne bereit sind, sich auf solche Alternativen einzulassen. Wichtige Voraussetzung hierfür ist jedoch die frühzeitige Einbindung der betroffenen Mitarbeiter und evtl. des Betriebsrats. Eine genaue Kostenanalyse kann dann zu einer ökonomischen Entscheidung führen.

Vergleichen Sie mehr als nur die Kosten

Für den Einsatz von Elektroautos in Ihrem Fuhrpark werden Sie vornehmlich die Kosten als Entscheidungsgrundlage heranziehen. Beim Kostenvergleich von Fahrzeugen mit gleicher Größe, Einsatzzweck und Komfort werden Sie schnell feststellen, dass aus reiner Kostensicht die elektrisch betriebenen Fahrzeuge (bisher) wenig konkurrenzfähig sind. Doch für den sinnvollen Einsatz von Elektroautos zählen nicht allein die Kosten. Berücksichtigen Sie bei Ihrer Entscheidung auch Imageaspekte durch eine positive Wahrnehmung in der Öffentlichkeit, die Sicherheit, auch innerstädtisch ohne Einschränkung fahren zu dürfen, und die weiteren nichtfinanziellen Vorteile von Elektroautos.

Meine Empfehlung: Der Werbeeffekt eines modernen Elektroautos, das auch als solches wahrgenommen wird, ist durch den hohen Aufmerksamkeitswert auch heute noch nicht zu unterschätzen – vor allem beim Einsatz im Stadtverkehr. Berücksichtigen Sie die lokalen Preise für z. B. Plakatwerbung in Ihrer Kostenrechnung, dann kann die Entscheidung in Ihrem betrieblichen Fuhrparkmanagement gänzlich anders ausfallen als bei reiner Kostenbetrachtung von Fahrzeugbeschaffung und -betrieb.

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Autor: Christian Schweizer


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