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Gefahrstoffe

Bei Gefahrstoffen dürfen Sie sich nicht auf Ihr Glück verlassen

Gefahrstoffe treten in allen Branchen und an fast allen Arbeitsplätzen auf. Wegen ihrer gefährlichen Eigenschaften ist ein systematischer Schutz der Mitarbeiter hier besonders wichtig.

Was sind Gefahrstoffe?

Gefahrstoffe sind die Stoffe und Gemische mit einem spezifischen Gefährlichkeitsmerkmal. Zu den Gefahrstoffen zählen auch Stoffe und Gemische, die auf Grund ihrer physikalisch-chemischen, chemischen oder toxischen Eigenschaften, die Gesundheit und die Sicherheit der Beschäftigten gefährden können. Außerdem alle Stoffe, denen ein Arbeitsplatzgrenzwert zugewiesen wurde, und Erzeugnisse, die explosionsgefährlich sind oder aus denen bei der Herstellung oder Verwendung gefährliche Stoffe entstehen oder freigesetzt werden.

Wissen Sie, wo überall in Ihrem Betrieb Gefahrstoffe eingesetzt werden?

Eine aktuelle Bestandsaufnahme hilft Ihnen, die Gefahrenstellen zu ermitteln. Erst nach einem Rundgang mit gründlicher Analyse aller Prozesse wissen Sie genau, wer in welcher Abteilung welchen Gefahrstoff einsetzt und welche Menge verwendet wird. Diesen Überblick müssen Sie sich verschaffen, denn zu einer » Gefährdungsbeurteilung sind Sie gemäß § 7 Gefahrstoffverordnung verpflichtet.

Bevor Mitarbeiter Tätigkeiten mit Gefahrstoffen ausüben, müssen die Gefährdungen für Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten beurteilt werden. Erst wenn klar ist, welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind, und Ihre Mitarbeiter dazu unterwiesen wurden, dürfen sie mit Gefahrstoffen umgehen.

Beachten Sie die Reihenfolge der Schutzmaßnahmen

Mit dem Einsatz von Schutzbrillen und Handschuhen ist noch lange keine grundlegende Sicherheit beim Umgang mit Gefahrstoffen gewährleistet. Viel wichtiger ist die grundsätzliche Vermeidung der Gefährdung durch Gefahrstoffe sowie das Bewusstsein für die Gefahr bei den Mitarbeitern. Deshalb beachten Sie unbedingt diese Rangfolge der Schutzmaßnahmen:

  • Substitution: Gibt es weniger kritische Substanzen, die den gefährlichen Stoff ersetzen können?
  • Technische Schutzmaßnahmen: Emissionsarmes bzw. geschlossenes Arbeitsverfahren, Absaugung und Lüftungsmaßnahmen
  • Organisatorische Schutzmaßnahmen: Kollektive Schutzmaßnahmen wie Unterweisung und Festlegung eines Arbeitsverfahrens mit gerinstmöglicher Gefährdung
  • Persönliche Schutzausrüstung: Schutzbrille, Kleidung, Handschuhe etc.

Diese weiteren Schutzmaßnahmen müssen Sie treffen:

Aufgrund der hohen Gesundheitsgefahr, die von diesen Stoffen ausgeht, sind die Unternehmen aus arbeitsrechtlicher und umweltrechtlicher Sicht dazu verpflichtet, weitere umfangreiche Schutzmaßnahmen zu treffen, die zum Beispiel Kennzeichnung und Lagerung von Gefahrstoffen betreffen:

  • Das Unternehmen muss in erster Linie ein Gefahrstoffverzeichnis führen, in dem alle Stoffe verzeichnet sind und aus dem sich auch die Gefährdungsbewertung ablesen lässt. Alle Mitarbeiter müssen dieses Verzeichnis einsehen können.
  • Dazu gehören auch die Sicherheitsdatenblätter, die vom Hersteller bzw. dem „Inverkehrbringer“ erstellt werden müssen. Darin müssen das Produkt, die Gefahr und der Umgang damit genau beschrieben sein. Umfangreiche Hilfestellung zur Erstellung gibt es beim Bundesamt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAua). Weitere Hinweise sind in der Technischen Richtlinie TRGS 220 geregelt.
  • Für den Umgang der Mitarbeiter mit den Stoffen verlangt §14 der Gefahrstoffverordnung eine Betriebsanweisung, die die Beschäftigten genau über die Stoffe und den Umgang damit schriftlich und verständlich unterrichtet.

Einheitliche Gefahrstoffkennzeichnung dank GHS und CLP-Verordnung

In den meisten Fällen erkennen Sie Gefahrstoffe an der Kennzeichnung. Um diese Kennzeichnung weltweit zu vereinheitlichen, haben die Vereinten Nationen das „Global Harmonisierte System“ (GHS) zur Einstufung und Kennzeichnung entwickelt. Das GHS wird in der EU mit der CLP-Verordnung (CLP = Classification, Labelling, Packaging = Klassifizierung, Kennzeichnung, Verpackung) umgesetzt. Die Gefahrensymbole (weiße Raute mit rotem Rand) haben die die orangefarbenen Quadrate bei der Gefahrstoffkennzeichnung abgelöst.

Lagerung von Gefahrstoffen

Für die Lagerung verschiedener Gefahrstoffe gibt es unterschiedliche Anweisungen, daher müssen hier ganz besonders strikte Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Als „gelagert“ gelten die Stoffe erst, wenn sie im Unternehmen länger als 24 Stunden aufbewahrt werden. Kürzere Zeitspannen werden nur als „Bereitstellung“ gewertet, wenn die Stoffe beispielsweise anschließend abtransportiert werden. Für den Transport gelten gesonderte Sicherheitsbestimmungen.

Es ist darauf zu achten, dass die Stoffe so gelagert werden, dass sie weder freigesetzt werden, noch mit anderen Stoffen reagieren können. Sie dürfen nicht in der Nähe von Lebens-, Futter- oder Heilmitteln aufbewahrt werden. Zudem müssen sie vor gefährlichen Einwirkungen geschützt werden, aber auch vor dem Zugriff von Unbefugten. Außerdem ist es erforderlich, diese übersichtlich zu lagern.

Transport von Gefahrgütern

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei umwelt- und gesundheitsgefährdenden Stoffen um Gefahrstoffe und ihre Handhabung unterliegt den Regelungen der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) sowie den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS, in diesem Fall TRGS 510). Wenn solche Stoffe transportiert werden, werden aus Gefahrstoffen für den Zeitraum des Transportes Gefahrgüter, deren Lagerung oder Verpackung und Bereitstellung, genau wie der Transport selbst, auch bestimmte Sicherheitsvorkehrungen erfordert. Für den Transport ist nicht nur eine Kennzeichnung des Lkws notwendig, sondern es sind auch verschiedene Erlaubnisse zu beantragen. Die Vorschriften finden sich im Gefahrgutbeförderungsgesetz (GGBefG).

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