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Neue Gesundheitsgefahren durch Wandel der Arbeitswelt

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Gesundheitsgefahren

Veränderte Arbeitsbedingungen bringen neue Gesundheitsgefahren mit sich. Welche jetzt und in naher Zukunft besonders im Kommen sind, hat eine Studie der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz ( OSHA) untersucht.

Danach entstehen immer mehr arbeitsbedingte Gesundheitsrisiken durch das Zusammenwirken unterschiedlicher Belastungsfaktoren, wie z. B. einseitige Körperhaltungen bei gleichzeitiger hoher Konzentration. Als Arbeitsschutzprofi können Ihnen diese Erkenntnisse nicht gleichgültig sein – vielmehr sollten Sie jetzt schon gezielt gegensteuern. Die Studie hat sowohl neuartige Belastungsfaktoren als auch solche Gesundheitsrisiken untersucht, deren Auswirkungen ansteigen. Dabei handelt es sich einerseits um neue Technologien, wie z. B. computergesteuerte Chirurgie – damit halten Belastungen beispielsweise durch Bildschirmarbeit auch im OP Einzug.

Anderseits geht es um Gefährdungen, denen in Zukunft mehr Beschäftigte ausgesetzt sind als bisher. Beides werde beim betrieblichen Gesundheitsschutz noch nicht ausreichend berücksichtigt.

Die wichtigsten Trends

Als die wichtigsten „Gesundheitsgefahren der Zukunft“ hat die Studie ermittelt (in dieser Reihenfolge):

  1. Bewegungsmangel: Waren früher vorwiegend „Schreibtischtäter“ betroffen, sind es heute zunehmend mehr Dienstreisende, die häufig stundenlang im Auto oder Flugzeug sitzen. Eine weitere zunehmend mehr um sich greifende Ursache des Bewegungsmangels ist die Verbreitung von computergesteuerten Maschinen und Anlagen, bei denen der Operator ständig damit beschäftigt ist, die Betriebsabläufe auf einem Bildschirm zu überwachen. Typische Folgeerscheinungen sind z. B. Muskel- und Skeletterkrankungen oder Übergewicht.
  2. Psychosoziale Belastungen: Ansteigen werden in Zukunft Gesundheitsrisiken durch psychosoziale Belastungen. Hierzu gehören u. a. zu hohe oder zu niedrige Arbeitsanforderungen, wenig Kontrolle über die Arbeitsaufgaben, mangelnde Unterstützung durch Vorgesetzte. Durch das gleichzeitige Auftreten von psychischen Belastungen und Bewegungsmangel werden die schädlichen Auswirkungen der Einzelbelastung noch verstärkt.
  3. Ergonomische Faktoren: Wo immer mehr neuartige Maschinen und Geräte bedient werden müssen, werden ergonomische Faktoren immer wichtiger – die Benutzerfreundlichkeit bleibt hinter den technischen Leistungen eines Produkts jedoch oft zurück: Wer ist nicht schon einmal von seinem Computer an den Rand eines Nervenzusammenbruchs getrieben worden? Komplexe „Mensch-Maschine-Schnittstellen“ werden sich branchenübergreifend immer weiter ausdehnen.
  4. Psychisch-physische Mehrfachbelastungen: Dasselbe gilt für Mehrfachbelastungen aus psychischen und körperlichen Faktoren: Ein  Paradefall sind Callcenter, deren Beschäftigte vielen Krankmachern gleichzeitig ausgesetzt: einseitigen Körperhaltungen, Hintergrundlärm, Stress durch schwierige Kunden usw. Betroffen davon sind immer mehr Arbeitnehmer.
  5. Thermische Belastungen: Zu hohe oder zu niedrige Temperaturen (Beispiel: die Kassiererin im zugigen Eingangsbereich eines Supermarkts) machen nicht nur körperlich krank: Sie sind auch erhebliche Stressfaktoren. Das Gesundheitsrisiko steigt.
  6. Ultraviolette Strahlung: Gesundheitsgefährdungen durch UV-Strahlung nehmen zu. Menschen, die im Freien arbeiten, sind besonders gefährdet – oft auch wegen mangelnder Kenntnis der Schutzmöglichkeiten. Dass viele sich auch in der Freizeit zu hoher Strahlung aussetzen, macht sie besonders anfällig für Hautschäden bis hin zu Hautkrebs. 7. Mehrfachbelastungen durch Vibration, ungünstige Körperhaltungen und anstrengende körperliche Arbeit: Ähnlich wie beim Zusammenwirken von psychischen Belastungen und Bewegungsmangel verstärken sich auch diese Faktoren in ihren schädlichen Auswirkungen gegenseitig.
  7. Mehrfachbelastungen durch Vibration, ungünstige Körperhaltungen und anstrengende körperliche Arbeit: Ähnlich wie beim Zusammenwirken von psychischen Belastungen und Bewegungsmangel verstärken sich auch diese Faktoren in ihren schädlichen Auswirkungen gegenseitig.

Als Fachkraft für Arbeitssicherheit sollten Sie aus der Studie und den Gesundheitsgefahren diese Konsequenzen ziehen:

  • Überprüfen Sie Ihre Gefährdungsbeurteilungen unter dem Aspekt, ob Sie die Kombination unterschiedlicher Belastungsfaktoren an allen Arbeitsplätzen ausreichend berücksichtigt haben.
  • Checken Sie Ihre Krankenstandsstatistik: Gibt es neuartige Schwerpunkte? Auch hier sollten Sie die Gefährdungsbeurteilungen noch einmal unter die Lupe nehmen und mit den Betroffenen über die möglichen Gründe (aus ihrer Sicht) sprechen.
  • Sorgen Sie dafür, dass bei neuen Arbeitsmitteln konsequent auf Emissionskennwerte (Lärm, Vibration usw.) geachtet wird – nicht nur bei Maschinen, sondern auch z. B. bei Bürodruckern.

Autor: Rafael de la Roza 

 


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