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Warum der Wandhydrant in keinem Brandschutzkonzept fehlen sollte

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Wandhydrant

Wandhydranten retten Leben. Sie sind dazu gedacht, Brandherde in ihrer Entstehungsphase zu stoppen und damit Schaden an Mensch und Eigentum vorzubeugen. Durch einfache Anwendung kann der Wandhydrant auch von Laien bedient werden, was ihn zu einem unverzichtbaren Mittel in der Brandbekämpfung macht.

Brände stellen nicht nur eine Gefahr für Betriebe und Unternehmen dar, sondern auch für Menschenleben. Mit Hilfe von Wandhydranten können im Ernstfall, schnell und unkompliziert erste Maßnahmen zur Feuerbekämpfung eingeleitet werden.  Der Wandhydrant ist dazu gedacht Brände in der Entstehungsphase zu bekämpfen. Materieller Schaden und die Verletzung von Menschen kann damit minimiert werden.

Demzufolge sollten Sie die Löschwasseranlagen in Ihrem Brandschutzkonzept miteinbeziehen. Bevorzugt wird der Wandhydrant an leicht zugänglichen Orten montiert. In der Nähe von Fluchttüren und Treppenhäusern in prominenter Lage.

Achtung: Durch die Installation des Wandhydranten darf die Feuerwiderstandklasse der tragenden Wand nicht beeinträchtigt werden. Auch muss darauf geachtet werden, dass Fluchtwege nicht behindert werden und Türen um 180° geöffnet werden können.

Wandhydrant Typ S und Typ F

Der Wandhydrant wird in Gebäuden installiert. Bei Bränden ist er die erste Quelle zur Wasserentnahme. Er wird nach der Richtlinie DIN 14461 ein zwei Typen unterteilt:

  • Wandhydrant Typ S: Dieser Typ ist direkt mit dem Trinkwassernetz verbunden. Deshalb ist ein Zusatz von Schaummitteln auch verboten. Wandhydranten des Typs S sind ausschließlich zur Selbsthilfe vorgesehen. Ungeschultes Personal kann damit eine Erstbekämpfung von Brandherden vornehmen. 24 Liter Wasser werden pro Minute aus dem Schlauch, der aus formstabilen Material bestehen muss, herausgelassen. Der Druck ist mit 2 bar noch verhältnismäßig gering. In der Praxis findet sich dieser Typ jedoch eher selten, denn die Brandschutzverordnung sieht in den meisten Fällen Typ F vor.
  • Wandhydrant Typ F: Wandhydranten des Typs F, auch Kombinationshydrant genannt, sind vielfältiger als Typ S. Sie können Laien und der Feuerwehr zur Brandbekämpfung dienen. Außerdem sind sie nicht an das Trinkwassernetz angeschlossen. Sie besitzen einen formstabilen Schlauch oder einen vollsynthetischen C-24-Druckschlauch und müssen eine Wasserabgabe von mindestens 100 Litern die Minute bei 3 bar gewährleisten.

Der Umgang mit Wandhydranten ist zwar für Laien vorgesehen, dennoch sollte innerhalb von Betrieben die korrekte Verwendung vorgeführt und trainiert werden. Die Praxis zeigt immer wieder, dass Wandhydranten effektive Instrumente zur Feuerbekämpfung sind.

Welche Anforderungen bestehen bei Wandhydranten?

Alle Wandhydranten müssen der vorgegebenen DIN-Norm nach 14461 entsprechen. Sie wurde zuletzt im Oktober 2017 aktualisiert. Die Hersteller stehen in der Pflicht die Anforderungen einzuhalten und müssen die Einhaltung, durch nachweisbare Qualitätskontrollen zu jeder Zeit vorweisen können.

Tipp: Im Idealfall kommen Wandhydranten niemals zum Einsatz. Sie sind eine Präventivmaßnahme zum Schutz von Menschen und Eigentum . Durch die seltene Verwendung kann es zu Unreinheiten innerhalb des mit Wasser gefüllten Schlauchs kommen. Unter Umständen bedeutet das einen Rückfluss des verunreinigten Wassers in die Trinkwasserzufuhr. Zur Vorbeugung hygienischer Missstände sollte darum eine Trenneinrichtung zur Trinkwasserinstallation eingebaut werden. Wird keine Abtrennung vorgenommen müssen weitere hygienische Anforderungen eingehalten werden.

Wiederkehrende Wartung von Wandhydranten

Nur Sachverständige dürfen Wandhydranten installieren. So wird sichergestellt, dass die umfassenden Anforderungen eingehalten werden. Sie sind nach den anerkannten Regeln der Technik instand zu halten.

In der TRVB 128 S werden die Zeitintervalle von Prüfung und Wartung von Wandhydrandten definiert. Dabei müssen Sie folgende Punkte beachten:

  • Nach Einbau des Wandhydranten muss eine Abschlussprüfung durch einen Sachverständigen durchgeführt werden, um die Löschbereitschaft zu gewährleisten,
  • Zudem brauche Sie jährliche Prüfung des Hydranten durch einen Sachverständigen,
  • die Instandhaltungsprüfung alle 2 Jahre und
  • die Revision alle 5 Jahre.
  • Auch eine vierteljährliche Prüfung ist nach TRVB 128 S vorgesehen. Diese kann jedoch auch durch den Betreiber erfolgen.

Obwohl die vierteljährliche Prüfung selbst durchgeführt werden kann, sollten Sie über die Hilfe eines Sachverständigen nachdenken. Mit einem Sachverständigen an Ihrer Seite können Sie sich der Funktionstüchtigkeit der Löschwasseranlage sicher sein. Sollte außerdem tatsächlich einmal ein Unglück eintreten, sind sie gegen Haftungsansprüche abgesichert.

Im Prüfbuch werden die Ergebnisse festgehalten. Zusätzlich wird ein Prüfbericht angefertigt. Beides dient dem Eigentümer als Nachweis. Ist nichts zu beanstanden wird der Wandhydrant mit einer Plakette versehen auf der das Wartungsdatum sichtbar ist.

Der Wandhydrant im Löscheinsatz: Ist der Wandhydrant zum Einsatz gekommen, muss er umgehend von einem Sachverständigen geprüft werden. Dabei gelten die Richtlinien gemäß DIN 14811. Sie beinhalten die Prüfung, das Trockenlegen, die Reinigung und Wartung. Sobald die Mängel behoben sind, wird der Wandhydrant zur erneuten Benutzung freigegeben.

Vergessen Sie die Kennzeichnung nicht

Ein Wandhydrant muss grundsätzlich mit dem Brandschutzzeichen nach ASR A1.3-2013 und DIN EN ISO 7010 gekennzeichnet werden. Das Zeichen für Wandhydranten lautet f002 und ist an dem weißen Schlauch auf rotem Hintergrund zu erkennen.

Wandhydrant
Brandschutzzeichen F002 kennzeichnet einen Wandhydranten

Wandhydranten: Die stillen Retter

Wandhydranten sind maßgeblich für den Schutz von Gebäuden und Menschen im Brandfall. Feuerlöscher als mobile Feuerbekämpfungsmaßnahme sind nämlich kein Ersatz für Löschwasseranlagen, da das Löschmittel nur begrenzt zur Verfügung steht. Im Gegensatz dazu hat ein Wandhydrant durch die Verbindung zu verschiedenen Wassernetzwerken nahezu unbegrenzten Zugang zu Löschmitteln.

Fazit: Durch die Zusammenarbeit mit Sachverständigen kann von Beginn an eine fachmännische Installation, Prüfung und Schulung zu den Wandhydranten erfolgen. Vor allem Brandherde die gerade erst entstehen können damit eingedämmt werden.

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