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So setzen Sie Ihren Hygieneplan in die Praxis um

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Hygieneplan

Ein Hygieneplan fasst die Maßnahmen zusammen, mit denen Infektionen eingedämmt und deren Ausbreitung verhindert werden soll. Für Gemeinschaftseinrichtungen und Massenunterkünfte müssen Sie hier beschreiben, wie Sie bestimmte Hygienestandards konsequent umsetzen.

Hygiene ist Chefsache: Arbeitgeber sind für sichere und damit auch für hygienische Lebens- und Arbeitsbedingungen in Unternehmen verantwortlich. Der Arbeitgeber kann jedoch Hygienebeauftragte bestellen, die ihn bei der Umsetzung von Infektionsschutzmaßnahmen unterstützen und bspw. einen Hygieneplan erstellen. Vorgaben zur allgemeinen Hygiene finden
Sie in der Arbeitsstättenverordnung und den Technischen Regeln für Arbeitsstätten, z. B. in den ASR A4.2 „Pausen- und Bereitschaftsräume“ und ASR A4.1 „Sanitärräume“.

Darum brauchen Sie einen Hygieneplan

In besonders infektionsgefährdeten Bereichen sind zusätzliche Maßnahmen erforderlich, um hygienische und sichere Arbeitsbedingungen zu gewährleisten: Der Gesetzgeber fordert
deshalb im Infektionsschutzgesetz Hygienepläne für alle Gemeinschaftseinrichtungen, Lebensmittelbetriebe und Gesundheitseinrichtungen, in denen Infektionskrankheiten übertragen werden können. Das sind z. B. Krankenhäuser, Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen, Einrichtungen für ambulantes Operieren, Dialyseeinrichtungen etc.

Der Hygieneplan hat keine formalen Vorgaben

Wie Sie Ihren Hygieneplan im Detail gestalten, ist nicht vorgeschrieben. Wichtig ist, dass Sie alle betroffenen Bereiche in Ihrer Einrichtung berücksichtigen und die Maßnahmen tatsächlich
geeignet sind, einen hygienischen Zustand herzustellen. Mit einem gründlich erarbeiteten und jährlich aktualisierten Hygieneplan können Sie nachweisen, dass Sie Ihre Sorgfaltspflicht erfüllt
haben. Wichtige Bestandteile des Hygieneplans sind dabei der Reinigungs- und Desinfektionsplan und der Hautschutzplan.

Sie sollten den Hygieneplan als elektronische Datei verwalten. Nur die verantwortliche Person, das heißt Hygienebeauftragter und die Leitung sollten darin Änderungen vornehmen können. Verzeichnen Sie auf jeder geänderten Seite das Änderungsdatum. Damit wird ersichtlich, wann die Aktualisierung stattgefunden hat.

Jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin einer medizinischen Einrichtung sollte den Hygieneplan gelesen und verstanden haben. Daher macht es Sinn, diesen auch als gedruckte Ausfertigung vorzuhalten. Werden Änderungen notwendig, drucken Sie die betroffenen einzelnen Seiten aus und integrieren Sie sie dann in die Druckversion. Bestimmte Teile des Hygieneplans wie z. B. der Reinigungs- und Desinfektionsplan oder der Hautschutzplan sollten außerdem an Stellen, an denen hygienerelevante Tätigkeiten ausgeführt werden, ausgehängt sein.

Halten Sie den Hygieneplan aktuell

Ein Anlass für die Änderung des Hygieneplans sind gesetzliche Änderungen. Darüber hinaus sollten Sie Ihren Hygieneplan regelmäßig auf Aktualität überprüfen. Erstellen Sie sich dazu am besten einen auf Ihre Einrichtung und auf Ihr Tätigkeitsprofil zugeschnittenen Fragenkatalog. Die wichtigsten Fragestellungen sind hier kurz dargestellt:

  • Liegen alle notwendigen Informationen vor?
  • Sind die im Hygieneplan enthaltenen Angaben darauf abgestimmt?
  • Laufen alle Prozesse wie im Hygieneplan beschrieben ab?
  • Sind die Abläufe detailliert genug beschrieben?
  • Werden neue oder andere Produkte verwendet?
  • Stimmen alle Dosierangaben und Einwirkzeiten?
  • Haben sich Zuständigkeiten geändert?
  • Fallen bisherige Bereiche weg oder kommen neue hinzu?
  • Sind sonstige Umstrukturierungen erfolgt?
  • Ist der Arbeitsschutz überall gewährleistet?
  • Ist Ihre Gefährdungsbeurteilung auf dem neuesten Stand?

Diese Fragenliste erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Selbstverständlich sollten Sie weitere individuelle Gesichtspunkte darin aufnehmen. Je genauer und kompletter die Fragen abgefasst sind, desto leichter fällt es Ihnen, zu ändernde Punkte zu identifizieren.

Hygienebegehung und Begehungsprotokoll

Arbeitgeber können in Ihrem Unternehmen ein Hygieneteam einsetzen, das den Plan erarbeitet, prüft und aktualisiert sowie die Hygieneschulung für die Mitarbeiter durchführt. Um die erforderlichen Maßnahmen für eine Einrichtung oder eine Abteilung festzulegen, sollten Sie den Ist-Zustand mit einer Begehung ermitteln. Als Fachkraft für Arbeitsssicherheit sollten Sie dabei die Leitung der Einrichtung und das Hygieneteam einbeziehen. Berücksichtigen Sie auch Hinweise und Anregungen von Eltern (z. B. in Kindertagesstätten und Schulen), Besuchern und Angehörigen (z. B. in Krankenhäusern und Pflegeheimen), Mitarbeitern und Reinigungspersonal (z. B. in Unternehmen).
Starten Sie Ihre Begehung am besten auf dem Außengelände. Berücksichtigen Sie dann Bau und Einrichtung (z. B. Schäden am Gebäude) und die sogenannte Umgebungshygiene (Zustand
von Böden, Wänden und Decken). Achten Sie in Feuchträumen auf Schimmelbildung, schauen Sie sich den Zustand von Handwaschbecken
und Armaturen an.

Wichtig: Fassen Sie Beobachtungen und kritische Punkte in einem Begehungsprotokoll zusammen. Sorgen Sie dafür, dass Mängel rasch behoben werden.

Systematische Reinigung

Organisieren Sie dann die Reinigung von Flächen und Gegenständen. Halten Sie im Reinigungsplan fest, wer welche Flächen und Gegenstände wie häufig bzw. wann mit welcher Methode reinigen soll. Eine Desinfektion von Flächen ist nur notwendig, wenn diese mit potenziell infektiösen Substanzen (wie Blut oder Fäkalien) kontaminiert sind. Spezielle Hinweise finden Sie in der DGUV-Regel „Desinfektionsarbeiten im Gesundheitsdienst“ (DGUV-Regel 107-002) und der DGUV-Regel „Reinigungsarbeiten mit Infektionsgefahr in medizinischen Bereichen“ DGUV-Regel 101-017.

Fazit: Regeln Sie die Verantwortlichkeit für alle Bereiche und halten Sie Maßnahmen und Personen in Ihrem Hygieneplan fest. Sorgen Sie dafür, dass die Mitarbeiter in einer Hygienebelehrung
über alle Maßnahmen informiert sind. Und zu guter Letzt: Denken Sie daran, den Erfolg Ihrer Maßnahmen regelmäßig zu kontrollieren.

Autor: Uta Fuchs, Katja Ruf, Mario Krauß

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