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Endlich Klarheit: Diese Aufgaben hat der Betriebsarzt im Rahmen der arbeitsmedizinischen Prävention

Betriebsarzt

Seit dem 15.3.2017 gilt die neue Arbeitsmedizinische Regel (AMR) Nummer 3.2. Sie regelt die Einbindung des Betriebsarzt in die Gefährdungsbeurteilung und die Unterweisung der Mitarbeiter. Die neue Regel enthält auch Konkretisierungen zur arbeitsmedizinischen Vorsorge.

Als Fachkraft für Arbeitssicherheit müssen Sie eng mit dem Betriebsarzt zusammenarbeiten. Denn gemeinsam können Sie die Arbeitsbedingungen besser beurteilen und mögliche Schutzmaßnahmen ableiten.

Aufgaben des Betriebsarztes

Der Betriebsarzt organisiert unter anderem die Erste Hilfe im Betrieb, analysiert arbeitsbedingte Erkrankungen und entwickelt gesundheitsfördernde Maßnahmen. Zum Beispiel unterstützt er bei der ergonomischen Gestaltung der Arbeitsplätze.

Außerdem steht er den Mitarbeitern für die regelmäßigen arbeitsmedizinischen Vorsorgen bereit. Aus den Auswertungen der arbeitsmedizinischen Untersuchungen kann der Betriebsarzt auch mögliche Schutzmaßnahmen ableiten. Deshalb ist es wichtig, den Betriebsarzt in Maßnahmen des Arbeitsschutzes einzubeziehen und bei Gefährdungsbeurteilungen und Unterweisungen eng zusammenzuarbeiten.

Der Betriebsarzt ist bei seiner Arbeit weisungsfrei und an die ärztliche Schweigepflicht gebunden.

Qualifikation des Betriebsarztes

Grundsätzlich hat ein Arbeitnehmer das Recht auf freie Arztwahl. Es empfiehlt sich allerdings einen einheitlichen Betriebsarzt für alle Mitarbeiter zu wählen, da diese dann die Arbeitsbedingungen des Betriebes besser kennt.

Außerdem darf nicht jeder beliebe Hausarzt arbeitmedizinische Untersuchungen tätigen. Die Aufgaben dürfen nur Äzte übernehmen, die dank einer speziellen Qualifikation als Betriebsarzt oder Arbeitsmediziner zugelassen sind.

Hier kann der Betriebsarzt den Arbeitsschutz unterstützen:

1. Gefährdungsbeurteilung – den Betriebsarzt einbinden

Bei der Gefährdungsbeurteilung von Tätigkeiten mit Gefahrstoffen, ist auch der arbeitsmedizinische Sachverstand des Betriebsarztes gefragt.

Die Fachkunde des Betriebsarztes ist insbesondere gefragt bei:

  • der Substitutionsprüfung,
  • krebserzeugenden, toxischen und sensibilisierenden Eigenschaften
  • der Wechsel- und Kombinationswirkung von Gefahrstoffen,
  • chronisch schädigenden Eigenschaften (z. B. Verursachung von Silikose),
  • Aufnahmewegen (z. B. Hautresorption),
  • Hautbelastung durch Feuchtarbeit (z. B. Tragen von flüssigkeitsdichten Handschuhen),
  • der Eignung und dem Einsatz persönlicher Schutzausrüstung
  • Maßnahmen zum Hautschutz (z. B. Hautschutzpläne),
  • Organisation spezifischer Erste-Hilfe- Maßnahmen (z. B. Antidote).

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2. Unterweisungen gemeinsam halten

Bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen muss mindestens einmal im Jahr eine Unterweisung erfolgen. Teil dieser Unterweisung ist eine allgemeine arbeitsmedizinisch-toxikologische Beratung.

Im Rahmen dieser Beratung sollen folgende Themen in einer für den Laien verständlichen Form angesprochen werden:

  • Erläuterung der möglichen gesundheitlichen Folgen der Gefährdungen am Arbeitsplatz und deren Vermeidung,
  • Darstellung der besonderen Maßnahmen der Ersten Hilfe und
  • Informationen über die Ansprüche der Mitarbeiter auf arbeitsmedizinische Vorsorge.

Der Betriebsarzt ist an dieser Beratung zu beteiligen. Diese Anforderung ist erfüllt, wenn er an der Erstellung der Unterweisungsunterlagen mitwirkt. Sie können aber auch den Betriebsarzt mit der arbeitsmedizinisch-toxikologischen Beratung beauftragen.

3. Regelungen zur arbeitsmedizinischen Vorsorge

Die AMR Nr. 3.2 beschreibt grundlegende Aspekte der Pflicht-, Angebots- und Wunschvorsorge. Sie stellt klar, dass die in den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) im Kapitel „Arbeitsmedizinische Prävention“ enthaltenen näheren Ausführungen zu den in Betracht kommenden Vorsorgeanlässen zu beachten sind. So finden sich beispielsweise in der TRGS 519 „Asbest: Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten“ in Nr. 13 entsprechende Details.

Praxisbeispiele für die Wunschvorsorge

In Bezug auf die Wunschvorsorge, wird auf die arbeitsmedizinische Empfehlung (AME) „Wunschvorsorge“ verwiesen. Sie zeigt Umsetzungsmöglichkeiten anhand von 12 Praxisbeispielen auf. So kann beispielsweise ein Mitarbeiter die betriebsärztliche Sprechstunde aufsuchen, wenn bei der Abfüllung eines bestimmten chemischen Produktes regelmäßig die gleichen Beschwerden auftreten. Wird ein Zusammenhang zwischen Beschwerden (z. B. Übelkeit, Schweißausbrüche und Oberbauchschmerzen) und dem Umgang mit dem Produkt vermutet, kann der Betriebsarzt im Rahmender Wunschvorsorge auch Nachforschungen anstellen. In diesem Zusammenhang kann er sich beispielsweise über die Zusammensetzung des Produktes und die gefährlichen Eigenschaften der Komponenten informieren. Auch Messprotokolle zu Gefahrstoffmessungen können eingesehen werden. Ergibt die Prüfung, dass die Beschwerden im Zusammenhang mit der Tätigkeit stehen, kann der Betriebsarzt Vorschläge zur Änderung der Arbeitsbedingungen, wie beispielsweise die Umstellung auf ein geschlossenes Verfahren, machen.

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Autor: Gabriele Janssen und Rafael de la Roza

 

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